Von Fans - Für Fans

Ein wenig Nostalgie

18.08.2010, 09:26 Uhr von:  Redaktion

Madrid '98Morgen geht es für den BVB endlich wieder in der Europaleague ran. Es gab Zeiten, da war es normal, dass Borussia internationale Gegner empfängt. Und aus dieser Zeit haben uns einige Leser im Rahmen des Stadiondeckel-Gewinnspiels schöne Berichte geschickt. Von Genua bis München - und Madrid '98 darf natürlich auch nicht fehlen. Viel Spaß beim Lesen! Doch beginnen wir gewohnt literarisch:

Oh mein Europapokal,
bald schwenk ich wieder meinen Schal,
in Sevilla oder im schönen Rom,
danach im Finale am Mailander Dom,
und singe immer wieder
unsere lauten Borussen-Lieder
von Fulham bis zum Moskauer ZSKA
wenns wieder heißt BVB - unschlagbar
weiß jeder wieder mal im Stadion,
der BVB hat den Pokal gewonnen.

In den Playoffs gegen Wien,
die Niederlage schon erschien,
doch dann der Lucas eisekalt
den Ball in die Sachertorte knallt,
wenn in der Gruppe nun Paris,
oder wie der Gegner hieß,
fünf Croissants ins Tor bekommt
sehen die Franzosen prompt
wie der BVB marschiert
und die Gruppe dominiert.
Mit 18 punkten ganz klar
DER BVB IST WIEDER DA!!!
in Europa und der Welt
auch mit Dede, unserm Held
der die Bude macht im Final
Achtel- oder Viertel-, ist uns egal,
oder auch ne Runde weiter,
unter den besten Vier, das macht uns heiter
wird Juventus raus gehauen
und es weinen schon die Blauen,
der BVB holt mal wieder 'nen Pott,
wir dagegen sind voll bankrott.
Auch Raul ist schon verpfändet,
Gazprom ihn jetzt schon verwendet
als Putze auf dem Firmenklo,
Super, es gehört sich so!

Nun geht's ins Endspiel,
ob in Donezk oder Kiel,
Dreißigtausend oder mehr
unterstützen unsern BVB doch sehr
gegen den FC Sevilla,
wir gewinnen, das ist doch klar
und dann geht die Fete richtig ab
nach Lewas Tor gibt's Freibier satt.
Die Bierstadt, die wird leer getrunken
der Stern BVB ist nicht gesunken
im Gegenteil er strahlt hell im Saal:
EUROPAPOKAAAAAAAL!!!!!

(Von Niklas Kleinschnittger)

Finale in MünchenMein schönstes Europapokal Erlebnis dreht sich natürlich um München 1997, UNSER legendäres Finale gegen die Alte Dame aus Turin. Allerdings fängt diese Geschichte bereits 3-4 Wochen früher an.

Es war das Wochenende vor dem Vorverkaufs-Montag für das Finale. Wir waren zu dritt und sind am Sonntag um ca. 15:30 am Westfalenstadion angekommen. Es war jetzt schon eine Schlange, in die wir uns in der Mitte der Nordtribüne einreihten. Stühle, Decken, Schlafsack...alles dabei für eine Nacht mit vielen Freunden...auch wenn man sich noch nicht kannte. Vor uns eine Gruppe mit Pavillon bestehend aus bestimmt 10 Leuten. Die haben die Nacht mit vielen Spielen rasant verkürzt. Hinter mir (uns) ein junger Borusse, ganz alleine. Er stand da mit einem Rucksack, in dem nichts anderes als sein Schulzeug für den nächsten Tag war. Seinen Eltern erzählte er, dass er zu seinem besten Freund gehe und sie zusammen am Montag von dort aus zur Schule gingen. Es ergab sich eine komische Situation aus der sich ein älteres Ehepaar (hätten auch seine Großeltern sein können) um den "Kleinen" kümmerten. Wie sich das genau ergeben hatte, habe ich nicht mitbekommen, ist jetzt aber auch unwichtig.

Jeder, der damals auch da war, der kann sich daran erinnern, dass irgendwann um 6:00 Morgens das Licht im August-Lenz-Haus anging und das ruhige Treiben jäh beendete. Hastig wurde alles in die Autos verstaut und das vormals lockere Zusammensitzen...ähm...Schlangestehen war vorbei. Wie bekloppt sind wir alle zusammengerückt und ich stand danach bestimmt 20 Meter näher dran als vorher. Es dauerte ja noch bis 09:00, ehe die Geschäftsstelle öffnete...und immer dabei unser "Kleiner"! Direkt hinter mir, hat er den Kontakt zu seinen Vorderleuten nicht abreißen lassen. Die nächsten 6 Stunden waren eine Qual. Ein sehr übles drängeln und schieben, 1LIVE am Rand die das Mikro rein halten und die Uhr, die nicht weiter ticken wollte. An dieser Stelle muss ich noch erwähnen, dass ich zu der Zeit arbeitslos war. Jeder Kartenkäufer durfte 2 Karten kaufen und für mich war die 2. Karte das, was mir die Fahrtkosten und den Aufenthalt in München bezahlen sollte. Aber soweit kam es nicht!

In der Menge machte die Runde, dass die Karten personifiziert werden und dass jeder seinen Personalausweis vorlegen muss. Damit war für uns zu rechnen, stand es doch auch so in der Presse. Aber unser "Kleiner" war erst 14 und hatte keinen Perso. Er stand seit mittlerweile 19 Stunden mit uns an, hatte 50 DM für genau eine Karte in der Patte und drohte kurz vorm Ziel auf der Strecke zu bleiben. Zwei Stunden später...es war mittlerweile 12:00 und es liefen die 1LIVE Nachrichten hatten wir es endlich geschafft. Wir standen im August-Lenz-Haus und durften unsere Finalkarten kaufen. Der Kleine allerdings nicht....aber ein Borusse ist nie alleine und so habe ich ihm meine 2. Karte zum Einkaufspreis von 44 DM überlassen. Fünf Minuten später hechelten uns die Ersten am Hinterausgang an und wollten uns eine Karte zum Preis von 350 DM abkaufen...aber naja...ich hatte keine 2. Karte mehr!

Es folgte der 28. Mai 1997 und der größte Triumpf unseres Vereins in seiner jetzt 100 jährigen Geschichte. Den Tag musste ich mir zusammen pumpen, damit ich die Fahrt, das Bier und alles das, was noch so angesagt war, auch zahlen zu können. Wir hatten einen tollen Tag auf dem Marienplatz mit tausenden Borussen und Juve-Fans und zogen am späten Nachmittag mit viel Lust auf unser Finale zum Olympiastadion. Nachdem der Einlass geschafft war und wir uns mit Getränken eingedeckt haben, sind wir zu unseren Plätzen. Und da stand auch schon unser "Kleiner". Er war und ist bestimmt auch noch heute ein glühender BVB-Fan. Er hatte trotz seiner jungen Jahre das volle Programm anzubieten. Jeans-Weste mit gefühlten 100 Aufnähern. An beiden Armen Schals (er sagte zu mir, dass jeder seine Glücksbringerfunktion hat!), Tröte und einfach alles, um dieses Spiel entsprechend zu feiern. Wir haben uns erstmal unterhalten, da ich schon neugierig war, wie er das mit seinen Eltern klar gemacht hat. Diese waren dann doch ziemlich sauer gewesen, weil er blau gemacht und seine Eltern angelogen hat. Am Ende aber waren sie schon beeindruckt, was er für den BVB auf sich genommen hat. Er erzählte ihnen auch von mir, und dass er ohne mich seine Karte nicht hätte. Sie haben es schließlich so eingerichtet, dass sie Verwandte in Süddeutschland besucht haben. Junior wurde nach München gebracht und zusammen haben sie auch den Tag in München genossen. Nach dem Spiel wollten sie ihn wieder einsammeln, damit sie am Donnerstag rechtzeitig zurück in Dortmund sein konnten.

Ich habe einem jungen Borussen zum Finale gebracht und hatte nur "Kosten" gehabt. Aber das war es mir wert, wenn ich daran denke, dass ich fast die Karte an jemanden verkauft hätte, der sie nicht ansatzweise so zu schätzen gewusst hatte wie unser "Kleiner". Dieser müsste jetzt auch hart auf die 30 zugehen und zehrt hoffentlich noch heute an den Erinnerungen an einen...nein...den unvergesslichsten Tag in seinen (meinem) Leben als Borusse!!!

(Von Mirko Süßenbach)

"Es ist der 27. Mai 1997. Ich bin Schüler der 9. Klasse und seit 1994 glühender BVB-Fan, nachdem mich mein Vater in der Saison 1993/94 das erste Mal gegen Wattenscheid mit ins Stadion genommen hatte.
Wenige Tage zuvor sind mein Vater und ich durch einen glücklichen Zufall über Bekannte an Karten für das CL-Finale unseres BVB gekommen. "Nichts wie hin" dachten wir uns, "da müssen wir unbedingt dabei sein, egal wie es ausgeht". Aber ein Problem gibt es noch: Welche Entschuldigung präsentieren wir der Schule für mein Fernbleiben? Gutmütig wie ich bin, tische ich meinem damaligen Klassenlehrer, der gleichzeitig auch Schulleiter unserer kleinen Schule ist, mein Vorhaben frei und offen auf und frage, ob ich für den 28. Mai nicht irgendwie frei bekommen kann, ohne dass das Ganze an die große Glocke gehängt wird. Reaktion: "Das geht auf gar keinen Fall. Was für eine Idee von dir?!?" Dann der Ärger über mich selbst, warum ich so ehrlich war und mir nicht einfach irgendeine Entschuldigung von meinen Eltern habe schreiben lassen...
Doch von dem Spiel kann ich nicht lassen. Mein Vater ebensowenig. Also fahren wir am Morgen des 28. Mai gegen 8 Uhr in die Praxis unseres damaligen, ebenfalls fußballbegeisterten und gut bekannten Zahnarztes. Gesagt, getan: "Der letzte Zahn oben rechts tut dir furchtbar weh", meinte er schließlich zu mir und drückte mir das Attest mit einem Augenzwinkern in die Hand.

Nach dem FinaleRuck zuck ins Auto, auf nach München, und im Gepäck das Attest. Spiel und Ergebnis unseres BVB sind ja hinlänglich bekannt. Einfach unbeschreiblich. Nach allem Jubel und einer Unterkunft bei Bekannten meiner Tante in München treten wir donnerstags mittags die Heimreise an. Kurz vor Karlsruhe herrscht auf der Autobahn zähfließender Verkehr. Uns erkennt man direkt an den Schals und dem BVB-Kissen an bzw. im Auto. Plötzlich fährt auf der linken Spur ein Mercedes an uns vorbei, bremst auf unserer Höhe ab, guckt zu uns ins Auto, lacht freundlich und zeigt "Daumen hoch". Der allseits bekannte Winnie Schäfer. Der BVB hat dem deutschen Fußball einen großen Titel und ein großartiges Endspiel geschenkt. Spätestens in diesem Moment wusste ich: Es war die absolut richtige Entscheidung, nach München zu fahren. Den 28. Mai 1997 werde ich nicht vergessen. Und Zahnschmerzen habe ich in diesem Augenblick auch keine mehr."

(Von Thomas Rixen)

Ich bin seit Jahren Vereinsmitglied und als solcher hatte ich das Glück, dass mir für das Finale gegen Juve eine Karte zustand. Doch hatte ich leider zum gleichen Zeitraum eine Urlaubsreise durch Texas geplant und meine Frau hätte eine Absage nicht wirklich verstanden…Was tun, ich habe meine Karte an meinen ebenfalls BVB-verrückten Bruder gegeben und bin nach Texas geflogen in der Hoffnung, irgendwie werde ich das Spiel schon live verfolgen können.

Am Endspieltag waren wir in Porto Christo am Golf von Mexiko und schon am frühen Morgen machte sich eine große Nervosität, die sich bis 13:00 Uhr Ortszeit bei mir immer weiter verstärkte. Die Nachfrage im Hotel, wo man denn das Finale des wichtigsten Mannschaftswettbewerbes im Fußball verfolgen könne, wurde mir mit typisch amerikanischer Freundlichkeit negativ beantwortet. Ich könne ja mal im „Mexikanerviertel“ schauen, aber sonst, wen interessiert schon ein CL-Finale im Fußball, wenn man gleichzeitig die Live-Übertragung eines Softballspiels der hiesigen Highschool sehen kann? Was soll ich sagen, es war mir nicht möglich eine Sportsbar zu finden, in der das Spiel übertragen wurde. Die nächsten zwei Stunden waren für mich die Hölle, gegen 15:00 Uhr Ortszeit habe ich dann meine Eltern angerufen und die unglaubliche Nachricht gehört. Meine Mutter (eine leidenschaftliche BVB Fan-Mutter) war völlig aus den Häuschen und ich habe mir die Chronologie des Spiels ausführlich erläutern lassen, ihr glaubt nicht, wie unglaublich es sich anhörte, endlich gegen Juve triumphiert zu haben. Die Telefonkosten waren mir völlig egal…Den Rest des Tages bin ich wie ein Zombie herumgelaufen, CL-Sieger unfassbar und ich war nicht dabei….Selbstverständlich habe ich mir auch ein paar Bierchen auf den Erfolg gegönnt. Auch meine wenig an Fußball interessierte Frau hat meine Stimmung ausgenutzt und ich habe dem Kauf einer furchtbar teuren Indianerdecke zugestimmt, bei dem ich sonst immer protestiert hätte….

Das Spiel habe ich natürlich unmittelbar nach meiner Rückkehr gesehen, drei meiner Freunde hatten unabhängig voneinander das Spiel auf Video mitgeschnitten und drei Videokassetten lagen bei unserer Rückkehr auf dem Wohnzimmertisch. Meine BVB Fan-Mutter wusste ja, dass ich das Spiel noch nicht gesehen hatte und dass ich unbedingt das Spiel sehen musste. Glaubt es mir, bei ersten Mal habe ich geschwitzt als wäre ich Live dabei, obwohl ich ja wusste wie es ausgeht, aber letztendlich geglaubt habe ich es erst, als ich das Spiel selber gesehen hatte. Ach ja, mein Bruder hat mir natürlich auch ein Andenken an das Spiel in München mitgebracht.

Heute kann ich darüber lächeln, aber die zwei Stunden, in denen ich wusste dass das Spiel läuft und nicht informiert war, bis zur Erfolgsmeldung, waren die schlimmsten zwei Fußballstunden meines Lebens. Aber es hatte sich ja gelohnt.

(Von Dietmar Breuer, außerhalb der Verlosung)

Die längsten 45 Minuten

Wir schreiben das Jahr 1993, es ist Frühjahr, es ist kalt. Der BVB ist seit rund 36 Monaten DIE Überraschungsmannschaft der Liga, spielt unter dem immer noch als „neu“ eingestuften Trainer Hitzfeld einen Fußball zum Verlieben und die Herzen der Fußballbegeisterten fast aller Lager fliegen den schwarz-gelben in Scharen zu. Karten für Liga-Spiele zu bekommen ist fast unmöglich, an Karten für internationale Spiele gar nicht zu denken. Ein glücklicher Zufall will es, dass ein Kollege jemanden beim Sponsor Nike kennt und der besorgt uns 6 Karten für das UEFA Cup Viertelfinalrückspiel BVB vs. AS Rom. Als einziger ausgewiesener BVB Fan bei uns bin ich bei der Verteilung gesetzt, die restlichen Karten gehen an Gladbacher, Duisburger, allgemein Fußballinteressierte und einen weiteren Kollegen, der mit Fußball gar nix am Hut hat, für den es in der Firmenhierarchie aber ein Gewinn ist, dabei zu sein. Wir sitzen Westtribüne, ziemlich weit oben, das Schicksal platziert mich an den äusseren Rand unserer Gruppe, rechts neben mir sitzt der Nullbon-Kollege, links neben mir ein sehr alter, kleiner, schmächtiger Herr, der gegen die Kälte in dicke Decken gehüllt ist. Er macht einen körperlich wirklich geschwächten Eindruck, geistig ist er aber sehr fit und vor allem: er ist Borusse! Ich bin also nicht allein an diesem Abend.
Der AS Rom ist haushoher Favorit, das Hinspiel ging 1:0 verloren, heute Abend muss ein Wunder her. Andererseits: Viertelfinale! Gegen AS Rom! Wer hätte uns da erwartet! Dicke Fernsehkameras rund um den Spielplatz, sogar über dem Anstoßkreis, was für eine Atmosphäre!
Das Spiel beginnt, die Römer spielen pomadig, ja geradezu überheblich. Schnell wird klar: Hier geht was! Der BVB hat deutlich mehr vom Spiel, wird immer sicherer und setzt zunehmend spielerisch Akzente. Nach 30 Minuten ist klar: der BVB ist die deutlich bessere Mannschaft und müsste längst führen. Aber das Tor fällt nicht, die Pause naht und erste Sorgengedanken machen sich breit: Wenn sich die mangelnde Chancenverwertung mal nicht rächt... Dann, ENDLICH Schuuulz nach Vorlage von Knuuuuut Reinhard zum 1:0, danach der Pausenpfiff. Per-fekt! Kaum einer geht Bier holen, jeder spürt, das historisches in der Luft liegt, niemand will mit 2 Bier in der Hand und dem Rücken zum Spielfeld etwas verpassen.
Zurecht: erste Minute der zweiten Halbzeit, wieder Reinhard, diesmal auf Sippel und der mit dem Kopf zum 2:0!! Das Stadion bebt! Mein alter Nachbar zu linken schüttet sich vor Glück eine Thermosflasche heißen Tee auf die Decken. Wir machen sie ein! Den AS Rom! Zu Hause, wir, Wahnsinn!
Doch jetzt wachen die Römer auf und jetzt wird klar, warum sie die Favoriten sind. Direkt nach Wiederanstoß steht eine andere römische Mannschaft auf dem Platz. Ein AS Rom, der Angst macht. Sie haben Ballbesitz, sie beherrschen das Mittelfeld, sie gewinnen die Zweikämpfe und sie werden von Minute zu Minute stärker. Angriffswelle auf Angriffswelle rollt auf unser Tor zu, es gibt kaum noch Sprechchöre weil niemand mehr zu atmen wagt. Jedem ist klar: fällt das Tor für die Italiener, ist das Spiel verloren, gegen DIESEN AS Rom werden wir keinen weiteren Treffer erzielen. Ein voll besetztes Stadion kann die verrücktesten Geräusche machen. Dass auch lang anhaltendes, tiefes, qualvolles Stöhnen dazu gehören kann, erfahre ich an diesem Abend. Aber neben der Dominanz der Römer ist noch etwas anderes zu sehen: Ein Abwehrkampf der schwarz-gelben, den man nicht anders als aufopferungsvoll nennen kann. Sie rennen wirklich um ihr Leben und sie machen das Beste aus ihren Möglichkeiten. Stefan Klos vereitelt Chance um Chance und „Kutte“ Kutowski spielt sich an diesem Abend in meinen persönlichen BVB-Olymp. Ab der 70./75. Minute beginnt das Stadion zu glauben, dass das Unmögliche gelingen kann. Die Sprechchöre sind wieder voll da, Mannschaft und Fans geben wirklich alles. Aber die Rückkehr der Hoffnung dehnt jetzt die Zeit bis zur Unerträglichkeit. Die Uhren scheinen still zu stehen. Man kann spüren, wie sich bei 37.000 Menschen die Muskulatur verspannt. Als der Schiri endlich die Pfeife an den Mund hebt, ist der Pfiff nicht zu hören, weil Sekundenbruchteile davor ein kollektiver Erlösungsschrei das Stadion explodieren lässt.
Viel später am Abend sind wir auf der Rückfahrt auf der A40 Richtung Niederrhein. Jeder hängt so seinen Gedanken nach und plötzlich tauchen vor meinen geistigen Auge Bilder auf, wie ich ein kleines in Decken gehülltes Bündel Mensch wie ein Irrsinniger hin und her schüttele und ihm wohl auch den einen oder anderen glücksbeseelten, freundschaftlichen Knuff auf den Oberarm verpasse. Ich hoffe wirklich sehr, mein Freund zur linken hat diesen Abend unbeschadet überstanden.

(Von Udo Diekmann)

Ein Tor würde dem Spiel gut tun - der BVB-Fanclub Altenautal 1988

Nach dem großen Triumph im Jahr 1997 schlug sich unser geliebter BVB auch in der Saison 1997/98 recht achtbar in der Champions-League. Als Titelverteidiger hatte man sich erneut bis in das Halbfinale durchgeschlagen (nach zwei heißumkämpften Duellen im Viertelfinale mit dem Deutschen Meister aus München); dort wurde uns dann Real Madrid zugelost. Das Los wollte, dass wir am 01.April 1998 zuerst in der spanischen Hauptstadt antreten mussten.
MadridFür uns, den BVB-Fanclub Altenautal 1988, war es direkt nach der Auslosung klar, dass wir uns dieses Spiel im Bernabeu-Stadion nicht entgehen lassen wollte. War man in der Gruppenphase bereits in Parma und Prag vor Ort, sollte also für gut 10 Leute unseres Fanclubs Madrid das nächste Ziel sein. Mit der Planung der Reise hatte man nach der Auslosung gute zweieinhalb Wochen Zeit; etwas erschwerend kam hinzu, dass das Spiel in Osterferien ausgetragen wurde – zudem war das Zeitalter der Billigflieger noch nicht so wirklich angebrochen. Nach langem Suchen hatten wir dann relativ günstige Flüge ab Düsseldorf gefunden: der Hinflug via München, der Rückflug via Kopenhagen (J). Los ging es am Dienstag früh, zurück am Donnerstag.

Am frühen Dienstag Nachmittag erreichten wir dann unsere Unterkunft am Rande der Madrider Innenstadt. Anschließend stürzten wir uns in das Nachtleben rund um den Plaza Mayor und machten uns mit dem spanischen Bier und mit den lokalen Fußballexperten bekannt – die Königlichen waren sich ihrer Sache sehr sicher wie man merkte. Am eigentlichen Spieltag nutzten wir die ersten Stunden am Vormittag um uns ein wenig die spanische Hauptstadt anzuschauen. Als wir dann gegen Mittag „aus dem Stadtplan herausgelaufen waren“, machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem geliebten Plaza Mayor. Hier wählten wir ein nettes Cafe und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Von Stunde zu Stunde füllten sich die umliegenden Cafes immer mehr mit schwarzgelben Anhängern. Irgendwann kam der Ältestenrat des BVB an unserem Tisch vorbei und meinte angesichts der angespannten Personallage des BVB, wir sollten den Abend dann doch lieber hier ausklingen lassen… (ein Mitglied sagte noch wörtlich: „Einen Spieler haben wir heute im Flieger noch mit gebracht- von den Amateuren – den kannten wir gar nicht. Jungs: Bleibt lieber hier!“).

Gegen Abend dann natürlich trotzdem mit dem örtlichen Nahverkehr auf zum Stadion gemacht. Vor dem imposanten Bau trafen wir dann den damaligen Karlsruher Trainer Winnie Schäfer, der für einen deutschen TV-Sender als Experte vor Ort war. Auf unsere Frage, wie er unsere Chancen einschätzt antwortete er vielsagend: „Sieht ganz gut aus – der Möller ist ja nicht dabei!“ (die beiden waren ja seit dem 13.04.1995 ja so richtig dicke miteinander J ). Im Stadion selbst wartete man dann mit gut 4000 weiteren Borussen im Oberrang auf den Anpfiff. Kurz vor dem selbigen sehe ich dann auf der gegenüberliegenden Seite wie zeitlupenartig das Tor nach hinten fällt – Zack! Was jetzt? Das Handyzeitalter hatte gerade erst begonnen; so dass in unserem Umfeld keiner Kontakt „nach draußen“ knüpfen konnte. Wir vertrieben uns die Zeit mit spanischem Dosenbier, die ein eifriger fliegender Händler am Rande unseres Blocks verkaufte. Nach dem dritten oder vierten Bier bemerkten wir dann, dass es um die Variante „sin alcohol“ handelt – prima! Irgendwann hatte man dann in der Stadt ein Ersatztor aufgetrieben, so dass das Spiel beginnen konnte. Zum Spiel selbst gab es nicht viel sagen: In der damaligen Form und Besetzung hatte man nicht wirklich eine Chance gegen die Königlichen. Ich selbst kann mich an eine Chance von Chappi erinnern; insgesamt durfte man jedoch froh „nur“ 0:2 verloren zu haben. In der Nacht steuerten wir dann noch einen Irish Pub für einen Absacker an und diskutierten das Spiel dann noch bis gegen sieben Uhr in der Früh bei einer guten Flasche Carlos primera auf dem Hotelzimmer…

Am Donnerstag Mittag ging es dann zurück. Am Flughafen trafen wir einen etwas unschlüssig und einsam daher schleichenden Ottmar Hitzfeld (seinerzeit als Sportdirektor tätig). Nach kurzer Fachsimpelei „unter Gleichgesinnten“ fragten wir ihn, wo denn der Rest der Truppe sei, antwortete er, dass er allein zurückfliegen würde. Als dann kurz drauf ein Flug nach München aufgerufen wurde, machte er sich auf den Weg zum Gate. Torfall von MadridWenige Tage später kam dann heraus, dass er zum 01.07.1998 Trainer beim FC Bayern wird – hätte er uns auch direkt sagen können…
Auf dem Rückflug durfte ich noch zwischen einer schwedischen Stewardess und einer spanischen Senorita dolmetschen (*stolz*), bis wir dann mit knapp 45-minütiger Verspätung in Kopenhagen landeten. Dadurch hatten wir nur gute 5 Minuten um unseren Anschlussflug nach Düsseldorf zu bekommen. Irgendwie haben wir aber auch das geschafft, so dass wir dann am Abend wieder deutschen Boden unter den Füßen hatten.

Insgesamt ein gelungener Trip – wenn auch das Ergebnis nicht so wirklich passte.

(Von Uli Schaefermeyer)

Ich, 20 Jahre alt, und aus dem Saarland, hatte natürlich in den 90er Jahren nie die Möglichkeit ein europäisches Spiel des BVB live zu sehen - Ich war schlichtweg zu jung. Trotzdem bleibt mir ein Ereignis für immer im Gedächtnis: Es war der 1.April 1998 und unser geliebter BVB spielte im alt-ehrwürdigen Santiago-Bernabéu Stadion in Madrid. Man muss dazu sagen, dass ich als achtjähriger Knirps schon damals glühender BVB Fan war und ich dieses Spiel auf keinen Fall verpassen wollte. Meine Eltern waren an diesem Tag bei Bekannten eingeladen und ich schaltete das Fernsehn ein. Ganz allein in unserem riesen Haus, nur um den BVB im Fernsehen zu sehen.
Da ich unbebingt den BVB sehen wollte, allerdings an diesem Tag das Tor in Madrid umgefallen ist, hatte ich schreckliche Angst, dass mein BVB an diesem Abend nicht zu sehen sei. Also fing ich an zu weinen und verkroch mich hinterm Sofa. Bitter für mich allerdings, dass es so lange dauerte, bis das Tor wieder stand. Ich schlief ein und meine Eltern fanden mich hinterm Sofa, schlafend und im BVB Trikot. Seit diesem Zeitpunkt war mir klar, es kann keinen anderen Verein mehr geben für mich. Für welchen Verein würde ein Achtjähriger sonst unbedingt alleine zuhause bleiben? Richtig, nur für unseren BVB!

(Von Jan Zimmer)

Dortmund - Mailand 4:0 im Jahr 2002

das war mein erstes Europapokal Spiel das ich vom BVB gesehen habe.
Ich war gerade 18 jahre als unser Trainer von einem Freund (Nike Mitarbeiter ) 4 Karten für das Spiel bekam und da er wusste das ich Dortmund fan bin fragte er mich ob ich mit möchte.
Was für ne Frage na klar wollte ich mit. Und so machten wir uns auf den weg von Frankfurt nach Dortmund. Dieser Tag wird mir ewig im Gedächtniss bleiben nicht nur wegen des überragenden Spiels dem Hattick von Amoroso und dem ersten Europapokalspiel von Dortmund das ich Live im stadion sehen durfte. Sondern auch wegen der Rückfahrt nach dem Spiel. Denn als wir duch eine Baustelle fuhren Blitze es aufeinmal wodurch eine rege Diskussion begann zwischen Fahrer und zwei anderen mitfahrern.
Der Fahrer fragte in die Runde: "Wurden wir geblitzt waren wir zu schnell?"
Gegen MailandWährend der Beifahrer sich schlapp lachte und mitteilte das wir natürlich geblittz wurden und das schon 5km vorher regelmäßig schilder standen mit achtung Radarkontrolle, war sich der andere mitfahre unschlüssig und meinte es wäre nur eine Baustellenlampe gewesen die geblinkt hätte. Nach einer halben stunde voller diskussionen schuldzuweisungen und witze hatte der Fahrer genug und drehte um um nachzuschauen ob es denn jetzt ein blitzer war oder nicht. Nach dem wir dann endlich wieder an der Baustelle waren und ganz ganz langsam durchfuhren konnte niemand einen blitzer entdecken und die drei einigten sich darauf das es wohl doch eine Baustellenlampe war. Daraufhin gab der Fahrer Gas denn man wollte ja jetzt endlich heim und BLITZ machte es und es war klar es war doch ein Blitzer und wir idioten sind zweimal reingefahren.
Da war die Stimmung natürlich auf dem Höhepunkt, außer beim Fahrer :-)

Bilanz des Abends: erste Europapokalspiel erlebt, Hattrick von Amoros, überragender Sieg und zwei Strafzettel

Fazit: ein Ausflug und die Erlebnisse rund ums Westfalenstadion sind einfach unbezahlbar.


(Von Oliver Gloschewski)

Wir schreiben das Jahr 1989 und der BvB spielte sein Rückspiel in Genua. Nachdem wir zuhause ein 1:1 erreicht hatten, ging es am 01. November zu den ital. Gastgebern. Nach ca. 15 Stunden Fahrt erreichten wir das noch komplettleere Stadion und wurden empfangen wie man echte Gäste empfängt: Auf langen Tafeln vor dem leicht nach riesigen Gefängnis aussehendem Betonkasten, standen Tische in einer langen Reihe vollgeladen mit Wein, Käse , Schinken , Brot und vielem mehr. Nach dieser doch recht langen Fahrt konnte man nun nach Herzenslust schlemmen und sich gründlich erholen. Steigt man heute in Italien aus Zug, Flugzeug oder Bus erwartet einen zuerst eine mit Handschuhen bekleidete rechte Hand in der sich entweder etwas Gummiähnliches oder noch schlimmer der Holzgriff eines Gewehres befindet. Alkohol ist innerhalb einer fünfkilometer Bannmeile nahezu ein Fremdwort und die Gastfreundschaft nur noch Geschichte.

Das Spiel bot viel und vor allen Dingen etliche Großchancen für den BvB. Nichts desto trotz schieden wir aus, wurden aber von den Ultras (die hießen schon damals so) und allen anderen Zuschauern wegen unseres genialen Supports über 90 Minuten und der famosen Verständigung zu den heimischen Anhängern von allen Bühnen herab beklatscht. Schals, Handschuhe und andere Devotionalien flogen also hin und her und werden auch heute noch mit Glanz in den Augen gelegentlich hervorgeholt.

Trotz des Ausscheidens, einfach nur weil wir wieder einfach nur wir waren, gings zwar ein wenig traurig aber unheimlich stolz gen Heimat.

(Von Marcus Heusener)

Mein schönstes Europapokal-Erlebniss ist schnell gefunden. Diese Spiel ist mir in bester Erinnerung geblieben, weil es gleichzeitig mein erstes BVB Heimspiel im Westfalenstadion war. Das Spiel war am 04.12.2001 um 18 Uhr gegen den FC Kopenhagen. Ich war den ganzen Tag aufgeregt und konnte es kaum erwarten mein Onkel am Dortmunder HBF zu treffen. Als die U-Bahn an der Haltestelle Westfalenstadion angekommen ist, hörte ich schon die Kulisse der Südtribüne, auf die es mich bei meinem ersten Spiel leider nicht verschlagen sollte. Kaum war die Sporthalle aus dem Weg konnte ich es sehn, den Ort meiner Schlaflosen nächte welches ich bis her nur von außen sehn durfte. Das Flutlicht erstrallte den ganzen Himmel und je näher ich dem Südeingang gekommen bin um so mehr schlug mein Herz und mir ging alles durch den Kopf, was ich je über das Westfalenstadion und die geilste Stimmung auf Erden gehört hatte. Nachdem mein Onkel und ich die Plätze in der 34 Reihe vom Block 47 eingenommen hatten hat sich mein Blick permament auf die Süd und ihre beeindruckende größe gerichtet. Ich war Festentloschen die Manntschaft auf dem Rasen lauthals zu Unterstützen und so brühlte ich die Aufstellung aus meiner Kehle und gierte auf den Anpfiff.

Als dieser Endlich erfolgte habe ich mich sofort an der Süd orientirt und alles mitgesungen und wenn ich nen Text nicht kannte hab ich ihn binnen Sekunden auswendig gelernt. Erst kurz vor der halbzeit ist mir aufgefallen, das neben mir nur sehr wenige die Manntschaft anfeuerten (in den Reihen hinter mir saßen noch etwa 8 Kinder in meinem Alter, die ähnlich Angefeuert haben) und ich fragte mich was ist hier los? Mir wars letzten Endes egal und ich gab weiter alles für den Sieg (mir war nicht klar das ein Unentschieden bereist gerreicht hätte, wegen dem Gewonnenem Hinspiel). Irgendwann mitte der Zweiten Halbzeit, es war ein Freistoß oder eine Ecke ich weis es nicht mehr genau, aber mein Onkel sagte in dem Moment: Pass gut auf jetzt fällt das Tor und dann Jubeln alle. Ich fragte mich wie er sich so sicher sein kann, aber egal. Hände nach Vorne: Ohhhhhhhhhh.... Hände hoch: Heyyyy!!! Und.... JAAAAAAAAAAAAAAAAAA TORRRRRRRRRRRRR. Mein Onkel hatte recht und wir gingen 1:0 in Führung und der Jubel war unglaublich und als um mich herrum wieder alle Saßen fiel mein Blick auf die Süd, wo immer noch alle am Feiern und sich Umarmen waren und die Stimmung noch einmal 10% hoch ging. Als das Spiel abgefiffen wurde und wir 1:0 gewonnen hatte lehrte es sich schnell um mich herrum. Auch mein Onkel wollte schon gehn und ich fragte Enttäuscht müssen wir schon gehn? Ich wäre am liebsten die ganze Nacht noch geblieben und beim verlassen des Westfalenstadions schwor ich mir: Beim nächsten mal gehst du auf die Süd!!!! Mein Versprochen an mich selbst habe ich gehalten und durfte erneut ein Sieg erleben. Den Tag werde ich mein Leben lang nicht vergessen und selbst heute habe ich immer noch das Bild im Kopf, wo ich das Westfalenstadion das erste mal bei Flutlicht Strahlen sah.

(Von Tobias Neuhoff)

Halbfinale !!! Nach der geilen Saison 91/92 mit der Vizemeisterschaft erobern wir Europa ! Im UEFA Cup, der damals noch im KO Modus ausgetragen wurde („in 2 Wochen werfen wir Euch raus!“), zählte immer nur ein Gesamtsieg in zwei Spielen gegen die Gegner. Kein taktisches Unentschieden wie in der Championsleague oder eine verzeihbare Niederlage wie in der Gruppenphase Euroleague waren möglich. Es ging Schlag auf Schlag in den Duellen mit europäischen Gegnern.

Vor jeder Auslosung der nächsten Runde haben wir gezittert. Wer wird der nächste Gegner? Mannschaften, die jedes Jahr im Europapokal dabei waren, lauerten im Lostopf. Erst Heimspiel oder auswärts? Und als der Gegner feststand? „Naja, wenn wir einen guten Tag haben und alle Spieler fit sind, könnten wir ja auch gegen „die“ weiterkommen“ dachten und hofften wir. Nach Saragossa und der starken, übermächtig scheinenden Mannschaft aus Rom hieß der nächste Gegner AJ Auxerre.Wenn wir gegen Rom bestehen, wer soll uns dann noch aufhalten? Also sagte mein Freund Stefan zu mir:“ Wenn Sie ins Halbfinale kommen fahren wir hin. Das haben sie (die Mannschaft) verdient. “Nach dem Hinspiel gegen Auxerre (2:0) hatte ich das erste Mal gar keine große Angst in die nächste Runde, ach von wegen Runde: ins Finale! zu kommen. Auxerre (im Hinspiel) habe ich als eine Fans in AuxerreMannschaft in Erinnerung, die vor allem auf Schadenbegrenzung im Westfalenstadion bedacht war. Ohne Angst können wir also nach Frankreich fahren ! Außerdem hatten wir mit denen noch eine Rechnung offen, da Thomas Helmer vor dem Wechsel zum FC Buyern dort „geparkt“ werden sollte. Also schnell zu Voss und Votava einen Flyer holen, dann zu Stefan in die Schreinerwerkstatt. Alles klar, er kommt mit, wieder zu Voss + Votava und die Reise ist gebucht !
Zu dem Spiel gibt es zusätzich noch ein schönes Rahmenprogramm: Abreise 23 Uhr in Unna, Frühstück in Paris, Stadtrundfahrt, freier Nachmittag und nach der Hotelübernachtung am nächsten Morgen die Weiterfahrt nach Auxerre. Zacki schnappt sich das Mikrofon im Bus und gibt die Aufstellung durch: die Stimmung steigt!Auf einen Rastplatz kauft Mimmi die Kümmerlingvorräte aus dem anderen Bus, wir sind leergesoffen!
In Auxerre sind die Schaufenster und Straßen mit schwatzgelben und himmelblau-weißen Wimpeln geschmückt. Unser Reiseleiter Alfons erzählt, das in der Runde vorher die holländischen Fans mindestens eine Kneipe auseinander genommen haben. Wir haben noch genügend Zeit die Stadt anzusehen und Kontakt mit den Franzosen aufzunehmen. Von Europapokalstimmung der Franzosen ist leider nicht viel zu sehen und zu spüren, vielleicht sind die Fans noch in der Schule oder arbeiten. Das Stadion Abbe Deschamps ist schnuckelig und ich habe das Privileg, eine der wenigen (600 ?) Karten für die BVB Fans bekommen zu haben. Mein erstes Auswärtsspiel im Europacup!

Im Stadion gibt es für uns (alkoholfrei) Freigetränke ! Aus Angst vor Randale sollten wir so wohl ruhiggestellt werden. Auxerre legt los wie die Feuerwehr und schon nach wenigen Minuten führen sie 1:0. Welche Mannschaft steht da auf dem Platz ? Die waren doch nicht zwei Wochen vorher in Dortmund! Borussia versucht dagegenzuhalten. Es geht ums Finale ! In der zweiten Halbzeit kassieren wir den zweiten Treffer. Verlängerung. Elfmeterschiessen. Ich wage kaum zu atmen, aber alle schwatzgelben Jungs treffen. 5:5 im Elferpölen. Wer schießt jetzt ? Ich glaub ich seh nicht richtig: Michael Rummenigge zieht seine Jacke an der Mittellinie aus. Genau der Michael Rummenigge, der in der letzten Saison gegen Stuttgart in Dortmund aus elf Metern den Pfosten getroffen hatte. Mit diesem Tor wären wir Meister geworden….
Er läuft an und… trifft !!! Und jetzt wird ein Held geboren: Stefan Klos hält den entscheidenden Elfmeter! Jaaaaaaaaaaaaaa! Finale !!!!!!!!!!!!!! Die Stimmung kocht über und wir feiern bis das Stadion nur noch von Borussen besucht ist. Morgen gehe ich gleich zu Voss und Votava und melde mich für die Fahrt für das Finale gegen Juve an!
Jetzt kann ich erzählen „Ich war damals dabei“.

(Von Christoph Schenk)

Redaktion, 18.8.2010

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