Spielbericht Amateure

Drei Punkte gegen den Abstieg

06.12.2009, 19:09 Uhr von:  Redaktion

Yeah, 1-0 gewonnen!!!Ein langezogenes, erleichterndes „Ja!“ schallte durch das weite Rund, als endlich der ersehnte Abpfiff ertönte. 1:0 gegen den Abstiegskonkurrenten Holstein Kiel. Dortmunds Zweite bekleckerte sich zwar wahrlich nicht mit Ruhm, aber drei Punkte sind eben drei Punkte.

Nach gefühlten 09 Wochen und einer weiteren, nervigen Länderspielpause fand endlich wieder ein Spiel der Amas in der geschichtsträchtigen Roten Erde statt. Dank Sonntag, Regen, Nikolaus und Roter Laterne kamen „nur“ 903 Zuschauer, der Stimmungsblock H war jedoch wie immer gut gefüllt. Auf der Gegengerade sammelten sich etwa 40 Kieler Anhänger, die aber auch nur als Deko dienten, denn während des Spiels waren sie eigentlich kaum zu hören.

Angesichts den vergangenen Partien, einer miserablen Chancenverwertung und eben der Roten Laterne bekam „unser einer“ Karl Choleri von seinem Hausarzt den Rat, besser zu Hause zu bleiben. Zu ungesund die Aufregung, wenn man schwatzgelb auf's Tor rennen sieht und der Abschluss nur noch mit Humor zu ertragen ist. Karl Choleri wäre nicht Karl Choleri, hätte er sich nicht über den Sachverstand des Arztes aufgeregt und ihn für bescheuert erklärt. Nachdem aber Karls Herzensdame gesprochen hatte, blieb er Zuhause. Eine gute Entscheidung?

Choreo der UvdADer BVB ist ein Traditionsverein, und Traditionen müssen gepflegt werden. In der Hinsicht handeln die Spieler von Theo Schneider vorbildlich, wenn sie in nahezu jedem Heimspiel in der ersten Halbzeit Däumchen drehen. So auch diesmal. Ganze zwei Torschüsse in 45 Minuten – das war nichts. Symbolisch für die erste Hälfte war die 20. Minute., als Marcel „nicht-Kevins-Bruder“ Großkreutz in Schussposition war, aber den Ball vertändelte. Resultat: Kein Torschuss, sondern Freistoß für Kiel. Ebenfalls unglücklich die Situation, in der sich Marcus Piossek gut auf der rechten Seite druchsetzte, nach einer schönen Körpertäuschung in den Strafraum eindrang, den Pass spielte, der aber nicht ankam, da niemand zur Stelle war. Die Gäste waren die etwas weniger schlechtere Mannschaft und kamen des Öfteren vor das Tor von Marcel Höttecke, gefährlich war das aber ebenfalls nicht.

In der Halbzeitpause gab es einen kleinen, netten Dialog zwischen den beiden Fanblocks, wobei die BVB-Anhänger am lässigsten reagierten, indem sie den Kielern die Arbeit abnahmen und sich vorsorglich schonmal selbst als „BVB Hurensöhne“ beleidigten. Kaum zu glauben, dass sich die Kieler anschließend selbst einen reinlegten und diesen kreativen Gesang ebenfalls von sich gaben. Berechtigter Applaus dafür von Seiten der Schwarz-Gelben. Für absolutes Gelächter aber sorgten die Reservebänke beider Vereine. Und damit sind nicht die Spieler gemeint, sondern wirklich die Bänke. Urplötzlich kippte die BVB-Bank nach hinten um, die der Gäste gleich hinter her. Mysteriös.

Die Erlösung durch Uwe HünemeierAls die Spieler auf den Platz (Acker?) kamen und sich die Bänke wieder in der Senkrechten befanden, wurde auch wieder Fußball gespielt. Und wie. Die Mannschaft des BVB war nicht wieder zu erkennen und spielte sofort nach vorne. Unter den Augen von Klopp, Ricken und „Teddy“ kamen die Borussen zu einigen Torchancen, meist nach Standards. So war es erst Kullmann, der nach einem Freistoß die Gelegenheit zur Führung hatte, und anschließend Uwe Hünemeier, der sich nach einer Ecke mit einem Kopfball in Szene setzte. In der 68. Minute war es endlich soweit. Nach einem Freistoß von Tyrala brachte „Mister-Kopfball“ Hünemeier den Ball über die Line. Wer auch sonst? Auf Stürmertore kann man in dieser Saison nicht gerade zählen. Andererseits ist es bemerkenswert, dass Hünemeier in fast jedem Heimspiel Kopfballchancen hat. Unterdessen stimmte der Block H ein relativ neues Lied - „Dortmunds Amateure steigen nicht ab“ - auf die Melodie von „Always look on the bright side of life“ an. Die Melodie passt irgendwie, beim Blick auf die Tabelle.

Auf dem Spielfeld (Acker?) gaben die Spieler nicht sehr viel dafür, dass Karl bei den nächsten Spielen unbesorgt zuschauen kann. Chance um Chance vergaben die Dortmunder, während die Kieler auf der anderen Seite immer gefährlichere Aktionen hatten. Daran änderte sich auch nichts, als Christopher Lamprecht in der 82. Minute wegen Foulspiels Gelb-Rot sah. Über den Ausgleich hätte man sich nicht beschweren dürfen, denn der Sack müsste schon längst zu gewesen sein, an diesem Nikolaus-Tag.

Es reichte aber zum letzlich verdienten Sieg. Dennoch bleiben die Amas erstmal Letzter. Ändern können sie dies nächsten Samstag, wenn Wacker Burghausen zum Rückrundenstart nach Dortmund kommt. Anstoß ist wie immer um 14 Uhr, zahlreiche Zuschauer erwünscht.

Namen und Zahlen

Ausgelassener Jubel nach AbpfiffBVB II: Höttecke, Koch, Sobiech, Hünemeier, Götze, Hasanbegovic, Großkreutz, Hille (46. Ginczek), Tyrala, Piossek (89. Evers), Kullmann (75. Neumeister)

Kiel: Henzler, K. Schulz, R. Müller, Boy, Lamprecht, Vujcic (77. Guscinas), Meyer (62. Sembolo), Nagel (61. Siedschlag), Jürgensen, Holt, Wulff

Tore: Hünemeier (68.)

Gelb-Rote Karte: Lamprecht

Zuschauer: 903

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Sven, 6.12.2009

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