Spielbericht Jugend

Sonntags in Brackel: Jedes Wetter und zwei Mal fünf Stück

22.05.2011, 23:42 Uhr von:  Redaktion

Die Supersaison 2010/11 ist leider vorbei. Stimmt nicht ganz, denn abseits der Bundesliga spielt der BVB immer noch Fußball. Leider nicht ganz so erfolgreich wie die erste Mannschaft. Nachdem es Samstag bereits eine Heimniederlage für die U23 gegeben hatte, setzte es nun zwei deftige Klatschen für B- und A-Jugend gegen Arminia Bielefeld bzw. Fortuna Düsseldorf. Dabei präsentierte sich auch das Wetter von seiner abwechslungsreichsten Seite, so dass die A-Jugend Partie kurz vor dem Abbruch stand und unter ziemlich irregulären Bedingungen zu Ende gespielt werden musste.

U17 Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld

Zunächst startete der Spieltag um 11 Uhr mit leichtem Nieselregen. Bei der BVB B standen die Nationalspieler Koray Günter und Marvin Duksch nicht im Kader. Auch Stammtorwart Cedric Wilmes durfte es sich auf der Bank gemütlich machen. Die letzte Chance auf Platz 1 war ja in Leverkusen verspielt worden, so dass Peter Wazinski wohl auch mal einige Spieler zum Einsatz bringen wollte, die sonst nicht so viele Spielminuten erhalten. Es wäre aber wohl trotzdem etwas zu kurz gegriffen, den chaotischen Eindruck, den die Mannschaft in den ersten Minuten hinterließ, allein auf das Fehlen dieser Leistungsträger zu schieben.

Nach vorne lief zunächst überhaupt nichts und in der Abwehr hieß es freie Fahrt für Ostwestfalen. Das rächte sich bereits nach 5. Minuten, als Yilmaz den Ball eroberte und auf den linken Flügel zu Mladenovic passte. Der legte den Ball Flach in den Strafraum, wo sich Hariri nicht zweimal bitten ließ und den Ball versenkte. Insbesondere Hariri war für die Borussen in der Anfangsphase überhaupt nicht zu bremsen. Nach 10 Minuten schickte ihn Yilmaz mit einem Steilpass auf die Reise und er besorgte cool das 0:2. Nur 3 Minuten später der nächste Einschlag. Wieder ein dummer Ballverlust in der BVB Hintermannschaft, diesmal eroberte Kahlil Kleit den Ball. Er spielte Hariri an, der in den Strafraum eindrang, aber ausnahmsweise mal nicht selbst den Abschluss suchte, sondern den Ball quer zurück auf Kleit legte. Der hatte dann keine Mühe, den Ball am bedauernswerten Steffen Göcke vorbei ins Tor zu schieben.

Manch einer rieb sich nun verwundert die Augen. Wie konnte diese Borussenelf um die Meisterschaft mitgespielt haben? Aber so ist das oft in dieser Altersklasse: Wenn einmal der Wurm drin ist, brechen alle Dämme. Leider setzte sich die Katastrophe noch weiter fort. Pedro, der heute die Mannschaft als Kapitän auf das Spielfeld führen durfte, verlor erneut ein Duell mit Hariri, der ihn locker abschüttelte und seinen dritten Treffer erzielte.

Aber man muss den BVB Youngstern eines zu Gute halten: Auch angesichts dieses scheinbar aussichtslosen Rückstands steckten sie nicht auf. Ihre erste echte Torchance hatte dann Greshake nach 17 Minuten, doch ihm versagten freistehend vor dem Torwart die Nerven und er schoss den Schlussmann direkt an. Doch er ließ sich davon nicht beirren und versuchte sein Glück erneut nach einem Eckball. Diesmal stand leider der Pfosten im Weg. Nach 34 Minuten und einem erneuten Eckball machte er dann endlich alles richtig: Er holte den Ball schön runter und setzte einen strammen Schuss aus 14 Metern unhaltbar in die Maschen.

Direkt im Anschluss an den Treffer kam die Sonne zum Vorschein. Sollte der Fußballgott endlich erwacht sein? Die letzte Torchance vor der Pause hatten dann aber wieder die Bielefelder. Quasi mit dem Halbzeitpfiff setzte Mladenovic einen Schuss an den Pfosten. Der BVB war in der ersten Viertelstunde mächtig vermöbelt worden und hatte anschließend mit Müh und Not einigermaßene Spielkontrolle erreicht. Die Halbzeitführung der Arminia war aber auch in dieser Höhe absolut verdient.

Nach der Pause brachte Wazinski Strahlendorf für Grabbe und nach 50 Minuten auch noch Dudziak für Albert. Insbesondere letztgenannter machte einen ordentlichen Eindruck und sorgte über den linken Flügel einige Male für Alarm, wenn ihm auch meist die nötige Zielstrebigkeit abging, um wirklich für Gefahr zu sorgen. Der BVB war nun zunächst feldüberlegen, auch weil die Bielefelder mit der Maßgabe aus der Kabine gekommen waren, etwas tiefer zu stehen und auf Konter zu setzen. Nach einem solchen hätten die Arminen eigentlich weiter erhöhen müssen, doch Hariri suchte zu eigensinnig selbst den Abschluss anstatt auf den mitgelaufenen Yilmaz quer zu legen. Dortmund tat sich weiter schwer damit, zu Chancen zu kommen.

Allein Greshake prüfte Schlüter einmal mit einem schönen Fernschuss. Und so gelang es den Ostwestfalen, ihre komfortable Führung weiter auszubauen. Nach einem weiten Pass setzte sich der eingewechselte Beckert im Zweikampf durch und schob den Ball überlegt ins Netz. Den Schlusspunkt durften dann nochmal die Schwarzgelben setzen. Dudziak schoss nach einem Alleingang in den Strafraum den Torwart an und der mitgelaufene Dytko staubte den Abpraller ab. Mehr als Ergebniskosmetik war dieser Treffer zwei Minuten vor Schluss aber natürlich nicht mehr.

Aufgrund der katastrophalen Anfangsviertelstunde ging die BVB U17 völlig verdient mit 2:5 unter. Hoffentlich machen die Jungs das zum Saisonausklang nächte Woche in Bergisch Gladbach besser, obwohl es für den zementierten zweiten Platz auch keine Rolle mehr spielt.

Borussia Dortmund U17: Göcke, Borgelt, Deelen, Pedro,Böhmer, Greshake, Dytko, Grabbe (41. Strahlendorf), Knystock, Benkarit, Albert (50. Dudziak)

Trainer: Wazinski

Tore: 0:1, 0:2 Hariri (5., 10.), 0:3 Kleit (13.), 0:4 Hariri (15.), 1:4 Greshake (34.), 1:5 Beckert (75.), 2:5 Dytko (78.)

U19 Borussia Dortmund - Fortuna Düsseldorf

Die A-Jugend trug heute bereits ihr letztes Spiel einer ziemlich durchwachsenen Saison aus. Mit einem Sieg wäre es aber immerhin noch möglich gewesen, die Tabelle etwas freundlicher zu gestalten und bis auf Platz 5 vorzustoßen, vorausgesetzt die Blauen holen was in Bonn. Den Gefallen taten sie dem BVB sogar, doch die Vorlage konnte auch aufgrund kurioser äußerer Umstände nicht genutzt werden.

Bei zunächst optimalen Wetterbedingungen begann das Spiel ziemlich zerfahren. Beide Teams agierten auf Augehöhe und gestatteten sich wenig Chancen. Während die Fortuna sich zumindest zweimal in Tornähe sehen ließ, kam vom BVB in den ersten gut 25 Minuten überhaupt keine Offensivgefahr. Dann zeigte Semih Daglar eine nette Einzelaktion, übersah aber den besser postierten Thomas Eisfeld und blieb selbst im Abschluss harmlos. Im Gegenzug erhielt die Fortuna einen Freistoß aus aussichtsreicher Position. Hofrath knallte den Ball aus 18 Metern drauf und Schneider hatte einige Mühe zu klären. Eine weitere gute Chance für die Jungs aus der Landeshauptstadt vergab dann Kalkan, der sich zunächst von einem Trikotzupfer unbeeindruckt zeigte und seinen Gegenspieler abschüttelte. Als er dann frei durch war, konnte er den Ball aber nicht an Schneider vorbei bringen.

Kurz darauf fiel die etwas überraschende Führung für Dortmund. Nach einer Ecke von Eisfeld setzte sich Terzic im Kopfballduell durch und versenkte den Ball. Das stellte zwar nicht unbedingt den Spielverlauf auf den Kopf, die besseren Chancen hatte bis dahin aber die Fortuna gehabt. Kurz vor der Pause hatte Eisfeld sogar noch die Chance zu erhöhen, doch er traf den Ball nach einer Hölscher-Flanke nicht voll. Zur Pause lag der BVB also leicht glücklich in Führung, doch von zwei bis dahin gleichwertigen Teams hatte eigentlich die Fortuna den gefährlicheren Eindruck gemacht.

Der Blick in den Himmel verhieß in der Pause nichts Gutes. Aus nordöstlicher Richtung zogen schwarze Wolken auf und kündigten den nächsten Wetterumschwung des Tages an, der diesmal ziemlich heftig ausfallen sollte. Den ersten Warnschuss in Hälfte zwei feuerte Eisfeld ab, doch er zielte ein wenig zu hoch. Nun begann es zu regnen und es wurden allgemein die Schirme gezückt. Dieses Wetter schien eher der Fortuna zu behagen, die auch prompt zum Ausgleich kam. Ein langer Ball landete bei Brisevac, der ihn überlegt ins lange Eck vollstreckte.

Doch trotz des heftiger werdenden Regens schlug der BVB noch einmal zurück. Hölscher schickte den eingewechselten Kaltenmaier auf die Reise, dessen Flanke Eisfeld trocken ins kurze Eck ballerte. Der Regen wurde nun immer heftiger und die meisten Zuschauer suchten nun Zuflucht unter dem n&auauml;chstgelegenen Dach. Leider bietet das BVB-Trainingszetrum so gut wie keine Unterstellmöglichkeiten. Den Fortunen machte das miese Wetter scheinbar gar nichts aus und als der Schiedsrichter wohl schon überlegte, das Spiel abzubrechen, gelang ihnen wiederum der Ausgleich. Den Schuss von Zabeli erreichte Schneider zwar noch mit einer Riesenparade, konnte ihn aber nicht mehr über die Latte lenken.

Inzwischen war ein heftiges Gewitter im Gange und der Schiri hatte nun endlich ein Einsehen und unterbrach die Partie. Unter den nassen Zuschauern wurde gerätselt, ob noch einmal angepfiffen würde. Spätestens als Hagel niederging, war die allgemeine Meinung, dass endgültig abgebrochen werden müsse. Doch es waren ja noch mehr als 25 Minuten zu spielen und nach einiger Zeit ließ der Regen nach. Auf dem Platz hatten sich aber tiefe Pfützen gebildet, so dass unter diesen Umständen sicher kein Spiel von Beginn an angepfiffen worden wäre. Aber die Partie lief nunmal schon und so entschied man sich, sie auch unter diesen Umständen zu beenden.

Was nun folgte, hatte mit Fußball im eigentlichen Sinne nur noch sehr wenig zu tun. Es gab feine Slapstickeinlagen, das Wasser spritze bei jeder Grätsche wie im Delphinarium und ältere Zuschauer fühlten sich an die legendäre Wasserschlacht von Frankfurt bei der WM 1974 erinnert. Die Fortunen erwiesen sich nun endgültig als die größeren Regenexperten und ließen dem BVB fortan kaum mehr eine Chance. Nach einem weiten Abschlag von Sprenger unterlief dem bis dahin eigentlich überzeugenden Onur Cenik ein schwerer Stellungsfehler und so hatte Brisevac freie Bahn zur Führung. In der 81. Minute endete eine Runde Synchronschwimmen mit dem 2:4 durch Kalkan. Und als alles schon verloren war schubste der frustrierte Cenik seinen Gegenspieler auch noch im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Basatli dann zum Endstand.

Es bleibt festzuhalten, dass die Partie unter irregulären Bedingungen zu Ende gespielt werden musste und es ist ein Glück, dass auf dem geschundenen Rasen keine weiteren Spiele in dieser Saison ausgetragen werden müssen. Ein Spielabbruch beim Stand von 2:2 wäre eventuell die richtigere Entscheidung gewesen. So endet die Saison für die BVB U19 auf einem unbefriedigenden 8. Platz.

Borussia Dortmund U19: Schneider, Unzola, Cenik, Terzic, Kübel, Eisfeld, De Menendez (46. Kaltenmaier), Daglar, Stenzel (89. Stenzel), Hölscher, Silaj (68. Nimptsch)

Trainer: Eickel

Tore: 1:0 Terzic (37.), 1:1 Brisevac (53.), 2:1 Eisfeld (56.), 2:2 Zabeli (62.), 2:3 Brisevac (66.), 2:4 Kalkan (81.), 2:5 Basatli (88. FE)

Gelbe Karten: Cenik - Hofrath, Maheu

Kurzinterview U19 Trainer Sascha Eickel:

Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Wir haben heute eigentlich gut begonnen und das Spiel bis zum 2:1 im Griff gehabt. Danach haben wir den Gegner durch individuelle Fehler zum Toreschießen eingeladen. Ich bin jetzt einfach enttäuscht. Wir hatten uns vorgenommen beim letzten Heimspiel mit einem Sieg noch den 5. Tabellenplatz zu bekommen. Am Ende haben wir durch individuelle Fehler verdient mit 2:5 verloren.

Bis der Regen einsetzte lief es ja eigentlich ganz gut...

Ja. Der Regen war dann nochmal das Signal für Fortuna Düsseldorf, das Spiel noch einmal zu drehen. Aber die ersten drei Treffer des Gegners resultierten alle aus individuellen Fehlern und dann kann man das Spiel am Ende auch nicht gewinnen.

Web 22.05.2011

Unterstütze uns mit steady