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Borussia gegen Werder - Die Statistik zum Freund

10.12.2010, 17:44 Uhr von:  Redaktion

Barrios gegen MertesackerGeht die unheimliche Serie weiter? Baut der BVB seine Punkteausbeute auf 43 Punkte aus? Erspielt sich die Mannschaft zum dritten Mal in der Amtszeit von Jürgen Klopp sieben Siege in Serie? Und schlägt sie Werder im vierten Heimspiel hintereinander? Fragen über Fragen und es gibt noch viele mehr vor der Partie gegen die Grün-Weißen aus dem hohen Norden. Erst am späten Samstag, wenn Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf die Partie beendet hat, gibt es die Antworten. Dann sind wir alle ein Stück schlauer.

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Wer kennt ihn nicht, den Spruch, der darauf verweisen soll, dass statistische Werte stets mit Vorsicht zu genießen sind. Was auch immer jemand, der eine Statistik anbringt, mit ihr aussagen will, er schafft es fast immer. Es ist einfach Auslegungssache. Doch bei Borussia Dortmund dürften es die Nörgler diesmal schwer haben, etwas Geeignetes zu finden: Es existieren zwar wie immer unzählige Statistiken zum Verein aus dem Ruhrpott, doch kaum eine darunter kann ihm negativ ausgelegt werden. Man hat nach 15. Spieltagen erst fünf Punkte abgeben müssen und ist damit das Team mit dem besten Saisonstart aller Zeiten, hat zudem mit acht Auswärtssiegen am Stück einen weiteren Bundesligarekord aufgestellt. Und das ist noch längst nicht alles: Der BVB ist mit 37 erzielten Treffern nicht nur die beste Offensivmannschaft der Liga, sondern hat mit neun Gegentreffern auch die beste Verteidigung. Egal, wie man die statistischen Angaben bezüglich des vorzeitigen Herbstmeister also auslegt, das Fazit bleibt immer das gleiche: Der BVB ist im Moment bärenstark!

Ganz anders sieht es beim Gegner aus. Mit Werder Bremen kommt am Wochenende ein Team, das in dieser Saison deutlich unter seinen Erwartungen geblieben ist. Mit 17 Punkten nach 15 Spieltagen hat die Elf von Thomas Schaf den schlechtesten Saisonstart seit Jahren hingelegt. Ein Grund dafür: Die Verletzungsmisere. Mit Naldo, Frings, Wesley, Wiese oder Pizarro fehlen im Laufe der Saison immer wieder Säulen, die das Spiel von Werder dominieren. Auch gute Alternativen wie Arnautovic oder Almeida mussten oder müssen immer wieder wegen Verletzungen oder Sperren pausieren. Das Resultat: Eine Sahin gegen BargfredeFlut an Gegentoren (die nur noch von Gladbach getoppt werden kann) und etliche unerwartete Niederlagen. Dazu kommen zwei Nackenschläge: das Aus in der Championsleague, wo man sich nicht einmal für die Euroleague qualifizieren konnte, und das Aus im DFB-Pokal - damit hat im Norden vor Saisonbeginn niemand gerechnet. Es sind triste Zeiten für die Anhänger von grün-weiß.

Dennoch erwartet den BVB eine schwere Partie. Die Werderaner scheinen sich in den letzten Spielen ein wenig gefangen zu haben, vor allem die zuletzt so arg gescholtene Defensive scheint verstärkt. Einzig die Außenpositionen mit dem Finnen Petri Pasanen und dem Amateurspieler Schmidt wirken arg anfällig und bieten für die Dortmunder Flügelspieler wohl die größten Chancen. Genau diese Schwäche sollte der BVB nutzen, um Angriffe einzuleiten und abzuschließen. Gut möglich, dass sich dabei ein offensiv mehr als anschauliches Spiel ergibt.

Denn mit der Rückkehr von Pizarro ist auch Werder Bremen im Angriff außerordentlich gut besetzt. Das zeigt auch ein Blick auf die - natürlich - Statistik: Die Werder-Bilanz sieht nämlich deutlich besser aus, wenn Pizarro mitwirken konnte. Und wahrscheinlich stünde Bremen sogar ein bisschen besser in der Tabelle, wäre der Angreifer von Verletzungen verschont geblieben. Immerhin 57% der Partien gewann Bremen mit dem Peruaner als Starter, ohne ihn konnte man nur magere 13% aller Spiele für sich entscheiden. Und obwohl Pizarro in seinen bisher sieben Bundesligaeinsätzen nur zwei Tore erzielte, seine alleinige Anwesenheit reicht schon aus, um Freiräume für Mitspieler entstehen zu lassen.

Pizarro gegen Owomoyela und TingaAuch der BVB hat in seinen Reihen einen ähnlich starken Angreifer, der aus dem Krankenlager zurückkehren könnte. Jürgen Klopp jedenfalls zeigte sich seit Donnerstag optimistisch, dass Lucas Barrios nach überstandener Verletzung wieder in die Startformation zurückkehren könnte. "Es sieht gut aus," verriet der Übungsleiter den Journalisten auf der Pressekonferenz zum Spiel. Kann der gebürtige Argentinier also die restlichen Trainingseinheiten inklusive Abschlusstraining bestreiten, stünde einem Einsatz nichts mehr im Wege. Auch die neun Tage Pause sind laut Klopp nicht hinderlich, sondern vielmehr "eine andere Form der Regeneration." Für Robert Lewandowski, der immerhin in beiden Partien als Vertreter treffen konnte, bliebe dann wieder nur der Platz auf der Bank. Und damit scheint der Pole den Fans den Titel des 12. Mannes mehr als streitig zu machen.

Ansonsten wird der BVB unverändert in die Partie gehen, man verfährt nach dem Motto "Never change a winning team". Wollen wir hoffen, dass Jürgen Klopp auch im Spiel gegen Frankfurt keinen Anlass sieht, Wechsel vorzunehmen, weil die Mannschaft wieder einmal drei Punkte eingefahren hat.

Aufstellungen

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - S. Bender, Sahin - M. Götze, Kagawa, Großkreutz - Barrios

Werder: Wiese - D. Schmidt, Mertesacker, Prödl, Pasanen - Frings, Fritz - Kroos, Hunt, Marin - Pizarro

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Assistenten: Willenborg, Kadach
Vierter Schiedsrichter: Winkmann

Daniel R., 10.12.2010

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