schwatzgelber Saisonrückblick

Saison 1998/99: Auf und Ab mit Happy End

21.07.2011, 17:09 Uhr von:  CHS

Die erste Saison des neuen Cheftrainer Michael Skibbe zeichnet sich vor allem durch ihre Wellenform aus. Und das, obwohl der Etat um 15 Mio. DM auf 65 Mio. DM erhöht wurde. So startet man so schlecht wie seit 10 Jahren nicht mehr, im Anschluss gibt es eine Siegesserie und am Ende verliert man dann auch noch bei einem Abstiegskandidaten. Das es zum Abschluss doch noch für einen Qualifikationsplatz für die Champions League reicht, grenzt nahezu an ein Wunder. Obwohl Dr. Niebaum und Michael Meier während der Saison dem Trainer den Rücken stärken, es knistert im BVB-Kader. Ob das gut geht?

Das BVB-Logo
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Nach dem Urlaubsbeginn am 16. Mai wird es in Dortmund nicht ruhiger. Die 6. Kammer des Arbeitsgerichts Dortmund erklärt den umstrittenen Paragraphen 11 im Arbeitsvertrag von Steffen Klos für nichtig. Daraufhin legt der BVB Berufung ein. Beim Streitwert geht es um 400.000 DM. Zur gleichen Zeit findet die U21-EM mit Lars Ricken statt, die im Viertelfinale mit einer 0-1 Niederlage gegen Griechenland endet. In der Zwischenrunde sorgt Ricken für viel Wirbel und Deutschland gewinnt in der Verlängerung gegen Rumänien mit 1-0. Drei Tage später findet dann das Spiel um Platz fünf statt. Erneut ist Ricken ein Garant für den Erfolg und Deutschland gewinnt mit 2-0 gegen Schweden.


Ende Mai findet dann in Frankfurt/Main ein Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Kolumbien statt. Beim 3-1-Sieg erzielt Andreas Möller ein Tor und zählt neben den weiteren Dortmundern Jürgen Kohler und Stefan Reuter zu den besseren Spielern. Eine Woche später duellieren sich die Deutschen in Mannheim mit Luxemburg und Deutschland gewinnt mit Kohler, Heinrich, Möller und Reuter 7-0. Währenddessen gibt Thomas Häßler seinen Wechsel zu Borussia Dortmund bekannt. Im „Fall Klos" beantragt Klos eine Aufnahme auf die DFB-Transferliste. Diese wird aber vom Amtsgericht Hamm zurückgewiesen. Der Vorsitzende Ulrich Goerdeler begründete die erste Entscheidung gegen den BVB-Torhüter wie folgt: „Die Karriere von Herrn Klos wird nicht entscheidend beeinträchtigt, wenn er den Verein ein Jahr später verlässt." Somit kommt es weiterhin nicht zum Wechsel in Richtung Glasgow.

In Paris findet am 15.06.1998 das erste WM-Gruppenspiel Deutschlands gegen die USA statt. Erneut nehmen die vier Dortmunder Reuter, Kohler, Heinrich und Möller an dem Spiel teil, wobei Möller ein Tor erzielt. Sechs Tage später begegnet Deutschland und Jugoslawien sich in Lens und man trennt sich mit Kohler, Heinrich und Möller mit 2-2. Im letzten Gruppenspiel in Montpellier gegen Iran (2-0) spielen nur zwei Dortmunder (Heinrich und Kohler) mit. In Dortmund ist Ende Juni der US-Nationalspieler Eddie Pope als Verstärkung in Gespräch. Am 29. Juni trifft Deutschland im Achtelfinale (Ebenfalls in Montpellier) mit Möller und Heinrich auf Mexiko und gewinnen mit 2-1. Aber fünf Tage später im Viertelfinale in Lyon gegen Kroatien ist Schluss. Mit Kohler und Heinrich, der danach nach Florenz wechselte, verliert man klar mit 0-3 und die WM war für Deutschland beendet.

Großes Stühlerücken findet beim Trainingsbeginn am 6. Juli statt. Mit dabei sind die Neuzugänge Bachirou Salou (MSV Duisburg – 9 Mio. DM Ablöse), Christian Nerlinger (Ablösefrei von Bayern München), Sergej Barbarez (ebenfalls ablösefrei von Hansa Rostock gekommen), Thomas Hengen, Thomas „Icke" Häßler (beide ablösefrei vom Karlsruher SC), Alfred Nijhuis (Urawa Red Diamonds für eine Mio. DM Ablöse), Everaldo Batista (für 900.000 DM von Uniao Sao Joao) und Carsten Baumann (kam vom 1. FC Köln für 2 Mio. DM). Außerdem kommt der an FC Utrecht ausgeliehene Scott Booth zurück. Auch auf der Bank gibt es Änderungen. Neben dem neuen Cheftrainer Michael Skibbe kommt auch ein neuer Torwarttrainer zu den Dortmundern, Michael Stahl. Nicht mehr dabei sind die Spieler Julio Cesar (für eine Mio. DM zu Botafogo Rio de Janeiro), Jörg Heinrich (AC Florenz für die Rekordablösesumme von 25 Mio. DM), Björn Mehnert (LR Ahlen für 100.000DM) und Jovan Kirovski (zu Fortuna Köln für ebenfalls 100.000 DM). Außerdem wechselt Michael Zorc vom Platz in die Geschäftsstelle und wird neuer Sportdirektor bei den Westfalen. Fünf Tage später findet schon das erste Testspiel statt. Der BVB spielt beim VfB Halberstadt und gewinnt klar mit 8-0. Auch gegen dem IFK Göteborg vier Tage danach kann man mit 4-2 gewinnen. Am 20. Juli beginnt dann das Trainingslager in Westerburg/Stahlhofen (Westerwald).

Am 18.07.1998 beginnt für Deutschland die U18-EM gegen Litauen. Beim 7-1-Sieg erzielt der Dortmunder Christian Timm einen Treffer. Drei Tage später heißt der Gegner Spanien und erneut zeigt Timm eine klasse Leistung beim 4-1-Sieg der Deutschen. Im letzten Gruppenspiel zwei Tage später gegen Portugal spielt neben Timm auch Tobias Schöper mit, aber Deutschland verliert mit 0-2. Trotzdem erreichen die Deutschen das Finale am 26. Juli gegen Irland. Zwar zeigen die Dortmunder Schäper und Timm gute Leistungen, aber man verliert gegen die Iren mit 1-2. Für Dortmund ging die Vorbereitung am 24.07.1998 in Marten weiter und der BVB gewann klar gegen die Arminia mit 17-1. Fünf Tage später spielt der BVB beim SV Bernbach und gewinnt mit 5-0. Ein Tag später verkündet der BVB die nächste Verpflichtung: Von Atletico Mineiro kommt der 20-jährige Leonardo de Deus Santos, kurz genannt Dede, und kostet die Dortmunder eine Ablösesumme von rund sechs Mio. DM. Als Folge davon wird der gerade verpflichtete Batista wieder an seinen Heimatverein ausgeliehen. Nachdem das Trainingslager beendet ist, spielt der BVB beim FC Brügge und kassiert ein 1-2-Niederlage, die erste unter Michael Skibbe. Fünf Tage später heißt der Gegner Csepel SC Budapest und Dortmund gewinnt mit 6-0. Am 8. August trifft man in Arnsberg auf Ajax Amsterdam und die Borussen siegen mit 2-0.

Das erste Bundesligaspiel fand eine Woche später statt und der BVB musste zum VfB Stuttgart reisen. Leider bringt die Reise nach Baden-Württemberg nichts ein, denn die Dortmunder verlieren mit 1-2. Dabei zeigt sich, dass sich beim BVB in puncto Einstellung nichts geändert hat. Vor dem nächsten Bundesligaspiel findet ein Ablösespiel für Harry Decheiver statt und die Borussen gewinnen beim FC Utrecht mit 4-1. Einen Erfolg gibt es auch beim ersten Heimspiel in der Saison. Gegen Hertha BSC Berlin gewinnt der BVB klar mit 3-0 und auch drei Tage später siegt man in einem Freundschaftsspiel bei der SpVgg. Erkenschwick mit 4-1. Die erste Runde im DFB-Pokal steht am 28. August an und der Gegner ist der 1. FC Saarbrücken. Borussia Dortmund tut sich schwer und schafft nur ein 1-1 nach Verlängerung. Die Entscheidung fällt im Elfmeterschießen, dort entscheiden die Westfalen das Glückspiel mit 3-1 für sich. Allerdings verletzt sich Neuzugang Dede und zieht sich eine Außenbandverletzung im Sprunggelenk zu. Der September beginnt für den BVB mit einem Freundschaftsspiel in Heidelberg gegen den TSV Handschuhsheim und man gewinnt klar mit 16-1. In La Valletta findet ein Länderspiel zwischen Deutschland und Rumänien statt und für den BVB gibt Christian Nerlinger sein Debüt. Dieser erzielt dann auch mit dem 1-1-Ausgleichtreffer den Endstand. Währenddessen spielt der BVB in einem Blitzturnier in Getafe und verliert dort gegen Atletico Madrid mit 0-1.

Am 09. September findet dann das nächste Bundesligaspiel statt und Borussia erreicht beim 1. FC Nürnberg nur ein 0-0. Vier Tage später heißt der Gegner im Westfalenstadion VfL Bochum und Stephane Chapuisat bestreitet sein 200. Bundesligaspiel. In der 17. Minute wird Ike Häßler aus dem Bochumer Fantribüne mit einem vollen Bierbecher beworfen und am Kopf getroffen, so dass er zur Pause ausgewechselt werden muss. Zu allem Übel verlieren die Dortmunder das Spiel mit 0-1. Nach dem Spiel kritisierte der BVB-Präsident Dr. Niebaum erstmals die Unterstützung von den Rängen und nahm diesmal auch nicht die Südtribüne aus. Eine Woche später geht es für die Dortmunder zu Bayer 04 Leverkusen. Zwar erzielt Andy Möller nach 280 torlosen Minuten des BVB endlich wieder einen Treffer, aber trotzdem geht das Spiel mit 1-3 verloren. Aber vier Tage später gab es die zweite Runde im DFB-Pokal und Gegner dort war der Rivale aus Gelsenkirchen. Während in der regulären Spielzeit kein Treffer gefallen ist, erlöst Neuzugang Bashirou Salou in der 98. Minute die Dortmunder und erzielt vor 60.000 Fans den 1-0-Endstand. Es geht weiter im Achtelfinale. Jürgen Kohler sprach nach dem Sieg von einem Wendepunkt, so dass sich die gute Arbeit des Trainer endlich auszahlen werde. Freude gab es für Lars Ricken drei Tage später beim Ligaspiel daheim gegen den VfL Wolfsburg. Er erzielt das 1-0 und es ist das erste Tor seit fast genau einem Jahr. Am Ende gewinnen die Borussen mit 2-1. Am 04.10.1998 reist der BVB nach München zum Tabellenführer. Die Rückkehr von Christian Nerlinger an alter Wirkungsstätte beflügelt den Neu-Dortmunder und er erzielt den 2-2-Endstand. Beim EM-Qualifikationsspiel in Bursa (Türkei) fällt der Dortmunder Ricken kaum auf. Das Spiel verlieren die Deutschen gegen die Türkei mit 0-1. Vier Tage später kann man aber in Kischinew (Moldawien) sich rehabilitieren und gewinnt mit 3-1. Ricken bereitet dabei auf der rechten Außenbahn zwei Tore vor und auch Nerlinger zeigt sich engagiert. Nach der Länderspielpause findet in Dortmund das nächste Bundesligaspiel gegen Hansa Rostock statt und der ehemalige Spieler aus Rostock, Sergej Barbarez zeigt eine gute Leistung und erzielt den 2-0 Endstand.

Am 23. Oktober feiert BVB-Präsident Dr. Niebaum seinen 50. Geburtstag in den Räumlichkeiten der Spielcasino Hohensyburg vor 500 geladenen Gästen. Das Geschenk hat er aber schon am gleichen Tag in Freiburg bekommen. Beim SC Freiburg erzielt Chapuisat den zwischenzeitigen 1-1 Ausgleich. Es ist sein 100. Bundesligatreffer. Eine Marke, die bislang kein anderer Ausländer in der Bundesliga erreicht hat. Allerdings können die Dortmunder das Gastspiel nicht gewinnen, man trennt sich mit 2-2. Ende Oktober absolviert Steinar Pedersen ein Probetraining beim niederländischen Erstligisten FC Utrecht. Am 27.10.1998 findet die dritte Runde im DFB-Pokal statt und die Dortmunder müssen nach Stuttgart reisen und verlieren das Spiel mit 1-3. Den einzigen Treffer für die Dortmunder erzielt vor 20.000 Zuschauern Ike Häßler in der 89. Minute mit einem Foulelfmeter und erneut können die Borussen nicht im Pokal überwintern. Während VerteidigerJürgen Kohler sein neues Buch vorstellt (der Erlös geht an wohltätige Einrichtungen), verhandelt Manny Binz mit dem FC Tirol über einen Wechsel. Erneut können die Borussen ein Auswärtsspiel nicht gewinnen. Am 06. November erreicht man im Weserstadion nur ein 1-1 bei Werder Bremen. Fünf Tage später kommt der MSV Duisburg ins Westfalenstadion und Dortmund gewinnt klar mit 2-0. Währenddessen wird erneut Scott Booth ausgeliehen. Diesmal geht es zu Vitesse Arnheim.

Das Derby im Westfalenstadion findet am 14.11.1998 statt und Borussia gewinnt gegen die Gelsenkirchener klar mit 3-0, obwohl der bessere Fußball von den Gästen gezeigt wird. Vier Tage später spielt Dortmunds Andreas Möller bei der Nationalmannschaft und zeigt beim 1-1 gegen die Niederlande in Gelsenkirchen eine eher durchschnittliche Leistung. Die Reise in die Pfalz bringt den Dortmunder nichts, denn das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern verlieren die Borussen mit 0-1. Vier Tage danach rehabilitiert sich der BVB und gewinnt mit 2-1 gegen den Hamburger SV. Dabei ist ein alter Bekannter wieder dabei. Julio Cesar wurde wieder zurück geholt und spielt einen soliden Libero für den BVB. Währenddessen kündigt „Icke" Häßler an, dass er die Borussen verlassen will. Leider kann er nicht während der Saison wechseln, weil es die DFB-Statuten verbieten, da Häßler nach dem Stichtag gewechselt ist. Auch das nächste Heimspiel zwei Tage später gegen Eintracht Frankfurt können die Borussen mit 3-1 für sich entscheiden. Dafür kassieren sie eine Woche später im letzten Auswärtsspiel desJahres erneut eine Niederlage. Gegen TSV 1860 München verliert man mit 0-2. Im Streitfall Klos steht man Anfang Dezember unmittelbar vor der Lösung. Außerdem steht sein Nachfolger fest. Vom AC Mailand kommt Jens Lehmann. Es bahnt sich ein Kompfliktpotenzial an, denn Lehmanns Wurzeln sind in Gelsenkirchen. Ein Tag später muss Harry Decheiver seine Karriere wegen eines angeborenen Hüftschadens beenden. Bevor das Jahr beendet werden kann, hat der BVB noch zwei Heimspiele. Gegen Mönchengladbach schafft man nur ein 1-1 Unentschieden, während man den VfB Stuttgart klar mit 3-0 besiegen kann. Dabei erzielt nach eigenem Bekunden der nicht so große Vladimir But sein erstes Kopfballtor, seit seinem achten Lebensjahr. Borussia überwintert mit 29 Punkten und 28-18 Toren auf Platz fünf.

Der Januar bringt gleich weitere Wechsel. Steffen Freund wechselt für rund 2 Mio. DM zum englischen Topklub Tottenham Hotspurs, während Everaldo Batista (Atletico Meineiro) und Scott Booth (Vitesse Arnheim) für jeweils 300.000 DM weiter verliehen werden. Steinar Pedersen geht wieder zurück zum IFK Göteborg, dafür kam bekanntlich Julio Cesar von Botafogo Rio de Janeiro zurück. Der wichtigste Wechsel findet im Tor statt. Während Stefan Klos endlich zu seinem Wunschklub Glasgow Rangers reisen kann, kommt aus Italien Jens Lehmann zum BVB. Am 06.01.1999 gibt Manager Michael Meier die Verpflichtung von dem Jugoslawen Miroslav Stevic von 1860 München bekannt, dafür wechselt dann Knut Reinhardt zum Aufsteiger 1. FC Nürnberg. Ungeschlagen beendet Borussia das Qualifikationsspiel für das Hallenmasters in Bremen. Durch Tore von But, Dede und Salou besiegt man die SG Wattenscheid 09 knapp mit 3-2. Vor dem DFB-Hallenmaster finden zwischen dem 18. und 24. Januar drei Testspiele statt. Während man gegen Galatasaray Istanbul nur ein 1-1 erzielt, besiegt man Feyenoord Rotterdamm mit 5-2 und kassiert gegen Fenerbahce Istanbul eine 2-5-Niederlage.

Am 30.01.1999 beginnt der erste Tag des Hallenmasters und Dortmund besiegt Kickers Offenbach mit 2-1, während man gegen Eintracht Frankfurt eine 1-4-Niederlage hinnehmen muss. Am nächsten Tag gewinnt man dann gegen Hannover 96 mit 2-1 und Rot-Weiß Oberhausen mit 1-0. Im Finale trifft man dann auf den VfL Wolfsburg und gewinnt knapp mit 2-1. Damit ist das bereits der vierte Titel beim DFB-Hallen-Masters für den BVB. Kaum war er da, schon ist er wieder weg. Nach nur 76 Tagen kommt Dortmund den Wunsch von Julio Cesar nach und löst seinen Vertrag vorzeitig auf. Somit kann er das Angebot vom griechischen Spitzenclub Panathinaikos Athen annehmen. In Dülmen findet am 06. Februar ein Testspiel gegen Vitesse Arnehim statt und man trennt sich mit 0-0. Bei der Amerikareise der deutschen Mannschaft spielt man gegen die USA und verliert klar mit 0-3. Dabei erzielt der von Dortmund an Fortuna Köln ausgeliehende Kirovski den zweiten Treffer, während Andreas Möller eine durchwachsene Leistung zeigt. Drei Tage später heißt der Gegner Kolumbien und man trennt sich mit 3-3. Erneut spielt Möller nicht gut und wird von der Presse zum Sündenbock abgestempelt. Währenddessen beginnt in Deutschland beim BVB die Endphase der Rückrunden-Vorbereitung. Am 13. und 16. Februar testet man gegen Mönchengladbach (in Köln, endet mit 1-1) und bei der SG Wattenscheid 09 (1-0-Sieg).

Der Rückrundenauftakt am 20.02.1999 bei Hertha BSC Berlin geht gründlich daneben. Man verliert nicht nur klar mit 0-3, sondern Micky Stevic bekommt bei seinem Debüt eine Ampelkarte. Dafür siegt man eine Woche später daheim gegen den 1. FC Nürnberg ebenso klar mit 3-0. Der März beginnt mit einem Kracher. Fredi Bobic teilt mit, dass er am Saisonende den VfB Stuttgart verlassen wird und einen Vertrag bei Borussia Dortmund unterzeichnet. Vier Tage später schafft es der BVB endlich mal wieder, einen Auswärtssieg zu holen. Beim VfL Bochum gewinnt man mit 1-0 und feiert den ersten Sieg in der Fremde in dieser Saison. Auch das Heimspiel eine Woche später gegen Bayer 04 Leverkusen kann mit dem gleichen Ergebnis für sich entscheiden. Am 17. März zieht sich Stefan Reuter im Training einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu und zwei Tage später schafft man beim VfL Wolfsburg ein 0-0. Während Jens Lehmann sich freuen kann (im vierten von fünf Spielen beim BVB ohne Gegentreffer geblieben), verletzt sich Vladimir But ohne Fremdeinwirkung und zieht sich einen Muskelfaserriss zu. Vor dem Topspiel gegen die Bayern spielt der BVB ein Freundschaftsspiel bei Fortuna Düsseldorf. Die Düsseldorfer gewinnen überraschend klar das Spiel mit 0-4.

Am 03. April kommt der FC Bayern zu Gast ins Westfalenstadion und 68.600 Zuschauer bereiten Ex-BVB-Trainer Ottmar Hitzfeld und seinem Assistenten Michael Henkel einen herrlichen Empfang. Beide Mannschaften trennen sich schließlich auch mit einem 2-2-Unentschieden. Fünf Tage später gibt Borussia bekannt, dass für die neue Saison der ghanaische Nationalspieler Otto Addo von Hannover 96 verpflichtet wird. Turbulent geht es zwei Tage später in Rostock weiter. Bei Hansa verlieren die Dortmunder nicht nur mit 0-2, sondern Jens Lehmann sieht in der Schlussminute wegen einer Unbeherrschtheit eine Rote Karte (dafür übernimmt Micky Stevic den Job zwischen den Pfosten) und Stürmer Stephane Chapuisat zieht sich einen schmerzhaften Hexenschuss zu. Beim 2-1-Sieg des BVB gegen SC Freiburg vier Tage später feiert Thomas Häßler sein Comeback nach seiner Virusinfektion. Er kam für den Stürmer Bashirou Salou ins Spiel. Ein weiteres Comeback feiert Teddy de Beer und krönte das in der 81. Minute durch einen gehaltenen Elfmeter. Wiederum vier Tage später endet der Ausflug nach Hamburg mit einem torlosen 0-0 beim HSV. Vor dem nächsten Spieltag gibt es zwei vertragliche Entscheidungen: Zum einen wurde der Wechsel von Christian Wörns vom französischen Erstligisten Paris St. Germain zum BVB bekannt gegeben, außerdem einigten die Dortmunder sich mit dem Hamburger Vermarktungsgesellschaft UFA über einen Zehnjahres-Vertrag. Am 23. April hieß der Gegner im Dortmunder Westfalenstadion Werder Bremen und die Borussen gewannen mit 2-1. Vor dem nächsten Bundesligaspiel haben die Schwarzgelben ein Freundschaftsspiel gegen eine Stadtauswahl aus Recklinghausen. Die Dortmunder gewinnen klar mit 10-0.

Am 02.05.1999 findet das nächste Bundesligaspiel in Duisburg statt. Erneut kann Borussia auswärts nicht gewinnen, man verliert beim MSV mit 2-3. Drei Tage später muss man nach Gelsenkirchen und erreicht dort ein 1-1-Unentschieden. Aber in der Mannschaft gärt es, denn die Reservisten Stephane Chapuisat und Thomas Häßler wollen spielen. Beide kündigen an, zum Ende der Saison den Verein zu verlassen. Drei Tage nach dem Derby kommt der 1. FC Kaiserslautern ins Westfalenstadion und die Schallmauer von einer Million Zuschauern wird durchbrochen. Das Spiel endete mit 1-0 für die Westfalen. Am 14. Mai teilt der BVB mit, dass René Schneider wieder zurück zu seinem früheren Klub Hansa Rostock geht. Außerdem darf Icke Häßler den Verein verlassen. Borussia Dortmund verzichtet sogar auf eine Ablösesumme für den Nationalspieler. Ein Tag später reisen die Dortmunder nach Hessen zum Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt. Erneut kassiert man eine Niederlage, dieses Mal 0-2. Alfred „Aki" Schmidt wird von der UEFA zum letzten Endspiel im Europapokal der Pokalsieger zwischen RCD Mallorca und Lazio Rom (1-2) am 19.05.1999 als Mitglied der Pokalsiegermannschaft von 1966 eingeladen. Gegen Rheine findet drei Tage nach dem letzten Bundesligaspiel ein Testspiel statt und wenigstens in Rheine können die Borussen gewinnen (8-1). Im nächsten Bundesligaspiel gegen 1860 München vier Tage nach dem Testspiel gewinnen die Dortmunder das Heimspiel mit 3-1 und qualifizieren sich damit bereits vorzeitig für den Uefa-Cup. Manager Michael Meier betont, dass man sogar keine Prämien dafür zahlen muss.

Am letzten Spieltag am 29. Mai tritt der BVB bei seinem Namensvetter in Gladbach an und endlich gibt es den zweiten Auswärtssieg für die Dortmunder. Der 2-0-Sieg durch Treffer von Chapuisat bedeutet sogar, dass Dortmund auf Platz vier mit 57 Punkten und 48-34 Toren klettert und damit an der Qualifikation für die Champions League teilnehmen darf. Dabei profitierten die Dortmunder vom Sieg des Abstiegskandidaten Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern (5-1). Nach dem letzten Spiel wird auch das Personal für die neue Saison gehörig durcheinander gewirbelt. Thomas Hengen wechselt auf Leihbasis zum türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul. Außerdem versuchen die Borussen den Brasilianer Paulo Sergio nach Dortmund zu holen, müssen aber beim 15-Millionen-Angebot des FC Bayern aufgeben. Dafür wird der nigerianische Nationalspieler Victor Ikpeba vom AS Monaco verpflichtet und erhält einen Vierjahres-Vertrag. Dafür wechselt Bashirou Salou zum Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt.




Der Kader der Saison 1998/99
Der Kader der Saison 1998/99

Fazit:

Ein sehr turbulentes Jahr war diese Saison. Zum einen kriselte es zwischen den Trainer und den Spielern. Als Beispiel kann man da sein Verhältnis zum „Talent" Ike Häßler sehen. Auch sonst herrschte in dieser Mannschaft viel Neid und Grüppchenbildung. Aber nicht nur mit den Spielern hatte Michael Skibbe Probleme, sondern auch mit den Fans. Seine nüchterne Spielweise und die schlechten Ergebnisse (vor allem Auswärts) sorgten dafür, dass je länger die Saison dauerte, die Skibbe-Raus-Rufe immer lauter wurden. Der jüngste Bundesligatrainer muss dabei viel Lehrgeld zahlen. Auch weil er vieles in sich hinein frisst und nach außen den stets fairen und zurückhaltenden Trainer präsentiert. Aber nicht nur der Trainer hatte Probleme mit den Fans. Gerade die Verpflichtung des Ex-GElerJens Lehmann für den beliebten Stefan Klos brachte viel Unverständnis und Ärger mit sich. Zwar normalisierte sich irgendwann das Verhältnis zwischen ihm und den Fans, aber eine Liebe entstand da nie. Ein weiteres Problem war die Übersättigung und die Lustlosigkeit auf den Rängen. War man vor allen in den Anfangzeiten der 90er Jahre gerade über die Fans nach vorne gepuscht worden, so musste seit ein paar Jahren es anders herum passieren. Nur wenn unten auf dem Rasen etwas passierte, kamen die Fans. Und die sportlichen Darbietungen in dieser Saison sorgten nicht gerade dafür, dass Beifallstürme und Anfeuerung von den Rängen kamen.

In dieser Saison hatte Borussia zwei Gesichter. Während man daheim im Westfalenstadion nur eine Niederlage kassieren musste und am Ende die zweitbeste Heimbilanz vorweisen konnte, blieb man Auswärts ohne Durchschlagskraft. Gerade mal zwei Partien konnte man gewinnen (VfL Bochum und Mönchengladbach) und mit 13 Punkten war man auswärts genauso schlecht wie der Tabellenfünfzehnte Eintracht Frankfurt. Ein weiteres Problem war die Disziplin der Dortmunder. Alleine zwei Rote und vier Gelbrote Karten mussten die Borussen hinnehmen. Und wie heißt es schon im Eishockey, von der Strafbank kann man keine Spiele gewinnen.

Ein weiteres Problem waren die Einkäufe der Dortmunder. Obwohl der BVB mittlerweile den höchsten Etat der Bundesligisten hatte (die 65 Mio. DM lagen noch vor den Bayern, Leverkusen und Meister Lautern) und die halbe Mannschaft ausgetauscht hatte, blieben die meisten Einkäufe blass. Sowohl Häßler als auch Hengen kamen nie richtig in Dortmund an. Sergej Barbarez zog sich den Zorn der Fans durch seine oft nachlässig und gelangweilt wirkende Spielweise zu. Auch der Duisburger Einkauf Salou blieb mit gerade einmal vier Bundesligatreffer und einen Treffer im Pokal (aber immerhin gegen GE) unter den Erwartungen zurück. Gerade das Toreschießen war ein Problem. Bester Torschütze mit nur 8 Treffern war Stephane Chapuisat, dahinter kam Möller mit sieben und Heiko Herrlich mit sechs Treffern. Positive Einkäufe waren der im Winter gewechselte Micky Stevic, Alfred Nijhuis und Dede, der trotz Verletzungspech und Heimweh schnell zum Publikumsliebling aufstieg. Das große Problem des Trainers war der sehr große Kader und die dadurch nicht vorhandene Hierarchie im Team. Um es mit den Worten des großen TV-Trainer Udo Lattek zusagen: „Es herrschte Neid und Missgunst".

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