Spielbericht Profis

Back where we belong - Borussia erweist sich reif für Europas Elite

14.09.2011, 15:21 Uhr von:  Redaktion

Schöne Choreo von TUGelungener Auftakt der Champions League Kampagne des BVB. In einem insgesamt guten Spiel erkämpfte sich die Mannschaft gegen einen starken Gegner den späten Ausgleich durch ein Zaubertor von Perisic. Kurz vor der Pause hatte van Persie die Gooners in Führung geschossen. Die fantastische Europapokalatmosphäre im Westfalenstadion macht Lust auf mehr.

Ausgangslage und Drumherum

Dass dieses gigantische Stadion, diese fußballverrückte Stadt und dieser Traditionsverein in die Eliteklasse des europäischen Klubfußballs gehören, stand sowieso außer Frage. Ob die jungen Gipfelstürmer, die in der letzten Saison scheinbar schwerelos durch die Bundesliga geschwebt waren, auch schon bereit sind, im Konzert der ganz Großen mitzuspielen, war jedoch Gegenstand einiger Debatten. Um diese Frage ein für alle Mal zu beantworten, reiste zum Eröffnungsspiel mit Arsenal London gleich ein langjähriger Stammgast der Champions League Play-offs an.

Zwar hatten auch die Gooners einen eher stotternden Saisonstart inklusive einer 2:8-Klatsche in Old Trafford hingelegt und über den Sommer einige Leistungsträger wie Cesc Fàbregas und Samir Nasri verloren, aber dennoch repräsentiert der Kader von Coach Arsène Wenger immer noch eine beeindruckende Klasse. Beispielhaft sei hier nur das aufgebotene Offensivquartett Gervinho, Benayoun, Walcott, van Persie genannt. Wenger selbst war noch gesperrt, weil er beim Qualifikationsspiel in Udine trotz einer Innenraumsperre per Handy Anweisungen an seinen Assistenten auf der Bank erteilt hatte. Ebenfalls nicht im Kader stand der in Dortmund immer noch hochverehrte Tomás Rosicky, der bei den Arsenal Supportern bisher eher durch Puff- und Drogengeschichten als durch seine sportlichen Leistungen einen Eindruck hinterlassen hat und auch jetzt mal wieder verletzt zu Hause bleiben musste.

Spekulationsobjekt Götze im ZweikampfBeim Gang durch die Stadt merkte man auch bereits mittags, dass Dortmund Fußballtradition der besten Sorte begrüßen durfte. Der Alte Markt war fest in englischer Hand und die Gooners präsentierten sich so trink- und sangesfreudig, wie man es von den Fans von der Insel gewohnt ist. Dabei fiel vor allem ihr unglaublich abwechslungsreiches Liedrepertoire auf. Anscheinend wird dort immer noch jeder Spieler mit eigenen Gesängen geehrt oder auch verdammt (so mancher Gruß richtete sich an die Herren Nasri und Ashley Cole). Insbesondere "Mad" Jens Lehmann steht bei den Gooners noch hoch im Kurs. Engländer hatten halt schon immer ein Faible für Exzentriker. Sogar der erst kürzlich verpflichtete deutsche Nationalspieler Per Mertesacker wurde bereits mit zwei eigens für ihn gedichteten Liedern gefeiert, obwohl er erst ein Spiel für den Verein absolviert hat. Angesichts dieser gesanglichen Vielfalt bedauerte manch altgedienter Borusse, dass die Tradition, Spieler mit eigenen Gesängen abzufeiern, hier relativ eingeschlafen ist.

Zu der einzigartigen Europacupstimmung, die sich bereits weit vor Spielbeginn bei Vielen breitmachte, trug auch der Umstand bei, dass die Arsenal Supporter sich absolut offen präsentierten und mangels Sprachbarriere einem freundlichen Plausch über Vereins- und Landesgrenzen hinweg nichts im Wege stand. Neben Spielern wie Lehmann und Rosicky, die für beide Vereine spielten, stand auch immer wieder der Name Mario Götze im Mittelpunkt. Während man der deutschen Presse entnehmen konnte, das 40 Mio. Angebot sei bereits im Vorzimmer stecken geblieben, waren die Gooners überzeugt, dass die Verpflichtung des Spielers kurz bevor gestanden habe und Götze einem Wechsel auch nicht abgeneigt gewesen sei. Doch nach schier endlosen Diskussionen bei Bier und Bratwurst machte man sich auf in Richtung des leuchtenden Westfalentempels. Dieser sollte an diesem denkwürdigen Abend in seinen Grundfesten erbeben, doch dazu später mehr.

Arsenal veränderte seine Formation gegenüber ihrem ersten Saisonsieg gegen Swansea auf drei Positionen: Den verletzten Ramsey ersetzte Benayoun, Alex Song spielte anstatt Frimpong und Andrey Arshavin musste für Gervinho weichen. In der Startformation standen mit Metersacker, Arteta, Gervinho und Benayoun vier Neuzugänge.

Jürgen Klopp freute sich sicher, wieder auf den in der Liga gesperrten Mario Götze zurückgreifen zu können, der Kuba auf Rechts ersetzte. Zudem wartete er mit einer echten Überraschung auf. Der von vielen als ahnungslos hingestellte „Interpreter“ aus der PK vor dem Spiel hatte nämlich hellseherische Fähigkeiten bewiesen, als er es für äußerst wahrscheinlich erklärte, dass Sebastian Kehl in der Startelf stehen würde. Begleitet von den erstaunten Blicken eines Großteils des Fachpublikums führte der Veteran alter Champions-League Schlachten das junge Team aufs Feld der Ehre. Der von vielen geforderte Ivan Perisic musste sich dagegen erneut mit einem Sitzplatz in der ersten Reihe begnügen. Klopp vertraute weiter auf Kevin Großkreutz, Shinji Kagawa und Robert Lewandowski.

Entgegen anderslautender Befürchtungen fand sich auch im durchchoreographierten UEFA-Vorprogramm Zeit für YNWA und Heja BVB, so dass auch der konservative Fan neben den Stehplätzen und dem Bier nur die BVB-Traditionswerbebanden vermissen musste.

Erste Halbzeit

Gewohnt kampfstark - BenderWie groß die Sehnsucht nach der Champions League in Dortmund nach acht Jahren der Abstinenz ist, war bereits vor dem Anpfiff zu bewundern. Begleitet von den Klängen der Hymne des Wettbewerbs zeigte die Südtribüne eine wunderschöne Choreo, die TU für diesen Anlass gestaltet hatte. Es wurden schwarze und golden glänzende Folien gezeigt und eine gigantische Krone hinter dem Tor hochgezogen, die mit dem Vereins- und stilisierten Stadtwappen verziert war. Begleitend verkündeten Zaunfahnen, dass der BVB endlich „zurück in der Königsklasse“ angekommen ist. Durch dieses Schauspiel befeuert, war die Stimmung auf den Tribünen vom Start weg herausragend. Wo sich sonst oft der Stimmungsblock alleine abmüht, wurden an diesem denkwürdigen Abend Gesänge von der ganzen Süd durch das Stadion getragen. Aus allen Himmelsrichtungen wurde die Mannschaft nach vorne gepeitscht und die Fans aus London schienen von dieser Atmosphäre wirklich beeindruckt zu sein. Zu hören waren die Sangeskünstler vom Alten Markt jedenfalls auf Höhe der Mittellinie nicht ein einziges Mal während dieses Spiels.

Und das Schöne ist, dass wir eine Mannschaft haben, die sich von so einer Atmosphäre auch tragen und beflügeln lässt. Der BVB spielte von Beginn an druckvoll nach vorn und attackierte die Gäste früh in deren Hälfte. Auch wenn noch nicht alles gelingen wollte, der unbedingte Wille war zu erkennen, sich auch von kleineren Rückschlägen nicht vom eigenen Plan abbringen zu lassen. Aber auch Arsenal war hier nicht angetreten, um ein 0:0 zu ermauern, sondern spielte munter mit. Die erste Chance hatten dann nach gut 3 Minuten die Gäste. Hummels ging zu zögerlich in den Zweikampf und so tauchte der schnelle Gervinho allein vor Weidenfeller auf. Er versuchte zu lupfen doch Weidenfeller fing den Ball mit einer Hand ab. Sein Befreiungsschlag landete über Götze und Lewandowski bei Großkreutz, der aus guter Position im 16er über das Tor zielte. Doch schon dieser Angriff genügte damit die Osttribüne geschlossen der Aufforderung aus dem Süden nachkam, sich zu erheben. Überhaupt kam man über das ganze Spiel hinweg auf der sonst als Heimat der Meckerköppe verschrienen Ost nur selten zum Sitzen.

An der Seitenlinie bot sich derweil ein ungewohnter Anblick, sollte der BVB etwa kurzfristig den Trainer gewechselt haben? Doch spätestens als der Typ im Anzug das erste Mal wild fuchtelnd Richtung Spielfeld lief, konnte man sich wieder beruhigt zurücklehnen: Es war bloß Jürgen Klopp in Verkleidung. Ob die Anzugspflicht für Cheftrainer auch Bestandteil der umfangreichen UEFA-Regularien ist?

Lewandowski gegen MertesackerNeben Bender, der mal wieder überall zu sein schien, wo der Ball von Arsenal hin gespielt wurde, haute auch Kehl sich von Beginn an in die Zweikämpfe, so dass der Sinn seiner Aufstellung durchaus erkennbar war. Leider zeigte er sich aber äußerst unsicher im Passspiel, was dann auch dazu führte, dass er den Ball zu lange hielt und den Spielaufbau verlangsamte. Dann chippte der heimliche Spielmacher Hummels den Ball wunderbar in den Lauf von Kagawa. Doch der zeigte erneut, dass er noch nicht der Kagawa der letzten Hinrunde ist. Er nahm den Ball schön mit der Schulter mit und jagte ihn dann überhastet in die Wolken. Ihm fehlt einfach noch ein wenig die alte Spritzigkeit und Kaltschnäutzigkeit. Doch auch der kleine Japaner ließ sich keineswegs entmutigen und erkämpfte schon in der nächsten Szene den Ball im Mittelfeld. Dann wollte Golden Boy Götze Wenger wohl einmal zeigen, dass er die 40 Mio. wert gewesen wäre. Er lupfte den Ball wunderbar über die Abwehr hinweg zu Lewandowski, der an seinem Nationalelfkameraden Szczesny vorbei zog, den Ball aber nicht an zwei auf die Linie zurück geeilten Abwehrspielern vorbei brachte. Das hätte die Führung für die Borussia sein müssen. Entsetzt schrie der Hexenkessel auf und der Pole sank auf die Knie.

Der BVB spielte weiter gefällig nach vorn, konnte sich aber im Strafraum nicht mehr wirklich in Szene setzen. Das Spiel des BVB war in Halbzeit 1 stark rechtslastig, über Götze und Piszczek ging deutlich mehr als über Schmelzer/Großkreutz. Arsenal hatte zwar mehr Ballbesitz, jedoch fand dieser zumeist in der eigenen Hälfte statt. Dann kam es, wie es so oft kommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt. Einen ersten üblen Fehlpass von Kehl konnte Bender noch ausbügeln, doch als ein paar Minuten später der nächste Aussetzer des Kapitäns folgte, war nichts mehr zu retten. Kehl spielte einen unfassbar schwachen Pass auf den nur 5 Meter entfernt stehenden Hummels, van Persie grätschte dazwischen, der Ball landete bei Benayoun, der ihn gedankenschnell wieder zum durchgestarteten van Persie durchsteckte. Ein Mann seiner Klasse lässt sich eine solche Chance nicht entgehen und so blieb auch Weidenfeller chancenlos. Der Kontrast zu den ähnlich klaren Möglichkeiten von Lewandowski und Kagawa war schon etwas bitter.

Doch als die Südtribüne sich noch sammelte kam aus dem Norden bereits wieder neue Aufmunterung für die Mannschaft in die schnell das ganze Stadion einstimmte. Da kamen schon erste ketzerische Gedanken auf, ob diese bemerkenswerte Atmosphäre nicht zum Teil dem Umstand zu verdanken war, dass die Fans wegen der Versitzplatzung der Süd auch auf den anderen Tribünen neu durchgemischt wurden. Doch nichtsdestotrotz ging es für den BVB und seine Fans mit einem Rückstand in die Pause.

Zweite Halbzeit

Glücklos: KagawaDas Spiel war nun deutlich zerfahrener und darunter litt dann irgendwann auch die Stimmung auf den Tribünen ein wenig. Arsenal zog sich weiter zurück und lauerte auf Konter über die schnellen Gervinho, Walcott und van Persie. Dortmund nun mit mehr Ballbesitz aber auch den, in dieser Saison bekannten, Problemen, eine tiefstehende Mannschaft auszuspielen. Gervinho scheiterte ein paar Mal am coolen Weidenfeller und Kagawa und Götze an der eigenen Verspieltheit. Ein kleiner Lacher dann, als traditionsgemäß kurz vor Bekanntgabe der Zuschauerzahl ein gewisser Marc Pieper ausgerufen wurde. Nur böswillige Geister würden hier irgendeine Verbindung zu einer bekannten Stadtparfümerie herstellen.

Klopp versuchte dann das Flügelspiel neu zu beleben und brachte nach 68. Minuten Perisic und Kuba für den immer stärker nachlassenden Großkreutz sowie Kehl in die Partie. Echte Torchancen sollten sich trotzdem zunächst nicht mehr ergeben. Eine Viertelstunde vor Schluss holte sich dann Schmelzer nach einem Frustfoul die gelbe Karte ab. Die Süd schickte daraufhin einen Gruß an den italienischen Schiedsrichter. Das war aber eher unverdient, denn der hatte die weitgehend faire Partie im Griff. Da hat man der Bundesliga zuletzt deutlich schwächere Schirileistungen ertragen müssen. Zehn Minuten vor dem Ende erwachte dann das Stadion zu neuem Leben. Scheinbar hatte man sich kollektiv vorgenommen in der Schlussphase nochmal alles zu geben. Nach einem Eckball fiel der Ball dann Subotic vor die Füße, doch der zeigte sich überrascht und schoss ihn dem bereits am Boden liegenden Szczesny direkt in die Arme. Dennoch schöpfte man nun noch einmal Hoffnung. Aber Götze schoss nach Vorlage Perisic daneben und die Uhr tickte immer weiter herunter.

Völlig losgelöstUnd dann kam der große Auftritt von Ivan Perisic in der 88. Minute. Ein Schmelzer Freistoß wurde per Kopf abgewehrt und der Abpraller flog in Richtung des Kroaten, der den Ball trocken mit Links aus 17 Metern in den Winkel knallte. Ein absolutes Traumtor von Perisic und das Stadion explodierte. Der BVB drängte nun noch fünf Minuten auf einen zweiten Treffer, doch mehr als zwei halbe Chancen für Zidan und Lewandowski sprang nicht mehr dabei heraus.

Insgesamt ist das Unentschieden sicher kein ungerechtes Resultat, weil der BVB es versäumte, das Spiel in der ersten Halbzeit zu entscheiden und Arsenal seine etwas überraschende Führung stark verteidigte. Im Gedächtnis bleiben wird von diesem ersten Schritt der Young-Guns auf die große internationale Bühne aber insbesondere die einzigartige Atmosphäre vor und während des Spiels sowie der Hammer von Perisic. So kann es in Europa gerne weiter gehen.

Noten

Weidenfeller: Wenig geprüft, aber wenn dann war er zur Stelle. Insbesondere auf Gervinho machte er mächtig Eindruck. Am Gegentor machtlos. (2,5)

Schmelzer: Nicht wirklich sein Tag. War in der ersten Halbzeit kaum im Spiel und wenn doch, dann missrieten ihm seine Flanken. In der zweiten Halbzeit aktiver, aber nicht unbedingt effektiver. Leitete aber mit seinem Freistoß den Treffer ein. (4)

Hummels: Im Spielaufbau nicht fehlerfrei, aber auch mit einigen herausragenden Momenten wie dem Pass auf Kagawa. Hinten bis auf die Aktion gegen Gervinho zu Beginn bombensicher. In Champions League Form. (2)

Subotic: Deutlich unsicherer als sein Nebenmann, mit einigen Problemen mit van Persie und auch im Aufbau nicht fehlerfrei. Trotzdem über weite Strecken solide Leistung. (3,5)

Piszczek: In der ersten Halbzeit mit großem Aktionsradius. Konnte aus dem vorhandenen Platz aber selten etwas wirklich Zielgerichtetes machen. Insgesamt etwas stärker als sein Pendant auf Links. (3,5)

Kehl: Aggressiv im Zweikampf und im Spiel gegen den Ball auch spritzig. Aber mit viel zu hoher Fehlpassquote im Spiel nach vorne und im Spielaufbau oft zu umständlich. Sein Fehler leitete den Gegentreffer ein. (5)

Bender: Holte an Bällen, was zu holen war. Gewohnt stark im Zweikampf. Seine Schwächen im Aufbauspiel treten aber deutlicher zu Tage, wenn er keinen spielstarken Mann an seiner Seite hat. (2,5)

Großkreutz: Fing stark an und ließ dann ebenso stark nach. Weite Teile der ersten Halbzeit lief das Spiel an ihm vorbei und als später mehr über Links kam, gelang ihm wenig. (4)

Kagawa: Man merkte ihm das Bemühen zu jeder Zeit an. Leider merkt man ihm aber auch an, dass er noch nicht wieder die Form der letzten Saison erreicht hat. Scheint sich manchmal zu stark unter Druck zu setzen, was seinem Spiel nicht gut tut. (3,5)

Götze: Wie immer mit wunderbarer Ballbehandlung, doch auch ihm wollte nicht alles gelingen. Verzettelte sich manchmal, wo Gradlinigkeit gefragt gewesen wäre. (3)

Lewandowski: Wenn er vor dem Tor ein wenig abgezockter wäre, könnte ein ganz Großer aus ihm werden. So bleibt es dabei: Stets bemüht, technisch stark, Durchschlagskraft fehlt. (4)

Kuba: Stärker als bei seinem Totalausfall gegen Berlin. Wirkt aber immer noch ziemlich gehemmt. (3,5)

Perisic: Er kam, sah und ballerte ihn rein. Viel mehr kann man von einem Joker nicht erwarten. Hätte längst mal eine Chance von Beginn an verdient. (1,5)

Zidan: Zu kurz auf dem Feld für eine Bewertung. Wirkte bekannt eigensinnig im Dribbling. Half aber, den letztlich entscheidenden Freistoß raus zu holen.

Statistik

Glücksmoment nach dem AusgleichBVB: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Bender, Kehl (68. Kuba) – Götze, Kagawa (85. Zidan), Großkreutz (68. Perisic) – Lewandowski

Arsenal London: Szczesny – Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs – Song, Arteta – Walcott (76. Frimpong), Benayoun, Gervinho (86. Santos) – van Persie (86. Chamakh)

Tore: 0:1 van Persie (42. Benayoun), 1:1 Perisic (88.)

Gelbe Karten: Schmelzer (76. Foul), Bender (94. Foul) - Sagna (75. Zeitspiel)

Torschüsse (aufs Tor): 22 (6) – 8 (3)

Ecken: 6 – 4

Fouls: 13 - 7

Ballbesitz BVB: 53% (bei Halbzeit 48%)

Nettospielzeit: 66,51 Min.

Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (ITA)

Zuschauer: 65.590 im Westfalenstadion (ausverkauft)

Stimmen

Jürgen Klopp: Ich bin total zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft heute. Ich denke, es war nicht selbsverständlich, dass wir Arsenal London überhaupt nicht zur Entfaltung kommen gelassen haben. Wir haben ihnen unser Spiel aufgezwungen und sind am Ende dafür mit einem Punkt belohnt worden. Ich finde diesen ersten Auftritt meiner jungen Mannschaft absolut in Ordnung. Durch den Ausgleich von Ivan Perisic ist das für uns ein ganz toller Abend. Auch mit Sebastian Kehls Leistung in der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, das ist angesichts seiner geringen Spielanteile zuletzt nicht selbstverständlich. Zusammen mit Sven Bender, der ein unfassbar gutes Spiel gemacht hat, haben sie das sehr gut gemacht. Man sollte zwar eigentlich in der Defensive keinen Querpass spielen, aber wenn die Innenverteidiger sich einschalten, ist das nicht anders möglich. Der Pass war ein wenig zu kurz. Das war eine unglückliche Situation. Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt: Wenn wir weiter so durchziehen, schaffen wir es, dass am Ende nicht nur über diese eine Situation gesprochen wird und das haben wir auch hinbekommen. Wichtig ist nicht, dass man im Spiel keine Fehler macht, aber am Ende sollten sich nur noch wenige an die Fehler erinnern können, weil man so viel richtig gemacht hat.

Neven Subotic: Ich wusste nicht, was uns heute erwartet. Ich dachte, weil es heute keine Südtribüne gibt und alles Sitzplätze sind, wird es nicht so laut. Aber es war deutlich lauter als sonst. Die Fans haben sich richtig gefreut. Wir haben uns auch richtig gefreut und versucht alles zu geben, damit wir etwas reißen und das ist uns auch einigermaßen gelungen. Das 1:1 ist das Mindeste, was wir heute verdient haben. Das waren tolle 90 Minuten und wir können sehr, sehr zufrieden sein. Das war ein Traumtor, wie man es als Kind im Fernsehen in der Champions League sieht. Dass es dann noch in der Schlussphase passiert ist...das war einfach ein riesiger Moment. Wir wollten dann auch noch nachsetzen und ein zweites Tor machen. Aber die größte Freude ist, dass wir hier so ein Riesenspiel gemacht haben. Es hätte wohl kaum jemand vorher gedacht, dass wir die derart im Griff haben werden. Das gibt uns auch Selbstvertrauen für die Liga.

Sebastian Kehl: Natürlich freut man sich am Ende über den Punkt. Bei der Mannschaft war aber trotzdem eine gewisse Enttäuschung zu spüren, denn wir hatten deutlich mehr Tormöglichkeiten. So ist das nunmal im Fußball. Durch meinen blöden Fehler geraten wir in Rückstand und laufen dann lange hinterher, da muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit sehr viel Druck aufgebaut und Arsenal kaum zur Entfaltung kommen lassen. Ich kann mich nur an sehr wenige Tormöglichkeiten von ihnen erinnern. Am Ende hätte man dieses Spiel auch gewinnen können, aber wir sind immerhin zurück gekommen und das war sehr, sehr wichtig.

Fotos der Choreo gibt es hier zu sehen.

Videos von der Atmosphäre beim Spiel findet Ihr hier.

Web 14.09.2011

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