Warmlaufen

Zum Karneval ein echter Karnevalsverein

04.03.2011, 12:05 Uhr von:  Redaktion

Wenn am Freitagabend die Fußballflöte im Westfalenstadion ertönt hat der Karneval zumindest für 90 Minuten Verschnaufpause. Borussia trifft vor ausverkauftem Haus auf das drittbeste Rückrundenteam der Liga und könnte den Sieg in München veredeln. Die Stimmung in beiden Lagern ist euphorisch. Auf Dortmunder Seite sieht man sich dem Meistertitel immer näher kommen- auf Köllner Seite auch. Zwar hat man in Köln die Meisterschaft zumindest für dieses Jahr abgehakt, jedoch sieht man die Mannschaft auf einem guten Weg zum Titel- langfristig versteht sich.

Zwar gehören Siege über die Bayern fast schon zur Normalität in diesem Jahr – selbst die Schlümpfe haben es im Pokal geschafft- dennoch misst man bei FC dem Sieg gegen den FC Bayern eine besondere Bedeutung zu und spielt seit dem Sieg gefühlt zumindest um einen Europapokalplatz mit. Das Jecke an dieser Geschichte ist, dass der FC in der Rückrunde von Sieg zu Sieg schunkelt.

Mögliche Ursachen dafür sind schnell gefunden. Erstens: Es ist Karneval und mit ein paar „Kölsch“ lässt es sich viel lockerer spielen. Zweitens: M. Meier hat ein bestelltes Feld hinterlassen. Drittens: Prinz Poldi ist ein Traum erfüllt worden: Er wurde zum Rittmeister ernannt! Und sonst? Köln ist unter dem „neuen“ Trainer zu einer kompakten Mannschaft zusammengewachsen. Ähnlich wie in Dortmund wurden junge, ambitionierte Spieler ins kalte Wasser geworfen. Christian Clemens ist einer dieser jungen „Newcomer“, die für den neuen Aufschwung beim FC stehen. Ebenso ist die Abwehr wesentlich kompakter als noch in der Hinrunde. Im Sturm spielen keine geringeren als Prinz-Rittmeister Poldi und Milivoje Novakovic. Beide profitieren von der Systemumstellung und genießen ihre Zweisamkeit vorne im Sturm.

Aber auch unsere Borussia kommt allmählich in Schunkellaune. Wirtschaftlich sammelt man fleißig Kamelle ein. Ein neuer Champions-Partner konnte unter der Woche präsentiert werden. Auch sportlich scheinen fast alle Spieler wieder auf den Umzugswagen aufspringen zu können. Lediglich Weidenfeller, Owo und Zidan werden neben dem Langzeitverletzten Kagawa nicht an der Prunksitzung am Freitag aktiv teilnehmen können.
Nach dem hochgelobtem Auftritt in München gilt es vor heimischer Kulisse nachzulegen. An mangelnder Motivation oder aber mangelndem Respekt vor dem Gegner aus Köln sollte es nicht scheitern. Die letzten drei Spiele gegen die Domstädter waren geprägt durch Kampf und Leidenschaft und dem Willen das Spiel unbedingt für sich entscheiden zu wollen. Köln, so gut wie vor dem Abstieg gerettet, kann frei aufspielen und die Rückrundentabellenspitze erklimmen. Abgesehen davon täte ein Sieg gegen den Tabellenführer der Karnevalsstimmung keinen Abbruch.

Ein persönliches Duell in der Bütt dürften sich Prinz Poldi und Nuri Sahin liefern. Im Hinspiel gerieten die beiden während der 90 Minuten häufig verbal, als auch physisch aneinander. Wer weis, vielleicht trägt auch die neue Kampagne für „Fair play trifft auf Fairtrade“ dazu bei, dass beide friedfertig miteinander umgehen. Für diese Aktion ließ sich Jürgen Klopp in seinem "Wohnzimmer" in Szene setzen. Die Kampagne soll während der Halbzeitpause erläutert werden. Parallel dazu soll auf der Südtribüne ein Banner im Rahmen dieser Aktion gehisst werden.

Eine Notiz am Rande: Dortmund-Fans ist es ausschließlich verboten sich als Köln-Fans zu verkleiden. Widerhandlungen können zu einem Stadionverweis führen. Dies betrifft allerdings nur die 600 aus Köln zurückgeschickten Karten, die an der Abendkasse noch erhältlich sein werden.

Borussia Dortmund: Langerak - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Götze, Lewandowski, Großkreutz - Barrios.

Auf der Bank: Focher - Dede, Santana, da Silva, Feulner, Kehl, Kuba, Le Tallec, Stiepermann.

1. FC Köln: Rensing - Brecko, Mohamad, Pezzoni, Eichner - Lanig, Petit - Jajalo, Podolski, Clemens - Novakovic.

Auf der Bank: Varvodic (Tor), Andrezinho, Makino, Salger, Ehret, Yabo, Yalcin, Peszko, Sanou, Freis, Terodde, Ionita.

Schiedsrichter: Günter Perl (München), Assistenten Michael Emmer, Georg Schalk.

Gelbsperre droht: Weidenfeller, Lewandowski (alle 4) - Lanig (9), Podolski, Jajalo, Clemens (alle 4 Karten).

Christoph, 03+1.03.2011

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