Unsa Senf

Starkes Stück!

31.08.2011, 22:49 Uhr von:  Redaktion

Karl CholeriSicha habt ihr euch gefracht, wat wohl mit eurem Karl passiert is? Neee, ich bin weder nach der Meisterfeier in den Braukessel bei Bergmann gefallen, noch bin ich rubbeldiekatz vom schwatzgelben Pattybus überfahn worden, als der nach unserer Meisterschaft durch Doatmund gejuckelt ist. Dat war aber auch ne lahme Kiste! Du glaubs et nich, ich hab einfach mal drei Wochen Urlaub gemacht – bei meiner Tante in Barop. Kerr dat is aber auch immer sowat von entspannt bei Erna. Rubbeldiekatz steht da immer n neues Pils aufm Tisch, wenn dat alte auch nur annähernd untern Eichstrich fällt.

Wo wa grad bei kurz unterm Eichstrich sind, wat sich dieser Frankenstein-Verein aussem Kraichgau da wieder einfallen hat lassen, is ja wohl weit unter selbigem. Ich mein, wenn einer nen rauen Umganston pfleecht, dann ja wohl diese Rüpel vom Lande. Ich kenn dat noch früher ausse Disko, als mich dat Titan zwischen Oberschenkel und Bierbauch noch nich am abzappeln gehindert hat. Diese Kuhschubser hatten doch immer die größte Klappe. Und getz sacht man denen einmal, wat man von ihrer internationalen Jugendarbeit hält, da holen die sofott ihre Dorfsirene ausm Keller und tun so, als würden se nix hörn. Kerr, ich reech mich schon wieder auf! Denen gehört doch gesammelt ihr eigener Pflug umgehängt und dann einmal rübber damit über dieset hässliche Ding in, wie heisset noch? Sinnsheim!

Achja und zum Thema Tortenvereien...wat sich da Samstach wieder in dieser Stadt untam Bayer Autobahnkreuz passiert is, dat war ja wieder zum Haare melken. Kerr Kerr Kerr! Ich hätt fast rot gesehn, als ich mir dat Gezuppel in dem Ulrich Haberland sein Stadion so vorm TV-Gerät betrachtet hab. Inne ersten Hälfte haben unsere Jungs zwar viel versucht, doch die Rumpeltruppe von dem Kerl der da so heisst, wie die Frisur von meiner Omma (Gott hab sie selig!), hattet einfach besser gemacht. Aber inne Kabine beim Halbzeit-Tee (Rotzbusch oder so...Erna is son bissken, hier wie sacht man...eseterisch) war dat auch schon wieder Tee von gestern und eine Ansprache von unserm Kloppo würd die Jungens schon auf Auswärtssiech eichen. So ging et eigentlich auch los als wie wenn der Kloppo denen eine Woche Literatur-Club mittem Flip Lahm angedroht hätte. Aber dann wollte der Schiri doch au ma ins Fernsehen und da fiel ihm ein, dat man als Schiri numa keine Tore schießen, sondern höchstens ein paar Karten verteilen kann. Und da kommt ihm die Reinkarnation von Sergej Gorlukowitsch gerade recht: wie der den Mario von hinten umsenst, als gäbs kein morgen, dat steht in keinem Lehrbuch; Innem Affekt wollte sich mein Meister-Teebecher gerade schon den Weg durche Bildröhre bahnen, als der Wolfgang sich an den Arsch packt, mit dem Knöpfchen kämpft und dat rote Kärtchen zieht. Zurecht!

Karl CholeriSo, mit elfgegenzehn... Borussia war am Zuch und auch bei mir stellte sich wieder sowat wie Bierdurst ein. Erna war inne Küche am rödeln und zauberte wohl grad ihre widerlichen Dinkel-Roggen-Bratlinge, als Uns-Mario plötzlich eine kleine Gleichgewichtsschwäche verursacht durch ein Hakeln und Öseln (Kerr, wat fehlt mir der Werner Hansch) mit dem Hanno bekommt. Als der Wolfgang sich dann wieder annen Arsch packt, hoffe ich erst auf nen Rückfall in die postnatale anale Phase, aber der Kerr holt tatsächlich das dort befindliche Kärtchen mit der Aufschrift Gorlukowitsch ans Tageslicht. Puret Glück, datt ich in dem Moment keinen Rotzbusch-Tee mehr inne Hand gehalten hab, sondern nen lecker Pils. So blieb Ernas Fernseher verschont, der Hausfrieden gewahrt. Dat war doch gaaaaanix mussich geschrien haben, auf jeden Fall kam et Erna auch sofort verschreckt auffe Terasse um zu gucken wat da schon wieder los ist. „Hach Karlchen, du und dein Fußball. Dat is irgendwann nochmal dein Tod!" Ich denk so bei mir, „immer noch besser als an einem der Dinkel-Roggen-Bratlinge zu ersticken", als plötzlich der Ball im Netz zappelt. Doch noch während ich mich im Jubelsprung geschätzte 1,5 Meter über Null befinde, sehe ich wie der Schiri garnich bei der Sache is, sondern wieder seiner Omma auf der Tribüne winkt und mit sein Pfiff nich den Ball sondern den Wech auffe Tribüne freigegeben hatte. Kerr, wat is denn hier los, kann ich grad noch denken, bevor mich die Landung auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ein kurzer Schmerz durchzieht meine Titan-Hüfte, wie als wennse mit der Kettensäge durchgehs und ich versuch vergeblich den Schrei zu unterdrücken.

Zweimal hat Borussia dann noch Riesenschanzen, dat Spiel zu entscheiden, aber et bringt allet nix, dat Spiel geht mit zehngegenzehn nullnull aus. Dat haben wir nich verdient denk ich so bei mir, da geht dat Gejammer auch schon wieder los. Der Schiri hätte dat Spiel verpfiffen und müsse abgesetzt werden. Und prompt kommen mir wieder unsere Schwimmer bei Olümpia innen Kopp, die damals behauptet haben, dat Wasser wär zu hart gewesen. Dat ständige Lametta vonne eigene Brut geht einem dann doch auch manchma auffen Keks. Ich seh et nach etliche Pils einfach ma so: Der Wolfgang hat uns doch immerhin nen interessanten Abend beschert und dass wir die Buden nicht machen, dafür kann der Kerr ja nu wirklich nix. Neee, ich rech mich nich auf, trink mein Pils, freu mich über ein Unentschieden beim Vizemeister und bekomme beim Anblick von Ernas Bratlingen das erste Mal heute nen echten Würgereflex. Und wat kurz unterm Eichstrich passiert, dat wisst ihr getz auch. Prost!


Bleibt senkrecht!

Euer

Karl Choleri, 31.08.2011

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