Spielbericht Jugend

A plus B kleiner als C! U15 stürmt mit 3 plus 1:0 ins Pokalfinale

01.06.2011, 11:41 Uhr von:  Redaktion

Perfekte Bedingungen für einen tollen Pokalabend, wenn der (Niesel-)Regen nicht gewesen wäre. Die 49 zahlenden Zuschauer im Waldstadion Coerheide sahen trotzdem viel sattes Grün, strahlendes Gelb und das Ende einer schwarzen Pokalserie. Trainer Volker Pröpper schickte - außer einer Änderung (Meuser für Schlüter im Tor) - ansonsten exakt die gleiche siegreiche Elf aus dem letzten Meisterschaftsspiel gegen Bielefeld (3:0) auf den Platz. Der diesjährige Aufsteiger aus Münster kann seinerseits nicht mehr vom guten Tabellenplatz sieben verdrängt werden und besiegte am Wochenende, zwar etwas mühevoll aber verdient, den Tabellenletzten aus Wattenscheid mit 2:1. In Abwesenheit des Toptorjägers der Preußen Lucas Steinfeldt, war deren taktische Zielrichtung klar: Durch tiefes, aggressives Verteidigen den spielstarken Gast am Tore schießen hindern und gleichzeitig durch Standards und schnelle Konter zum Erfolg zu kommen.

Hört sich fatal nach einem Spiel der Profis aus der vergangen Saison gegen Hoppenheim, Nürnberg oder St. Pauli im Westfalenstadion an, oder? Falsch. Es wurde viel besser. Nach einer ersten (ungefährlichen) Ecke für den BVB, zeigte der Gast aus Dortmund ohne Umschweife an: ‚Finale? Nur mit uns!'. Es wurde gekämpft, gerannt (machen die Junioren zwar immer, aber an diesem Abend besonders beeindruckend) und richtig gut kombiniert. Die Münsteraner machten die Räume dicht, pflügten ebenfalls jeden Grashalm mit um und lauerten. Nach fünf Minuten hatten sie ihren ersten Standard, aber Keeper Meuser im BVB-Gehäuse entschärft die hohe Hereingabe aus dem Halbfeld sicher per Faustabwehr. Dies sollte die erste und letzte gefährliche Szene der Preußen in den ersten 35 Minuten bleiben. Stattdessen spielte und kombinierte nur der BVB.

Dass es nach 30 Minuten noch 0:0 stand, war nur dem Umstand geschuldet, dass entweder ein Münsteraner Spieler den Ball vor dem Netzeinschlag abblockte oder der finale Torschuss das Gehäuse verfehlte. Alleine Serdar Bengöl hatte einige gute Chancen auf dem Schlappen, verfehlte entweder knapp das Tor (6. Minute, 21. Minute) oder der Gegner warf sich dazwischen. Zusätzlich versuchte man immer wieder durch Fernschüsse (Specht verzog zweimal) die Führung zu erzwingen. Im Mittelfeld zog Dietz die Fäden in der ersten Halbzeit und verteilte das Leder immer wieder fein an seine Vorderleute, vor allem über die linke Bengöl-Seite. Vom Regionalliga-Torschützenkönig in spe, Gümüstas, gab es bis zur 23. Minute (Barrios-like) noch nicht viel zu sehen, aber dann: Sein platzierter Schuss vom 16er flach abgefeuert verfehlte das Tor nur um Zentimeter. Kurz vor der Halbzeitsirene konnte dann erstmals gejubelt werden: Flanke von der linken Seite, Kopfballverlängerung von Dietz am Fünfer. Der Torwart ist genauso orientierungslos wie seine Vorderleute, Gümüstas steht da wo ein Torjäger stehen muss und köpft die Murmel in das leere Tor. Der Bann war gebrochen und eine Minute später klingelte es erneut. Ein Strahl wurde im 16er auf den Weg geschickt, fand sein Ziel und Torwart Hülsmann den Ball anschließend im Netz wieder. Unhaltbar, trotz schöner Flugeinlage. 0:2, die Vorentscheidung. 9:0 Torchancen für den BVB.

Halbzeit, die Bratwurst schmeckt wieder und der Regen hörte langsam auf zu nerven. In der Kabine muss Trainer Pröpper dicke Schnüre verteilt haben, denn nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff wurde der Sack zugemacht. Wieder ein Schuss aus der zweiten Reihe. Diesmal unhaltbar für den nach links springenden Torwart wurde die Kugel in die gegenüberliegende rechte Ecke abgefälscht. 0:3 und was bei den Profis in einem elendigen Sommerkick enden würde, war 33 Minuten lang ein weiterhin äußerst ansehnliches Fußballspiel. Chancen ergaben sich nur hüben (die Preußen blieben bis Spielende ohne nennenswerte Einschussmöglichkeit). Der designierte Pokal-Finalist stattdessen spielte sich immer wieder Kombinationssicher in den gegnerischen 16er, ohne aber zu den ganz großen Möglichkeiten zu kommen. Eine schenkte ihm schließlich der Gegner. Der eingewechselte Brüggemann kann den an ihm vorbeisprintenden Bingöl im Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Gelber Karton und Elfmeter. Freunde, es nützt nichts, da müssen wir nun durch. Die Amas haben am Wochenende gleich zwei vergeben, die U15 heute machte ihn einfach rein. Der ebenfalls eingewechselte Maurice Will schiebt ihn wie selbstverständlich ins linke Eck. Seht ihr Profis, so wird das gemacht! Ein Tor fiel danach nicht mehr, weil der Gastgeber wie im ganzen Spiel seine Arbeit, zumindest hinten, wirklich ganz ordentlich machte. Als dann der gute Schiedsrichter Graffe aus Münster das Spiel Abpfiff, war klar: Die letzten werden die Ersten sein! Hätte man mich vorher gefragt, ob die C-Junioren es packen, wäre meine Antwort spätestens nach der gestrigen ‚Wer wird Millionär'-Millionenfrage eindeutig gewesen. ‚C' war nämlich richtig. Der Endspiel-Gegner der siegreichen Elf ist übrigens Blau. U19 und U17 sind jeweils in den Halbfinalspielen an den Blauen gescheitert. Na dann: Packt sie euch, U15er!

Preußen Münster U15: Hülsmann - Pietsch, Strothmann, Aupke, Karagöl (45. Brüggemann) - Hoffmann, Niehues, Schürmann, Ehler Kabanda (54. Bein) - Osmani

Borussia Dortmund U15: Meuser – Hüsing, Mbende, Krüßmann, Kunde – Köhler, Dietz – Wollert (41. Franke), Specht (48. König), Bingöl – Gümüstas (54. Will)

Tore: 0:1 Gümüstas (33.), 0:2 Hüsing (35.), 0:3 Dietz (38.), 0:4 Will (68., FE)

Schiedsrichter: Daniel Graffe

Zuschauer: 49, Sportanlage Teutonia Coerde

walter09, 01.06.2011

Unterstütze uns mit steady