Warmlaufen

Nach Hamburg zum kultigsten kultigen Kultklub

24.09.2010, 10:00 Uhr von:  Redaktion

Pauli 2001/2002Die Medien küren mit gewisser Regelmäßigkeit immer einen total knuffigen Kultklub. In den letzten Jahren durften sich vor allem Mainz oder Freiburg über den Titel freuen. Ein kleines Intermezzo schaffte Hoffenheim, bis Herr Ragnick und Herr Hopp mit Zickenterror und fehlenden Erfolg plötzlich wieder nicht mehr in waren. Seit dem Aufstieg von St. Pauli ist ein neuer Mitspieler hinzu gekommen. Denn St. Pauli ist seit einigen Jahren der Kultklub (außer für das DSF bzw. Sport1), zumindest für die vielen Medienschaffenden. In Hamburg spielt man sehr erfolgreich mit diesem Image und befördert den Ruf noch. Ein anarchistisch angehauchtes Auftreten wird überaus erfolgreich als Marke verkauft. In Zeiten, in denen es wieder in geworden ist, alternativ stylisch unterwegs zu sein, ein erfolgversprechendes Konzept. So ist mittlerweile jeder moderne Hippie oder viel mehr Juppy bekennender Anhänger des FC St. Pauli. Zwar kennt man kaum die Mannschaft und sieht eher selten ein Spiel, aber man will ja hip sein. Genauso wie sich schlussendlich St. Pauli von einem schmuddeligen Viertel in eine knallbunte Touristen-Sauf-Bonbon-Welt gewandelt hat, vollzieht der Verein die Gentrifizierung und lässt sich dafür noch feiern.

Bei aller Lästerei muss man dem Verein zu Gute halten, dass es immernoch die Orginale von St. Pauli gibt. Rund um das Stadion sieht man natürlich noch das, was St. Pauli zu eiBVB Gästeblocknem urig verrufenen Klub gemacht hat. Wie lange sich diese Kultur aber noch erhalten kann, bleibt abzuwarten. Vorbildlich steht für beide Hamburger Vereine der Organisationsgrad seiner Anhänger. Da gibt es Strukturen und Räumlichkeiten, die beneidenswert sind. Die Spiele trägt der FC direkt am Kiez im Millerntor aus. Das Stadion wurde die letzten Jahre umgebaut und hat nun einiges an seinem alten Charme verloren. Anderseits bleibt es wohl allein durch die Lage ein besonderes Erlebnis. Trotz Umbau ist das Stadion natürlich auch weiterhin schöner als all die Wellblechpaläste, die heutzutage auf grünen Wiesen entstehen und als Arenen firmieren.

Mit sieben Punkten ist der Aufsteiger recht ordentlich gestartet. Man konnte auswärts in Mönchengladbach und Freiburg gewinnen, im Hamburger Derby holte man gegen den stark gestarteten HSV ein Unentschieden, ohne die Klebe von Mladen Petric hätte man sogar gewinnen können. Da man zu Hause gegen das Projekt Hoffenheim verlor, warten die Fans immer noch auf den ersten Heimsieg in der 1. Bundesliga. Dies soll nun ausgerechnet gegen unsere Borussia gelingen.

FC St. Pauli

AsimoahHolger Stanislawski lässt seine Mannschaft im 4-2-3-1 System auflaufen. Im Tor ist Thomas Kessler gesetzt. Da sich Morena gegen Mönchengladbach nach 22 Minuten verletzte, setzt sich die Viererkette vermutlich aus Rothenbach, Zambrano, Thorandt und Oczipka zusammen. Die Doppelsechs davor bildeten Lehmann und Boll in allen bisherigen Ligaspielen. Im restlichen Mittelfeld ist Stanislawski etwas experimentierfreudiger. Bruns, Hennings, Naki, Kruse und Takyi können sich Hoffnung auf einen der drei Startplätze machen. Da entscheiden sicherlich die Tagesform und/oder Verletzungen. Im Sturm wirbelt Ebbers alleine. Reizfigur Asamoah wurde in den letzten beiden Spiel eingewechselt und konnte gegen Mönchengladbach sein erstes Tor für St. Pauli erzielen. Ob es schon für einen Einsatz von Anfang an reicht, wird man am Samstag sehen müssen. Das Stadionheft beschwört auf jeden Fall Derbystimmung für die ehemaligen Blauen Asamoah, Zambrano und Takyi. Man möchte Derbysiegerbesieger werden.

Borussia Dortmund

Nuri Sahin ist in aller MundeDie Borussen sollten alles daran setzen, dass nicht die nächste alberne Marketingidee umgesetzt werden kann. Jürgen Klopp wird trotz Rotation weiterhin auf das bewährte System setzen. Weidenfeller ist gesetzt, genauso wie Schmelzer, da Dede weiterhin ausfällt. Zusätzlich werden Subotic und Hummels die Innenverteidigung bilden. Piszczek spielte gegen Kaiserslautern souverän, ohne allerdings besondere Akzente zu setzen. Der zuletzt bärenstarke Sahin und Sven Bender bilden zusammen die Doppelsechs vor der Abwehr. Im Mittelfeld wird wohl Großkreutz nach seinem starken Spiel gegen Kaiserslautern zum Zuge kommen. Denkbar ist, dass Klopp in seiner Rotation weiter macht und Lewandowski nach zwei Toren in zwei Spielen für Kagawa startet. Rechts könnte Götze oder Kuba starten. Im Sturm wird Barrios die Innenverteidiger von St. Pauli beschäftigen. Sollte sich kein weiterer Spieler verletzen, stehen Klopp zusätzlich noch Da Silva, Santana, Langerak und Feulner zur Verfügung.

Fakten zum Spiel

Mögliche Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Hummels, Subotic, Schmelzer – Bender, Sahin – Blaszcykowski, Kagawa, Großkreutz – Barrios

Bank: Langerak, Feulner, Owomoyela, Lewandowski, Da Silva, Santana, Götze

Verletzt: Dede, Hajnal, Kehl, Kringe, Zidan

Wir wollen euch siegen sehen...St. Pauli: Kessler – Rothenbach, Zambrano, Thorandt, Oczipka – Boll, Lehmann – Bartels, Takyi, Bruns – Ebbers

Bank: Pliquett, Volz, Naki, Daube, Asamoah, Bartels, Morena

Verletzt: Hain, Sukuta-Pasu

Schiedsrichter: Wolfgang Stark, Jan-Hendrik Salver, Marcel Bartsch, Tobias Christ

Zuschauer: Ins Millerntor passen laut Stadionwelt 23.201 Zuschauer. Das Gästekontingent war innerhalb von Minuten ausverkauft. Es wird mit einigen BVB Fans auf dem Kiez gerechnet. St. Pauli selber meldet sowieso praktisch immer ausverkauft, es kann also mit ordentlicher Fußballatmosphäre gerechnet werden.

Wetter: Die Prognosen gehen von bis zu 16 Grad aus. Zum Abend hin könnte es auch regnen.

mrg, 24.09.2010

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