Spielbericht Amateure

Erfolgsserie hält weiter an ? BVB II schlägt Münster

08.12.2008, 13:56 Uhr von:  Redaktion

Torjubel bei DortmundBorussias Amateure siegen im Topspiel der Regionalliga West gegen den Verfolger Preußen Münster mit 3:1 und stehen nun auf dem zweiten Tabellenplatz. Somit hält man Anschluss an Tabellenführer Kaiserslauten II.

Nach zwei Siegen gegen Cloppenburg und in Worms stand die Mannschaft vor dem Spiel wieder besser in der Tabelle da. Auf Platz drei war man oben voll mit dabei. Ebenso Münster, das vor dem Spiel einen Punkt weniger auf dem Konto hatte als der BVB. Bei den Gästen ist man aktuell mit den Ergebnissen vergangener Spiele sichtlich unzufrieden. Zudem ist die Auswärtsbilanz mit nur einem Sieg alles andere als hervorragend. Die Amateure des BVB hatten noch eine Rechnung mit Münster offen. So stieg man nach dem letzten Aufeinandertreffen in der Saison 04/05 am letzten Spieltag durch ein 5:5 (fünf zu fünf!) gegen Münster in die Oberliga ab. Unter diesen Voraussetzungen konnte man sich also auf einen schönen Fußballnachmittag in der Roten Erde freuen.

Fans aus Münster auf der GegentribüneDoch die Vorfreude dürfte bei Theo Schneider etwas getrübter ausgefallen sein. Durch Verletzungen und die Abstellung Damir Vrancic' an die Profis musste die Mannschaft auf fünf Positionen verändert werden. Unter anderem gab Marcus Piossek sein Startelf-Debüt. Der von den Profis abgestellte Bajram Sadrijaj war aufgrund einer Verletzung nicht im Kader. Es ist ungewiss, wie lange er ausfallen wird. In Folge dieser Personalien schickte Theo Schneider eine Mannschaft auf das Feld, die so noch nie zusammen gespielt hatte.

In der Roten Erde fanden sich 1123 Zuschauer ein, darunter etwa 700-800 Münsteraner, die von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurden. Eine schwache Zahl an Gästefans, die sicher aus den Ergebnissen der letzten Spiele von Preußen resultiert. Schade, dass die Profis des BVB am selben Tag ebenfalls gespielt haben, sonst hätten sicher viel mehr Zuschauer und Fans des BVB den Weg in die Rote Erde gefunden. So war es auf den Tribünen ein klares Heimspiel für die Preußen. In der Amaskurve war nichts los, während die Gäste auf der Gegengeraden und im Gästebereich der Sitzplatztribüne einige Male recht laut waren, allerdings fast nur in der ersten Halbzeit. In Münster scheint die Spaltung unter der Fans größer zu sein, als man es in Dortmund kennt. So feuerten nur etwa 50 Fans die Mannschaft an und zogen „ihr“ Ding durch, während der Rest des Gästestehblocks fast das ganze Spiel schwieg.

bvb-münsterDas Spiel begann erwartungsgemäß rasant, wobei Münster etwas drückender war. Doch die Elf von Theo Schneider ging zum richtigen Zeitpunkt in der 10. Minute in Führung. Nachdem Piossek in den Strafraum eindrang und sich von zahlreichen Münsteranern nicht stoppen ließ, behielt er die Übersicht und legte auf Julian Koch ab, der nur noch einschieben musste. Letzterer sollte an diesem Spiel noch viel Freude finden. Die Gäste ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, spielten weiter nach vorne und kamen so zu einigen Chancen. Doch die Münsteraner Remmert und Wassey nutzten diese nicht. Auch die Amateure des Ballspielvereins hatten auch ihre Möglichkeiten, eine davon brachte das 2:0. Eine klasse und intelligente Kopfballvorlage von Öztekin auf Kullmann in der 32. Minute, der sich den Ball von der Abwehr der Preußen nicht mehr vom Fuß nehmen ließ und ihn souverän, an Torhüter Buchholz vorbei, ins Tor schoss. Doch auch nach diesem Tor ließen sich die Münsteraner nicht unterkriegen, versuchten weiter, den Ball im Netz von Lukas Kruse unterzubringen. Aber alle Versuche waren vergebens, einmal klärte ein BVB-Abwehrspieler noch vor der Linie.Es war Halbzeit und Theo Schneider konnte sehr zufrieden sein. Die Abwehr stand gut und vorne wurden die Tore gemacht. Mehr ist manchmal nicht nötig, wenn der Gegner die Chancen sowieso nicht verwertet.

spielszeneIn der zweiten Halbzeit ließ die BVB-Abwehr noch weniger zu, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, doch die brachten vorerst nichts ein.Weiter ewähnenswert bleibt Außenverteidiger Julian Koch, der nichts anbrennen ließ und dem immer wieder der nötige Drang nach vorne anzusehen war. Erst als SCP-Trainer Roger Schmidt mit Loose und Sowislo zwei weitere Offensivkräfte einwechselte, kam wieder Schwung in die Partie. Doch die BVB-Abwehr stand und man dachte, das Spiel sei durch. Wie aus dem nichts fiel in der 86. Minute durch Loose der Anschlusstreffer. 2:1 und man dachte daran, wie oft die Elf von Theo Schneider schon gewonnen geglaubte Spiele aus der Hand gegeben hatte. Und dann lag der Ball kurze Zeit später wieder im Tor des BVB. Jubel in grün-weiß, doch dieser verstummte wenig später. Glücklicherweise, aus Dortmunder Sicht, hatte der Linienrichter die Fahne gehoben. Nun kam der Auftritt von Sebastian Tyrala. Er nahm sich den Ball, spazierte an etlichen Münsteranern vorbei und vollendete eiskalt mit einem gekonnten Schuss über Buchholz hinweg. Riesenjubel, diesmal wieder in Schwarz-Gelb. Ein letztlich schönes Fußballspiel fand ein gutes Ende für den BVB.

Fazit

So kann es weiter gehen. Die Einstellung und die Kampfbereitschaft stimmten. Zwar waren die Münsteraner leicht überlegen, doch der BVB im Abschluss effektiver. Besonders erfreulich die Leistung von Julian Koch, der bärenstark war. Umso ärgerlicher, dass er in Essen gelb-gesperrt fehlen wird. Ebenfalls wird Sebastian Tyrala fehlen, der bei der polnischen Nationalmannschaft sein wird.

Ausblick

koch im zweikampfDas letzte Spiel der Hinrunde findet am Samstag in Essen an der Hafenstraße statt. Eine Woche später geht es zum letzten Spiel des Jahres nach Mainz, wo das erste Rückrunden-Spiel ausgetragen wird. Beide Spiele überschneiden sich nicht mit denen der Profis. Also werden wieder viele Anhänger des BVB die Amateure auswärts unterstützen. Gästesteher für Essen gibt es an der Tageskasse, Sitzplätze können u.a. online auf der Internetseite von RWE bestellt werden

Stimmen zum Spiel

Roger Schmidt
Erstmal Gratulation an Borussia Dortmund. Unsere Jungs haben sich sehr viel für das Spiel vorgenommen, wollten ein Erfolgserlebnis verbuchen. Das frühe Gegentor durch eine Unachtsamkeit in der Abwehr hat uns sicherlich nicht unbedingt dabei geholfen, dennoch habe ich den Eindruck, dass meine Mannschaft genügend getan hat, um wieder in das Spiel zu kommen. In der ersten Halbzeit haben wir uns genügend Torchancen heraus gespielt um Tore zu machen. Es war ein offenes Spiel, Dortmund hatte auch seine Chancen. Ich finde, der Unterschied lag darin, dass Dortmund seine Chancen letztendlich auch verwertet hat. Uns fehlt da so ein wenig die Entschlossenheit im Abschluss. (...) Nach dem eins oder zwei Null wurde es natürlich ein schweres Spiel. In der zweiten Halbzeit habe ich gehofft, dass wir durch ein Tor zurück ins Spiel kommen. Später hat meine Mannschaft etwas den Glauben an sich verloren. Mit dem Tor kurz vor Schluss kam nochmal Dynamik in das Spiel und wir hätten sicherlich noch ein Tor machen können. Es war dann ein Abseitstor, es wird wahrscheinlich auch eines gewesen sein. Das Glück war letztendlich nicht auf unserer Seite. Insgesamt bin ich natürlich sehr enttäuscht. Wir müssen sehen, dass wir die beiden Heimspiele, die wir vor der Winterpause noch haben, auf jeden Fall gewinnen, damit wir das letztendlich noch gerade biegen.

Theo Schneider
Die Vorzeichen waren vor diesem eminent wichtigen Spiel nicht gerade günstig. Dass wir ständig improvisieren müssen ist klar, heute war es allerdings extrem. Wir mussten die Mannschaft auf fünf Positionen verändern. Vorgestern und gestern im Training sind beide Außenspieler weggefallen. Dazu kam, dass der Kopf der Mannschaft, Damir Vrancic, mit zu den Profis gefahren ist. Die Abstellung von den Profis hat sich als verletzt erwiesen, Sadrijaj konnte heute gar nicht eingesetzt werden. Dazu kam, dass sich Gordon mit einer Magen-Darm-Geschichte über den Platz schleppte. Wir mussten absolut improvisieren, haben ein Mannschaftsgefüge gehabt, dass so noch nicht zusammen gespielt hat. Und trotzdem muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen, die hat es über den Kampf, die Bereitschaft, die Einstellung perfekt gemacht. Die Spieler haben sich wirklich in das Spiel hinein gekniet. Auf der rechten Seite haben sich Julian Koch und Piossek, der heute sein erstes Spiel von Anfang an gemacht hat, als Glücksgriff erwiesen. Sie haben viele Akzente nach vorne gesetzt. Beide haben das erste Tor letztendlich vorbereitet und vollendet. Riesen Kompliment, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Wir wollten heute unter allen Umständen das Spiel zu gewinnen und auf Platz zwei vorrücken und uns eine gute Position für das Topspiel in Essen erspielen, was uns gelungen ist. Zur Belohnung habe ich der Mannschaft zwei Tage frei gegeben.

Julian Koch
Auf die Frage, warum die Mannschaft so ein Spiel am Ende häufig noch so spannend machen muss: Ich weiß auch nicht, irgendeine dumme Aktion kommt immer. Aber Hauptsache wir haben gewonnen. Ich fand, ich habe heute richtig gut gespielt, sowohl im Stellungsspiel als auch in vielen Offensiv-Aktionen. Die Krönung war dann natürlich das Tor.

Uwe Hünemeier
Münster hat alles nach vorne geworfen, spielte zum Ende mit vier Stürmern vorne, da kommt es immer zu brenzligen Situationen. Wir haben trotzdem in der zweiten Halbzeit wenig zugelassen. Wir haben uns schon gedacht, dass Münster zur zweiten Halbzeit noch mehr Feuer macht. Dem Druck haben wir ganz gut stand gehalten, trotz des ärgerlichen Gegentores. Wir sind es gewohnt auf diesem fiesen Boden zu Spielen und haben kein Problem damit, die Bälle einfach mal wegzuschlagen wenn es eng wird. Das ist einfach unsere Stärke, dass wir auch wenn es darauf ankommt kämpferisch dagegen halten können.

Auf die Frage, wie er Essen im Vergleich zu Münster einschätzt: Münster war sicherlich in der zweiten Halbzeit spielerisch stärker und hat das Spiel gemacht. Essen steht unter Druck, die müssen eigentlich gegen uns gewinnen damit sie im Geschäft bleiben. Da wird die Hafenstraße brennen und genau das Spiel wollten wir haben. Es ist natürlich ein riesen Erlebnis, vor 10 000 Leuten spielen zu können. Ich denke, dass wir auch da bestehen können.

Fakten, Fakten, Fakten

BVB II: L. Kruse - Koch, Hünemeier, Gordon (65. Oscislawski), Großkreutz - Öztekin, Piossek (83. Omerbegovic) - Tyrala, Hille - Kullmann, Ginczek (89. Schneider)

Preußen Münster: Buchholz - Ornatelli, Matlik, Özkara, Wissing – Wassey (76. Sowislo), Remmert (71. Erzen), Lauretta, Capretti - Kara, Magos (46. Loose)

Tore: 1:0 Koch (10.), 2:0 Kullmann (32.), 2:1 Loose (86.), 3:1 Tyrala (90.)

Zuschauer: 1123

Karten: Kullmann, Koch, Piossek, Kruse, Ginczek

Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden)

Vielen Dank an Sebastian Sanders (westline), der uns die Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!

Sven, 08.12.2008 (Gastautor)

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