Warmlaufen

Dortmund in Paris

03.11.2010, 19:39 Uhr von:  Redaktion

Im Hinspiel gab es nur einen PunktDie Wochen der Sechs-Punkte-Spiele gehen weiter. Nachdem man sich in Offenbach aus dem Pokal sang- und klanglos verabschiedet hat, konnte ein Einbruch mit dem klasse Sieg in Mainz vermieden werden. Nun steht schon das nächste Europaleague-Gruppenspiel gegen Paris in Paris an. Da Sevilla zu Hause gegen die bis dato sieglosen Lemberger antritt, hält vermutlich nur ein Sieg die Hoffnungen auf ein Weiterkommen aufrecht.

Die Rahmenbedingungen in Paris dürften außergewöhnlich sein. Offiziell wird mit rund 6000 Borussen in Paris gerechnet, jedoch gibt es eine klare Tendenz zu noch mehr. Zusätzlich ist es wahrscheinlich so, dass die Fanszenen von Paris weiterhin die Heimspiele boykottieren werden. Einen Eindruck von der erschreckenden Situation in Paris bekamen wir Borussen schon beim Heimspiel. Innerhalb der Fangruppen scheint „Jeder gegen Jeden“ zu gelten. Es sollte einen schon sehr nachdenklich stimmen, was in Paris aus einer der besseren Kurven geworden ist. Wer sich über die Situation weiter informieren will, wird hier und hier fündig. Generell kann man sagen, dass in Frankreich die Dinge eben etwas anders laufen und Paris keine alleinige Ausnahme mit seinen verfeindeten Kurven darstellt. Was das für uns Borussen am Donnerstag in Paris bedeutet, ist noch nicht ganz klar. Neben der üblichen Vorsicht und dem Respekt, den man als Gästefans sowieso walten lassen sollte, wird geraten auf die untenstehenden Hinweise der Fanbetreuung (die in Parismit Jens und Sebastian vor Ort sein wird) zu achten.

In der Summe kann man also davon ausgehen, dass die Borussen ein zweites Heimspiel gegen Paris haben werden, wobei es zurzeit noch danach aussieht, dass es zwei Fanblöcke voll mit Borussen gibt – sicherlich eine ungewohnte und interessante Situation. Machen wir das Beste daraus und treiben wir die Jungs zum fälligen Auswärtssieg.

Zum Spiel

Mario Götze soll es richtenDer Tabellensiebte der League 1 spielte am vergangen Spieltag 1:1 in Montpellier und hat mit dem Heimspiel gegen Olympique Marseille einen echten Brocken vor der Tür. Dieses Spiel könnte ein absolutes Geisterspiel werden, da den Marseille-Fans eine Reise nach Paris untersagt worden ist. Damit werden in einem der hitzigsten Spiele Frankreichs völlig die Emotionen auf den Tribünen fehlen.

Beim Spiel in Montpellier stand der aus dem Hinspiel bekannte Edei m Torl. Davor bildeten Tiéne, Sakho, Armand und Jallet die Viererkette. Im Hinspiel spielte noch Camara für Armand. Davor als Doppelsechs spielten Makelele und Chantôme. Die rechte Seite wurde von Giuly bearbeitet und von links kam Nené. Im Sturm durften zuerst Erding und Hoarau ran, wurden aber später gegen Luyindula und Bodmer ausgetauscht, torlos blieben am Ende alle. Auf Grund des nur theoretisch vorhanden Französisch des Schreibers gibt es keine genauere Informationen zur erwarteten Aufstellung.

Beim BVB stellt sich die Elf fast schon alleine auf. Im Tor wird wie gewohnt Weidenfeller die Elfmeter halten. In der Innenverteidigung verrichten Hummels und Subotic seit Sasionbeginn ihren Dienst. Dabei fielen zuletzt bei Subotc einige Unsicherheit auf, die er sich gegen Paris nicht leisten sollte. Gegen Mainz durfte auch Santana wieder mal für einige Minuten sein Können unter Beweis stellen. Sicherlich ist er zur Zeit nur zweite Wahl, aber auf der Innenverteidigerposition sollte einem nicht Angst und Bange werden. Links ist Marcel Schmelzer gesetzt und in Mainz zeigte er auch wieder, warum. Rechts wird Piszczek verteidigen und diese Aufgabe hoffentlich etwas zuverlässiger vor allem nach hinten verrichten als die letzten Spiele. Ebenso wie Paris setzt Jürgen Klopp auf eine Doppelsechs die von Sahin und Bender bekleidet wird. In Paris wird die Kreativität wieder besonders gefragt sein, da der BVB das Spiel machen muss. Auf rechts kann Mario Götze weiter wirbeln und hoffentlich seine Leistung von Mainz bestätigen. Sein Pendant auf der linken Seite wird Großkreutz sein und in der Mitte wird Kagawa die Pariser beschäftigen. Ganz in der Spitze wird Duracell-Barrios wieder sein Tagewerk verrichten, hoffentlich etwas kaltschnäuziger als zuletzt.

Als Alternativen stehen Jürgen Klopp Langerak, Santana, Dede, Feulner, Le Tallec, Lewandowski und Da Silva zu Verfügung, da gab es schon mal dünnere Zeiten.

Zur Stadt

Die Pariser Fanszene ist völlig zerstrittenWo soll man da mit Paris anfangen? Paris als Hauptstadt des Zentralstaates Frankreich ist der absolute kulturelle Mittelpunkt des Landes. Da Frankreich auch eine lange Geschichte hat, die weniger durch Kleinstaaterei wie Deutschland geprägt war, gibt es eigentlich fast nichts, dass man in Paris vermissen müsste. Von Monumenten, Türmen, Kirchen, Museen, Parks, Plätzen bis zu Friedhöfen gibt es eigentlich alles zu sehen. Dabei befindet sich vieles in fußläufiger Entfernung. Auch die französische Küche besitzt ihre Spezialitäten und bietet für jeden etwas. Generell sollte man sich aber bewusst machen, dass Paris eben auch teuer ist. Wer also an der nächst besten Ecke einkehrt, kann sich auf ordentliche Rechnungen gefasst machen. Trotzdem nutzen viele Borussen das Spiel, um etwas länger in Paris zu verweilen und die französische Hauptstadt zu entdecken.

Faninfos zum Spiel

Der BVB hat ausführliche Faninformationen (Teil I und II) zum Spiel veröffentlicht. Generell ist vor allem klar, dass nichts so richtig klar ist. Die Informationen aus Paris sind eher dürftig und, wie man am Beispiel mit den Bussen sieht, wenig durchdacht. Hier wird es auch auf uns BVB Fans ankommen, dass das Ganze ordentlich über die Bühne läuft. Durch die einzigartige Situation in Paris ist auch nicht gesagt, dass die Erlebnisse der Wolfsburger auch für uns noch gelten, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Boykott stattfand. Nichts falsch macht man sicherlich, wenn man zusätzlich sein Auto noch auf einen überwachten Parkplatz zurück lässt.

mrg, 03.11.2010

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