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09.09.2011, 22:55 Uhr von:  Redaktion

Großkreutz gegen Piszczek in 09/10Am 26.03.2010 stand an selber Stelle ein Abschiedsbrief an die Alte Dame aus Berlin. Zu diesem Zeitpunkt war der Abstieg kaum noch zu verhindern gewesen und so kam es auch, dass Hertha BSC sich in die zweite Liga verabschiedet. Trotz des Absturzes konnten große Teile der Mannschaft zusammengehalten zu werden und so hatte Markus Babbel den klaren Auftrag, den sofortigen Wiederaufstieg zu meistern. Dies gelang auch, letztlich souverän ging es als Tabellenerster zurück in das deutsche Oberhaus. Dabei wusste die Art und Weise nicht wirklich zu überzeugen, doch am Ende waren die nötigen Punkte da und das zählt.

Daher lautet das Ziel der Berliner vornehmlich die Klasse zu sichern. Daran wird sich auch Markus Babbel messen lassen müssen. Babbel gehört zu einer Reihe ehemaliger Bayernstars, die sich als Trainer noch beweisen müssen. Während Jürgen Klinsmann eine erfolgreiche WM 2006 auf seiner Habenseite verbuchen kann, sehen die Lebensläufe von Mario Basler, Thorsten Fink und Markus Babbel eher unstet aus. Wobei man zugestehen muss, dass Babbels da noch am schillersten scheint. Dennoch ist es durchaus legitim, kritisch zu fragen, ob jeder überdurchschnittlicher Fußballspieler nach kurzen Lehrjahren schon ein Bundesligatrainer ist.

Sportlich war es in letzter Zeit eher etwas unruhig in Berlin. Mit dem Schließen der Transferliste wurde man in Berlin noch einmal richtig aktiv. Der abwanderungswillige Rob Friend wechselte für ein Jahr nach an den Main und trifft dort auf den Champiosn League Stürmer Mohamadou Idrissou. Dafür wurde Änis Ben-Hatira vom HSV verpflichtet, obwohl im Angriff und Mittelfeld an sich alle Planstellen vergeben sind. Ob Ben-Hatira also sein Bundesligadebut für Hertha gibt, werden wir wohl erst am Samstag sehen, zwangsläufig ist es allerdings nicht.

Götze fehlt rotgesperrtIm Tor ist die Sache dafür klar, zwischen den Pfosten wird Thomas Kraft den Torwächter geben. Davor verteidigen Lell, Hubnik, Mijatovic und Kobiashvili. Mit Lell steht ein weiterer ehemaliger Bayer im Kader und auch im Mittelfeld hat Babbel seinen Bayern. Ottl und Niemeyer bilden zusammen die Doppelsechs. Für die Offensive sind der alte Rowdy Patrick Ebert, der Türke Torun und der Brasilianer Raffael zuständig. Nach seiner enttäuschenden Leistung gegen Stuttgart wird Lasogga wieder Platz am Rand nehmen und Ramos die einzige Sturmspitze bilden.

Beim BVB wird man bekanntermaßen nicht auf Götze zurückgreifen können. Der Jungstar wurde in Leverkusen vom Platz gestellt und ist gesperrt – vielleicht ist eine Pause gar nicht so schlecht. Für Götze wird wohl Jakub Blaszczykowski in die Startelf rücken, der Pole hatte sich mit einer starken Leistung gegen Deutschland empfohlen. Bleibt zu hoffen, dass er diese Leistung nun auch in der Bundesliga umsetzen kann. Ansonsten stehen zur Zeit keine Überraschungen ins Haus. Der polyglotte Weidenfeller wird the goal verteidigen. Davor die üblichen Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer; Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek; Hummels, Subotic, Schmelzer, Piszczek – egal in welcher Reihenfolge, man kann es runterbeten.
Davor spielen der fit gewordene Sven Bender und Ilkay Gündogan. Gündogan hat bis jetzt sowohl Licht und Schatten gezeigt, dennoch scheint er die Nase vor Sebastian Kehl und Antonio da Silva zu haben. Genauso wie bei Hertha spielen drei offensiv ausgerichtet Mittelfeldspieler vor den beiden Sechsern. Blaszczykowski rückt für Götze ins Team, in der Mitte wirbelt der Fernostimport und links hatte bis jetzt Kevin Großkreutz die Nase vorne. Drei Tore sprechen für den gebürtigen Dortmunder doch Ivan Perisic macht mit engagierten Leistungen weiterhin Dampf von hinten. Da Lucas Barrios nach wie vor verletzt ist, ist Lewandowski zur Zeit gesetzt. Der Pole hatte unter der Woche gegen Deutschland eingenetzt und ist hoffentlich in Torlaune.
Aus Berlin wurden nur 200 Karten zurückgeschickt.

Ivan Perisic könnte in die Startelf rückenIn Anbetracht manch trauriger Veranstaltung in den vergangenen Saisons, scheinen nun mal wieder deutlich mehr Berliner zu kommen. Fairer Weise muss aber sagen, dass Hertha in letzter Zeit gefühlt immer Freitags oder unter der Woche in Dortmund spielen musste. Aber vielleicht hat der Abstieg auch dazu geführt, dass Hertha etwas mehr Farbe bekommen hat. Lange Zeit hatte man immer das Gefühl der Hertha Berliner Sport-Club e.V. (und nicht Hertha BSC Berlin) und die Stadt Berlin etwas miteinander fremdeln. In der Rückrunde werden wir uns überzeugen können, ob sich hier etwas geändert hat.

Fakten

Spielort: Westfalenstadion

Schiedsrichter: Marco Fritz, Volker Wezel, Wolfgang Walz, Thorsten Schriever

Zuschauer: Es wird voll. An den Tageskassen gibt es noch rund 200 Karten, die aus Berlin zurückgeschickt wurden.

Wetter: Egal, es werden keine Schönwetterfans erwartet.

mrg, 09.09.2011

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