Unsa Senf

Post aus dem Bundestag: Ereignisse in Sevilla

22.03.2011, 00:21 Uhr von:  Redaktion

Beim Auswärtsspiel in Sevilla kam es im Dezember 2010 zu brutalen Übergriffen örtlicher Sicherheitskräfte auf deutsche Fans. schwatzgelb.de veröffentlichte seinerzeit nicht nur erschreckende Augenzeugenberichte, sondern erbat Auskunft bei zuständigen Behörden und Institutionen. Heute erreichte uns hierzu ein Brief von Dagmar Freitag MdB, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag.

Darin heißt es:

"Sie hatten sich wegen des Vorgehens der spanischen Polizei beim Spiel Sevilla CF gegen Borussia Dortmund an meine Kollegen Rolf Mützenich und Christoph Strässer gewandt. Wie Ihnen meine Mitarbeiterin bereits mitgeteilt hatte, bin ich gebeten worden, in dieser Sache tätig zu werden, da ich Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und auch Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages bin. (...)

Ich möchte Ihnen gern die Ergebnisse meiner diversen Nachfragen zur Kenntnis geben. Folgende Personen und Institutionen hatte ich kontaktiert: Helmut Spahn, zu der Zeit noch zuständiger Sicherheitsbeauftragter des DFB, Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL), Petra Kammerevert MdEP, Mitglied der Europäischen Parlaments (dort u. a. zuständig für Sportpolitik), Auswärtiges Amt, Spanische Botschaft in Berlin.

Helmut Spahn hatte daraufhin Kontakt zur UEFA aufgenommen, von dort wurde ihm mitgeteilt, dieser Vorgang sei an den Verein und den Verband übergeben worden. Die DFL informierte uns, dass das Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der DFL, Prof. Dr. Thomas Feltes, dem BVB Unterstützung bei der Aufarbeitung der Fälle angeboten hat. Hierzu hat Herr Dr. Feltes bereits einen Aufruf an der Ruhr-Universität Bochum gestartet und um Mitwirklung von Studenten, insbesondere mit spanischen Sprachkenntnissen, ersucht. Petra Kammerevert MdEP hatte ebenfalls ein Gespräch mit der DFL in dieser Sache geführt.

Das Auswärtige Amt teilte mir mit, dass eine Vertretung der rechtlichen Interessen durch die Auslandsvertretung in Sevilla nicht möglich sei. Vielmehr rät es den Betroffenen, denen ein tatsächlicher materieller oder immaterieller Schaden entstanden sei, sich von einem im spanischen Recht versierten Anwalt über die weitere Vorgehensweise beraten zu lassen. Das Auswärtige Amt machte jedoch auch deutlich, die spanische Seite bei geeigneter Gelegenheit auf die Vorkommnisse hinzuweisen. (...)

Ich bitte um Verständnis, dass eine direkte Unterstützung auf politischem Wege nicht möglich ist. Vielmehr müssen hier Juristen in Zusammenarbeit mit dem Verein und den Betroffenen tätig werden. Aber wie Sie sehen, habe ich unterschiedlichste Institutionen auf Ihr Anliegen aufmerksam gemacht und hoffe daher, Ihnen dennoch behilflich gewesen zu sein.

Ich wünsche dem BVB und den Fans alles Gute und viel Erfolg für die restlichen Spiele und hoffe auf einen großartigen Saisonabschluss!

Mit herzlichen Grüßen

Dagmar Freitag MdB"

Redaktion, 22.03.2011

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