Warmlaufen

Zwei Vereine, so grundverschieden ? Die Derby-Woche im Ticker

25.02.2010, 22:53 Uhr von:  Redaktion

Zidan und Co. bejubeln den Ausgleich in der ArenaAm Freitag ist es wieder soweit. Derby in der Turnhalle zu Herne-West. Wir lassen hier jetzt die wichtigsten Eckpunkte der Derbywoche passieren. Sowohl beim BVB als auch bei den Blauen. Eine Woche voller Ereignisse bei zwei Vereinen, die unterschiedlicher kaum sein können.

21. Februar, 19.18 Uhr: Deutschland feiert. Und zwar den Sieg der Wolfsburger. Felix Magath sucht eine Werbebande in die er reintreten kann, findet aber nur das Hinterteil seines Co-Trainers. Seppo Eichkorn soll inzwischen mit Kissen wieder schmerzfrei sitzen können.

22. Februar, 10.20 Uhr: Die Derbywoche fängt an. Jürgen Klopp freut sich sichtlich und murmelt immer wieder die Worte von Norbert Dickels Netradio-Originalkommentar vom 2:0 aus dem Mai 2007.

22. Februar, 11.34 Uhr: Auch bei den Blauen geht es los, aber sie knacken noch an der Niederlage vom Vortag. Weil Manuel Neuer einen Fehler beim 1:1 unterlaufen ist, schickt Magath ihn auf eine Strafrunde. Einmal die A42 bis Castrop-Rauxel und wieder zurück. Mit Bleiweste. Und Seppo Eichkorn auf den Schultern. Der schreit bei jedem Schritt auf vor Schmerz. Neuers Schultern sind halt knochig, da schmerzt der lädierte Podex.

Sahin gegen Farfan in der Hinrunde22. Februar 19.09 Uhr: Neven Subotic und Nuri Sahin spielen an der Playstation das Derby schon mal vor. Schwierigskeitsgrad: Anfänger. Damit auch bloß nichts schief geht. Endergebnisse der fünf Begegnungen: Der BVB gewinnt mit 13:0, 9:0, 14:0, 11:0, 20:1. Das Gegentor ärgert Nuri: „Ausgerechnet der!“ Den Fehler machte Neven Subotic. Aber nicht der reale, sondern der PS3-Subotic. „Danach hab ich die Wurst sofort ausgewechselt“, gibt sich Nuri als Taktikfuchs.

22. Februar 22.56 Uhr: Manuel Neuer wird als Anhalter an der A42-Autobahnauffahrt Herne-Horsthausen gesehen. Völlig entkräftet hebt er den Daumen und tatsächlich hält auch ein Wagen. Die Mitfahrt scheitert am immer noch auf seinen Schultern sitzenden Eichkorn. Der weigert sich, abzusteigen: „Der Herr Magath hat gesagt, ich soll die ganze Zeit sitzen bleiben“, sagt der Co-Trainer. „Und eigentlich sollen sie laufen und nicht mit dem Auto mitfahren, Herr Neuer, ich werde das melden.“

23. Februar 14.45 Uhr: Mit der Peitsche lässt Felix Magath seine Spieler über den Trainingsrasen jagen. Es peitscht immer wieder, die blauen Spieler haben Mühe, dem knallenden Seil zu entkommen. Vorbereitung auf Extremsituationen nennt der Cheftrainer das. Die Spieler fragen sich allerdings, welche Extremsituation da simuliert wird. „Sind wir Freitag bei Stars in der Manege?“, fragt Kevin Kuranyi verdutzt.

23. Februar 18.44 Uhr: In Wanne-Eickel versucht Manuel Neuer verzweifelt, die Bleiweste abzulegen. Seppo Eichkorn, der sich inzwischen aus der Autobahnbotanik Hanfseile geknüpft hat und sich damit auf Neuers Schultern festgebunden hat, hindert den Torwart daran. „Herr Magath hat gesagt, die Bleiweste bleibt bis zum Schluss dran“, ruft der Co-Trainer immer wieder. „Ich werde das melden.“

24. Februar 12.00 Uhr: Pressekonferenz im BVB-Trainingszentrum. Die Stimmung ist hervorragend, wie immer. Pressesprecher Josef Schneck begrüßt mit neckischem Unterton BVB-Legende Aki Schmidt, der erwidert die Frotzeleien. Die Journalisten lachen, Michael Zorc und Jürgen Klopp sind ebenfalls bestens gelaunt.

Magath im Presseraum24. Februar irgendwann am Tag: Pressekonferenz im Presseraum der Stadionhalle. Eisige Stimmung weht durch den gekachelten Raum, als der S04-Pressesprecher mit leicht ängstlicher Miene die Journalisten begrüßt. Felix Magath sitzt grinsend daneben und packt einen Teebeutel aus, um ihn dann in eine Tasse voller heißem Wasser zu tunken und minutenlang darin rumzuschwenken. Mit festem Blick auf die Tasse gibt er den anwesenden Journalisten erste Statements zum Befinden seiner Mannschaft. Als die Fragerunde eröffnet ist, dauert es einige Zeit, bis sich ein Schreiberling traut, eine Frage zu stellen. Der Trainer schwenkt den Teebeutet immer noch. Der S04-Pressesprecher wird immer nervöser. Magath wickelt den Teebeutel schließlich um einen Löffel und quetscht auch noch den letzten Tropfen aus dem nassen Beutel. Sparmaßnahmen in blau. Als die Pressekonferenz schließlich zu Ende ist, ist die Tasse Tee des Herrn Magath angerichtet, die ein S04-Mitarbeiter dann direkt in den Ausguss gießen kann.

25. Februar 11.27 Uhr: Abschlusstraining der Blauen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Zwei schwatzgelb.de-Redakteure schmuggeln sich als Papst und Bundeskanzlerin verkleidet aufs Gelände und berichten nun exklusiv von der Trainingseinheit. Ein Protokoll des Grauens und Entsetzens.

Papst: Gänsemarsch einmal um den Platz, Medizinball auf dem Kopf balancierend, sehr skurrile Trainingsmethode.

Kanzlerin: Und was machen sie jetzt?

Papst: Magath macht ihnen Beine. Sie müssen wild umherlaufen und die Trainer schmeißen frisch gezündete China Böller D in die Menge. Wer von einem erwischt wird, ist raus. Soll wohl das Reaktionsvermögen schulen.

Kanzlerin: Guck mal, was der Bordon macht. Der hebt einen Blindgänger auf und steckt den heimlich in Farfans Hose.

Papst: Explodiert es da?

Der FelixKanzlerin: Nee, is ja ein Blindgänger. BUUUUMMMMMM

Kanzlerin: Hat wohl doch noch gekokelt. Farfans Hose ist zerfetzt. Nette Boxershorts, erkenne ich da Diddle Mäuse auf dem Schlüpfer des Peruaners?

Papst: Ich glaub es nicht: Das nennt man wohl Barren, was die Co-Trainer da machen. Ich dachte, das gibt es nur im Pferdesport.

Kanzlerin: Naja, jetzt weißt Du auch, warum der Pander die Stutzen immer bis zum Arsch hoch zieht.

Papst: Das ist ja mal was fortschrittliches. Liegestützen und Magath sitzt im Schneidersitz auf dem Spieler und macht Yoga.

Kanzlerin: Und das macht ihm sogar sichtlich Spaß, so wie der grinst.

Papst: Was soll das denn jetzt? Sie formieren sich alle um Magath, knien sich hin und beten den Trainer quasi an. Erinnert mich an die Szene aus Star Wars, als die Ewoks C3PO für einen Gott halten.

Kanzlerin: Guck mal, der Tönnies macht auch mit. Und jetzt greift er zum Mikro.

(Aus der Ferne ist Tönnies zu hören)

Tönnies: Oh, großer Felix, der du den Erfolg und das Geld auf Schalke zurückgebracht hast. Was verlangst Du von uns?

Magath: Bellt alle wie ein kleiner Dackel!

(Wau, wau, wau, wau ist aus vielen Kehlen zu hören.)

Tönnies: Wir sind unwürdig, wir sind Schmutz. Was verlangst Du noch?

Magath: Ihr seid alle Teebeutel, benehmt euch entsprechend!

(Alle Spieler stehen auf, und wackeln merkwürdig hin und her, die Co-Trainer bespritzen alle Kicker mit Wasser aus Feuerwehrschläuchen. Kochendes Wasser.)

Neuer muss Strafrunden laufenPapst: Was macht der Baumjohann, guck mal. Der schneidet sich mit einem Taschenmesser in den Oberarm.

Baumjohann: Mist, Trainer, ich bin verletzt, dicke Fleischwunde, ist wohl gerade im Zweikampf mit Rafinha passiert. Ich muss das Training abbrechen.

(Alexander Baumjohann dreht sich sofort um, ohne auf eine Antwort des Trainers zu warten und geht in Richtung Kabine. Dabei murmelt er vor sich hin: Wo bin ich hier denn rein geraten?)

Magath brüllt: Was soll das, Baumjohann? Ich habe keine Erlaubnis erteilt, den Truppenübungsplatz zu verlassen. Baumjohann, Sie sitzen am Freitag auf der Tribüne, Sie Wurm.

Kanzlerin: Der rastet ja schnell aus. Achtung, sein Kopf wird noch röter.

Magath brüllt: Wo ist der verdammte Torwart? Co-Trainer, schafft mir diesen Neuer her. Sofort.

Co-Trainer: Aber, Sir, Sie haben Manuel auf eine Strafrunde geschickt am Montag.

Magath: Wie bitte? Das ist doch schon vier Tage her, der müsste doch schon seit zwei Stunden wieder da sein. Eichkorn, die Niete, ist gefeuert.

Tönnies: Selbstverständlich, Herr Magath. Ich sorge dafür, dass der nie wieder in Deutschland Arbeit findet.

Magath: Der soll weltweit keine Arbeit mehr finden.

Tönnies: Selbstverständlich. Das wird erledigt.

Aber diskutieren, dass kann der ManuPapst: Mein Gott, das ist ja mal eine freundliche Arbeitsatmosphäre.

Kanzlerin: Guck mal, wer da völlig zerzaust ankommt. Der Neuer.

Neuer: Trainer, melde mich zum Dienst.

Magath: Zu spääääät! Strafrunde. Im Rückwärts-Dauerlauf einmal um Gelsenkirchen, und wenn Du zum Anstoß nicht hier bist, dann spielt jemand andeeeeeeeers.

(Neuers Haare fliegen nach hinten, so sehr schreit Magath den jungen Torhüter an. Der trabt los und murmelt vor sich hin: Zum Glück spiel ich ab nächste Saison bei den Bayern, ist ja nicht zum Aushalten hier.)

Magath: Wer sind Sie denn?

(Jetzt wird es ernst. Magath geht auf die sg-Redakteure zu.)

Papst: Ich bin der Papst.

Kanzlerin: Ich bin die deutsche Bundeskanzlerin.

Magath: Haben Sie die Erlaubnis, anwesend zu sein?

Papst: Äh, nicht dabei, aber……..

Magath: Dann scheren Sie sich vom Truppengelände!

(Magath rennt los und schwingt einen Dreizack)

Magath: Diese Spione, die meine Arbeit unterwandern, schnappe ich mir.

(Papst und Kanzlerin rennen so schnell es geht los und schaffen es gerade noch ins Auto und vom Trainingsgelände runter, bevor die Sicherheitsanlage alle Stahltore schließen lässt und sich die Scharfschützen formiert haben.)

Papst: Mein Gott, das war das gruseligste, dass ich je gesehen habe. Und ich kenne alle Teile von SAW.

Großkreutz, hier gegen GA, erzählt Anti-GE-Witze25. Februar 15.42 Uhr: Abschlusstraining beim BVB. Schwatzgelb.de hat als einziger Vertreter der Medien Zutritt. Jürgen Klopp lässt zu Beginn Nuri Sahin und Kevin Großkreutz ein paar Schalke-Witze erzählen. Die Stimmung ist hervorragend. Danach geht es zum leichten Lauftraining und Taktikschulung. Immer wieder rufen sich die BVB-Profis zu: Derbysieg! Selbst Lucas Barrios ruft es andauernd, auch wenn er gar nicht mitspielen darf.

25. Februar 23.58 Uhr: Manuel Neuer ist bei Schloss Berge gelandet und wird dauernd von Damen angesprochen. „Wo bin ich denn hier gelandet“, ruft er laut und verängstigt. Ein Wagen fährt vor, das Fenster geht runter: „Hey, Manuel, steig ein.“ Der Torwart ist erleichtert: „Gut, dass Sie hier sind. Aber was machen Sie in dieser Gegend, Herr……..“ Der Wagen braust ab.

26. Februar 20.30 Uhr: Anstoß in der Turnhalle. Ab jetzt zählt nur noch eins: Derbysieg.

DvB, 25.02.2010

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