Unsa Senf

Den Kopf aus der Schlinge gezogen?

27.02.2008, 12:59 Uhr von:  Redaktion

petricNach dem 3:3 gegen Duisburg und dem bitteren 2:3 gegen den Reviernachbarn, bringt das 2:0 in Cottbus etwas Licht in das Mittelmaß der bisherigen Saison. Bei einer Niederlage in der Lausitz wäre man gefahr gelaufen in das Abstiegsfahrwasser zu trudeln. Erinnerungen an die letzte Saison werden geweckt. Hat die Mannschaft durch das 2:0 den Kopf doch noch gerade aus der Schlinge gezogen?

Mit 9 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegskampf scheint der Kelch des Abstiegskampfes zunächst an Borussia vorbeigegangen zu sein. Das Ergebnis gegen Cottbus ist gleich mehrfach erfreulich. Endlich hat man es geschafft zu Null zu spielen. Die Abwehr hat gehalten. Aber kann man Cottbus als Maßstab nehmen? Es war teilweise erschreckend ansehen zu müssen, wie leicht es den Cottbussern gemacht wurde, das „Abwehrbollwerk" zu knacken. Erschreckend war es anzusehen, wie die einfachsten Pässe nicht ihren Mitspieler fanden. Wie leicht man den Ball hergab und mehr oder minder die Chancen für Cottbus durch Schlampereien im Abspiel einleitete. Einwürfe landeten direkt auf dem Kopf des Gegners. Pässe über wenige Meter wurden zu einem Risiko.

Natürlich muss man der Mannschaft zu Gute halten, dass es viele Ausfälle zu verkraften gab. Die risikoreiche Aufstellung des Trainers tat ihr Übriges. Ein Hummels war gerade in der ersten Halbzeit ein hoher Risikofaktor. Immer wieder wurde er von seinen Gegenspielern überlaufen und kaum ein Pass von ihm erreichte einen Mitspieler. Aber wer will es ihm verübeln?! Als junger Bursche auf einer Position spielen zu müssen, die einem eigentlich nicht angedacht ist und nebenbei sein erstes Bundesligaspiel von Beginn an zu bestreiten gehört sicherlich nicht zu den einfachsten Aufgaben.

Problem im Mittelfeld?

Alles auf die Abwehr zu schieben wäre sicherlich falsch. Das Problem fängt schon im Mittelfeld an. Es gibt bei jedem Spiel immer wieder den ein oder anderen Spieler, der nicht sein ganzes Leistungspotential abruft, oder der sein Können nur wenige Minuten in einem Spiel zur Schau stellt. Das Mittelfeld wirkt langsam und behäbig. Kaum mal sieht man einen kreativen Schachzug. Viel versprechende Angriffe verlaufen im Mittelfeld im Sand, weil Bälle leicht hergegeben werden, oder ein Angriff auf Grund von mangelnder Technik quer anstatt nach vorne gespielt wird. Hinzu kommen die unzähligen Rückpässe zurück zu den Abwehrspielern, die mit den Pässen meist überfordert sind und man froh sein muss, wenn keine Chancen für den Gegner eingeleitet werden.

woerns im zweikampfEinziger Lichtblick ist der Sturm in Person von Petric. Es macht Spaß diesem Ballkünstler zuzuschauen, doch man kann noch so viele Tore schießen, wenn die „Bude" hinten nicht dicht ist, wird man auf Dauer keinen Erfolg haben. 36 Gegentore sprechen eine klare Sprache.

Mit Cottbus traf man auf einen Gegner, der dem Nachweis seiner Bundesligatauglichkeit nicht gerecht wurde. Das zu Null sollte man weniger der Abwehrleistung zuschreiben, als der Harmlosigkeit und Unfähigkeit des Gegners. Die großen Böcke wie gegen unsere Reviernachbarn blieben zwar aus, doch es brannte auch ohne die „eigenen Böcke" lichterloh im Strafraum.

Hoffen wir, dass die Mannschaft das 2:0 nicht überbewertet und an das „Erfolgserlebnis" anknüpft. Doch wie war das doch gleich mit der „Selstzufriedenheidi"?

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