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Trends, der Bias und die Laufwege - Hopp versus BVB versus Statistik

12.08.2011, 17:20 Uhr von:  Redaktion

BVB-Fans in Hoffenheim 2008Trendmannschaft gegen Traditionsteam. Hoppenheim gegen die Meister-Borussia. Nicht nur die Neuverpflichtungen des Unternehmer-Spielzeugs aus dem Kraichgau seien angeblich „Jung, billig und voll im Trend“ (Focus Online), ebenso im Trend liegen - gemäß der Toptreffer einer Suchmaschine - auch Barfußwandern, Unterwäsche und Grünwaschen. "1899 Hoffenheim Trend“ ergibt schlappe 917.000 Hits. In der Statistik ist der Bias (englische Bezeichnung für Trend) ein „meist störender systematischer Effekt mit einer Grundtendenz (steigend/fallend)“ (wikipedia.de). Trends stören also das Normale. Ich unterscheide zwei Arten (Beispiele):

1. Negativer Trend: Drei Spiele in Folge gab es keinen Sieg gegen die Sinsheimer
2. Positiver Trend: Nur eines der vier Auftaktspiele des BVB unter Trainer Klopp wurde verloren

An seine einzige Niederlage erinnern wir uns mittlerweile (wer zuletzt lacht…) schon wieder fast schmerzfrei: Die 0:2 Auftakt-Pleite gegen die Konzernmannschaft aus Leverkusen in der letzten Saison. Normalerweise kann der gemeine BVB-Fan Auftaktspiele eigentlich meiden, da nur 28% überhaupt gewonnen werden. Mickrige zwei Siege im Schnitt, pro Jahrzehnt. Hoffen wir, dass Meister-Jürgen damit einen neuen positiven Trend eingeläutet hat, da zwei Siege schon in die Statistik eingeflossen sind und es ist noch so viel Jahrzehnt übrig. In den Bundesliga-1960ern gab es übrigens gar kein Sieg am ersten Spieltag. 1970 gegen die Arminen aus Bielefeld sollte es erstmals gelingen. Leider ist die Streuung der Ergebnisse des zweiten Spiels nach einem der bisherigen zwölf Auftaktsiege zu breit (fünf Siege, drei Unentschieden, vier Niederlagen), so dass man hier nicht von einem einheitlichen Trend für den morgigen Samstag sprechen kann. Betrachtet man aber die vier Niederlagen, sieht das ganze schon eher negativ-trendy aus. Die kassierte man alle nach Heimspielen, man sollte also gewarnt sein.

Zahlen-KokoloresEin weiterer Trend dieser Tage sind die teilweise unsäglichen Statistiken zum Thema Laufbereitschaft, Laufwege und dergleichen. Manni Bender spulte 12,87 km gegen den HSV ab, Peniel Mlapa von Hoppenheim nur 9,3 km, die faule Socke. Dafür war er aber auch einer der schnellsten dabei: 33,3 km/h in der Spitze. Die Kritzeleien zu Götzes Laufwegen hat Arnd Zeigler in seiner Show ZwWdF am Sonntag schon wunderbar ad absurdum geführt. Von daher werde ich auf diesen Kokolores natürlich nicht weiter eingehen. Mein Fazit wäre sonst: Einfach mal bei Mlapa mit stoppen und wenn der die 9,3 km abgespult hat, den Stürmer einfach ignorieren.

Was fehlt noch? Natürlich. Der Trend zum Jugend“wahn“. 24,1 Alters-Durchschnitt der Dortmunder gegen den HSV, versus der 24,4 Jahre von 1899 bei der Auftaktpleite gegen die Roten aus Hannover. Achtung Trend: Dreimal ging in den sechs Bundesliga-Begegnungen des BVB gegen die Hopp-Jünger eine Seite als Sieger vom Platz - es war jeweils das jüngere Team. Aber was heißt das schon. 1993 wurde Werder Bremen Deutscher Meister - mit einem Altersdurchschnitt von 29,1 Jahren. Kapitän Kehl soll trotzdem spielen, wenn er gebraucht wird.

Zum Schluss noch das Wetter. Für alle die ein verlängertes Wochenende nach dem Auswärtsdreier in der Sinsheimer Region planen, hier der Trend für die nächsten Tage: Am Samstag viel Sonnenschein (der BVB bringt ihn mit), am Sonntag örtliche Gewitter (im 1899 Vereinsheim) und am Montag heiter (wenn unsere Fans die Zeitung aufschlagen) bis wolkig (hoppsches Publikum bei derselben Tätigkeit).
Werte? So um die drei Punkte.

walter09, 12.08.2011

Einen weiteren Vorbericht findet ihr hier.

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