Spielbericht Amateure

Und schon wieder Derbysieger!

23.10.2010, 17:12 Uhr von:  Redaktion

Torjubel zum 1:0Mit einem hart erkämpften 2:0 gewann unser BVB gegen die wehleidigen Blauen aus Gelsenkirchen. Was anderes als Meckern und Rumheulen konnten die mal wieder nicht. Uschis! Aber uns kann das egal sein. Denn durch den Sieg stehen wir nun auf dem zweiten Platz in Schlagdistanz zum neuen Tabellenführer aus Trier.

Es ist Fußball in seiner traditionellsten Forum. Ein Samstagnachmittag in der Roten Erde vor begeisterten und begeisternden BVB-Fans. Zudem ein veritables Spitzenspiel zwischen dem Dritten und dem Sechsten, die beide nur durch das Torverhältnis voneinander getrennt sind. Und dann ist es mit Gelsenkirchen noch ein Gegner, bei dem alle BVB-Akteure bis zur Kotzgrenze motiviert sein werden.

Man war gespannt, wer von den gefühlten 84 Spielern aus dem blauen Profi-Kader sich seine verdiente Klatsche bei uns abholen wollte. Christian Pander bei seinem drölften Comeback-Versuch mal wieder nicht, er hat sich wahrscheinlich beim Billard den kleinen Finger verstaucht und bleibt weiter der bestbezahlte HipHop-“Sänger“ mit einem Nebenvertrag im Fußball. Dafür durften wir Albert „Ich rede mit SportBILD, wann ich will und bin menschlich voll in Ordnung“ Streit sowie – Vorsicht Kalauergefahr!! - Frank GE-Fahrenhorst im zweitschönsten Stadion der Welt begrüßen. Weitere bekannte Blaue waren vielleicht noch Marvin Pourie und Danny Latza. Der Mann, vor dessen Frisur Stephanie zu Guttenberg auf RTL 2 gewarnt hat.

Kandziora für Dede

Kandziora spielete für DedeDer BVB nach dem tollen Sieg mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen am Start. Personell gab es nur eine Änderung im Vergleich zum Spiel in Lotte. Marcel Kandziora ersetzte Dede. Ansonsten war die Bank bemerkenswert, auf der mit Neumeister, Eggert, Boztepe und Stiepermann veritable Alternativen für jeden erdenklichen Spielverlauf saßen. Christopher Kullmann saß übrigens nicht leistungsbedingt mit auf der Bank, sondern musste verletzungsbedingt passen. Wenn die Kortisonspritzen im Oberschenkelbereich nicht anschlagen, muss er sogar operiert werden.

Aus der verbotenen Stadt kamen sogar knapp dreißig Anhänger mit in die Rote Erde, wovon jeder einen Polizeibeamten als Gastgeschenk erhielt. Heute litt also mal der Gegner unter zeitgleichen Spielansetzungen, wobei das Pendel in den nächsten Wochen leider auch zu unseren Ungunsten wieder ausschlagen wird. So wurde das Auswärtsspiel beim VfL Bochum nächste Woche schnell noch auf Sonntag verlegt, damit es ja zeitgleich mit dem Profi-Spiel in Mainz ist.

Wie jedes Spiel konnte man von Anfang an BVB-Dauersupport auf der Westtribüne erleben. Man merkt erst bei zeitgleichen Partien und Spielen ohne großen Zuschauerzuspruch, wie sehr einem dieser Geräuschteppich doch fehlt. Was für eine Riesenchance dann in der 8. Minute. Latte! Ok, ist etwas übertrieben. Kandziora mit einer Verlegenheitsflanke aus dem linken Halbfeld, die auf den Querbalken tropft. Doch nur eine Zeigerumdrehung später die beste Chance, die man im Fußball haben kann. Elfmeter! Ginczek lässt Fahrenhorst wie einen Gefahrenherd (Kalauer Nr. 2!) aussehen, legt sich den Ball dann so weit vor, dass Hermsen den Ball spielen will, allerdings hauptsächlich Ginczek trifft. Le Tallec will beweisen, dass er Elfer schießen kann und macht das auch. 1:0 für den ruhmreichen BVB!

Focher hält Führung fest

Marco Stiepermann meldete sich zurück„Wir ahnten nicht, was bald darauf geschah.“ Der Gast probierte es durchgehend mit langen und hohen Bällen nah vor das Dortmunder Tor. Auch und vor allem, weil Johannes Focher in der ersten halben Stunde keinen einzigen Ball gefangen hat und schwach nach vorne gefaustet hat. Doch wie jeder Mensch hat auch Focher Schwächen und Stärken. Denn nach genau einer halben Stunde spielte Streit Pourie frei, der jedoch an einer fabulösen Fußabwehr Fochers scheiterte. Gelsenkirchen jetzt dominanter und auch zwingender nach vorne.

Dies machte sich nach 36 Minuten auch fast in puncto Zählbarkeit bemerkbar. Marc Klopp, der defensiv zu oft hinterher lief und nach vorne nur Kreisliga-Mondbälle anzubieten hatte, beging direkt am Strafraum einen unnötigen Schubser. Den folgenden Freistoß von Glowacz lenkte aber Focher sensationell an den Pfosten, den anschließenden Nachschuss klärte Sobiech auf der Linie. Eine mehr als schmeichelhafte Führung für den BVB zu diesem Zeitpunkt. Halbzeit! Nutzen wir die Zeit, um einen kurzen Kommentar zur Regionalliga-Reform abzugeben: Diese interessiert uns nicht, da der BVB am Ende der Saison aufsteigen wird und sich dem Gewurschtel so locker-lässig entziehen wird.

Kandziora und Hornschuh mit vereinten KräftenMit zwei Halbchancen für den BVB begann die zweite Hälfte. Erst eine Mischung aus Schuss und Flanke von Öztekin, was von Unnerstall entschärft werden konnte (53.). Nur zwei Minuten später fliegt Ginczek an einem hohen Ball nur um den letzten Friseurbesuch vorbei. Sonst war es total langweilig, sodass man sich überlegen konnte, was wohl Streit mit den mitgereisten blauen Anhängern in der Stadiongaststätte so bereden würde. Schließlich ist es für einen Top-Spieler wie Streit selbstverständlich, eine hohe Identifikation mit dem Verein zu zeigen...

Die erst zweite Chance nach dem Elfmeter dann nach 72 Minuten, als Ginczek einen Einwurf per Absatzkick herrlich auf Stiepermann ablegte, der den Ball wie im Torschusstraining nur noch reinmachen musste, aber dann doch recht klar am Tor vorbei zielte. Vorher hat er kurz nach seiner Einwechslung bereits aus aussichtsreicher Position einen Freistoß zu lasch in die Arme Unnerstalls befördert. Das wäre die Entscheidung gegen da nur noch lamentierende und mit sich sowie dem Schiri hadernde Blaue gewesen.

Die Uschis heulen mal wieder

Marc Hornschuh geht ab...Doch dann war es endlich soweit. Einen gefährlichen Kopfball Ginczeks nach Kandziora-Ecke konnte Unnerstall noch entschärfen, aber nicht entscheidend klären, sodass aus dem Gewühl Hornschuh zur beruhigenden 2:0-Führung einnetzen konnte. Die Blauen protestierten lautstark beim Gespann, da es angeblich keine Ecke gewesen sein soll. Danach verhielten sich die Asis aus GE wie die letzten Proleten und meckerten bei jeder kleinen Entscheidung, was vom konsequenten Schiri Jablonski mit drei Gelben Karten innerhalb zwei Minuten geahndet wurde

Einige Minuten später wieder eine umstrittene Ecke, in deren Anschluss Unnerstall jedoch prächtig gegen den heute mit Offensivdrang ausgestatteten Hornschuh parieren konnte. Danach mal wieder Asi-Meckerei, wobei sich insbesondere die profierfahrenen Fahrenhorst, Streit und Latza unrühmlich hervortaten. Dann nahm deren Trainer Boris auch noch den erst kurz zuvor eingewechselten Muhovic wieder runter und machte einen auf Magath. Lächerliche Vorstellung! Die Mannschaft ist genau so ein Trümmerhaufen wie der ganze Verein. Dafür mussten sie sich als Strafe nach dem Spiel beim Gang in die Katakomben einiges über sich und die Berufe ihrer Mütter anhören. Zum Glück soll das aber nicht unser Problem sein.

Denn wir sind nun Zweiter hinter den letzte Saison noch sportlich abgestiegenen Trierern, die nur durch Lizenzentzug anderer Vereine in der Regionalliga verweilen durften. Das nächste Spiel ist wie schon geschrieben am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der Wattenscheider Lohrheide. Die Rote Erde wird dann wieder gefüllt sein, wenn es in genau zwei Wochen gegen die Neureichen aus Wiedenbrück geht.

Stimmen zum Spiel

Jubel nach Abpfiff in der Roten ErdeMarc Hornschuh: In der ersten Hälfte hatten wir insbesondere Probleme über die Außenbahnen, sodass deren Flanken fast immer für Gefahr sorgten. Das haben wir dann glücklicherweise in der zweiten Hälfte minimieren können. Diesmal hatten wir auch das Glück auf unserer Seite, sodass wir uns mit der Führung in die Halbzeit retten konnten. In dieser wurden wir dann noch einmal eingeschworen und dann haben wir auch nicht mehr viel zugelassen.

Michael Boris (Trainer GE): Wir sind in früh in Rückstand geraten, wo wir darüber sprechen müssen, wie man da im Strafraum zum Ball gehen muss. Auch wenn der Linienrichter meinte, erst wird der Ball gespielt und dann der Spieler. Bis zur 40. Minute waren wir dominant, aber nicht durchschlagskräftig genug und erzielten leider nicht das 1:1. Dann haben wir uns in der Halbzeit vorgenommen, besser zu stehen und das 1:1 zu erzielen. Das 2:0 fällt dann, weil wir zwei Meter vor der Grundlinie den Ball nicht klären. Deshalb habe ich auch Muhovic rausgenommen, da das Hochverrat an der Mannschaft war. Insgesamt bin ich nicht unzufrieden, nur mit dem Ergebnis. Auch die Schiedsrichter-Leistung heute war mehr als unglücklich.

Ausgelassene Stimmung in der Roten ErdeTheo Schneider: Die Schalker stehen nicht von ungefähr so weit oben, da sie nach vorne sehr spielstark sind und mit Streit und Latza auch spielstarke Leute haben. Dagegen haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut agiert und insgesamt nicht zu unserem Spiel gefunden. Ich weiß nicht, ob das an der Nervosität wegen der großen Kulisse lag. Wir haben zu Hause immer unsere Startschwierigkeiten und gingen nur mit Glück 1:0 in die Halbzeit. In der zweiten Hälfte haben wir uns dann anders präsentiert, waren präsenter und standen besser. Da waren wir dann sogar einen Tick stärker und hatten auch das Glück, im entscheidenden Moment das 2:0 zu erzielen. Für die Zuschauer hatte die Partie sicher ein ansprechendes Niveau. Wir waren in der zweiten Halbzeit einen Tick stärker, haben insgesamt aber auch mit ein bisschen Glück gewonnen.

Daten zum Spiel

BVB II (4-2-3-1): Focher – Klopp, Sobiech, Hornschuh, Kandziora – Bakalorz, Hasanbegovic – Öztekin (86. Selmani), Le Tallec (69. Stiepermann), Treude (71. Boztepe) – Ginczek

S05 (4-1-3-2): Unnerstall – Pachan (72. Kraska), Hermsen, Fahrenhorst, Stark – Streit – Glowacz, Latza, Langlitz – Quotschalla, Pourie (66. Muhovic/80. Stevanovic)

Derbysieger am feiernTore: 1:0 Le Tallec (9., Rechtsschuss, Foulelfmeter, Hermsen an Ginczek), 2:0 Hornschuh (77., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit)

Zuschauer: 2.686

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen – Assistenten: Förster, Pstrong... da haben die Eltern wohl einen Vokal zu wenig gekauft)

Chancen: 4:2

Ecken: 4:6

Gelbe Karten: Stiepermann (89., Zeitspiel) - Pourie (23., Foulspiel), Fahrenhorst (70., Meckern), Streit (77., Meckern), Stark (79., Meckern), Latza (79., Meckern), Kraska (81., Ball auf Gegenspieler werfen)

Malte, 23.10.2010


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