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walter09 vs. Rupert vs. Klopp feat. FCB vs.BVB - Bitte Zahlen, walter09!

18.11.2011, 18:09 Uhr von:  Redaktion

„Tach auch!“ und auch „Grüß Gott!“, liebe Zahlenfreunde. Nicht nur Weihnachten steht quasi vor der Tür, auch der 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga klopft an. Spitzenspiel zwischen den Bayern und dem deutschen Meister aus der Emscherstadt. Dass der Spitzenreiter den Tabellenführer jederzeit schlagen kann, ist bekannt. Welchem fatalen Irrtum Jürgen Klopp aber unterliegt und warum Boris Rupert den Meistertrainer im Regen stehen ließ, erfahrt ihr im heutigen: Bitte Zahlen, walter09!

Eine der typisch-dämlichen Fragen einer Spitzenspiel-Pressekonferenz bei dem die Bayern als Tabellenführer mit von der Partie sind, lautet: „Wenn die Bayern gewinnen sollten, ist dann die Meisterschaft entschieden?“ Stani hat diese Frage vor Wochen schon beantwortet, aber wer hört schon auf den. Der Meistertrainer des Bundesgartenschau-Ausrichters von 1959, 1969 und 1991 überlegte sogar ernsthaft und antwortete auf die Frage des Jahrhunderts in ganzen Sätzen: „Wahrscheinlich ist sie nicht entschieden, danach, aber wir werden sehen.“ Er gab aber zu bedenken, dass noch „20 Spieltage oder 21 Spieltage“ übrig seien. Wer was wie denkt, schien ihm aber egal zu sein. Wahrscheinlich unterforderte ihn die Frage sportwissenschaftlich wie intellektuell.

EIN FATALER IRRTUM!

50% aller späteren Meister grüßten schon am 12. Spieltag von ganz oben und satte 54 Prozent nach dem 13.! Der BVB holte als Spitzenreiter eines 12. Spieltags schon drei Titel. Kann kein Trainer der Welt wissen. Das Ding geht daher ganz klar auf Boris seine Kappe. Die richtige Antwort wäre gewesen: „Meinen (Boris‘ sei Dank!) Recherchen nach: zu ungefähr 50%.“ Kein langes Palaver, Zahl raushauen, schlau gucken und gut. Nicht schön, aber die Wahrheit tut immer ein klein wenig weh. Man hätte noch zusätzlich anmerken können, dass es erst zweimal ein Spiel des Ersten gegen den Zweiten an einem 13. Spieltag gab und beide Köln auswärts gewann. Als Spitzenreiter. Einmal beim damaligen amtierenden Meister Dortmund (1963/64) und einmal bei den Bayern (1969/70). Meister wurden die Domstädter aber nur nach dem Sieg in der Roten Erde. Oder dass der BVB viermal als Zweitplatzierter an einem 13. Spieltag antrat, aber bisher nie in der Fremde oder dass die Bayern als Tabellenführer am gleichnamigen Spieltag nur einmal in der Bundesligageschichte auf den BVB trafen. Hätte als gutes Omen auch angemerkt werden können, aber die Chance wurde, fahrlässig wie ein Borussen-Elfmeter in der letzten Saison, liegen gelassen.

Zur Erinnerung: Am 10.11.1990 besiegte man durch Tore von Helmer, der „Kobra“ Wegmann und Povlsen die Bayern mit 3:2 im Olympiastadion und verschaffte Werder Bremen den vorübergehenden Platz an der Sonne. Meister wurden damals die roten Teufel. Trainer der Versagertruppe von der Isar? Der olle „Don“ Jupp von heute. Aber wie der Hahn schon zur Ente sagte: Vertan, vertan! Der direkte Verfolger schaffte es übrigens nur zehnmal in 48 Versuchen nach dem 12. Spieltag noch Meister zu werden. Der BVB war viermal nicht erfolgreich. Vierter, Zweiter, Sechster und Dritter waren die Endplatzierungen sortiert nach Jahren. Nach einem 13. Spieltag schafften es nur noch acht. Die „Was passiert dann Maschine“ spuckt auch leider nur sehr unbefriedigende Zahlen aus. Liegt wahrscheinlich daran, dass sie ursprünglich auf Kekse-Zertrümmern programmiert war: Wenn die Bayern am 13. Spieltag an der Spitze abgelöst wurden, gab es - in den drei Fällen – nur einmal die Salatschüssel am Ende. 33%-Meisterschaftsquote (gerundet). Falls der BVB also gewinnen sollte, sieht es mit der Titelverteidigung sehr gut aus. Unentschieden oder Niederlage wäre dagegen fatal. Die Bajuwaren haben eine Top-Quote, wenn sie als Tabellenführer nach dreizehn Spieltagen von oben winken: 13 Mal vorne bisher, zwölf Schalen am Ende. Nur Werder hat es 1992/93 einmal geschafft, diese Serie zu durchbrechen. Klopp hätte also sagen können: „Wenn Uli, Kalle und Co. tatsächlich gewinnen sollten oder wir einfach punkten, dann haben sie nach meinen (Boris‘) Erkenntnissen eine 92%-Chance Meister zu werden. Gratulation. Nehmen wir alle Zähler mit, dann steigen, wenn ich richtige addiert habe, unsere Meisterschaftschancen um 59%.“ Rhetorisch sehr geschickt. Steigerungen hören sich besser an als nackte Zahlen. Hat er aber nicht gesagt, weil ihm die Daten fehlten.

Eine weitere Frage wurde nach der Art der Vorbereitung auf das München-Spiel gestellt. Ob er sich mit den Jungs nochmal die beiden Siege aus der Saison zuvor angeschaut hätte. Klopp verneinte, da beide Mannschaften nicht mehr identisch seien. Betrachten wir die letzten vier Siege in München zuvor, wurde immerhin dreimal danach gepunktet. Nur einmal wurde nach zwei Siegen in Folge, 1990 und 1991, im dritten Jahr verloren. Also: Einfach im Flieger die DVD der letzten beiden Dreier gegen die Bazis anwerfen und kurz reinschauen. Dürfte zudem ein gutes Gefühl in der Magengegend geben. Dazu noch die letzten Zahlen der total repräsentativen kicker-Umfrage: „Wer gewinnt das Spitzenspiel?“ in die Kabine gehängt und schon ist die Motivation am Siedepunkt. Plus ein schlauer Spruch auf den Lippen:

„Wenn der Kopf nicht da ist, sondern nur eine Hülle, dann ist es egal, ob du mit einer Viererkette spielst, oder mit Schneeketten.“ Klaus „Auge“ Augenthaler

Zum Schluss gibt es für euch noch was zu tun, weil Boris derzeit nicht antworten kann, da auf Punktejagd mit dem BVB in München.

Quizfrage: „Wie oft wurde ein Team Deutscher Meister, das am ersten Spieltag der Fußballbundesliga oben stand?“

„Weniger als 09x!“ ist zwar richtig, wird aber nicht gewertet. Die genaue Zahl ist gefragt. Bayern hat die meisten Start-Ziel-Siege, so viel kann ich verraten. Der Gewinner bekommt wieder ein bisschen von meinem Ruhm ab und wird demnächst in meiner Zahlstation gewürdigt.

Apropos Sieg: Zum Ausgang des Spiels hat mir die Glaskugel nichts verraten, aber das Halbzeitergebnis ist mir schon jetzt bekannt: 6:0 für den BVB! Zwei Tore von walter09. Habe ich zumindest so geträumt.

Heja BVB!

walter09, 18.11.2011

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