Spielbericht Jugend

Nach hartem Kampf per Wembleytor erledigt

14.06.2011, 20:24 Uhr von:  Redaktion

Auch die U15 hat den Sieg im Westfalenpokal verpasst. Gegen die Blauen lieferte die Mannschaft jedoch einen großen Kampf ab, nachdem sie bereits früh durch einen Platzverweis dezimiert wurde. Letztlich musste man sich erst im Elfmeterschießen beugen und das durch einen Ball an die Unterkante der Latte, bei dem sich die Experten später uneins waren, ob er überhaupt die Linie überquert hatte.

Ausgangslage

Der BVB hatte sich durch ein 1:0 bei den Preußen aus Münster für das Finale qualifiziert. Als Ausrichter entschied man sich, die Partie im Hafenstadion des SuS Rünthe in Bergkamen auszutragen. Bei bestem Fußballwetter (nicht zu heiß, wolkig aber entgegen der Vorhersage trocken) fanden sich am Pfingstmontag an die 1.000 zahlende Zuschauer ein und bildeten einen würdigen Rahmen für das Finale. Im Wohngebiet rund um das Stadion kam es teils zu chaotischen Szenen, da der Parkplatz am Stadion bei weitem nicht ausreichte und so ein regelrechter Kampf um die wenigen Parkgelegenheiten entbrannte. Es schien als habe mancher Vater die Gelegenheit genutzt, um nach dem Pfingstwochenende der Familie zu entkommen, den Nachwuchs eingepackt und sich auf nach Rünthe gemacht.

Volker Pröpper stellte die Mannschaft gegenüber dem letzten Saisonspiel (wieder gegen Münster) auf zwei Positionen um: Im Tor ersetzte Fabian Meuser Nick Sören Schlüter und auf Rechts durfte Yannick Wollert anstelle von David Hüsing ran.

Erste Halbzeit

Der BVB trat im von den Profis gewohnten 4-2-3-1 System an. Es ist sicher eine gute Sache, dass die von Jürgen Klopp vorgegebene taktische Ausrichtung auch bis in die U15 nachvollzogen wird. Zu Beginn der Partie war der BVB feldüberlegen aber die erste Chance hatten die Blauen ausgerechnet nach 03+1 Minute. Nach einem Steilpass drang Morina über Rechts in den Dortmunder Strafraum ein, versuchte es dann aber mit einem Superlupfer über den herauslaufenden Meuser und zirkelte den Ball knapp neben den Kasten. Kurz darauf wurde Blau erneut gefährlich. Tomasello spielte Meuser aus und flankte den Ball in die Mitte, aber Morina wurde wohl davon überrascht, so dass er den Ball über das leere Tor köpfte.

Doch nach diesen Weckrufen behielt der BVB zunächst weiter das Heft in der Hand. Köhler setzte einen Freistoß aus 17 Metern knapp über den Kasten. In der 7. Minute zog Wollert eine schöne Flanke in den Strafraum. Dort setzte sich Gümüstas gegen wesentlich größere Gegenspieler im Kopfballduell durch und brachte den Ball per Aufsetzer aufs Tor, so dass Mroß große Probleme hatte ihn über die Latte zu lenken. Nach 18 Minuten die nächste schöne Aktion des Dortmunder Mittelstürmers als er mehrere Gegner stehen ließ und eine Flanke in den Strafraum brachte. Dort wurde der Ball kurz Specht abgelegt, dessen Schuss aber von einem Abwehrspieler abgeblockt werden konnte.

Ein weiterer Konter der Blauen führte dann kurz darauf zum Platzverweis. Tomasello lief auf Krüßmann zu und spielte ihn aus, so dass dieser sich nicht anders zu helfen wusste, als ihm kurz vor dem Strafraum den Ball mit der Hand vom Fuß zu spitzeln. Leider war er der letzte Mann vor dem Torwart, so dass der Schiri dies als Vereitelung einer klaren Torchance wertete und ihn folgerichtig mit Rot vom Platz schickte. Trainer Pröpper zog nun Köhler in die Viererkette zurück und ließ zudem Franke und Wollert auf den offensiven Außenpositionen die Seiten wechseln.

Der BVB präsentierte sich auch in Unterzahl weiter stabil und konnte dementsprechend bis zur Pause einen Gegentreffer verhindern. Man blieb sogar gefährlich bei Kontern, konnte aus diesen aber leider auch kein Kapital schlagen.

Zweite Halbzeit

Pröpper brachte nun David Hüsing für Yannick Wollert und der sollte noch zum tragischen Helden werden. Die Borussen machten deutlich, dass sie sich von dem Platzverweis nicht unterkriegen lassen wollten und sich für die zweite Halbzeit noch einiges vorgenommen hatten. Bereits 5 Minuten vor dem Gegner kamen sie aus der Kabine und bildeten auf dem Platz einen Kreis, um sich für die zweiten 35 Minuten heiß zu machen.

Das schien zunächst auch wunderbar zu fruchten denn in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit war von den Blauen nicht viel zu sehen. Stattdessen machten die numerisch unterlegenen Borussen Druck. Leider sprangen dabei aber kaum gefährliche Situationen vor des Gegners Kasten heraus.

Nach circa 10 Minuten setzte Gelsenkirchen dann die ersten Konter und in der Borussenabwehr boten sich ihnen naturgemäß einige Räume dazu. Doch die Chancen wurden einigermaßen hochnäsig vergeben. Entweder war man zu eigensinnig, rutschte frei vor dem Tor weg oder setzte einen Kopfball aus 5 Metern neben den Kasten. Die Blauen übernahmen nun aber mehr und mehr das Kommando und drängten den BVB in die eigene Hälfte. Doch trotz Unterzahl boten sich den Jungborussen durchaus Konterchancen. So fasste sich Hüsing nach 54 Minuten aus 18 Metern ein Herz und sein abgefälschter Schuss konnte von Mroß erst im Nachfassen gesichert werden.

Doch der Druck auf den BVB nahm weiter zu. Nach 56 Minuten erzielten die Blauen dann ein Abseitstor, bei dem es allerdings keinerlei Diskussionen über die Richtigkeit der Schiedsrichterentscheidung geben konnte. Kurz darauf zog Multhaup über Links in den Dortmunder Strafraum legte den Ball aber, als er frei durch war, am langen Eck vorbei. Direkt danach die gleich Szene als Spiegelbild: Diesmal kam Morina über Rechts frei zum Schuss und verzog ebenfalls.

Schlimmeres wurde in dieser Spielphase auch durch den Umstand verhindert, dass der BVB durch seinen Kapitän Mbende eindeutig die Lufthoheit im eigenen Sechzehner innehatte. Gegen diesen Schlacks würde sich wohl auch Birgit Prinz schwer tun, ein Kopfballduell zu gewinnen. Er klärte mindestens ein halbes Dutzend hoher Flanken.

Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte der BVB dann die Riesenchance das Spiel zu entscheiden. Gümüstas setzte sich schön durch und schickte Specht auf dem rechten Flügel steil. Der brachte den Ball in die Mitte zu Spielmacher Dietz, doch dessen Schuss wurde abgeblockt. Der Abpraller fiel aber direkt dem eingewechselten Hendrik Lohmar vor die Füße und der hatte eigentlich freie Bahn, schoss aber überhastet einen Abwehrspieler an. In dieser Szene hätte die Mannschaft ihren großen Einsatz krönen müssen. Das wäre wohl die Entscheidung gewesen, denn die Blauen hatten ihr Pulver scheinbar verschossen und wurden bis zum Abpfiff nicht mehr gefährlich.

Verlängerung

So gab es dann noch mal zwei mal fünf Minuten Zugabe. Beide Mannschaften mussten aber nun scheinbar ihrem kräftezehrenden Spiel Tribut zollen und kamen nicht mehr gefährlich vor das Tor. Scheinbar hatte man auf beiden Seiten alles in der regulären Spielzeit raus gefeuert.

Elfmeterschießen

Als Borussenfan ist man ja inzwischen skeptisch, was die Erfolgsmöglichkeiten des Schützen vom Punkt angeht. So hatten die Profis alle fünf Elfmeter in der abgelaufenen Bundesligasaison vergeben und waren gegen Offenbach im Elferschießen aus dem Pokal geflogen. Zudem hatten die Amateure es in Rheydt geschafft zwei Elfer innerhalb einer Spielminute zu verschießen.
Aber die Youngsters machten es besser als ihre großen Vorbilder und so verwandelten Gümüstas und Kunde sicher. Aber auch die ersten beiden Blauen verwandelten, obwohl Meuser jeweils die richtige Ecke geahnt hatte und einmal sogar mit der Hand am Ball war.

Doch dann trat Hüsing an und es kam wie es wohl leider kommen musste: Die Kugel verweigerte den Netzeinschlag. Dabei ist ihm aber kaum ein Vorwurf zu machen, denn sein Ball war gar nicht schlecht geschossen. Halbhoch ins rechte Eck platziert, aber Mroß hatte das geahnt und parierte stark.
Für den BVB traten dann noch Specht und Torwart Meuser an und verwandelten jeweils sicher. Leider galt das zunächst auch für die weiteren blauen Schützen, so dass die Elferlotterie leider nur eine Niete für die Borussia parat zu haben schien.

Beim letzten Elfmeter für GE wurde es aber doch noch kurios. Tomasello ballerte den Ball zentral unter die Latte von wo der Ball nach unten aufsprang und dann aus dem Tor flog. Nach kurzem Überlegen signalisierte der nicht optimal stehende Linienrichter aber, dass der Ball hinter der Linie gewesen sein sollte. Unter den Zuschauern hinter dem Tor gingen die Meinungen dazu auseinander. Einige hatten ihn drin gesehen, andere waren sich sicher, dass er vor der Linie aufgekommen war. Ohne Zeitlupe war das nicht endgültig zu klären, so dass man letztlich wohl dem Urteil der Unparteiischen vertrauen sollte.

Das Ergebnis war wirklich schade für die Jungs, nachdem sie sich so lange in Unterzahl die Seele aus dem Leib gerannt hatten und stets ein mindestens ebenbürtiger Gegner geblieben waren. So blieb es nur noch übrig, den Ort des Geschehens schnellstmöglich zu verlassen, um unschönen blauen Jubelszenen zu entgehen. Meine persönliche Serie steht damit seit dem Saisonende der Profis bei 0-0-6. Vielleicht sollte ich zukünftig lieber zu hause bleiben...

BVB U15: Meuser – Bingöl, Mbende, Krüßmann, Kunde – Dietz, Köhler – Wollert (36. Hüsing), Specht, Franke (47. Lohmar) – Gümüstas

Gelbe Karten: Bingöl, Hüsing - Tomasello

Rote Karte: Krüßmann (20. Notbremse)

Zuschauer: knapp 1.000 im Hafenstadion Bergkamen Rünthe

Web 14.06.2011

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