Spielbericht Profis

Der Wahnsinn geht weiter.

12.12.2010, 13:13 Uhr von:  Guerriero
Die Entscheidung - Kagawa machte das 2-0
Die Entscheidung - Kagawa machte das 2-0

Das letzte und bisher einzige Mal hat der BVB im August verloren. Der letzte Punktverlust ist auch schon eineinhalb Monate her. Immer nur Siege, immer mehr Punkte auf dem Konto. Selbst mit einer schlichtweg soliden Leistung reicht es gegen Werder Bremen zu einem 2:0. Wo führt das nur hin?

Zum wiederholten Male in dieser Saison war das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt. Wie es sich für das letzte Heimspiel vor Weihnachten gehört, waren auch dieses Mal die Sonnenkinder im Westfalenstadion zu Gast. Es ist immer wieder schön anzusehen, wenn die Südtribüne bei „Jingle Bells“ mitgeht. Und ein Garant für einen Heimsieg waren die Sonnenkinder zuletzt auch immer.

Aus Bremen waren gut 6.000 Fans mitgereist. Die Gäste zeigten eine wirklich gelungene Choreographie, mit grünen und goldenen Farben. Da hat man die Gästeblock-Freiheiten des BVB vollkommen ausgeschöpft. Das dürfte dann auch vorerst die letzte Choreo der Bremer bei uns gewesen sein, weil der grüne Rauch genau gegen die Regel für die vielen Freiheiten verstößt.

Für immer Westfalenstadion!!!
Für immer Westfalenstadion!!!

Auf dem Rasen gab zunächst der BVB die bessere Figur ab. Schon nach fünf Minuten zeigte Kuba seine Sprintkünste, doch Kagawa konnte den Ball nicht im Tor unterbringen. Die Bremer konnten den BVB nur mit unzähligen Fouls stoppen. Macht nichts, gibt ja dadurch schöne Freistöße. Dank Nuris hervorragender Freistoßtechnik ging der BVB nach 09 Minuten in Führung. Mario Götze und Kuba mischten das Spiel von der linken bzw. rechten Seite auf. Mit dieser Schnelligkeit kam Bremen überhaupt nicht klar.

Nach 20 Minuten verflachte das Spiel. Werder war in der ersten Hälfte geistig irgendwo anders und der BVB ließ es wieder ruhiger angehen. Genau wie das Stadion, das schon lautere Tage erlebt hat. Und vor allem hat das Stadion schon einmal lautere Gästefans begrüßen dürfen. Im Grün-Weißen Block war anscheinend die Bremer Trommelschule vertreten. Ein sehr komischer Anblick, wenn 50 Leute das ganze Spiel über nur zu den nervigen Trommelklängen hüpfen und der Rest sowieso nur zuguckt.

Kuba sorgte kurz vor der Pause für ein Dejavu. Wie damals im Pokalfinale, als er völlig unnötig hinfällt, senkte er sich zu Boden. Das hätte nicht sein müssen, weil er doch sowieso durch gewesen wäre...

Der Ball ist drin
Der Ball ist drin

Nach dem Seitenwechsel begann die starke Phase der Gäste aus Bremen. Jetzt sah der BVB nicht mehr gut aus und offenbarte Lücken in der eigenen Abwehr. Aber für den Fall der Fälle, dass Deutschlands stärkste Verteidigung auch mal was durchlässt, gibt es ja noch den Torwart. Und Weidenfeller hielt zwei Mal gegen Pizarro die „Null“ fest. Der BVB wirkte kurzzeitig planlos. Statt eines konzentrierte Spielaufbaus gab es nur Befreiungsschläge und Fehlpässe. Aber eben nur kurzzeitig. Dennoch durfte sich der BVB glücklich schätzen, nicht den Ausgleich kassiert zu haben.

Es ist schon irgendwie schade, dass das Stadion nicht steht und die Mannschaft nach vorne peitscht, wenn es mal nötig ist. Aber es ist auch nicht weiter schlimm. Die Stimmung war zwar nicht gerade überragend, aber bei 11 Punkten Vorsprung sollte man das auch mal genießen dürfen und sich nicht grundlos selbst Probleme machen. Gleiches gilt für die Leistung der Mannschaft. Es muss ja nicht immer Zauberfußball sein, mit dem man den Gegner übertrumpft. Zumal das 2:0 trotzdem fiel.

Kuba lupft den Ball sensationell über den Gegner, rennt zur Außenlinie und schiesst – Wiese kann halten, doch der Abpraller kommt direkt zu Kagawa. Der Japaner schießt den Ball aus leicht spitzem Winkel ins Tor. Das war der Sieg, und die restlichen 20 Minuten nutzten beide Mannschaften zum lockeren Auslaufen.

Schwatzgelber Jubel nach Abpfiff
Schwatzgelber Jubel nach Abpfiff

Abpfiff, Jubel, „Wer wird Deutscher Meister?“. Alles wie immer. Der Wahnsinn geht weiter.

Weil wir total objektiv berichten möchten, findet ihr diesmal in kürze auf schwatzgelb.de ein Interview mit einem Werder-Fan. WDR-Zuschauer dürften ihn kennen...

Die Noten:

Roman Weidenfeller: Mit ein paar wichtigen Paraden, erlebte eine besonders starke Situation beim Rauslaufen gegen Pizzaro. Wurde heute aber nicht großartig gefordert. Note: 2

Marcel Schmelzer:
Zweikampfstärkster Borusse (67%). Ließ über die linke Seite wenig zu und zeigte gute Aktionen nach vorne: 2-.

Neven Subotic:
Wenn es hinten zu null steht, kann da nicht viel schief gelaufen sein. Note: 2-.

Mats Hummels im Zweikampf
Mats Hummels im Zweikampf

Mats Hummels: Siehe Subotic, auch wenn beide Verteidiger in der zweiten Hälfte kurzzeitig Lücken zugelassen haben: 2-.

Lukasz Piszczek:
War oft in der Offensive zu sehen und ließ hinten, ähnlich wie Schmelzer, kaum etwas zu. Note: 3+.

Nuri Sahin:
Sein Wahnsinnsfreistoß ebnete den Sieg. Wieder einmal das Spiel gelenkt. Note: 2+.

Sven Bender:
Wieder einmal auffällig unauffällig. Mit ihm als Abräumer kommt wenig zu Hummels und Subotic durch. Note. 2-.

Kuba:
Der beste Borusse. Die Weltklasse-Vorarbeit zum 2:0 krönt seine Leistung. Seine peinliche Schwalbe hätte er sich sparen können. Deswegen nur eine 2+.

Shinji Kagawa:
Hat für viel Wirbel gesorgt und wunderschön das 2:0 erzielt. Note: 2.

Mario Götze:
Mit rasanten Sprints und Körpertäuschungen eine gute erste Hälfte gespielt, nach dem Seitenwechsel eher unauffällig. Note: 3+.

Es war überhaupt nicht ein Spiel. Das war nichts. Note: 4.
Es war überhaupt nicht ein Spiel. Das war nichts. Note: 4.

Lucas Barrios: Es war überhaupt nicht ein Spiel. Das war nichts. Note: 4.

Robert Lewandowski:
Bewirkte nicht bedeutend mehr als Barrios. Note: 4.

Antonia da Silva:
Ersetzte Sahin. Auch er steht für eine goldene BVB-Bank. Note: 3.

Kevin Großkreutz:
Hat nur zehn Minuten gespielt, deswegen ohne Bewertung.

Die Statistik:

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin (67. da Silva) - Kuba, Kagawa, Götze (79. Großkreutz) – Barrios (60. Lewandowski)

Werder Bremen: Wiese - Schmidt, Mertesacker, Prödl, Pasanen – Frings, Fritz (79. Fritz)– Bargfrede (69. Thy), Hunt, Marin – Pizarro (66. Wagner)

Tore: 1:0 Sahin (9.), 2:0 Lewandowski (70.)

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf bei Hannover)

Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)

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