Spielbericht Jugend

Unspektakulärer Saisonabschluss der U19

16.06.2011, 16:30 Uhr von:  Redaktion

Unsere U19 ist beim internationalen Pfingstturnier des TuS Ennepetal, welches seit einigen Jahren den klangvollen Namen „Spax-Cup“ (benannt nach einem Schraubenhersteller) trägt, immer wieder ein gern gesehener Gast. Mit dem BVB, dem Hamburger SV, der falschen Borussia, dem FC Porto, Twente Enschede, Botafogo FR und einem unbedeutenden Team aus Gelsenkirchen war das dreitägige Turnier in gewohnter Qualität mit klangvollen Namen besetzt. Hinzu kam der Gastgeber und frisch gebackene Landesliga-Aufsteiger aus Ennepetal. Allerdings ließen nicht wenige Trainer ihre hoffnungsvollsten Talente Zuhause. So auch Borussen-Coach Sascha Eickel, der hauptsächlich auf Spieler des Jahrgangs 1993 setzte. Mit Torwart Daniel Heuer Fernandes, sowie Onur Cenik, Hervenogi Unzola, Thomas Eisfeld und Semih Daglar waren nur fünf Spieler, welche Ende Mai noch im Pokalhalbfinale aufliefen, in den Turnierkader berufen worden.

Doch wie das bereits erwähnte Pokalhalbfinale konnte auch das Ennepetaler Pfingstturnier die Bilanz einer mehr als durchwachsenden U19-Saison nicht schönen.

Das Stadion

Das schmucke Bremenstadion des äußerst ambitionierten Westfalenligisten kann sich – vor allem in dieser Spielklasse - wirklich sehen lassen. Außergewöhnlich für diese Spielklasse ist der moderne Medientower im 6.200 Zuschauer fassenden Stadion. An den Längsseiten befinden sich Haupt- und Gegentribüne, ausgestattet mit Sitzschalen und Bänken. An den Naturrasen grenzt ein Kunstrasenplatz. Wer nicht den Weg ins Stadion fand, konnte das Geschehen an allen drei Turniertagen auch per Livestream im Netz verfolgen. Nun aber zum Sportlichen.

Samstag: Botafogo FR – BVB 1:0

Unsere U19 bestritt am Samstag bei bestem Wetter direkt das Auftaktspiel. Mit Vorjahressieger Hamburg, übrigens trainiert von Otto Addo, Mönchengladbach und den Gästen vom Zuckerhut hatte man wahrlich keine einfache Gruppe bekommen. Die ersten zwei jeder Gruppe sollten das Halbfinale erreichen. Borussia und Botafogo gestalteten ein ausgeglichenes Jugendspiel von eher unterdurchschnittlichem Niveau. Ein typisches 0:0-Spiel ohne erwähnenswerte Torraumszenen. Mehr als unglücklich war deshalb das späte Gegentor in der 48. Minute (bei einer Spieldauer von 50 Minuten) durch den Brasilianer Paulo. Die einzige Unkonzentriertheit in der Dortmunder Verteidigung wurde eiskalt bestraft.

Das ganze geschah vor den Augen von Peter Hyballa, mittlerweile in Aachen tätig, der „ein paar dieser Osterhasen“ noch selbst trainiert hatte und der Borussia viel Glück im weiteren Turnierverlauf wünschte.

Sonntag: Mönchengladbach – BVB 0:1

Und dieses Glück war nach dem ernüchternden Auftaktspiel am folgenden Tag auch dringend notwendig. Gegen die falsche Borussia musste Zählbares her, um die Chance aufs Halbfinale weiter zu wahren. Begleitet wurden beide Teams von fünf (handgezählten) grünen Fans auf der einen Seite und zehn (handgezählten) gelben Fans auf der anderen Seite. Den beleibten Herren neben mir veranlasste dies dazu, endlich auch mal seinen Senf dazu zu geben. „Immer wenn diese Ultras sich treffen, gibt’s bam bam bam bam“, sinnierte er. Gab es dann aber doch nicht.

Der BVB zeigte gegen gut aufgelegte Gladbacher eine deutlich engagiertere Leistung als noch am Samstag. Trotz weniger Torchancen bis dato entwickelte sich kurz vor der Pause ein wirklich ansehnliches Fußballspiel. Erst sicherte unser Keeper Heuer Fernandes vor dem frei stehenden Moritz Göttel das 0:0, bevor Semih Daglar im direkten Gegenzug nach einem schönen Konter das 1:0 für den BVB erzielen konnte. BMG kam mit drei frischen Spielern aus der Pause und fortan lief das Spiel nur noch in Richtung Dortmunder Kasten. Dort aber stand ein bärenstarker Daniel Heuer Fernandes, der Torchance um Torchance – teils artistisch – abwehrte. Mit ihm im Rücken und einer gehörigen Portion Glück schaffte man es, die knappe Führung über die Zeit zu bringen.

Sonntag: Hamburger SV – BVB 1:0

Mindestens ein Punkt (inklusive Schützenhilfe der Brasilianer) oder einfach ein Sieg war nun gegen das Team von Otto Addo gefordert. Jannick Erlmann löste Heuer Fernandes im Dortmunder Tor ab. Wieder einmal begann das Spiel sehr verhalten und auf einen nicht anerkannten Dortmunder Abseitstreffer folgte prompt die Führung für den HSV (15.). Unsere U19 ließ jegliche Kreativität vermissen und verlor deshalb verdient gegen den späteren Turniersieger aus der Hansestadt. Kurios: Aus Mangel an Feldspielern kam Keeper Heuer Fernandes doch noch zu seinem Einsatz – im Mittelfeld.

Auch wenn Hamburg und Gladbach ebenfalls mit zahlreichen Jungjahrgängen antraten, wäre für einen BVB in Bestbesetzung sicherlich mehr drin gewesen, als der leistungsgerechte dritte Platz in der Gruppe. So blieb letztendlich nur das Platzierungsspiel gegen den Gastgeber um den fünften Rang.

Montag: BVB – TuS Ennepetal 7:6 n.E.

Der TuS hatte sich im Vorfeld bereits beachtliche Erfolge sichern können. Einem 0:0 gegen die Blauen folgte sogar ein 1:0-Sieg gegen Twente Enschede. In Anbetracht der Tatsache, dass Ennepetal vor 2010 regelmäßig und meist punktlos den letzten Platz belegte ein toller Erfolg.

Entsprechend groß war auch der Jubel, als der TuS in allerletzter Minute noch gegen den BVB zum 1:1 ausgleichen konnte. Patrick Dytko (Jahrgang 1994), einer der auffälligeren Borussen im Verlaufe des Turniers, hatten Schwarz-Gelb bereits in der fünften Minute in Führung geschossen. Der Sieg wäre verdient gewesen, doch kurz vor dem Abpfiff traf Tim Malik, der als Dortmund-Fan früher selbst in der BVB-Jugend spielte, per Strafstoß zum 1:1. Erst im Elfmeterschießen fällt dann die Entscheidung zu Gunsten der Borussia.

So endete für die U19 nach dem achten Platz in der Bundesliga West eine durchwachsene Saison.

MalteS, 16.06.2011

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