Im Gespräch mit...

Alex Frei: ?Die BVB-Fans sollen bleiben wie sie sind!"

14.11.2010, 23:06 Uhr von:  Redaktion

Alex Frei im DerbyIn seinen drei Jahren beim BVB setzte der Angreifer die Schweizer Tradition erfolgreich fort. Alex Frei avancierte zur personifizierten Lebensversicherung im Abstiegskampf, zum Derbyhelden, erzielte in 74 Ligaspielen 34 Treffer. Trotz Verletzungen kämpfte sich der Rekordtorschütze der Nati stets zurück. Unvergessen dabei sein Comeback am 13. September 2008, als seine zwei Treffer bei der Aufholjagd im Derby noch den Ausgleich brachten. Zuletzt gab der 31-Jährige Frei seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach der Saison 2010/2011 bekannt.

In einem kurzen Gespräch mit schwatzgelb.de äußert sich der Schweizer zum FC Basel, den Pfiffen bei der Schweizer Nationalmannschaft und hält am Ende noch ein dickes Lob für die schwarzgelben Fans bereit.

sg.de: Hallo Alex, in den letzten Wochen war auch in den deutschen Medien wieder viel über dich zu lesen, zu sehen und zu hören. Was überwiegt bei dir: Die Freude über deine starken Leistungen für den FC Basel in Championsleague und Liga oder die Enttäuschung über die Pfiffe bei deinem Nati-Auftritt zuletzt?

Das sind zwei verschiedene Dinge. Zuerst einmal freue ich mich sehr, dass es uns beim FCB so gut läuft. Wir haben einen tolle Mannschaft, eine professionelle Führung, ebenfalls Superfans und eine sehr gute Stimmung im Team. Dann sind da diese Pfiffe bei Spielen mit der Nationalmannschaft, zu denen ich vor allem das sagen möchte: Jeder Fan hat das Recht, im Stadion zu pfeifen, das gehört zum Fussball. Was mich enttäuschte und traurig war, sind jene, die nur Häme übrig hatten – und das gegen einen „eigenen" Spieler.

Frei auf der Banksg.de: Werden deine Leistungen in der Heimat ausreichend gewürdigt? Schließlich bist du Rekordtorschütze in der Nationalmannschaft und kannst bei all deinen Stationen eine konstant gute Trefferquote vorweisen.

Ich hatte in letzter Zeit aufgrund dieser Pfiffe weitaus mehr positive Reaktionen von außen und von innen als negative. Alle Menschen mit genügend Respekt anerkennen, dass ich im Fussball etwas geleistet habe und respektieren, dass nicht jeder Mensch in jeder Situation genau gleich tickt wie ein anderer

sg.de: Du spielst nun seit über einem Jahr wieder in der Schweiz für den FC Basel. Ihr seid Meister geworden, spielt in der Königsklasse. Hast du bei deinem Wechsel von Dortmund also alles richtig gemacht?

Ja, davon bin ich überzeugt. Ich hatte drei wunderschöne Jahre beim BVB und freue mich nun aber auch, dass ich in meiner Heimat nochmals einige Jahre gute Leistungen zeigen darf.

sg.de: Denkst du noch manchmal an Dortmund und seine Fans zurück?
O ja. Solch großartige Fans vergisst man nie im Leben.

sg.de: Hast Du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern?
Ja, immer mal wieder, vor allem mit Roman, Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela.

sg.de: Was sagst Du zur Entwicklung der Mannschaft von Jürgen Klopp?

Das ist großartig, was der aktuelle BVB zeigt, und zwar sowohl leistungs- wie resultatmäßig. Diese Mannschaft ist in jeder Reihe top besetzt und weist eine sehr gute Mischung auf.

Frei gegen Werdersg.de: Welche Erinnerungen sind Dir aus deiner Zeit im Ruhrpott geblieben? Was war gut, was würdest Du lieber schnell vergessen?

Ich habe überhaupt keine schlechten Erinnerungen an den Ruhrpott, es gibt deshalb auch nichts, was ich vergessen möchte, denn es waren, wie gesagt, drei ganz tolle Jahre.

sg.de: Viele BVB-Fans haben Dich vor allem noch als Derbyhelden in Erinnerung. Was würdest Du ihnen zum Schluss des Interviews gerne mitgeben?

Nur das: Dass die BVB-Fans bleiben sollen, wie sie sind und dass ich es sehr genossen habe, vor dieser riesigen Fankurve spielen zu dürfen.

schwatzgelb.de bedankt sich für das Interview und wünscht Alex Frei und dem FC Basel alles Gute für den weiteren Verlauf der Saison!

Daniel R., 14.11.2010

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