Spielbericht Amateure

Das macht einfach Spaß: BVB II gewinnt - Öztekin glänzt

29.03.2009, 18:30 Uhr von:  Redaktion

Torjubel bei Dortmunds AmateurenDie BVB-Amateure haben ihre Pflichtaufgabe gelöst und Verl mit 4:0 nach Hause geschickt. Das Ergebnis gibt allerdings nicht unbedingt den Spielverlauf wieder, so hatten die Gäste auch ihre Chancen.

Es ist Samstagmittag, BVB II spielt in der altehrwürdigen Roten Erde. Klingt verlockend und Zuschauer einladend, tatsächlich aber waren es nur knapp 400 Zuschauer mehr, die sich zum Spiel der zweiten Mannschaft unserer Borussia verirrten, als am vergangen Sonntag. Zwar ist das der zweitbeste Wert im Vergleich aller Vereine an diesem Spieltag - wobei Essen noch nicht gespielt hat – doch die Borussen setzen bekanntlich andere Maßstäbe. Daher darf man auch mit dem Verweis darauf, dass die Amateure des BVB an der Tabellenspitze kratzen, sagen, dass da noch mehr geht.

Tribüne

Die 1227, die da waren, verteilten sich wie immer auf der Ost-, Nord- und vor allem der Haupttribüne. Letztere war, mit Ausnahme des Gästesitzplatzbereiches, prächtig gefüllt. Wie schon beim Spiel gegen Oggersheim fanden sich die Sangesfreudigen im linken Teil der Haupttribüne ein. Diesmal waren es allerdings deutlich mehr Unterstützer, als am letzten Sonntag, was daran liegen könnte, dass zu dem Zeitpunkt wenige von dem „Umzug“ wussten.

choreografie vor dem spielIm Gästebereich fanden sich etliche Zaunfahnen ein, die die paar Gästefans im Gepäck hatten. Beim genaueren Blick auf diesen Bereich der Roten Erde fragte man sich allerdings, ob nicht vielleicht jede Zaunfahne ihren eigenen Gästefan im Rucksack gehabt hat... Zum Anpfiff gab es auf Dortmunder Seite eine Choreo, die mehr als gelungen war. „Die besten Stimmen für Dortmunds Zweite“ lautete die Ansage, geschmückt mit gelben und schwarzen Streifen. Doch der absolute Hingucker waren die dargestellten Sängerinnen und Sänger: Tina Turner, Heino, Joe Cocker, Celine Dion, Liam Gallagher und Michael Jackson

1. Halbzeit

Borussia Dortmund II ging mit fast der selben Elf wie gegen Oggersheim in das Spiel. Und diese elf Spieler mussten schon in der 2. Minute kurz erleichtert durch atmen, als Uwe Hünemeier im Fünf-Meter-Raum rettete. Anschließend verlief das Spiel ereignislos, bis zur 09.Minute. Yasin Öztekin setzt sich auf der linken Seite gut durch und umläuft einen Spieler nach dem anderen. Im Strafraum angekommen, wird er dann zu Fall gebracht. Den Elfmeter verwandelt Tyrala nicht gerade souverän, dennoch steht es 1:0 für die Borussia.

Aber auch mit dieser Führung im Rücken war der BVB nicht sonderlich drückend, was vorerst glücklicherweise nicht als Schuss nach hinten los ging, da Verl noch ungefährlicher war als die Mannschaft von Theo Schneider. In der 29. Minute zeigte Schiedsrichter Winkmann erneut auf den Punkt und wieder gab es einen Elfmeter für die Borussia. Nachdem Yasin Öztekin einfach mal einen Pass in die Lücke der Verler Abwehrreihe gespielt hatte, war anzunehmen, dass Torwart Milos Mandic den Ball mit ein paar Schritten nach vorne problemlos aufnehmen kann. Doch dieser kam nicht aus seinem Tor, dafür Kullmann an den Ball. Kullmann nimmt den Ball mit, will an Mandic vorbei doch der bringt ihn zu Fall. Abermals läuft Sebastian Tyrala an, schießt aber links vorbei. Bis zum Halbzeitpfiff gab es auf beiden Seiten noch die ein oder andere Chance, zur Pause aber stand es 1:0.

2. Halbzeit

Unverändert kamen beide Mannschaften auf das Spielfeld zurück. Einzig das Auftreten der Verler hatte sich geändert. In einer Phase, als der BVB nichts dagegen zu setzen hatte, vergaben die Gäste hochkarätige Chancen. Doch es blieb beim 1:0, alle Chancen brachten nichts ein. Einmal schoss Leenemann aus zwei Metern über das Tor, später streifte der Ball die Latte. ÖztekinWie aus dem Nichts kam plötzlich ein Pass von Öztekin auf Kullmann, der in der 62. Minute zum 2:0 vollendet. Was für ein Klasse Pass von Öztekin, der seine Vertragsverlängerung momentan mehr als rechtfertigt. Dass auch Jürgen Klopp und Michael Zorc in der Roten Erde waren, wird Öztekin aufgrund seiner beachtlichen Leistung gefreut haben. Das 2:0 sollte gleichzeitig auch die Vorentscheidung gewesen sein, hatten sich die Verler danach anscheinend schon aufgegeben. Nun spielte nur noch eine Mannschaft. Dementsprechend wurde das Ergebnis noch ein wenig in die Höhe getrieben. Piossek vollendete in der 69. Minute nach schönem Zusammenspiel mit abermals Öztekin zum 3:0, ehe Mehmet Boztepe mit dem letzten Treffer des Tages und einem anschließenden Salto den Sieg besiegelte.

Es war zwar keine besonders überragende Leistung des BVB, aber ein bisschen Glück gehört halt manchmal auch zum Spiel. Nun hat man am Dienstag, zum dritten Mal in Folge zu Hause, gegen Leverkusen II die Chance, die Tabellenspitze zu erklimmen. Die Spieler dürften für diese Aufgabe reichlich Selbstvertrauen haben.

War die Stimmung beim Borussenanhang während des Spiels nicht sonderlich laut, so überzeugte zumindest nach dem Spiel das megalaute „Ballspielverein Borussia aus Dortmund“, womit man zusammen mit den Spielern, deren Grüße sich nach dem Spiel auch an die hinter dem Stadionzaun ausharrenden Stadionverbotler richteten, den Sieg feierte.

Wenn es so weiter geht und die Mannschaft nichts von ihrer Leistung einbüßt, dann kann das „Auch in der vierten Liga“ vielleicht schon bald durch „auch in der dritten Liga ersetzt werden“. Ein großer Schritt hierfür kann am Dienstag um 19 Uhr in der Roten Erde gegen Leverkusen gemacht werden.

Stimmen zum Spiel

Mario Ermisch:
Erstmal Glückwunsch zum verdienten Sieg. Man merkt, dass die Dortmunder momentan viel Selbstvertrauen haben und momentan sicherlich das Non-plus-ultra der Liga sind. Das Ergebnis täuscht aber ein bisschen darüber hinweg, dass wir auch Gelegenheiten hatten, das Spiel anders zu gestalten, wenn ich daran denke, dass wir eigentlich schon in der zweiten Minute hätten in Führung gehen können, als Kevin Freiberger im Fünfer frei steht. Dann bekommen wir zwei Elfmeter gegen uns, gehen mit einem 1:0 Rückstand in die Pause und in der zweiten Hälfte hatten wir dann nochmal drei, vier Chancen aber uns war es nicht vergönnt das 1:1 zu machen. Danach kriegen wir den zweiten Gegentreffer, wobei ich aus meiner Sicht nicht beurteilen kann ob es Abseits war oder nicht. Alle drei Tore in der zweiten Halbzeit fielen relativ strittig, aber das ist schwer zu beurteilen. So wird das dann halt ein 4:0. Man kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn sie hat kämpferisch alles gegeben und das, was wir gespielt haben, spiegelt momentan die Möglichkeiten wieder, die wir haben. Das 4:0 sieht ein bisschen deutlicher aus, als es war, aber es war verdient.

Theo Schneider:
Theo Schneider und Hillech glaube auch, dass das Ergebnis den tatsächlichen Spielverlauf nicht korrekt wieder gibt. Es war ein recht offenes Spiel, wir haben in der ersten Halbzeit nicht zu dem Spielfluss gefunden, der uns in den ersten vier Spielen ausgezeichnet hat, wobei man der Mannschaft entschuldigend zu Gute halten muss, dass der Boden sehr tief war und, dass man da erstmal über das kämpferische Moment kommen muss. Trainer Theo Schneider und HilleDas hat Verl von der ersten Minute an sehr gut praktiziert. Sie haben uns sehr wenig Raum gelassen, aggressiv gespielt und waren immer wieder gefährlich, auch bei Standartsituationen. Deswegen war es für uns erstmal wichtig, die Führung durch den Elfmeter von Sebastian Tyrala zu erzielen. Wenn der zweite Foulelfmeter auch verwandelt worden wäre, hätten wir uns sicherlich mehr Ruhe gönnen können. Doch dann müssten wir in gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit drei, vier ganz heikle Situationen überstehen. Wenn der Ausgleich gefallen wäre, wäre es ein ganz, ganz enges Spiel geworden. Gott sei Dank haben wir das 2:0 gemacht und danach zu der nötigen Ruhe gefunden, gut gekontert, Chancen heraus gespielt und genutzt. Unterm Strich muss man sagen, dass es in gewisser Weise sogar ein glücklicher Sieg war. Aber das sind die Gesetze im Fußball. Wenn man oben steht, hat man dieses Quäntchen Glück und ich bin froh, dass wir es im Moment haben, denn uns erwartet am Dienstag gegen Leverkusen wieder eine ganz schwere Aufgabe. Umso schöner, dass wir heute den Dreier einfahren konnten und unsere Leistung in der bis jetzt gute Rückrunde bestätigen konnten. Man muss der Mannschaft zumindest für die zweite Halbzeit ein Lob zollen, dass sie kämpferisch richtig dagegen gehalten hat und den Sieg letztlich erzwungen hat. Ich denke, die Voreusetzungen für Duenstag sind geschaffen.

Yasin Öztekin:
Ich trainier seit ein paar Monaten oben mit, das ist intensiver und wenn ich in der Zweiten spiele, bin ich fit und gebe 90 Minuten Gas. Wir haben heute in den entscheiden Momenten gute Pässe gespielt und die Chancen genutzt.
Über seine Vetragsverlängerung: Ich spiele seit 12 Jahren hier und ein Profivertrag war immer meiner Traum. Jetzt habe ich ihn endlich und gebe noch mehr Gas, damit ich oben auch spielen kann.

Sebastian Tyrala:
Einen Elfmeter hab ich gemacht, beim zweiten Elfmeter bin ich einfach zu weit rein getreten.
Darüber, dass am Dienstag die Tabellenspitze erklommen werden kann: Natürlich denkt man daran, dass man Dienstag Tabellenführer werden kann, aber ich glaube, es ist einfach wichtig, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Was Kaiserslautern macht, dürfte uns eigentlich nicht interessieren. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn wir jedes Spiel gewinnen, dann sind wir am Ende auch ganz oben. Zur Zeit läuft es einfach und ich freue mich auf Dienstag, vor allem, wenn's mit dem Platz klappt – der sieht ziemlich kaputt aus.

Uwe Hünmeier:
Frage: Wie darf man sich das vorstellen: sitzt ihr Spieler, wenn so ein Spiel des Konkurrenten aus Kaiserslautern ansteht, vor dem Ticker im Internet?
Ja, das kann man schon so sagen. Einige sitzen vor dem Internet oder auch wie ich vor dem Videotext, wenn natürlich auch nicht die ganze Zeit.

Dortmunder Jubel nach dem Spiel

Daten zum Spiel

BVB II: Focher - Koch, Hünemeier, Gordon, Hille (82.Vrzogic) - Hillenbrand, Vrancic, Tyrala (84. Boztepe), Öztekin - Kullmann, Ginczek (58. Piossek)

SC Verl: Mandic - Uilacan, Kalkan, Flottmann, Kaminski – Arifi (76. Hop), P. Neumann, Leeneman, Hagedorn (84. Glöden), Freiberger - Knappmann

Tore: 1:0 Tyrala (9. FE), 2:0 Kullmann (62.), 3:0 Piossek (69.), 4:0 Boztepe (90.)

Zuschauer: 1227

Gelbe Karten: Tyrala, Piossek - Hagedorn, Mandic

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

Weitere Bilder zum Spiel findet Ihr hier.

Sven, 29.03.2009

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