Warmlaufen

Erst Laktattest, dann Labskaus

14.03.2008, 10:49 Uhr von:  Redaktion

Thomas DollUnd das nächste Spiel in einer Hansestadt steht vor der Tür. Nach Bremen geht es nun noch ein Stückchen weiter nordwärts zum HSV in die was-weiß-denn-ich-Arena, im Volksmund dankenswerterweise weiterhin Volksparkstadion genannt. Kleiner Hinweis für nicht Ortskundige: Das Stadion liegt nicht, wie man bei den Eintrittspreisen vermuten könnte, im Hamburger Nobelviertel Blankenese.

Fangen wir erst einmal mit einer nüchternen Bestandsaufnahme unserer Borussia an. Platz 13, 11 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsaspiranten und deren 9 beträgt der Rückstand auf Platz 5, der durch die Besetzung durch Blaukraut besudelt wird. Machen wir uns nichts vor, der Bundesligalack ist ziemlich ab. Warum es diesen Lackschaden gibt, wollte die Dortmunder Trainerlegende Thomas Doll (mittlerweile mit 1-jährigem Betriebsjubiläum) ganz genau wissen und ordnete für Montag einen La(c)ktattest an. Das Ergebnis ist ebenso geheim wie verblüffend: In Hamburg werden wohl die 11 Leute zu Beginn auflaufen, die man ohnehin da erwartet hätte.

Apropos L-Test, auch die Hamburger hatten einen unter der Woche - und sie fielen alle durch. Die Leverkusener zeigten im UEFA-Cup zumindest über 60 - 70 Minuten hinweg, wie man Hamburg knacken kann. Hinten recht sicher stehen und vorne mit präzisen und schnellen Angriffen den Erfolg suchen. Gut, das ist jetzt nicht wirklich unsere Spezialdisziplin, aber durchaus machbar.

Die Teams:

Dede ist in Hamburg wieder in der Startelf Zuerst natürlich, Ehre wem Ehre gebührt, unsere schwatzgelben Jungs: Wie eingangs schon erwähnt, gibt es da nicht all zu viele Überraschungen. Im Tor steht natürlich Marc Ziegler, der sich in den letzten Spielen wieder deutlich gefangen hat und eine ganz stabile Figur macht. Gut so, weitermachen.

In der Abwehr läuft hinten links wieder der dienstälteste Borusse, Dede, auf. In der letzten Saison war Hamburg, nach einer für ihn typischen mit-beiden-Beinen-voran-Grätsche, noch der Auftakt zu einer Rotsperre, diesmal ist es das Ende einer Sperre - aufgrund einer mit-beiden-Beinen-voran-Grätsche. Was lernen wir daraus? Richtig, nur ein Bein nehmen und damit nach Möglichkeit den Ball treffen.
In der Innenverteidigung könnte es ein weiteres Comeback nach einer Sperre geben. Dort streiten sich Rober Kovac und der nach eigener Aussage schnellste Ü-30 Kicker Deutschlands auf der Kurzdistanz, Chrischtian Wörns, um den vakanten Platz neben Martin Amedick.
Da es typisch für eine Viererkette ist, dass dort vier Mann spielen, fehlt natürlich noch einer in der Florian Kringe wird dagegen am Samstag fehlenAuflistung. Dedes Pendant auf der rechten Seite ist Toni Rukavina. Nach einem schwachen Spiel gegen Berlin hoffen wir wieder auf eine gewohnt sichere Defensivleistung und den ein oder anderen Flankenlauf.

Im Mittelfeld wird weiterhin Florian Kringe fehlen, der nach muskulären Problemen noch nicht wieder einsetzbar ist. Für ihn wird Delron Buckley auf dem Platz stehen. Für Buckley momentan eine völlig neue Situation beim BVB - er wurde gelobt. Seine Aufgabe als Linksaußen hat er ganz manierlich gemeistert und größtenteils dort das geschafft, was ihm sonst vorne vorgeworfen wurde: er hat Tore verhindert. Gegen Hamburg darf er wieder offensiv auf Links ran, Tinga dementsprechend auf der rechten Seite.
Zentral spielen zwei kleinere Sorgenkinder des BVB. Auf der defensiven 6er Position Sebastian Kehl, der nach seiner Rückkehr zwar bereits wieder 2 Tore erzielt hat, aber noch viel zu häufige Ballverluste produziert. Das gilt es dringend abzustellen. Offensiv und hinter den Spitzen wird "das Phantom" Giovanni Federico wie gewohnt auflaufen. Das Phantom deswegen, weil er es beherrscht über weite Strecken des Spiels überhaupt nicht in Erscheinung zu treten, um dann entweder die Bude selbst zu machen, oder den tödlichen Pass zu spielen. Die beiden letzteren Dinge gelangen ihm in den beiden vorangegangenen Spielen nicht und dann sieht das unterm Strich immer etwas blöd aus.

Ganz vorne dürfen sich Mladen Petric und Alex Frei erneut versuchen. Zwei fußballerische Königskinder, die zuletzt nicht so ganz zueinander finden wollten. Aber Seeluft tut gut und so werden die beiden mit vereinten Kräften den Ball mehrmals im Hamburger Tor unterbringen. Ganz sicher. Der zuletzt treffsichere Joker Klimowicz fällt leider aufgrund erneuter Probleme an der Schulter aus.

Der HSV:

Szene aus dem Hinspiel Man kann sich nicht helfen. Als Verein ist das Bundesligaurgestein ja ganz sympathisch, aber die Mannschaft an sich ist ein Sammelsurium an Ihgitt-Typen. Fängt im Tor mit dem jetzt definitiven Nicht-EM-Teilnehmer Rost (Deckname UGE-Frank) an. Schon die blaue Vergangenheit verbietet jede Liebäugelei mit ihm.

Auf der 6er-Position läuft der "Wenn ich in die Bundesliga wechsel, dann nur nach Dortmund"-Niederländer Nigel de Jong auf. Leider ist aus dem fiesen Klopper, der in der Bundesliga nichts auf die Kette kriegt, ein Klopper mit durchaus ansprechenden Leistungen geworden. Sei's drum, Samstag ab 15.30 Uhr wird zurück gekloppt.

Ein weiterer Spieler dieser Kategorie ist David Jarolim. Im Gegensatz zu de Jong fällt er nicht seine Gegenspieler, er fällt lieber selbst. Und das beim kleinsten Windhauch. Zuletzt waren seine Flugkünste in der Schlussphase gegen Leverkusen zu bestaunen, wo er eben so unsportlich wie peinlich plump noch einen Elfer raus holen wollte. Beim zuletzt bekannten Dortmunder Schiedsrichterglück muss man kein Prophet sein, um eine weitere Flugshow des Tschechen vorher zu sagen.

Last but not least: Rafael van der Vaart. Sylvies Ehemann ist mit einer begnadeten Technik ausgestattet und sportlich eine Augenweide. Wer aber, um einen Wechsel zu forcieren, schon mal im Trikot des Gegners posiert und damit den eigenen Anhängern mächtig gegen das Schienbein tritt, dem gehört eigentlich der Hintern versohlt, statt umschwärmt zu werden.

Die Daten:

Die Laktattestsieger: Ziegler - Dede, Kovac (Wörns), Amedick, Rukavina - Kehl, Buckley, Tinga, Federico - Petric, Frei

Choreo aus der Saison 2005/06Die Unsympathen: Rost - Atouba, Mathijsen, Kompany, Demel - de Jong, Trochowski, Jarolim, van der Vaart - Olic, Guerrero

Das Schiedsrichtergespann:
Hauptverantwortlicher: Knuuuuuuuuuuut Kircher
Assistenten: Thomas Franck, Carsten Kadach
4. Offizieller: Frank Wilenborg

Zuschauer: Deutschland im Aufschwung und so gibt es wieder genug zahlungskräftige Fans, die für eine ausverkaufte Hütte sorgen.

Anreise:
Bahn: Ab Hamburg Hauptbahnhof mit der S1 oder S3 (kein direkter Zugang, die Eingänge sind gegenüber vom Bahnhofsausgang) zum Haltepunkt "Stellingen", dort stehen Shuttle-Busse bereit, zu Fuß ist es aber auch nicht mehr weit.
1. PKW: Ab auf die A1 Richtung Bremen/Hamburg und in Höhe Hamburg auf die A7 wechseln (Abkürzung über A261). Hier die Ausfahrt Volkspark nutzen und den ausführlichen Hinweisen folgen.

In eigener Sache: Bei einer Auswärtsfahrt nach Hamburg gibt es mit Sicherheit viel zu berichten. Wenn ihr was interessantes, kurioses oder lustiges zu erzählen habt, bitte wie gewohnt an blog@schwatzgelb.de mailen. Schon mal danke vorab.

Sascha, 13.03.2008

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