Warmlaufen

Er hätte es so gewollt - Ein Vorbericht

30.01.2009, 18:09 Uhr von:  Redaktion
Er hätte es so gewollt - Ein Vorbericht
Neven Subotic war der Matchwinner im Hinspiel

Normalerweise würde an dieser Stelle ein launiger Vorbericht stehen. Die Werkself würde durch den Kakao gezogen und unser BVB heroisiert werden, um schon im Vorfeld klar zu machen: Ihr Leverkusener habt hier nichts zu gewinnen. Aber normal ist in diesen Tagen eigentlich nichts. Das Leben, das Schicksal hat uns brutal vor Augen geführt: Es gibt weitaus schlimmeres als eine Niederlage in einem Fußballspiel.

3:2 gewannen wir das Hinspiel gegen starke, aber noch sehr unreife Leverkusener. Mit Geschick und auch mit Glück. Es war damals Bundesligaspiel 1 für Trainer Jürgen Klopp. Es war Spiel 1 nach Mladen Petric. Nun ist es Bundesligaspiel 1 im Jahrhundertjahr. Und Spiel 1 nach dem schrecklichen Unfall auf der Südtribüne.Ich möchte nun nicht allzu pathetisch werden. Aber ein Gedanke schießt mir immer durch den Kopf: Ein Platz bleibt von nun an leer auf der Süd. Wer einen Platz in der BVB-Startelf bekommt, das dürfte sich aufgrund von vielen Verletzungen und Grippen von selbst regulieren. Die Abwehr um den schon immer starken Neven Subotic und den immer stärker werden Felipe Santana ist gesetzt. Dazu auf den Außen Young-Pyo Lee, bei dem immer deutlicher wird, dass er der beste Fußballer Südkoreas sein muss. Die können unmöglich noch bessere haben. Und Marcel Schmelzer wird auf links spielen, sofern Patrick Owomoyela noch immer vom grippalen Infekt geplagt wird. Schmelzer ist erfreulich abgeklärt. Klar lässt er sich noch von Haudegen wie Diego ab und zu vernatzen. Aber genauso oft fährt er ihnen ganz fair in die Parade und lässt die Stars verdutzt stehen.

Boateng hinterlässt einen starken Eindruck
Boateng hinterlässt einen starken Eindruck

Im Mittelfeld hatte Kevin-Prince Boateng einen sehr guten Einstand beim DFB-Pokalachtelfinale. Am Anfang etwas übermotiviert, fand er immer besser ins Spiel. Auffällig war seine erstaunlich starke Technik. Und schön anzusehen waren seine Tricks mit der Lederkugel, die er aber nicht für die Galerie gemacht hat, sondern nur, weil es in der Situation die beste Lösung war, um das Spiel nach vorne zu bringen. Das kann was werden mit Boateng, zumal er beim Einschießen gezeigt hat, dass er über einen veritablen Strahl verfügt, links wie rechts. Nun muss er das nur mal im Spiel zeigen.

Der ewige Kringe, oft schon von Journalisten aus der Mannschaft geschrieben und am Ende dann doch immer von Anfang dabei, sollte über links ran dürfen. Tamas Hajnal ist gesperrt. Dafür wird Nuri Sahin einspringen. Vielleicht als Doppel-Sechs mit Tinga. Boateng rechts. Wenn sich wider Erwarten aber Sebastian Kehl und Jakub Blaczcykowski fit melden würden, dann hätte Jürgen Klopp die Qual der Wahl.

Hajnal (l.) im Zweikmapf gegen Vidal wird gesperrt fehlen
Hajnal (l.) im Zweikmapf gegen Vidal wird gesperrt fehlen
Die hat er im Sturm nicht. Alex Frei und Mohamed Zidan sind momentan das Beste, was wir offensiv bieten können. Die beiden können auch miteinander, wenn sie wollen. Wie vor dem 1:0, als Zidan den besser postierten Frei sah. Leider waren beide Offensivleute in der Folgezeit mehr darauf bedacht, die eigene Trefferquote in die Höhe zu schrauben. Mit wenig Erfolg. Nelson Valdez scheint eher ein Einwechselkandidat zu sein.


Und was können wir dafür tun? Es gibt einen Spruch, mit dem Trauernde und Hinterbliebene verschiedene Handlungen rechtfertigen. Es heißt dann immer „Der/die Tote hätte es so gewollt“. Am Samstag werden wir mit einer Schweigeminute dem schrecklichen Vorfall gedenken, so den Hinterbliebenen des Toten und seinen Freunden unser Mitgefühl ausdrücken. Lasst uns danach aber mit aller Macht unsere Mannschaft nach vorne brüllen und unterstützen, damit wir drei Punkte im Westfalenstadion behalten können. Ich bin mir 1909 Prozent sicher: Er hätte es so gewollt.

geschrieben von DvB

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