Spielbericht Amateure

Ein 0:0 der schlechteren Sorte

16.03.2011, 13:35 Uhr von:  Redaktion

Heute glücklos: Damien Le TallecIm Flutlichtspiel in der Roten Erde standen sich Dienstag Abend die Zweitvertretungen des BVB und des nicht minder traditionsreichen Äff Zeh aus Köln gegenüber. Das Spiel blieb leider torlos und lief auch sonst weitgehend bar jeder Höhepunkte ab. Beide Mannschaften bekämpften sich mit den Mitteln, die ihnen der holprige Kampfbahnrasen zugestand, doch kam für die Zuschauer wenig Unterhaltsames dabei rum. Für die Highlights mussten die Brüder vor den Toren sorgen.

Ausgangslage

Der BVB war als selbsterklärter Aufstiegsfavorit in die Saison gestartet, um sich gleich im ersten Spiel in Köln eine empfindliche Niederlage abzuholen. Inzwischen finden sich beide Teams im Niemandsland der Tabelle wieder, ohne große Ambitionen nach oben, aber auch jenseits der Abstiegszone. Der F.C. kann mit dieser Situation sicher deutlich besser leben, da man in der Rheinmetropole ohnehin keine großen Aufstiegshoffnungen gehegt hatte.
Beide Teams haben im Laufe der Saison ihre Cheftrainer verloren. Während Theo Schneider sich in die 2. Bundesliga gen Oberhausen orientierte, stieg Frank Schäfer sogar zum Cheftrainer der Kölner Bundesligamannschaft auf und scheint im Oberhaus bislang einen guten Job zu machen.

Hannes Wolf würfelte die Mannschaft nach dem schwachen 1:1 gegen Schlusslicht Arminia Bielefeld II neu durch. Von den Profis standen Aussie-Goalie Mitch Langerak und Rekonvaleszent und Rechtsverteidiger Patrick „Uwe“ Owomoyela zur Verfügung. Daher mussten Focher und Marc Klopp die Bank drücken. Zudem ersetzte Lasse Sobiech Jörn Neumeister und Sevdail Selmani Ivan Paurevic (natürlich nicht in der gleichen Position). Interessant war die Aufstellung des unter permanenter Ladehemmung leidenden Ex-Torjägers Kullmann auf dem rechten Flügel. In der Spitze wechselten sich Stiepermann und Le Tallec als Stoßstürmer ab.

Köln war mit circa 40 Fans und einigen Zaunfahnen angereist. Stimmung verbreitete jedoch nur ein Jeck auf der Sitzplatztribüne, der einsam und ohne jeden Spielbezug unentwegt forderte, dass der F.C. doch jetzt endlich mal Gas geben sollte. Bei den Ultras von die Amateure war der Stimmungsblock H heute nur leidlich gefüllt, dafür war für Unterstützung außerhalb der Stadionmauern gesorgt, doch dazu später mehr. Insgesamt hielt sich der Besuch im Rahmen dessen, was bei einem Abendspiel unter der Woche zu erwarten ist, aber das milde Wetter hatte doch einige Hoffnungen auf ein paar Interessierte mehr geweckt.

Einige Profis waren zugegenNeben Jürgen Klopp und Manager Michael Zorc waren auch Marcel Schmelzer, Neven Subotic, Mario Götze, Daniel Ginczek und „Offender“ Sven Bender nebst seinem vergeblich meisterschaftsjagendem Bruder erschienen, um die 2. Mannschaft zu unterstützen. Dazu gab es noch die übliche „Altprominenz“ von Ricken, Kutowski, de Beer, Schulz und Treter-Fuchs. Zudem war BMG II Trainer Sven Demandt anwesend und im Kölner Tross der ehemalige BVB-Torwächter Alexander Baade, der inzwischen leider nicht mehr jedem beim BVB bekannt zu sein scheint.

Erste Halbzeit

Zu Anfang des Spiels startete Köln einige vielversprechende Angriffe. Bereits in der 2. Minute zwang Hector Langerak zu einer Parade und nur zwei Minuten später zielte Uth knapp über das Tor.
10 Minuten später hatte Profi-Leihgabe Uwe Owomoyela seinen größten Auftritt in dieser Partie. Er startete einen unwiderstehlichen Sturmlauf entlang der Seitenlinie und tanzte seinen letzten verbliebenen Gegenspieler aus. Leider konnte Damien Le Tallec seine Flanke nur ans Außennetz setzen.

Das Spiel verlief eher zäh. Beide Mannschaften neutralisierten sich mit viel Kampf und Krampf auf dem erneut holprigen Rasen. Ein erstes Highlight konnte die Sek-SV an der Körnig-Halle setzen, die ihre Präsenz mit einer Fahne deutlich machte. Einfach bewundernswert, welchen Einsatz diese ausgesperrten Fans bei Spielen unserer Zweitvertretung zeigen. Sie befanden sich jedoch bald unter szenekundiger Beobachtung, ließen sich aber auch davon nicht von ihrem Support des Teams abhalten.

Viel Kampf und KrampfDie Partie verflachte nun zusehends und die Mannschaften überboten sich in weiten Befreiungsschlägen wobei auch Profi-Leihgabe Owomoyela fröhlich mitwirkte.
Nach einem Fehler von Sobiech kam Köln in der 36. Minute zu einer weiteren Chance. Der BVB-Innenverteidiger rutschte im Mittelfeld weg, was Uth freie Bahn verschaffte. Nach dessen Pass vertändelte Terodde den Ball eigentlich in der vielbeinigen Dortmunder Abwehr, doch irgendwie kam Uth noch mal an den Ball und flankte innerhalb des Strafraums auf den freistehenden Hector. Dieser geriet bei seinem Kopfball aus 4 Metern glücklicherweise derart in Rücklage, dass er den Ball deutlich über den Kasten platzierte. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Stiepermann noch die Chance zur Führung für den BVB doch er setzte den Kopfball nach Flanke aus dem Halbfeld knapp neben das Tor.

Die erste Halbzeit nahm nach einem unterhaltsamen Beginn einen ziemlich grottigen Verlauf, so dass allgemeine Zufriedenheit über den Abpfiff herrschte.

Zweite Halbzeit

Spielerisch sollte es auch in den zweiten 45 Minuten nicht mehr besser werden.

Der F.C. aber wiederum mit dem besseren Start: Der ehemalige Borussia-Junior Christopher Buchtmann nahm aus 16 Metern maß und zwang Langerak zu einer weiteren schönen Flugeinlage. Kurz darauf irrte der Australier nach einem Eckball völlig orientierungslos durch seinen Strafraum, doch die Kölner versäumten es, Kapital aus dieser Unsicherheit zu schlagen.
10 Minuten nach der Pause wurde der schnelle Buchtmann von Treude außer Gefecht gesetzt und musste ausgewechselt werden. Der Spielfluss kam nun vollends zum Erliegen und beide Mannschaften bekamen nicht mehr zustande, als sich im Mittelfeld mit großem Kampf zu neutralisieren. Der Weg nach Vorn wurde zumeist über weit geschlagene Bälle gesucht, die nur im seltensten Fall einen eigenen Stürmer fanden.

Hannes Wolf brachte dann Eggert für den erneut ziemlich wirkungslosen Boztepe und nach gut 70 geruhsamen Minuten durfte sich dann auch Owomoyela mit einem Sonderapplaus des Publikums Richtung Kabine verabschieden. Er wurde durch Marc Klopp ersetzt, so dass sich dessen Vater doch noch ein paar interessante Momente boten, wenn sich ihm von der U23 schon keiner wirklich aufdrängen wollte an diesem Abend.

Pyroshow der Sek SVFür ein stimmungsvolles Bild in der alterwürdigen Kampfbahn sorgte dann erneut die Sektion Körnig-Halle mit einigen Fackeln, deren Rauch sich schön im Rund des Stadions verteilte. Dies rief sogleich die geballte Ordnungsmacht auf den Plan, die sich vom Gästeblock aus in Richtung des Tatortes aufmachte, so dass man nur hoffen kann, dass dieser noch rechtzeitig geräumt werden konnte.
Als alle Welt den Schlusspfiff herbei sehnte, machte Damien Le Tallec fast noch den Siegtreffer. Leider knallte sein Fernschuss von der Unterkante der Latte nicht ins Tor sondern ins Feld zurück.

So ging ein ereignisarmer Flutlichtabend in der Roten Erde mit einem letztlich leistungsgerechten 0:0 Unentschieden zu Ende, womit es sich die BVB-Amateure weiter im Niemandsland der Tabelle bequem machen können. Da bleibt einem fast nur noch die Hoffnung, dass der neue Trainer David Wagner in der nächsten Saison viel frischen Wind mitbringt, denn diese Spielzeit unserer Zweitvertretung sollte man besser schnellstmöglich abhaken und dann vergessen.

Stimmen

Rainer Thomas (Trainer vom F.C.): Ich denke, dass wir heute ganz gut in die Partie hinein gekommen sind. Zu den Voraussetzungen vor der Partie möchte ich sagen, dass hier heute im Spiel Sechster gegen Zehnter nicht der Sechste als Favorit ins Spiel gegangen ist, denn wir waren uns von vornherein darüber im Klaren, dass die Dortmunder eine gute Mannschaft aufs Feld schicken würden. Wir hatten heute einige Spieler nicht dabei, die morgen bei den Lizenzspielern dabei sind, dafür hatten wir einige wie z.B. Simon Terodde aber auch wieder im Kader, aber das ist sicher eine Situation, die auch mein Kollege sehr gut kennt.

Mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, wir haben einige Abschlüsse vorne gehabt, hätten mit etwas mehr Glück sogar in Führung gehen können. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen weiter nach Vorne zu spielen und das haben wir auch in den ersten 10 Minuten gemacht. Nach circa 60 Minuten sind meine Jungs dann zunehmend müde gewordenund das Spiel ist etwas verflacht. In der Offensive haben wir fast nur noch mit langen Bällen operiert, die wir aber leider Gottes zumeist auf Lasse Sobiech gespielt haben. Wir sind dann kaum mehr zu Abschlüssen gekommen. Erfreulich war, dass wir trotzdem in der Defensive mit unseren alten Recken Schwellenbach und Cullmann weiter gut standen und bis auf den Lattenschuss nicht viel zugelassen haben. Deswegen kann man im Nachhinein von einem gerechten Unentschieden sprechen.

Ich möchte noch eine Lanze für die Jungs brechen: Wir möchten eigentlich schöneren Fußball spielen, aber das ist nicht so einfach, mit den Platzverhältnissen auf denen wir Woche für Woche spielen. Das soll nichts entschuldigen, aber da verspringt dir ständig der Ball. Das bei uns im Franz-Krämer-Stadion noch viel extremer als hier. Das Bemühen war sicher da, auch wenn das Spiel in der 2. Halbzeit wegen der vielen langen Bälle nicht mehr so ansehnlich war.

Hannes Wolf (Interimstrainer BVB Amateure): Mit der Vorgeschichte vom letzten Wochenende, dem 1:1 gegen Arminia Bielefeld, wo wir vieles vermissen lassen haben, was Laufbereitschaft, Kampf und Mentalität betrifft, haben wir intesiv mit der Mannschaft gesprochen. Damit habe ich ein echtes Problem, denn das sind Grundtugenden des Fußballs, die es auf dem Platz einfach braucht. Die Reaktion, die wir heute gezeigt haben, war sehr positv. In den Bereichen Laufbereitschaft, Aggressivität und Spiel gegen den Ball haben wir sehr vieles deutlich besser gemacht.

Köln hatte am Anfang beider Halbzeiten gute Aktionen und hätte da auch in Führung gehen können. Wir hatten durch Damien Le Tallec auch ein paar aussichtsreiche Situationen, die Chance in der ersten Halbzeit nach klasse Vorarbeit von Patrick Owomoyela und am Ende dann den Lattenschuss. Wichtig ist für uns, dass wir uns wieder zurück in die Liga beißen und das war die Vorgabe für heute. Kampf und Fußballspielen schließen sich ja nicht aus, also wollen wir im nächsten Schritt dann auch wieder besseren Fußball zeigen. Wir müssen mehr Situationen kreieren, in denen wir zum Abschluss kommen, mehr Torgefahr entwickeln und auch mehr Tore schießen. Mit dem Auftreten der Mannschaft war ich heute insgesamt aber zufrieden. Meine Mannschaft hat gekämpft und gebissen. Man hat auch an der Lautstärke auf dem Platz und an der Körpersprache gesehen, dass das eine andere Mannschaft als am Samstag war und damit bin ich zufrieden.

Das Unentschieden war aber letztlich leistungsgerecht. Wichtig ist jetzt, dass wir die positiven Dinge mitnehmen in das Auswärtsspiel gegen Düsseldorf. Wenn wir dort mit der gleichen Intensität spielen, kommen die fußballerischen Qualitäten meiner Spieler auch noch mehr zur Geltung und darauf aufbauend wollen wir dann auch noch eine erfolgreiche Restsaison spielen.

Video-Interview mit Mitch Langerak:

Statistik

BVB: Langerak - Owomoyela (71. Klopp), Sobiech, Honrschuh, Selmani - Hasanbegovic, Treude (76. Neumeister) - Kullmann, Le Tallec, Boztepe (62. Eggert) - Stiepermann

Köln: Schwabke - Basala-Mazana (89. Akbari), Schwellenbach, Cullmann, Wernscheid - Schulte, Niedrig - Buchtmann (55. Vaaßen), Terodde, Hector - Uth (73. Bouallal)

Tore: ---

Zuschauer: 725

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Gelbe Karten: Treude (2) / Uth (3)

Web 16.03.2011

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