Spielbericht Amateure

BVB II schlägt Wuppertal 2:1 mit Offensivgeist und Leidenschaft

15.09.2010, 14:05 Uhr von:  Redaktion

Yasin Öztekin schoss das 2:0

Dank der Tore von Nedim Hasanbegovic und Yasin Ötztekin bezwang die Schneider-Elf den bisher ungeschlagenen WSV mit 2:1 und hat nach dem 2:0 Auswärtssieg bei Preußen Münster nun eine kleine positive Serie initiiert.

Durch im Vorfeld geäußerte Sicherheitsbedenken, musste die Partie im Westfalenstadion ausgetragen werden, welches natürlich etwas auf die Stimmung drückte. 1990 Zuschauer fanden sich im riesigen Tempel ein, darunter ca. 900 Gästefans, die von einem großen Polizeiaufgebot beobachtet wurde. Die Südtribüne war mit ca. 300 BVB-Fans sehr übersichtlich besetzt, machte aber trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit ordentlich Stimmung, wobei sich akustisch auszahlte, unter dem Dach im Oberrang der Süd zu stehen.

Erste Spielhälfte

Nur 1.000 Wuppertaler waren mit in DortmundBVB-Coach Theo Schneider entschied sich für eine offensive Variante. Er begann mit Kullmann und Ginczek im Sturm, dazu Stiepermann und Öztekin in der Vorwärtsbewegung. Zudem zog er mit dem Lizenzspieler Antonio da Silva einen spielstarken Joker aus dem Ärmel, der im defensiven Mittelfeld abräumte und für eine überlegte Spieleröffnung sorgte. Der 32-jährige Brasilianer leitete auch die erste gefährliche Situation des Spiels ein. Sein Eckstoß in der 6. Minute wurde von Stiepermann per Kopf auf das WSV-Tor gewuchtet, den Abpraller des am Dienstagabend überragenden Gästeschlussmannes Samulewicz, verwertete Hasanbegovic an der Strafraumgrenze per Distanzschuss, der abgefälscht den Weg ins Tor fand. Prima Auftakt für die Zweitvertretung des BVB und dies merkte man im Verlauf der ersten Spielhälfte sehr deutlich. Bis auf eine kleine Unsicherheit von Sobiech in der 8. Minute, als er einen Kopfball mit wenig Übersicht auf Focher bugsierte, war der BVB um den guten Innenverteidiger Marc Hornschuh in der Defensive gut aufgestellt, im offensiven Mittelfeld mit seinen Akteuren Kombinationssicher, glänzte mit Spielstärke, Kurzpassspiel und Leidenschaft. Nichts mehr zu sehen von dem blutarmen Gekicke an den ersten drei Spieltagen.

Daniel Ginczek zeigte sich engagiertIn der 27. Spielminute dann die finale Konsequenz aus der Heimüberlegenheit. Der schnelle Christopher Kullmann überlief WSV-Kapitän Stefan Lorenz, der sich kurz vor der Strafraumgrenze nur noch mit einer Notbremse zu helfen wusste. Schiedsrichter Tim Skorczyk aus Salzgitter blieb keine andere Möglichkeit als den roten Karton zu ziehen. Daraufhin äußerte der WSV-Anhang mit Becherwürfen und einem lautstarken „Fußballmafia DFB“ ihren Unmut. Den folgenden Freistoß von Marco Stiepermann parierte Ex-BVB-Schlussman Samulewicz im Wuppertaler Gehäuse wieder einmal glänzend. Sieben Minuten später entschärfte er sogar eine große Doppelchance der Schwarzgelben. Erst einen Kopfball von Stiepermann und den folgenden Nachschuss von Ginczek. Der BVB hätte zu diesem Zeitpunkt schon drei oder vier Treffer erzielen können. In der 38. Minute schoss Yasin Öztekin zum 2:0 nach sehenswerter Kombination ein. Der BVB war eindeutig auf der Siegerstraße. Wie es im Fußballleben aber so spielt, geschieht etwas, womit keiner im Westfalenstadion rechnete. Eine völlig harmlose hohe Hereingabe an die Fünfmeterlinie ließ BVB-Keeper Johannes Focher in der Luft aus den Händen gleiten, WSV-Spieler Pagano schob daraufhin den Ball aus einem Meter Entfernung ins Gehäuse. Bitter in 42. Spielminute so einen Treffer, bei großer Überlegenheit, zu kassieren und in die Pause zu gehen.

Zweite Spielhälfte

Kullmann musste zur Halbzeit rausIn der 46. Minute kommt Marvin Bakalorz für den angeschlagenen Christopher Kullmann neu in die Partie. Der WSV hat sich für die zweite Hälfte etwas vorgenommen und tritt engagierter als im ersten Durchgang auf. Aber immer wieder Marc Hornschuh entschärft schon im Anfangsstadium gefährliche Situationen. Ein Riesentalent beim BVB, der sicherlich in nächster Zukunft bei den Profis nicht nur auf der Reservebank sitzt, sondern auch mal Bundesligaluft schnuppern wird. In der 71. Spielminute dann eine sehr gute Möglichkeit für die Gästemannschaft. Eine Flanke von Silvio Pagano kann Jerome Assauer aus acht Metern nur neben das Tor von Focher setzen. Fast im Gegenzug hat der für Ginczek eingewechselte Mehmet Boztepe mit einem Schuss von der linken Angriffsseite fast Erfolg, doch wieder einmal ist bei der Nr. 1 im WSV-Tor Schluss. Der Druck wird größer, doch die Schneider-Truppe hat das Spielgeschehen zum Ende der Partie wieder besser in den Griff bekommen, obgleich die Souveränität der ersten Spielhälfte von der BVB-Zweitvertretung jetzt nicht mehr erreicht wird. Ein hartes Stück Arbeit war zum Ende hin zu absolvieren.

Vergünstigter Eintritt am Sonntag gegen Eintracht Trier in der Roten Erde

Rund 400 BVB-Ultras unterstützten das Team im WSDer BVB II hat sich sehr eindrucksvoll zurückgemeldet. Eine gute und überzeugende Mannschaftsleistung, mit einem sehr guten Yasin Öztekin, lässt für die weiteren Spiele alle Optionen zu, sich noch weiter tabellarisch zu verbessern. Die zwei Siege gegen Münster und Wuppertal haben der Schneider-Elf Selbstvertrauen und Sicherheit gegeben. Jetzt gilt es, diesen Schwung am Sonntag, 19. September um 14 Uhr im Stadion Rote Erde, mitzunehmen und die nächsten drei Punkte einzufahren. Dieses Spiel sollte eigentlich am Samstag 14 Uhr stattfinden. Eintracht Trier, der BVB und sogar der DFB waren dieser Einschätzung, wie BVB II-Manager Heinz Keppmann auf der anschließenden Pressekonferenz erläuterte. Hier sein Statement im Wortlaut: “Meine Damen und Herren, ich möchte Sie kurz über eine Besonderheit vor unserem nächsten Spiel Borussia Dortmund II gegen Eintracht Trier am nächsten Wochenende informieren. Ich darf erst mal darauf hinweisen, dass sowohl Trier, Borussia Dortmund als auch der DFB eigentlich die normale Einschätzung hatten, die Partie Nedim Hasanbegovic gegen Marcel Grosskreutzam Samstag auszutragen. Wie Sie wissen, findet am nächsten Wochenende das Derby statt und aus angeblich sicherheitsrelevanten Gründen, die aber keiner von uns nachvollziehen kann, hat nicht der DFB, sondern unsere sicherheitsrelevante Stelle entschieden, dass wir zeitgleich mit der Liga spielen müssen. Wir hätten am Samstag mit Sicherheit viel mehr Zuschauer gehabt. Borussia Dortmund II hat die meisten Zuschauer als Zweitvertretung sowohl zuhause als auch auswärts, die Wuppertaler wissen das seit Jahren, wir sind deshalb sauer, dass wir Sonntag spielen müssen. Darum gibt es eine besondere Regelung für den kommenden Spieltag. Wir wollen Zuschauer aus Dortmund zum Spiel bitten. Es kommen sicherlich einige Interessierte, weil sie wegen der Ticketpreise nicht das Derby besuchen werden. Wir werden am kommenden Wochenende eine Aktion machen. Der Sitzplatz kostet 8,- Euro, egal wie alt jemand ist, wir machen da einen Mischpreis und der Stehplatzbesucher zahlt 4,- Euro…“

Trainerstimmen

Michael Dämgen (WSV): „Ja, wir hätten lieber einige Punkte mitgenommen aus Dortmund, wir hatten uns viel vorgenommen, aber die erste Standardsituation hat dazu geführt, dass wir 1:0 zurück gelegen sind und ich denke danach hat Dortmund mit sehr vielen Offensivkräften und einem guten Antonio da Silva sehr viel nach vorne gespielt. Wir hatten einige Male Glück gehabt. Dann kam die rote Karte dazu, die hat uns auch wenig geholfen. Wir hatten Glück gehabt zur Halbzeit nur 2:1 zurück zu liegen, durch Torwartfehler und den Anschlusstreffer. Wir haben uns in der zweiten Hälfte etwas vorgenommen und hofften durch Situationen den Ausgleich zu erzielen. Es war heute insgesamt zu wenig von uns und es war sehr bitter dass wir 2:1 verloren haben. Glückwunsch an den BVB und es war auch gerecht“.

The Schneider gibt AnweisungenTheo Schneider (BVB II): „Wir wollten natürlich heute unseren zweiten Sieg in Folge feiern, wollten auf die ordentlichen Leistungen der letzten drei Spiele anknüpfen. Wir sind kein Risiko gegangen, aber sehr offensiv sind wir heute angefangen mit Kullmann und Ginczek vorne, Stiepermann und Öztekin, also vier offensive Leute, dahinter noch da Silva als spielstarken offensiven Mittelfeldspieler. Gut das barg vielleicht ein kleines Risiko, aber die Jungs haben das sehr diszipliniert umgesetzt, insbesondere in der ersten Halbzeit, da wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Gut, leider Gottes nach der 2:0 Führung wo es richtig gut lief, haben wir das Gegentor bekommen und das direkt kurz vor der Halbzeit. Sowas trägt natürlich immer etwas zur Verunsicherung bei, die spielerische Linie haben wir dadurch ein wenig verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel zwar kontrolliert, aber für meinen Geschmack die Konter nicht gut ausgespielt. Da muss man cleverer agieren und im richtigen Moment mal die richtige Entscheidung treffen und die haben wir bei drei oder vier hochkarätigen Kontern nicht getroffen. Dann kann man so ein Spiel natürlich eher entscheiden und so ist es ein Spiel wo du bist zum Schluss immer wieder zittern musst, und vielleicht bekommt der Gegner noch eine Chance und die bekamen die Wuppertaler auch. In dieser Situation haben wir einfach etwas Glück gehabt. Aber wenn man die neunzig Minuten sieht, ist der Sieg nicht unverdient. Aber wir müssen uns da, gerade was das Konterspiel betrifft oder auch das in Abseits stellen, verbessern, wir haben da fünfzehn mal im Abseits gestanden bei guten Kontermöglichkeiten. Dies sind Dinge, die wir absolut verbessern müssen. Ansonsten mit der Einstellung bin ich zufrieden, da haben die Jungs wieder alles abgerufen und das ist erst mal die Grundvoraussetzung und das haben die Jungs begriffen. Spielen mit Leidenschaft, Einsatz und Herz. Dieser zweite Sieg war enorm wichtig und jetzt wollen wir auch am Sonntag gegen Eintracht Trier erfolgreich bestehen. Und dann haben wir den Fehlstart in Anführungszeichen mit der neuformierten Mannschaft gut weg gesteckt. Danke“.

Statistik

Die Welle nach dem Sieg vor der SüdBVB II: Focher – Klopp, Sobiech, Hornschuh, Kandziora – Stiepermann, Hasanbegovic, da Silva, Öztekin (90. Eggert) – Ginczek (68. Boztepe), Kullmann (46. Bakalorz)

WSV: Samulewicz – van den Bergh, Lorenz, Zinke, Moosmayer – Pagano, Weikl (30. Haas), Großkreutz (74. Schattner), Keita-Ruel (53. Holt) – Assauer, Heppke

Tore: 1:0 (6.) Hasanbegovic, 2:0 (38.) Öztekin, 2:1 (42.) Pagano

Gelbe Karten: Sobiech (BVB II), Zinke, Assauer, Heppke (alle Wuppertal)

Rote Karte: Lorenz (27./Wuppertal) wegen einer Notbremse

Schiedsrichter: Tim Skorczyk (Salzgitter)

Assistenten: N. Jovanovic, J. Lüddecke

Zuschauer: 1990 im Westfalenstadion

Markus B., 15.09.10

Unterstütze uns mit steady