Warmlaufen

Die Nürnberg-Challenge: Biege einen 0:2-Rückstand um!

03.12.2010, 21:12 Uhr von:  Redaktion

Aufgeregt ruft Mats seinen Kumpel Neven an: „Komm sofort rüber, es ist hier!Komm sofort rüber, es ist hier!“ „Was?“, ruft Neven. „Das wirst du schon sehen, komm rüber“, brüllt Mats zurück. „Ok.“ Neven zieht sich seine BVB-Fanjacke über und rennt die Straße runter. Passanten gucken dem Jungen verdutzt hinterher. Ein Hund will sich von der Leine losreißen und mitrennen. Nach zwei Minuten hat Neven sein Ziel erreicht. Er klingelt, die Tür geht auf und durch den Türspalt sieht er nur das neue FIFA 2011 für die Xbox 360. Und er weiß: Ab jetzt geht der Fußballspaß los.

Jetzt ist Neven mindestens genauso aufgeregt. „Wieso hast Du das schon?“ Mats guckt triumphierend. „Tja, Connections!“ Die beiden rennen zur Konsole, legen die DVD ein und starten das Spiel. Sie sind siegessicher, haben sie doch schon etliche Erfolge mit dem Vorgängerspiel gefeiert. „Jetzt nimm schon den BVB als Team“, ruft Neven. „Was denn wohl sonst, Du Gummistiefel?“ Mats schüttelt verständnislos mit dem Kopf.

Im ersten Match geht es gegen Leverkusen. „Wieviel geben wir denen vor?“ Mats erinnert sich daran, wie gut er mit dem FIFA-Spiel umgehen kann. „2:0 vor für Leverkusen?“ Neven zögert, sagt dann aber ja. Es geht los. Die beiden daddeln, was das Zeug hält. „Hömma, den Kuba hätten sie ruhig mal ein bisschen schneller machen können. Und die Frisur beim Großkreutz stimmt auch nicht so ganz.“ Neven ist genervt von den Zwischenrufen von Mats: „Konzentrier dich mal, Du Gesichts-Elfmeter.“ Mats wird nervös. „Wieso geht das nicht?“ Sie hauen auf den Pads rum, versuchen es mit allen Tricks, die sie kennen, aber es wird nichts. Am Ende steht eine 0:2-Niederlage.

„Haben wir alles verlernt?“ Neven schaut traurig aus der Wäsche.„Haben wir alles verlernt?“ Neven schaut traurig aus der Wäsche. „Das ist ernüchternd, wir haben uns total naiv angestellt.“ Mats rennt wie ein Tiger im Käfig durch das Zimmer und überlegt. „Ey, Neven guck dir mal den Spielplan an. Wenn wir Pech haben, stehen wir nach vier Spielen mit null Punkten da.“ Eine realistische Einschätzung, die kommenden Gegner lauten Stuttgart, Wolfsburg und Blau.

Die beiden fassen einen Entschluss. „Vielleicht sind wir zu arrogant rangegangen. Ab jetzt beginnen wir bei 0:0.“ Etwas ängstlich starten sie das Auswärtsspiel in Stuttgart. Doch schon nach fünf Minuten hellen sich die Gesichter der beiden auf. 1:0 – irgendwie landet der Ball im Netz. „Ja, weiter, Neven“, brüllt Mats. Und es geht Schlag auf Schlag. Barrios und Götze erhöhen bis zu 37. Minute auf 3:0. Das Gegentor in der 2. Halbzeit ist nicht mehr als ein Schönheitsfehler. „Jawoll, Mats, geht doch.“ Auch das nächste Spiel gegen Wolfsburg gewinnen die beiden. Ein lockeres 2:0.

Mit sichtlich mehr Selbstvertrauen halten Mats und Neven jetzt ihre Gamepads in der Hand. Waren Stuttgart und Wolfsburg doch angetreten, um oben mitzuspielen. Und nun geht es gegen den nächsten Möchtegern-Meister. „Wir müssen in diese hässliche Turnhalle. Aber die hauen wir weg.“ Im Spiel gegen die Blauen aus Gelsenkirchen ist schnell klar, wer in diesem Jahr die Nr. 1 im Pott ist. „Das geht ja gut ab“, meint Mats, als sein BVB durch Kagawa in Führung geht. „Eigentlich müssten wir schon 4:0 führen“, gibt sich Neven selbstkritisch. In Halbzeit 2 erhöht der von Mats gesteuerte Kagawa auf 2:0 und kurz vor Schluss macht Lewandowski das 3:0, diesmal von Neven gesteuert. „Sauber, die hauen wir aus dem Stadion. Ich will das 4:0“ Stattdessen fangen sich die beiden ein dummes Gegentor.

In Halbzeit 2 erhöht der von Mats gesteuerte Kagawa auf 2:0 und kurz vor Schluss macht Lewandowski das 3:0, diesmal von Neven gesteuert.Egal, Derby auf der Xbox gewonnen. Platz 3 in der Tabelle, die Blauen mit 0 Punkten auf Platz 18 geschickt. Aber Neven freut sich gar nicht so sehr. „Was ist los?“, fragt Mats. „Naja, bleib mal auf dem Teppich. Guck mal gegen wen wir gewonnen haben bis jetzt.“ Mats guckt verwundert: „Wieso?“. Neven deutet auf die Tabelle: „Das sind keine Favoriten, das waren bisher nur Trümmerhaufen. Gegen die einzig gute Mannschaft Leverkusen haben wir gleich verloren.“ Beruhigend legt Mats den Arm um seinen Kumpel. „Ey, Neven, denen haben wir 2:0 Vorsprung gegeben. Sonst hätten wir da mindestens einen Punkt geholt.“

Der Abend bricht an, Neven geht nach Hause. Am nächsten Morgen treffen die beiden auf ihre Schulkameraden Manuel alias Manu und Christian, genannt Funky P. „Na, Manu, du blauer Vollpfosten, hallo Funky, Du Howard Carpendale von Gelsenkirchen-Bismarck, wie läufts?“ Manuel guckt verärgert: „Klappe, du gelber Trottel!“ Mats grinst: „Schon FIFA 2011 angezockt?“ Die Gesichter von Manuel und Christian verfinstern sich noch mehr: „Da klappt nix, wir verlieren alles.“ Neven lacht: „Ihr hättet vielleicht nicht die ganzen Sommerferien diesen World of Warcraft-Müll zocken sollen!“ Mats steigt ein: „Genau, und euer dauerndes Wechseln zur Wii und diesen Schüttel-Controllern war vielleicht auch nicht so gut.“ Lachend gehen die beiden in die Klasse.

Am Nachmittag geht es weiter. Die beiden eher schwächer eingeschätzten Vereine Kaiserslautern und FC St. Pauli werden mit 5:0 und 3:1 geschlagen. „Läuft“, ruft Neven und macht seinen Spielpartner darauf aufmerksam, dass nun ein harter Brocken wartet. Bayern München. „Locker“, ruft Mats und es geht los. In der ersten Halbzeit läuft bei Mats und Neven nichts zusammen. „Watt machst du da?“, ruft Neven. Und Mats entgegnet: „Weiß nicht, alles was klappte, geht plötzlich nicht mehr.“ Die KI von Mario Gomez verhindert aber einen Rückstand.

Noch Fragen?In der Halbzeit stellen die beiden die Konsole auf Pause und schmeißen eine Folge SpongeBob in den DVD-Player. „Erst mal runter kommen“, sagt Mats. Nach 20 Minuten geht es weiter. „Und jetzt konzentrier Dich, sonst stopf ich Dir mein Pad ins Maul“, sagt Neven. Und schon nach wenigen Sekunden knallt Mats die Kugel ins Netz der Bayern. Voll konzentriert gewinnen die beiden das Spiel schließlich sicher mit 2:0.

Darauf folgt ein 2:1 in Köln, was in letzter Minute sicher gestellt wurde. Trotzdem haben Mats und Neven inzwischen viel Selbstvertrauen aufgebaut. Für das Spiel gegen Hoffenheim fassen sie einen Plan. „Denen geben wir 1:0 vor, um es etwas spannender zu machen.“ Mats gibt sich gewohnt siegessicher, Neven willigt ein. Es folgt ein zähes Anrennen gegen den Rückstand. Mit einem nie für möglich gehaltenen Kunstschuss in der letzten Minute gelingt doch noch der Ausgleich. Die beiden feiern ihn wie einen Sieg, beschließen aber, erst mal wieder bei 0:0 anzufangen.

Es folgen zwei vermeintlich schwere Spiele beim Überraschungstabellenführer Mainz 05 und bei den überraschend starken Hannoveranern. Beide Spiele werden gewonnen, einmal 2:0 und einmal 4:0. „Das ging ja irgendwie einfach“, meint Neven. „Ja, irgendwie zu einfach“, sagt Mats nachdenklich. „Ach Quatsch, wir sind einfach gut. Wir versuchen es noch mal mit einem 0:1-Rückstand.“ Der nächste Gegner heißt Freiburg. Nachdem es lange nicht so aussieht, als könnte das Ergebnis nicht gedreht werden, schaffen es Mats und Neven schließlich doch noch, das Spiel 2:1 zu gewinnen. „Na endlich mal was umgebogen.“

Auftritt in der letzten SaisonAuch das nächste Spiel gegen Gladbach wollen die beiden mit einem Rückstand angehen. Übermut? Sieht fast so aus. Aber kurz vor der Halbzeit gelingt der Ausgleich. Und in der zweiten Hälfte zaubern Mats und Neven am Pad und gewinnen 4:1. Der Tank des Selbstvertrauens ist randvoll. Jetzt wollen die beiden noch mehr. Und die nächste Challenge steht fest: Gegen Nürnberg wollen sie mit einem 0:2-Rückstand ins Spiel gehen und den dann noch umbiegen. Ob es geklappt hat, erfahrt ihr am Sonntagnachmittag.

DvB, 03.12.2010


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