Fehlfarben

Aktenzeichen IM ungelöst

30.08.2010, 19:19 Uhr von:  Redaktion

Montag Morgens, 8.30 Uhr. Ein sichtlich übel gelaunter Aki sitzt an seinem Schreibtisch und hämmert auf die Sprechanlage.

Aki: „Tanja, schick mir ma Susi ins Büro. Aber zackomat."

Zwei Minuten später klopft es an der Tür und Susi schiebt seinen Kopf vorsichtig durch den Türspalt.

Susi: „Chef, hier bin ich"

Aki (mit deutlich erhobener Stimme): „Komm rein und setz dich."

Susi setzt sich eingeschüchtern): „Was gibt's denn?"

Aki (polternd): „Hömma, du Klappspaten. Wie bist du denn auf die glorreiche Idee gekommen, du könntest dir das Gleiche rausnehmen wie ich? Und dann ziehst du so eine Nummer ab. Sowas dilettantisches habe ich ja noch nie gesehen."

Susi (völlig verständnislos): „Mensch Aki, komm mal wieder runter. Ich hab nicht den blassesten Schimmer was du meinst. Was soll ich getan haben?"

Aki: „Na, die Sache mit dem IM. Ich schufte hier die letzten Monate und schiebe den Blauen ein ums andere Mal unsere Leute unter, die den Laden endgültig vor die Wand fahren und du machst alles kaputt. Metzelder! Mein Gott, so doof kann man doch nicht sein. Selbst dieser bärtige Zottel mit der Pauke, den du immer inne Sportschau siehst, hat doch sofort auf dem Schirm, was da läuft. Der war früher bei uns, hat Trikots von uns verhökert und steht jetzt bei denen bei Gegentoren Spalier. Sowas von anfängerhaft."

Susi: „Ganz ehrlich, der steht nicht auf meiner Gehaltsliste. Ich dachte, das wäre deiner und hab mich schon gewundert, was du da gerade am planen dran bist."

Aki (konsterniert): „Du meinst, der ist echt so scheiße?"

Susi nickt.

Aki: „Wart ma ne Runde. Ich check das eben."

Aki greift zum Telefonhörer. Nach wenigen Sekunden wird abgehoben.

Aki: „Spätzle, bist du es?"

Spätzle: „Aki, ich hab dir schon ein paar Mal gesagt, dass ich den Namen fies finde. IM Held klingt doch viel cooler."

Aki: „Ja, das ist auch total unauffälig mit dem t weniger, du Hirnakrobat. Aber kommen wir mal zum Thema. Sag mal, du bist doch fürs Einkaufen zuständig. Was hat dich denn bitte geritten, den Metzelder zu holen? Selbst der Müller hat das alles mit mehr Fingerspitzengefühl erledigt."

Spätzle: „Ähm, Aki. Das war ich nicht. Den hat der Magath klar gemacht. Noch bevor ich hier angefangen habe. Hatte mir bei den Gesprächen vorm Wechsel noch was von „Spitzenspieler von Real" ins Ohr gesäuselt und später eröffnet der mir, dass es dieser Krankenkassenalbtraum ist. Deswegen hatte ich den Gross ja bekniet, dem Wechsel nicht zuzustimmen, aber ich bin aus der Nummer nicht wieder rausgekommen."

Aki: „Tze, der Felix also selbst. Da siehste mal, wie Marathon laufen das Hirn zerbröselt. Und was ist mit dem Raul? Auch schon eher Auslaufmodell, aber findest du das nicht ein bisschen riskant? Kostet zwar schlappe 4 Millionen Gehalt, aber der könnte das Tor treffen."

Spätzle: „Das war wieder der Magath. Bin da selbst nicht ganz glücklich mit, weil der eigentlich kein schlechter Kicker ist. Mittlerweile bin ich aber guter Hoffnung, dass der hier nicht gücklich wird. Der begrüßt mich jeden Morgen mit „Medizinball", weil der denkt, dass das auf deutsch „guten Morgen" heißt.

Aki: „Und was is dran an den Gerüchten mit dem Käskopp?"

Spätzle: „Huntelaar?"

Aki: „Genau der."

Spätzle (lacht): „Ganz große Nummer vom Felix. Hat extra beim Reviersport angerufen, um denen die Story schmackhaft zu machen. Klingt verdammt gut. Die haben nur nicht gecheckt, dass der eigentlich Hun Ti-Lah aus Buthan meinte. Hört sich am Telefon gleich an und der Deal ist fix. Der ist aber nur als Ergänzungsspieler für unsere Amateure gedacht."

Aki: „Hmm. Also doch alles in Butter. Dazu noch die Geschichte mit FLAK-Rolle. Was ist denn da abgelaufen?"

Spätzle: „War eigentlich nur ein kleiner Scherz in der Sommerpause. Der Rolf hat dem Magath heimlich Kaffeepulver in den Teebeutel geschüttet. Und zwar mit Koffein. Du glaubst nicht, wie der abgegangen ist. Rannte wie von der Tarantel gestochen um den Tisch rum und rief ständig was von Leuten, die gegen ihn intrigieren. Rolf hatte dann ein schlechtes Gewissen und sich telefonisch entschuldigt. War wohl eher eine suboptimale Idee."

Aki: „Du, Horst. Ich hör hier ständig: "Felix hier, Felix da". Wofür bezahl ich dich eigentlich? Ich dachte, du wärst da Manager."

Spätzle (kleinlaut): „Habe ich dem Felix auch schon gesagt. Habe mich vor ihm aufgebaut und gesagt: "Ich bin hier als Manager angestellt und will eng mit dir zusammenarbeiten."

Aki: „Und?"

Spätzle: „Er hat mir ein Schild mit der Aufschrift „Floor Manager“ umgehängt und seitdem darf ich den Boden vor seinem Büro schrubben....“

Sascha, 30.08.2010

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