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Wahl 2009: Das Trainer-Duell

18.09.2009, 19:04 Uhr von:  Redaktion

Jürgen Klopp will Morgen drei PunkteDie beiden Spitzenkandidaten für die Wahl am 19. September in Hannover stehen mit entschlossen-selbstbewussten Blick an den Rednerpulten. Jürgen Klopp vom BVB und Andreas Bergmann vom HSV sind bereit, für ihre Ziele verbal zu kämpfen. Die vier Moderatoren haben die Aufgabe, den Trainern zu entlocken, wer die besseren Argumente und Lösungsvorschläge hat, um das Ziel zu erreichen. Das Ziel lautet 3 Punkte.

Maybritt Illner: Guten Tag, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie zum Trainerduell 2009.

Peter Kloeppel: Und ich begrüße die beiden Kandidaten, Jürgen Klopp von der Ruhrgebietspartei BVB und Andreas Bergmann von den Niedersachsen des HSV.

Frank Plasberg: Andreas Bergmann, wie können Sie denn im Ernst daran glauben, gegen den BVB gewinnen zu können?

Andreas Bergmann: Nun, Herr Plasberg, ich bin froh, dass Sie mir diese Frage stellen. Wir haben in den letzten Wochen gute Leistungen gezeigt, so auch auswärts in Bremen. Auf diese guten Leistungen wollen wir aufbauen. Wir sind jedenfalls zuversichtlich, gegen den BVB die drei Punkte einfahren zu können.

Peter Limbourg: Das sehen Sie sicherlich etwas anders, Herr Klopp?

Ansprache nach der Klatsche gegen den FCBJürgen Klopp: Zunächst einmal gratuliere ich dem Kollegen Bergmann zu seiner neuen Aufgabe und wünsche ihm viel Erfolg als Spitzenkandidat des HSV. Der Erfolg darf sich aber gerne erst ab dem 20. September einstellen. (lacht) Wir haben uns für die Wahl in Hannover eine Menge vorgenommen. Die zweitägige Klausurtagung hat den Zusammenhalt innerhalb der Partei noch mal gestärkt. Die letzte Wahl gegen Bayern zeigte schon, trotz einer empfindlichen Niederlage, dass wir es können. Wir müssen nur unser Potenzial über die gesamte Wahlperiode abrufen. Dann bin ich mir sicher, werden wir vom Wähler den Auftrag zum Einfahren der drei Punkte erhalten.

Illner: Wie wollen Sie denn die aktuellen Probleme lösen, Herr Klopp? Zum Beispiel beim Thema spielerische Armut im Mittelfeld.

Klopp: Wir werden offensiv zu Werke gehen. In meinem Schattenkabinett habe ich Tamas Hajnal als Kreativminister. Mats Hummels wird den Ausfall unseres Spitzenpolitikers Sebastian Kehl kompensieren und das Ressort der Verteidigung vor der Abwehr übernehmen. Über den rechten Flügel wollen wir in den Reihen der HSV eine Kuba-Krise auslösen, links sorgt Nuri Sahin dafür, dass die Pässe an den richtigen Stellen ankommen.

Limbourg: Was setzen Sie dagegen, Herr Bergmann?

Valdez und Hajnal gegen Bayern nur auf der BankBergmann: Zunächst einmal möchte ich meinem Konkurrenten für die Glückwünsche danken. Wir denken, dass wir das richtige Konzept haben, damit der Erfolg sich schon bei der Wahl in Hannover einstellt. Es nützt nichts, über rechts und links gegen uns Druck ausüben zu wollen, da meine Kandidaten für das Verteidigungsministerium Haggui und Schulz die besseren Lösungsansätze haben.

Plasberg: Herr Klopp, was würden Sie Stimmen entgegnen, die sagen, ihr Konzept, dass in der letzten Wahlperiode durchaus gut funktionierte, stimmt nicht mehr, weil sie die falschen Männer um sich haben?

Klopp: Zunächst einmal bin ich von jedem meiner Mitarbeiter absolut überzeugt. Ich kenne jeden schon seit Jahren, kenne alle Stärken und Schwächen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir........

Plasberg: .... was entgegnen Sie ihren Kritikern, Herr Klopp?

Klopp (lacht): Welchen Kritikern?

Plasberg: Die gibt es durchaus.

Klopp: Dann werde ich denen sagen, dass wir bei jeder Wahl Vollgas geben, immer bis an die Leistungsgrenze.....

Plasberg: .... bringen Sie doch mal Argumente, Herr Klopp.

Klopp: Wieso unterbrechen Sie mich denn immer, Herr Plasberg? Sind Sie ein Blauer?

Plasberg: Nein, ich trinke nicht im Dienst. Ich würde gerne mal handfeste Argumente hören.

Klopp hat die Redezeit massiv überschrittenKlopp: Die wollte ich eben liefern, aber sie unterbrechen mich ja immer. Wir sind so aufgestellt, dass wir über das Kollektiv zu Erfolgen gelangen wollen. Wir haben keine Einzelstars, die eine Wahl im Alleingang entscheiden können. Das überlassen wir anderen Parteien. Wir brauchen den Zusammenhalt. Ich gebe Ihnen recht, in letzter Zeit hat die Mannschaftsleistung nicht immer gestimmt. Aber das hat doch Gründe. Sie sind doch ein schlauer Mensch, Herr Plasberg, das wissen Sie doch selbst. Unser neuer Angriffsminister Lucas Barrios kommt aus einem ganz anderen Ressort. Gewähren Sie ihm doch die Eingewöhnungszeit. Außerdem ist unsere Mannschaft durch und durch besetzt mit jungen Politikern, die nun teils im ersten, teils im zweiten Jahr in der großen Politik mitmischen. Dass es da zu Leistungsschwankungen kommt, ist ganz klar. Wichtig ist halt, wie die Politiker mit den Schwankungen umgehen. Und ich kann Ihnen versichern, meine Männer gehen genau richtig mit der Situation um. Keine Panikmache, keine gegenseitigen Schuldzuweisungen. Und deswegen werden wir die Probleme bewältigen und das Land mit unseren Lösungsansätzen nach vorne bringen.

Kloeppel: Sie haben Ihre Redezeit massiv überschritten, Herr Klopp.

Klopp: Manches lässt sich eben nicht in 90 Sekunden erklären, Herr Kloeppel.

Illner: Natürlich nicht. Aber sie sagten es gerade eben, Herr Klopp. Sie setzen auf junge Leute. Herr Bergmann, welche Lösungsansätze bieten Sie jungen Menschen?

Hummels wird Kehl ersetzenBergmann: Auch wir haben viele junge Leute in der Fraktion, teilweise erst 23, 24 Jahre alt. Und es ist wichtig, da gebe ich dem Kollegen Klopp recht, dass man diesen Jungpolitikern Zeit lässt, sich zu entwickeln. Nehmen wir unseren Florian Fromlowitz. Oft griff er daneben in der Wahl seiner Mittel, doch er hat sich selbst aus dieser Situation herausgeholt und ist nun ein starker Rückhalt als Generalsekretär. Die finanziellen Mittel lassen aber auch ein anderes Handeln oft nicht zu.

Kloeppel: Sie sprechen gerade die Finanzen an. Wie bewerten Sie denn die Finanzpolitik ihrer Partei in den letzten Jahren?

Klopp: Bei uns wird ganz vernünftig gewirtschaftet. Wir geben nicht mehr Geld aus, als wir einnehmen. Und wenn mal ein bestimmter Betrag fehlt, dann müssen wir auf Käufe und Verpflichtungen eben verzichten.

Illner: War das schon immer so in Ihrer Partei?

Klopp: *hüstel* Wie bitte?

Illner: Ist das der Weg, den Ihre Partei schon immer so ging?

Klopp (grinst): Ich hörte anderes, aber da war ich in der Partei noch nicht involviert, sondern kandidierte noch für den FSV. Aber glauben Sie mir, in der Partei hat sich einiges getan und es sind ganz vernünftige Menschen am Ruder.

Limbourg: Herr Bergmann, Ihr Parteichef Martin Kind plädiert für den Wegfall der 50+1-Regel. Wie stehen Sie dazu?

Bergmann: Da fragen Sie doch besser bei Herrn Kind nach.

Limbourg: Wir sollen ihren Chef fragen, wie Sie zu dem Thema stehen?

Bergmann: Äh, was? Nein, da haben Sie mich missverstanden. Nun gut, eine Partei muss Gelder generieren. Und wenn das nur über den Wegfall der 50+1-Regel geht, dann muss man darüber nachdenken.

Klopp bei der letzten PkKlopp: Nein, muss man nicht. Denn es gibt viele Wege, Geld einzunehmen. Da muss man nicht die Entscheidungsgewalt seiner Partei in die Hände eines parteifernen Investors legen.

Bergmann: Herr Klopp, seien Sie versichert, dass auch in unser Partei fähige Menschen tätig sind, die nur auf das Gesamtwohl schauen und dafür arbeiten.

Klopp: Davon bin ich überzeugt, Herr Bergmann. Aber Ihre Leute wenden die falschen Mittel an. Gut gemeint ist nicht gut gemacht.

Plasberg: Wie definieren Sie denn „gut gemacht“?

Klopp: Unser Parteichef Hans-Joachim Watzke steht für vernünftige Wirtschaftspolitik. Dazu gehört auch, die Türen für Investoren, die den Verein mit Millionen- oder Milliardenbeiträgen übernehmen wollen, verschlossen bleiben.

Plasberg: Da gibt es bei Ihnen keine Hintertür?

Klopp: Nein, eine wirtschaftlich unvernünftige Politik ist mit dem BVB nicht zu machen. Das würde auch an dem Willen der Wähler vorbei gehen.

Bergmann: Auch wir betreiben keine wirtschaftlich unvernünftige Politik. Herr Kind ist erfolgreicher Unternehmer, er weiß, wie es geht.

Illner: Wie denn, Herr Bergmann?

Bergmann: Nun, das würde den Rahmen hier sprengen, um das alles zu erklären. Seien Sie sich aber versichert, dass unser Wirtschaftskonzept den schiefen Turm von Pisa nicht einstürzen lässt.

Plasberg: Was hat denn der schiefe Turm von Pisa mit Hannover zu tun?

Bergmann (genervt): Nichts, das sollte nur ein humorvolles verbales Bonbon sein.

Klopp (lacht): Der Drops schmeckte aber reichlich fad, Kollege Bergmann.

Andreas Bergmann schaut unsicher nach unten und wühlt in seinen Aufzeichnungen.

50+1 muss bleibenLimbourg: Ihre beiden Parteien werden von scheinbar übermächtigen Gegnern befeuert. Vor allem der VFL aus Wolfsburg macht Ihnen zu schaffen, Herr Bergmann.

Bergmann: Wir denken, dass wir mit den Plänen unseres Parteivorsitzenden in absehbarer Zeit wieder auf Augenhöhe mit unserem lokalen Konkurrenten gelangen können. Es bedarf zwar der ein oder anderen Gesetzesänderung, aber mit unserem Sieg bei der Wahl am Samstag werden wir das schon durchdrücken.

Plasberg: Da haben Sie sicher was gegen, Herr Klopp.

Klopp: Dass Hannover wieder mit Wolfsburg gleichzieht? Das ist mir doch sowas von egal.

Plasberg: Nein, dass der HSV am Samstag den Wahlsieg feiern darf.

Klopp: Ja, da habe ich massiv was gegen. Das wäre auch nicht gut für Deutschland. Ok, das war jetzt eine blöde hohle Phrase. Aber ich wollte die einfach mal anwenden. (grinst übers ganze Gesicht)

Limbourg: Sie, Herr Klopp haben mit dem S04 auch einen lokalen Rivalen, der die Nase ständig vorn zu haben scheint.

Klopp: Tja, Herr Limbourg, der Schein trügt, der Schein trügt kolossal. Letzte Saison konnten wir uns trotz viel weniger Ausgaben für Wahlwerbung vor dem S04 platzieren. Und die Parteikassen scheinen bei denen ja ziemlich leer zu sein, wenn man den Medien glauben darf. Mal sehen, was es demnächst dort auf der Pressekonferenz zu essen gibt. Wieder leckeres Filet wie bei der letzten Derbywahl? Oder diesmal nur Erbsensuppe?

Plasberg: Das hört sich nicht so an, als würden Sie dem Konurrenten besonders viel Respekt zollen?

Klopp: Doch, doch, ich habe viel Respekt vor so einer traditionsreichen Partei. Wissen Sie, wann S04 zum ersten Mal in der Weltgeschichte schriftlich erwähnt wurde, Herr Plasberg?

Plasberg: Nein, das weiß ich nicht.

Letzter Auftritt in HannoiKlopp: In alten Testament. Da stand: Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher. (lacht daraufhin laut los)

Alle fangen an zu lachen. Andreas Bergmann meldet sich und schnippt aufgeregt mit dem Finger.

Bergmann: Ich hab auch einen. Schalke wird Deutscher Meister. Und was passiert dann, Herr Kloeppel?

Kloeppel: Keine Ahnung.

Bergmann: Playstation aus!

Alle lachen wieder laut los.

Illner: Mit einer Menge Heiterkeit geht das Trainer-Duell zu Ende, meine Damen und Herren. Wir verabschieden uns jetzt von Ihnen und bedanken uns bei Andreas Bergmann, dem Spitzenkandidet des HSV, dem Hannoverschen Sportverein von 1896 und Jürgen Klopp, Spitzenkandidat des BVB, dem Ballspielverein Borussia aus......

Jürgen Klopp greift sich Illners Mikro und singt los: .... aus Dortmund. Ich folge Dir egal, wohin es geht. Auch in ganz schweren Zeiten, werden wir Dich stets begleiten, Borussia, wir sind immer für Dich da. Nananana, nananana, los alle mit machen.

Illner, Kloeppel, Limbourg, Plasberg: Nana, nana, nana, nana.

Klopp: Los Andi, mach auch mit.

Andreas Bergmann guckt erst verdutzt und schüchtern, macht dann aber auch inbrünstig mit und so singen alle: nana, nana, nana, nana, nana, nana, nana, nana, Ballspielverein Borussia aus Dortmund, wir folgen Dir, egal, wohin es geht..............

So könnten sie im Niedersachsenstadion auflaufen:

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Schulz, Rausch - Balitsch - Rosenthal (SofiAn Chahed), Djakpa - Bruggink - Stajner, Ya Konan.
Auf der Bank: Jensen - Eggimann, Krzynowek, Rama, Chahed, Balogun, Schmiedebach, SofiEn Chahed, Zizzo, Lindner.

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Santana, Dede - Hummels - Kuba, Sahin - Hajnal - Valdez, Barrios.
Auf der Bank: Ziegler - Schmelzer, Feulner, Bender, Tinga, Großkreutz, Rangelov, Zidan.

Schiedsrichter ist der Perl, Günter aus Pullach.

DvB, 18.09.2009

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