Eua Senf

Derbygedicht

02.02.2011, 10:38 Uhr von:  Gastautor
Derbygedicht

Jeder weiß, was am Freitag ins Haus, oder besser ins Stadion steht. Derby. Der ungeliebte Nachbar gibt seine Visitenkarte und hoffentlich auch alle drei Punkte ab. Ein Spiel, das nicht nur mitreißt, sondern auch kreativ macht. Von Tim Stratmann haben wir zu diesem Thema ein Gedicht zugesendet bekommen, das wir Euch gerne weiterleiten möchten.

Wenn's blaue Pack aus Dortmund flieht, ist Derbyzeit im Ruhrgebiet.
Bei Fußball, Bratwurst und auch Bier, kocht das ganze Ruhrrevier.
Die Nummer 1 in der Tabelle, wart ich schau mal auf die Schnelle.

Ist Borussia ziemlich klar, vielleicht wird unser Traum bald wahr.
Die Nummer 1 in der Nation, spielt im WESTFALENSTADION.
Der Tempel der Glückseeligkeit, macht sich auf's Derby spielbereit:

Die blauen Stürmer leiden schneller, dank unsres Torwarts Weidenfeller.
Schmelzer auf der linken Seite, zieht das Spiel voll in die Breite.
Neven mit 5 gelben Karten, muss im Derby leider warten.
Santana ist sonst nur Ersatz, doch heute spielt er neben Mats.
Zusammen mit Mats dem Milchgesicht, hält er unsre Abwehr dicht.
Piszczek geht oft mit nach vorn, treibt Felix M. sein Team zum Zorn.

Manni dat is' unser Held, haut alles weg im Mittelfeld.
Sahin zum Erstaunen Vieler, ist bester Bundesligaspieler.
In Japan zückte Zorc den Stift, Kagawa kam, er trifft und trifft.
Doch fehlt im Derby er verletzt, wird von Mario ersetzt.
Götze ist erst 18 Jahr, doch ist schon unser Dribbelstar.
Kuba läuft und schlägt die Flanke, auf Lewandowski - der sagt "danke".

Zidan ist erstmal nur Ersatz, kommt später vielleicht auf den Platz.
Wenn er kommt, wird Magath raunen, soviel Klasse lässt ihn staunen.
Das eine Team, es rennt und rennt, das andere nur Geld verbrennt.
Die Spieler sich die Hände reiben, können ruhig erfolglos bleiben.
Titel gibt's zwar nicht sobald, dafür aber das Gehalt.

Zum Pack gibt's sonst nicht viel zu sagen, außer dass sie Sorgen plagen.
Ein Beispiel liegt mir da auch vor, steht knapp vor Manu Neuers Tor.
Metzelder Pseudo-Abwehrhüne, schlottert vor der Südtribüne.
Im Tor verzweifelt er, der Neuer, dank Barrios dem Ungeheuer.
Der lässt es einfach gar nicht sein und haut ihm ständig einen rein.

Doch plötzlich liegt Manu und ist mächtig sauer, "er hat mich getreten, es macht ganz doll aua".
Der Schiri kommt und schaut sich das an, wo Manu denn bloss verletzt seien kann.
"Du hälst dir den Fuß, wo ich garnix seh?" Kevin sagt trocken, "Tja, Doofheit tut weh.".
Nach 90 Minuten ist eines gewiss, auch S04 hat vor Dortmund Schiss.

Die Spieler, sie jubeln und liegen im Gras, sie träumen von mehr und haben viel Spaß.
Kommt nach dem Sieg noch zum Spielfeldrand, dort grüßt euch Jungs, die gelbe Wand.
Wieder ein Sieg, das Märchen geht weiter, Borussia bleibt lange noch Spitzenreiter.
Derbysieger nicht GE, den Pütt beherrscht der BVB.

Und nach dem Spiel, genug mit sticheln, geh'n wir gemeinsam einen picheln.
Glaubt es mir, wenn ich's doch sage, auf eure Derby-Niederlage.
Gelsenkirchen, oh du hässlicher Ort, zu deinem Verein noch ein letztes Wort:
Beim Pack sind zwar die Kassen leer (im Pott gibt's keine Kohle mehr).

Doch erschreckt das drüben keinen, lieber später drüber weinen.
Lieber liegt man unter Bäumen und tut von Meisterschaften träumen.
Für Meistertitel geht ihr beten, typisch in'ne Stadt von Proleten.
Verrenkt euch dies Jahr blos nicht den Nacken, ihr dürft nur gucken und wir sie anpacken.

Bei euch sind's nur verstaubte Regale, bei und glänzt bald die Meisterschale.
Das wollt ihr zwar nicht gerne hören und könnt euch gerne jetzt empören.
Gelsenkirchen liegt im Schutt, verlor'n in Dortmund, Dach kaputt.
Einst kam ein Borusse mitte Fahne und hisste diese auf der Plane.

Die Saison nimmt ihren gewohnten Gang, am Ende heißt es "Ein Leben lang...".
Nun zum Schlusssatz von meinem Gedicht, das der Eine mag und der Andere nicht.
Falls du einer von den Mögern bist, lies weiter, denn mein Schlusssätzchen ist:
"Das Müsli, die Pommes, Borussia, das Ei, überall ist eine Schale dabei.
Nur wo der Vatter mit dem Sohne, bleibts ein weiteres Jahr ohne."

geschrieben von Tim Stratmann

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