Spieler im Fokus

City ohne BVB: Fanseite muss Wappen entfernen

14.10.2008, 21:13 Uhr von:  Redaktion

Die Nachricht hatte in unserem Forum unter der Woche Anlass für hitzige Diskussionen geboten: Die Fan-Homepage „bvb-city.de" wurde von der Merchandising GmbH des BVB aufgefordert, das BVB-Logo aus ihrem Internetauftritt zu entfernen. Seither wurde heftig diskutiert, die Meinungen gingen weit auseinander: Für die einen ist die Aufforderung der Borussia ein nachvollziehbarer Schritt zur Wahrung der Markenrechte, für die anderen ein Schlag ins Gesicht vieler Fans. Wir haben nachgehakt.

Hintergrund:
Seit viereinhalb Jahren existiert die Internetseite bvb-city.de. Eine Fanseite wie auch viele andere in den großen Weiten des Internet. Hauptbestandteil der Seite ist das Diskussionsforum, neben dem der Besucher noch einige weitere Infos rund um den BVB finden kann. Seit der optischen und inhaltlichen Überarbeitung vor ein paar Monaten prangte oben links das Wappen des BVB und verkündete an prominenter Stelle und für jeden Besucher sichtbar, für welchen Verein das Herz der Macher schlägt.

Zu prominent. Zumindest aus Sicht der BVB Merchandising GmbH, die seit 2006 die Rechte am Logo der Borussia inne hat. In einem Schreiben an die Macher der Fanseite forderte Matthias Zerber, der Geschäftsführer des BVB-Tochterunternehmens, in dieser Woche die Entfernung des Emblems von der Seite. Man wolle damit „eine klare Abgrenzung zugunsten eingetragener Fanclubs einerseits und der Intensivierung des Schutzes unserer Marke und der eingetragenen Markenzeichen andererseits gewährleisten". Eingetragenen Fanclubs des BVB nämlich ist die Nutzung des Wappens eingeschränkt erlaubt, doch BVB-City, das ursprünglich aus der Zusammenarbeit zweier eingetragener Fanclubs entstand, ist inzwischen lediglich noch eine von Privatpersonen betriebene Homepage.

Bereits Ende September hatte sich das Merchandising an die Fans gewandt und die Entfernung gefordert, nach Rücksprache den Vorgang aber immerhin noch einmal geprüft. Den finalen Entschluss, auf die Entfernung zu pochen, erklärt Pressesprecher Josef Schneck auf Nachfrage von schwatzgelb.de ebenfalls mit dem Schutz der Marke. Im konkreten Fall sei es so, dass das Logo in Verbindung mit der Unterzeile „Das große BVB-Portal" den Eindruck erwecke, bei dem Web-Angebot handele es sich um eine offizielle Seite der Borussia. Zusätzlich sei es so, dass die Macher gar nicht angefragt hätten, ob sie das Wappen für die eigene Homepage nutzen dürften.

Der Auftritt von BVB-City nach Entfernung des WappensLars Natt, einer der Macher von bvb-city.de, versteht die Welt nicht mehr. Insbesondere durch die Begründung der Abgrenzung zu eingetragenen Fanclubs sieht er sich als Fan zweiter Klasse behandelt. „Wir wollten den Verein jederzeit positiv darstellen und ins richtige Licht rücken.", sagt er. Doch davon ließ sich der BVB - rechtlich zweifelsfrei im Recht - nicht erweichen.

Das Wappen haben Lars Natt und sein Partner Frank Niederholtmeyer in der Zwischenzeit entfernt. Ihre Seite dürfte nun mehr keinen Anlass zur Beanstandung geben. Das Vorgehen des BVB dürfte indes allerdings auch die Macher anderer Fanseiten aufgeschreckt haben. Schwatzgelb.de sind zwar bisher keine weiteren, ähnlich gelagerten Fälle bekannt. Die Aussagen des BVB lassen jedoch vermuten, dass man in vergleichbaren Fällen genauso handeln wird.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sei den Betreibern privater Fanseiten daher ein behutsamer Umgang mit marken- und urheberrechtlich geschütztem Material ans Herz gelegt. Informiert Euch nach Möglichkeit über die Rechtssituation und fragt im Zweifelsfall vor der Verwendung die Rechteinhaber um Erlaubnis.

Arne, 14.10.2008

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