Warmlaufen

Dr. Hoppensteins Monster

27.11.2009, 12:24 Uhr von:  Sascha
Dr. Hoppensteins Monster
Stadion Hoffenheim

Eine finstere Nacht bei Sinsheim im Jahre 1809. Dunkle Wolken türmen sich auf um Burg Hoppenstein, der Wind zieht unheilvoll pfeiffend um die Turmzinnen. Tief unten in den Kellergewölben stehen Dr. Hoppenstein und sein eifriger Diener Ralfgor in ihrem geheimen Laboratorium (ein umgebauter Schweinekotten) vor einem großen Tisch, über den ein weißes Laken gelegt ist. Unter dem Laken erkennt man schemenhaft die Umrisse einer großen Gestalt. Das flackernde Licht der Fackeln verleiht der unheilvollen Szenerie einen düsteren Glanz, während Hoppenstein und Ralfgor voller Eifer ihrem grausigen Werk nachgehen.

Dr. Hoppenstein: „Bald, bald ist es so weit. Noch in dieser Nacht werde ich, Dr. Hoppenstein, in die Geschichte eingehen. Als weltgrößter Wissenschaftler, der das Geheimnis des Lebens entschlüsselt hat.“

Ralfgor: „Und ich als der weltbeste Ralfgor, der... nunja, der dir geholfen hat.“

Dr. Hoppenstein: „So ist's recht, mein braver Diener. In genau einer Stunde wird direkt über dieser Burg ein gewaltiger Geldregen hernieder gehen, der meiner Kreatur den Atem des Lebens einhauchen wird.“

Er zieht das Laken vom Tisch und ein Wesen über und über mit Narben bedeckt und mit 22 angenähten Beinen versehen wird enthüllt.

Dr. Hoppenstein (flüsternd): „Ist er nicht wunderschön?“

Ralfgor: „Wie soll es denn heißen?“

Dr. Hoppenstein: „Eine kluge Frage, Ralfgor. Mal überlegen. Ich habe an jeden Fuß 8 Zehen genäht, damit er mehr Standfestigkeit hat und es müssen genau 99 Millionen Taler auf ihn prasseln, damit er lebendig wird.“

(theatralische Pause)

Dr. Hoppenstein: „Ich nenne ihn Achtzehen-Neunundneunzig. Das klingt auch so schön futuristisch und fortschrittlich.“

Ralfgor: „Wow, ich bin begeistert. Aber Doktor, gestattet mir eine Frage."

Dr. Hoppenstein: „Ja, Ralfgor, mein wackerer Knecht der Wissenschaft?"

Ralfgor: „Achtzehen-Neunundneuzig hat überall Narben, nur an der Brust nicht. Wie habt ihr da das Herz reinbekommen?“

Rangnick
Rangnick

Dr. Hoppenstein: „Wohlan, klug beobachtet. Ich habe letztens in einem Theaterstück gehört, wie der Protagonist sagte, dass man nur auf sein Herz hören soll. Also habe ich darauf verzichtet.“

Ralfgor (verständnislos): „Und?“

Dr. Hoppenstein: „Ist mir viel zu riskant. Achtzehen-Neunundneunzig soll ganz allein auf mich hören.“

Ralfgor: „Und noch etwas fällt mir auf: Ihr habt letztens einem umherziehenden Nachrichtensammler des Sinsheimer Kreisboten doch erzählt, dass ihr nur frische Leichenteile aus dem eigenen Dorfe verwenden wollt."

Hoppenstein guckt finster.

Ralfgor: „Hier sehe ich aber mindestens sechs ziemlich dunkle Beine. Verzeiht mir, oh Doktor, aber im ganzen Dorf und der Umgebung gibt’s keine...“

Hoppenstein unterbricht ihn barsch.

Dr. Hoppenstein: „Pfui-Ba,Ralfgor. Willst du etwa behaupten, ich hätte nicht die Wahrheit gesagt? Dann kannst du gleich mal gucken, ob a si-cherer Job wie dein jetziger einfach so auf Bäumen wächst.“

Ralfgor (murmelt): „Tschuldigung. Ich wollte seine Genialität natürlich nicht beleidigen.“

Dr. Hoppenstein: „Nun gut, Ralfgor. Heute Nacht kann mich nichts erschüttern. Nur noch wenige Augenblicke und mein Traum wird wahr...“

Hoppenstein hält inne.

Dr. Hoppenstein: „Mensch, was ist das denn für ein Lärm da draußen? Bei dem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür. Schaue rasch nach, mein Diener.“

Ralfgor eilt zum Fenster.

Ralfgor: „Menschen, mein Meister. Viele, viele Menschen stehen vor dem Burgtor.“

Dr. Hoppenstein: „Mit Sicherheit das Dorfvolk mit Fackeln und Mistgabeln.“

Ralfgor: „Nein, Herr Doktor. Dortmunder mit Fahnen und Trommeln.“

Dr. Hoppenstein: „Der Spuk wird gleich vorbei sein. Ralfgor, richte die taktische Formation der Oszillatoren aus. Das Gewitter ist da.“

Während Ralfgor die Oszillatoren in einer 4-3-3 Anordnung ausrichtet, begibt sich Hoppenstein gemessenen Schrittes zu einem Hebel, mit dem sich das Dach der Burg öffnen lässt. Augenblicke später prasselt ein gewaltiger Geldregen nieder und 99 Millionen Taler werden durch einen Trichter in den Mund von Achtzehen-Neunundneunzig gespült. Es öffnet die Augen, ein Ruck geht durch den Körper und das Unwesen richtet sich langsam auf.

BVB-Fans
BVB-Fans

Dr. Hoppenstein (schreit enthusiastisch): „Jaaaaaaaaa. Es ist vollbracht. Mein Werk lebt und bringt mir Unsterblichkeit.“

Ralfgor: „Der Mob da draußen vor der Tür sieht das mit der Unsterblichkeit anscheinend ein wenig anders.“

Dr. Hoppenstein: „Dem Pöbel werde ich es zeigen. Meinem Wunderwerk haben sie nichts entgegen zu setzen. Nun auf, Achtzehen-Neunundneunzig. Eile vor die Tore und vertreibe die ignorante Schar.“

Achtzehen-Neunundneunzig gehorcht folgsam und eilt hinaus.

Dr. Hoppenstein: „Komm, Ralfgor. Gieße uns Wein ein und wir sehen uns das Schauspiel vom Balkon aus an.“

In hoffnungsfroher Erwartung treten beide nach draußen.

Ralfgor: „Oweia, die sind aber extrem laut.“

Dr. Hoppenstein: „Nicht mehr lange. Gleich hat Achtzehen-Neunundneunzig sie verjagt.“

Ralfgor: „Guckt mal, Doktor. Es guckt ziemlich irritiert und hält sich die Ohren zu, während diese Dortmunder immer lauter singen.“

Dr. Hoppenstein (dreht sich weg und ruft mit theatralisch nach oben geworfenen Händen): „Ich werde mich beim Ministerium für Wissenschaft beschweren. Diese Narren haben mir und meinem Genius Respekt zu erweisen.“

Ralfgor: „Zumindest das mit den acht Zehen scheint geklappt zu haben. Rennen kann Achtzehen-Neunundneunzig wie der Teufel.“

Dr. Hoppenstein (immer noch mit dem Rücken zum Geschehen): „Wundervoll. Es jagt diese Dortmunder zum Dorf hinaus.“

Ralfgor: „Ähm, Doktor. Eigentlich läuft es so ziemlich allein und Richtung Waldrand.“

Hoppenstein erstarrt.

Dr. Hoppenstein: „Verdammt, verdammt, verdammt. Meine schöne Schöpfung. Alles verloren.“

Ralfgor: „Und wie geht es jetzt weiter, Doktor Hoppenstein?“

BVB-Fans
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Dr. Hoppenstein: „So schnell gebe ich nicht auf. Bevor ich mich ganz den Forschungen um die Geheimnisse des Lebens gewidmet habe, habe ich einen Rechenschieber speziell für Kaufleute entwickelt. Ich habe ihn damals „Schneller Ausgaben Planer“ genannt. Vielleicht verhilft mir das ja zur Unsterblichkeit.“

Ende

Und so wollen sie spielen:

Hoppensteins Monster: Hildebrand - Beck, Simunic, Compper, Eichner - Salihovic, Luiz Gustavo - Carlos Eduardo - Ba, Ibisevic, Obasi.

Auf der Bank: Haas - Maicosuel, Weis, Nilsson, Vorsah, Vukcevic, Zuculini.

Das extrem laute und siegreiche Dortmunder Volk: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Santana, Schmelzer - Hummels, Sahin - Kuba, Zidan, Valdez - Barrios.

Auf der Bank: Ziegler - Koch, Hornschuh, Feulner, Tinga, Bender, Großkreutz, Götze.

Fraglich: Valdez (Muskelverhärtung)

Der Rat der Wissenschaft:

Oberster Ratsherr: Michael Kempter

Beisitzer: Tobias Welz und Mark Borsch

Stellvertreter: Wolfgang Walz

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