Warmlaufen

Der Anfang vonne Apokalypse

14.11.2008, 21:44 Uhr von:  Redaktion

Robert Kovac wird gegen die SGE fehlenDramatische Worte erreichen uns aus Frankfurt zur Personallage unseres morgigen Gegners Eintracht Frankfurt. „Eintrachts Verletzungspech nimmt fast schon apokalyptische Ausmaße an" verkündete man auf der Internetseite der Geier - ähm, Adler. Mit Amanatidis, Korkmaz, Ochs, Chris, Preuß, Meier, Spycher und noch son paar flügellahmen Gesellen fehlt den Hessen dabei tatsächlich fast eine komplette Startelf.

Kein Wunder also, dass man in der Bankenstadt Frankfurt, die in Sachen drohender Untergang in den letzten Wochen so einiges an Erfahrung gesammelt hat, drastische Worte wählt. Die Lage ist ernst und ab morgen sogar hoffnungslos. Denn, um es mit den Worten von Herbert Knebel zu sagen, das war erst der Anfang vonne Apokalypse.

Folgendes wird im Buch der Bücher (Kicker- Sonderausgabe Nr. 12) prophezeit:

Und es ertönte ein schriller Ton aus des Schiedsrichters Posaune und um Punkt 15.30 Uhr betraten auf Geheiß des allmächtigen Dr. Felix Brych, seiner beiden Assistenten Schalk und Achmüller so wie des an der Coachingzone gefürchteten vierten Offiziellen Dingert, die elf apokalyptischen Kicker den Platz, um den Frankfurtern einen gar fürchterlichen Nachmittag zu bereiten.

Im Tor stand Roman, der Vielarmige. Und ein großes Wehklagen ertönte aus den verbliebenen Kuba wird spielen - Frei eher nichtReihen der Frankfurter Stürmer. Was sie auch taten, wie sehr sie sich auch bemühten - es war vergebens. Jeden aufs Tor geschossene Ball wehrte er mit nahezu übermenschlichen Reaktionen ab und trieb seine Gegner schier zur Verzweiflung.

Doch bis zu Roman drangen nur die wenigsten vor. Meist wurden sie schon gestoppt von den vier Kickern der Defensive, im gemeinen Frankfurter Volk auch nur angstvoll „die Viererkette" gerufen.
Von Außen nach Innen und wieder nach Außen waren Lee, Santana, Subotic und Owomyela ihre fremd klingenden Namen und sie verbreiteten im hessischen Offensivspiel Angst und Schrecken. Mit gestreckten Beinen grätschen sie in die Reihen ihrer Gegner und nahmen ihnen das umkämpfte Spielgerät ein ums andere Mal ab. Doch damit nicht genug. Immer wieder und wieder stürmten Lee und Owomoyela flinken Fußes nach vorne und sorgten mit ihrer allmächtigen Waffe, die auf den Namen „Flanke aus dem Halbfeld" hörte, für Chaos im rückwärtigen Bereich Hessens.

Aber wahrlich, ich sage euch, dass diejenigen, die den vier Kickern der Defensive gegenübertreten Kringe Frankfurtdurften, die Glücklichen waren. Hieß es doch, dass sie vorher die apokalyptische Sechs im defensiven Mittelfeld im Zweikampfe bezwingen konnten. Einst ward dieser Kicker von den Heerscharen der Fans wegen manch Niederlage im Ringen um das Spielgerät und noch häufigeren Abspielen zum Gegner gescholten, doch rechtzeitig zur Apokalypse fand er wieder zur alten Form zurück. Und so baute er sich in seinem Herrschaftsbereich rund um die Mittellinie auf und trieb die verzweifelt anrennenden Horden wieder zurück in ihre eigene Hälfte.

Und auch dort waren die Frankfurter nicht in Sicherheit. Von Klopp gesandt, ließen dort die drei „Mittfeldigen" Angriff um Angriff auf das Tor der Hessen nieder prasseln. Kringe „der etwas Hüftsteife", Tinga der „Zottelköpfige" und Hajnal „der Zauberfuß" wurden sie gerufen. Diese drei Kicker kamen mal über rechts, mal über links und öfters auch einfach durch die Mitte, um den tödlichen Pass zu spielen. Gemeinsam wirbelten sie und vor diesem Wirbel gab es kein Entrinnen. Das Flehen ihrer Gegner, die ihnen nur hilflos hinterher schauen konnten, erreichte ihre apokalyptischen Ohren nicht.

Tief zogen sich daraufhin die verbliebenen Eintrachtler in ihre eigene Hälfte zurück, als ein mächtiger Sturm auf kam. Und in diesem Sturm erkannten sie zwei Dinge: wehende Haare und eine gar furchteinflößende Maske. Abermals vernahm man auf den Tribünen großes Wehklagen, denn sie trafen auf die letzten beiden Kicker der Apokalypse. Aus dem fernen Westen, von weit hinter dem trennenden Meer, rannte der Nelson auf sie zu und schmiss sich mit gar Endlich mal wieder ein Heimspiel auf einem Samstagfürchterlicher Wucht in jeden himmelwärts geschlagenen Ball. Angsterfüllt wandten sich die Frankfurter ab und suchten ihr Heil in der Flucht, doch vergebens. Denn sehet, dort aus dem Osten dribbelt schon eilig Kuba herbei, um seine Gegner der Lächerlichkeit preis zu geben. Und er vollendet, was die zehn anderen Kicker vor ihm begannen...

Und wieder ertönte ein schriller Pfiff aus des Brychs Schiedsrichter-Posaune und beendete pünktlich um 17.15 Uhr das Leid der Hessen. Klopp sah auf die Anzeigentafel und sah, dass es gut war. So verzichtete er auch darauf, den Streiter des Regelbuches wegen seines pünktlichen Abpfiffes zu maßregeln.

Die Hessen jedoch zogen sich geschlagen zurück in das Land, in dem Äppelwoi und Handkäs mit Musik fließen und verkündeten dem übrigen Volke: „Ajo, so a Apokalypsch, des muss isch nedd noch emol erlebe."

Sascha, 14.11.2008

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