Serie

Bericht aus Baku: Die Einreise und erste Eindrücke

24.08.2010, 23:00 Uhr von:  Redaktion

Unser Europapokal-Korrespondent Knüppler hat sich bereits auf den Weg nach Baku gemacht und schildert die ersten Eindrücke von Land und Leuten. Außerdem hat er wichtige Infos über die Visaerteilung am Flughafen Baku für andere Fans, die noch nachkommen.

Die Flüge waren unkompliziert, aber aufgrund der dichten Wolkendecke sehr turbulent. Erst ab den Karpaten konnte man landschaftlich etwas erkennen, bis Baku blieb es relativ wolkenfrei. Die Temperaturen in Baku liegen mit rund 33° und relativ hoher Luftfeuchtigkeit in gewöhnungsbedürftigen Bereichen, stellen aber bei angemessener Kleidung kein unlösbares Problem dar.

Die Stadt selbst ist sensationell - eine Nobelboutique reiht sich an die andere, ganze Straßenzüge sind mit Lacoste, Versace, Boss & Co zugepflastert. Eine rund 3 km lange Promenade ist Luxus pur - sauber bis in die letzte Ecke, gemütliche Kneipen, sehr angenehme Stimmung und unglaublich nette sowie hilfsbereite Menschen. Ein extremer Wohlstand, der sich in verdammt hohen Preisen niederschlägt. Beispiele aus dem Supermarkt: Bier 2 Manat (ca. 1,80 Euro), Brot 3 Manat (ca. 2,60), 200g Käse 3,50 Manat (ca 3,10 Euro). Auch Cocktailpreise zwischen 5 und 16 Manat (ca. 4-13,50 Euro) sind keine echten Schnäppchen. Hinnehmen muss man dafür einen fast penetranten Ölgestank, der über der ganzen Stadt liegt - das Wasser am Ufer ist tiefschwarz und schillert in allen möglichen Farben... Erst außerhalb der Altstadt ändert sich das Bild - dort lebt vorwiegend jener Teil der Bevölkerung, der eher wenig vom Ölboom mitbekommen hat. Die Preise fallen rapide, die Menschen bleiben aber extrem hilfsbereit und freundlich. Die Verschmutzung bleibt die gleiche.

Einreisetechnisch hat bei uns auch alles super geklappt. Das Visum hat lange gebraucht, je nach Bearbeiter zwischen 3 und 10 Minuten pro Person. Da nur drei Mitarbeiter Platz haben und einer von ihnen alles unterschreiben muss, ist die Einreise ein echter Engpass. Die Gepäckbänder sind ein wenig versteckt, ansonsten gibt überhaupt keine Probleme.

Was wirklich wichtig ist, insbesondere für den Fanflieger: Für das Visum muss man sich ZUERST den Stempel holen und ein Foto von sich machen lassen. DANACH geht man ZURÜCK zur Visa-Schlange und gibt dort seinen Antrag mit Passfotos etc ab. Anschließend geht man NOCHMAL am Schalter vorbei und zeigt das eingeklebte Visum. Weil sich alles in einer sehr engen Halle abspielt, sollten diese Punkte unbedingt beachtet und eine Menge Geduld mitgebracht werden. Das stand so zwar schon in einigen Reiseberichten zu lesen, doch scheint es mir sehr wichtig, wenn ein ganzer Flieger kommt und auf schnelle Abfertigung drängt.

Ab und an werden stichprobenartig Visumsanträge nicht bearbeitet. Dann muss erst ein Vorgesetzter kommen und denjenigen abnicken, was aber wohl eine Formalität sein sollte. Also auch hier Geduld bewahren. Was die 60 Dollar für das Visum angeht, sind es natürlich 60 Euro oder 80 Dollar. Wer die Kohle nicht abgezählt dabei hat, muss sich durch die Schlangen wieder durchquetschen zu einem Geldautomaten - das hält den ganzen Betrieb weiter auf, sollte also vermieden werden.

Teil 2

Teil 3

Weitere Impressionen aus Baku.

Knüppler17, 23.08.2010

Unterstütze uns mit steady