Spielbericht Profis

Ich kotze später

26.09.2009, 21:51 Uhr von:  Redaktion

Der BVB ist geschlagenDerbytag in Dortmund. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die Blauen gewinnen insgesamt verdient gegen eine desolate Dortmunder Mannschaft. Farfan trifft irgendwann in der ersten Halbzeit zum 1-0.

Dabei beginnt der Tag mit einem schönen Bild. Bereits gegen 8 Uhr in der Früh fährt die Polizei groß auf, Wasserwerfer und Gefängniswagen. Hundertschaften machen es sich direkt vor dem Arbeitsamt gemütlich. Der angekündigte Marsch wird nie stattfinden. Die Wasserstandsmeldungen sollen im Laufe des Tages immer entspannter werden. Vor dem Stadion selbst gibt es das eine oder andere Scharmützel, doch das hat man beim Derby schon anders gesehen. Ein Schatten liegt jedoch die ganze Zeit über dem Nachmittag. Dazu später mehr.

Die Süd mit dem gewohnten FahnenmeerErstmal geht’s zum und ins Stadion, das bereits um 14.30 gut gefüllt ist. Doch auch hier ist es irgendwie ruhig. Nicht viel passiert auf beiden Seiten. Auf der Nord hält man sich noch bedeckt, während die Süd sich langsam einsingt. So geht das bis zum Anpfiff und erst mit den Mannschaftsaufstellungen kommt ein wenig Stimmung in das altehrwürdige Stadion, das schon so viele legendäre Derbies gesehen hat. Dieses wird nicht dazu gehören. Als die Teams auflaufen, hat Alleswisser Magath wieder ne Finte im Repertoire. Mit Kenia, Moritz und Schmitz bringt er Spieler, die vielleicht im Kicker-Sonderheft auftauchen, aber im Falle Schmitz zumindest nicht im Sg.de-Ticker. Dieser wird zu Streit, und sorgt für Unruhe. Klopp versucht es mit den Pokalsiegern aus Karlsruhe und lässt den wichtigsten Spieler der 11 aus Paraguay auf der Bank.

Bordon gegen Santana und Valdez (r.)Auf den Rängen sind alle da: Borsti wieder mit Abstecher ins Westfalenstadion, Moers, Geseke und dem Fußballgott Kohler wird ebenfalls gehuldigt. Doch der Fußballgott wird zum wiederholten Male in diesem Jahr nicht mit den Schwatzgelben sein. Erstmal geht’s los und wir dominieren die Anfangsphase ohne was zu reißen. Auf den Tribünen gibt es Wechselgesänge zwischen der Süd und der Nord. Alle leben in scheinbarer Harmonie. Nach einer guten Viertelstunde taucht Barrios urplötzlich vor Neuer auf, der leider glänzend pariert und Barrios aus 5 Metern das sichere Tor verwehrt. Sekunden später kommt Hajnal noch einmal vors Tor, zieht aber in die Mitte, anstatt es von außen zu probieren. Doch Stück für Stück gewinnt das No-Name Mittelfeld der Blauen an Raum und die Konter wirken gefährlicher. Ersteinmal kommt jedoch Barrios zu seinem ersten Saisontreffer, sogar Fandel, der neben mir auf der Pressetribüne ist, scheint der Meinung zu sein. Ein abgefälschter Schuß aus 18m springt an die Latte und hinter die Linie. Doch der Linienrichter ist nicht aus Russland. Weiter 0-0. Auf der Gegenseite landet der erste gefährliche Konter im Tor. Altintop spielt auf Farfan, der Schmelzer umstößt und trifft. Hajnal wollte sich vorher nicht fallen lassen. Beim Torjubel verwechseln die Blauen die Seite und feiern mit den Schwatzgelben. Die Stimmung ist überragend

Hektik nach AbpfiffDie Ratte bleibt nach der Halbzeit in der Kabine. Kreislaufprobleme. Wie Bruggink letzte Woche. In der zweiten Halbzeit passiert nichts. Ein Abseitstor von Tinga. Und mehr ist da nicht. Auch die Einwechslungen von Großkreutz, Valdez und später Rangelov verleihen dem Derby nicht mehr Esprit. Auf Seite der Blauen kommt das „Schwabbelschwein“ rein. Und bringt wenigstens so etwas wie Derbystimmung ins Spiel. Neben Spiderpig scheinen sich nur Santana, Großkreutz und der süße Manu bewußt zu sein, worum es hier eigentlich geht. Und am unsäglichen Manu ist es dann auch endlich ein wenig Würze ins Spiel zu bringen. Da ist dieses vom unfähigen Stark jedoch bereits beendet. Neuer lässt sich vor der Süd feiern, was erst Zidan, dann Barrios, dann Großkreutz, dann alle anderen Spieler auf den „Vollidioten“ (Magath) Neuer losgehen lässt. Kehl, dessen Präsenz auf dem Platz einfach fehlt, liefert sich in der Interviewbox ein Wortgefecht. Auf der Nord lassen sich die Schwachmaten animieren und präsentieren unter der Woche gezockte Fahnen. Ganz großer Sport. Die Polizei fordert via Anzeigentafel zur Ruhe auf. Und wir folgen wieder. Wie bereits im Derbyvorfeld zeigen sich die Mannen um Rolf Flak Rojek sensibiliert. Ein Angebot, dass man nicht ausschlagen kann. Magath und auch Klopp wirken auf der Pressekonferenz angefressen, beide scheinen sich der Situation bewußt. Aber die Bösen sind ja immer BorussenEine Mannschaft, die vor der gegnerischen Tribüne jubelt, ein Torwart, der sich eben dort feiern lässt und Fans, die unsere Farben präsentieren. Deeskalation according to Scheiße. Darüber hier später gewiss noch mehr

Uns bleibt eine Niederlage, der Tabellenkeller, die Freude der Spacken von nebenan und eine Menge Arbeit. Ohne Kehl wird es schwer. Ich kotze später.

Steph, 26.09.2009

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