Warmlaufen

Fußball wird übrigens auch noch gespielt

24.10.2011, 23:23 Uhr von:  Redaktion

Flutlichtspiel in DortmundWährend der Spielplan für die zweite Runde im DFB Pokal mit Partien wie SpVgg Greuther Fürth gegen SC Paderborn 07 und SpVgg Unterhaching gegen den VfL Bochum absolute Langweiler verspricht, kommt es in Dortmund zu einer der interessantesten Partien dieser Runde. Mit Dynamo Dresden erwarten wir einen sowohl sportlich als auch fantechnisch anspruchsvollen Gegner. Die Dresdner setzten sich in der letztjährigen Relegation gegen Osnabrück durch und versuchen, sich nun nach unsteten Jahren in der 2. Bundesliga zu etablieren. Dabei werden sie unterstützt von einer großen Fanszene, die auch in den schlechten Zeiten immer zu Dynamo hielt und den Weg mit in Liga vier ging. Wieviele es am Dienstagabend genau werden, kann man bis jetzt nur schätzen. Die Dresdner sollten allerdings die Marke von 10000 Anhängern knacken. Auch wenn das Spiel für sie sicherlich ein Highlight darstellt, ist das dennoch eine beeindruckende Zahl. Von Stadion zu Stadion sind es immerhin 523 Kilometer und das unter der Woche, da fallen einen nicht viele Vereine ein, die eine solche Zahl an Gästefans mitbringen. Auf der A38 und A44 dürfte es auf jeden Fall voll werden.

Das Dortmunder WestfalenstadionDer Dresdner Fanszene eilt zusätzlich noch ein recht zweifelhafter Ruf voraus und so wurde bis heute kaum über das Spielerische diskutiert. Stimmungstechnisch gehört die Dynamo-Kurve sicherlich zu den besseren in Deutschland, doch auch das Thema Gewalt ist eigentlich omnipräsent bei den Dresdnern. Durch die recht martialische Wortwahl der führenden Dresdner Gruppen wird dieser Eindruck noch verstärkt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Topspiel auch gleichzeitig als Risikospiel gilt. Nach der Aufregung um etwaige Fanmärsche scheint sich die Situation nun aber zu entspannen. Die Dresdner haben ihren Aufruf zurückgezogen und werden nun wohl vom Parkplatz E3 aus geschlossen zum Gästeblock marschieren. Die Polizei feierte sich selbst gegenüber Medienvertretern für den Sinnesswandel der Dresdner Ultras. Man verwies auf den nach eigenem Bekunden höflich formulierten Fanbrief, ohne allerdings zu erwähnen, dass man auch wieder eine ganze Reihe von Betretungsverboten gegenüber Dynamoanhängern ausgesprochen hat. Die neue Unart der Betretungsverbote ist in NRW mittlerweile arg verbreitet bei der Polizei und droht langsam zum unerfreulichen Standard zu werden.

Rudolf Harbig StadionIn Dortmund hatte man ansonsten in den letzten Jahren vor allem durch die Partien der Amateure Berührungspunkte mit Dresden. Beim Auswärtsspiel in der Hauptstadt des sächsischen Freistaates konnte man sich überzeugen, dass das umgebaute Rudolf-Harbig-Stadion immer noch ein Schmuckkästchen im Arena-Allerlei ist. Doch nun wieder zurück nach Dortmund, denn dort hat man die nächste Möglichkeit, eine gute alte Borussia-Tradition fortzusetzen und in einer der ersten DFB-Pokalrunden kläglich zu scheitern. Die Chancen stehen mal wieder gut, man ist klarer Favorit und mit Dresden kommt ein Team, das bereits Leverkusen aus dem Pokal gekegelt hat. Nach dem Kantersieg gegen Köln scheint sich auch schon wieder eine entsprechende Stimmung in Dortmund breit zu machen, die zu gefährlicher Überschätzung führen kann. Man ist wieder Bayernjäger Nummer eins und rechnet schon nach, wie man doch noch in der Champions League weiter kommen könnte.

Dresdner SpielerRalf Loose und seine Mannschaft werden versuchen, diese Stimmung für sich auszunutzen. Wie genau die Dresdner auftreten werden, kann man jetzt noch nicht ganz absehen. In den letzten Spielen variierte Loose durchaus die Aufstellung. Anders als bei unserer Borussia gibt es keine klare Stammformation. Im Tor hat sich Wolfgang Hesl durchgesetzt. Wer am Dienstag allerdings zu seinen Vorderleuten gehört, ist noch unklar. Gegen Braunschweig liefen die Dynamos in einem 4-2-3-1 auf, gegen 1860 München war es ein 3-4-2-1 und gegen Aachen ein 4-4-2 (mit Doppelsechs). Insofern kann man sich überraschen lassen, wie die Sachsen gegen uns auftreten werden.

Auf Dortmunder Seite wird es im Vergleich zum Köln-Spiel wohl keine großen Veränderungen geben. Nachdem Jürgen Klopp trotz des enttäuschenden Spiels in Piräus auf fast genau die gleiche Elf gesetzt hat (mit Ausnahme von Gündogan), sind keine großen Änderungen zu erwarten.Mario Götze Es scheint möglich, dass Perisic nach seiner Sperre in der Bundesliga wieder in Startelf rutscht. Doch Großkreutz hat sich mit zwei Vorlagen für einen Pokaleinsatz empfohlen. Letztendlich muss man abwarten, wie Klopp die Leistung gegen desolate Kölner bewertet. Die Dresdner werden sicherlich engagierter in das Spiel gehen als die Domstädter vom Samstag.

Wir können uns also auf ein tolles Pokalspiel vor tausenden Fans freuen. Bei Flutlicht ist das Westfalenstadion doch eh am schönsten.

Sonstiges

Spielleiter: Peter Gagelmann, Matthias Anklam, Sascha Thielert, Christian Badnruski.

Stadion: Das Westfalenstadion ist zurzeit nicht ausverkauft, was nicht an den Gästen aus Sachsen liegt. Diese kommen mit einer erheblichen Anzahl nach Dortmund, doch es gibt noch für nahezu alle Heimbereiche Karten (ausgenommen Südtribüne)

Verkehr: Es ist abends unter der Woche, von daher wird mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen sein. Glücklicherweise sind keine Großveranstaltungen in den Westfalenhallen, sodass der dortige Parkraum den Besuchern zur Verfügung steht.

Wetter: Einfach das Kachelmann-Wetter moderiert von Alice Schwarzer gucken.

Borussia auf dem Sofa Ist dieses Mal möglich. Das ZDF hat sich entschieden, die Partie zu übertragen.

mrg, 24.11.2011

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