schwatzgelber Saisonrückblick

Saison 1981/82: UEFA-Cup-Platz trotz Oeffentlichen Druck auf den Trainer

15.02.2008, 12:58 Uhr von:  CHS

Der Saisonrückblick 81/82 könnte so schön sein, wenn da nicht das Problem Branko Zebec gewesen wäre. Nicht seine Trainingsarbeit oder sein Erfolg in der Liga waren das Problem, sondern seine Krankheit. So musste der beliebte Trainer bereits nach einer Saison den Hut nehmen, obwohl er aus dem Abstiegskandidaten vom Saisonbeginn noch einen Teilnehmer an den internationalen und lukrativen Wettbewerben machte.

Am 07.07.81 war der Urlaub für die Spieler beendet. Man traf sich im Stadion „Rote Erde“ zur ersten Trainingseinheit. Neben Trainer Branko Zebec gab es weitere neue Gesichter. Außer den Eigengewächsen Michael Zorc und Ralf Loose wurden der Stuttgarter Bernd Klotz und der Bochumer Jupp Tenhagen als Neuzugänge vorgestellt. Auf der Trainerbank war nicht nur Zebec neu: Der frühere Bayernstürmer Rainer Ohlhauser erweitert als zweiter Co-Trainer neben Rolf Bock den Trainerstab des BVB.

Die ersten Testspiele gewann der BVB jeweils klar bei den Sportsfreunden Siegen (6-0) und TuS Iserlohn (6-1). Im siebentägigen Trainingslager in Neuenkirchen (Bei Rheine) fanden mehrere Testspiele statt. Gegen den SV Meppen gewann der BVB mit 2-0 und auch beim SV Vorwärts Epe gelang dem BVB ein 10-1-Sieg. Auch im weiteren Verlauf der Vorbereitung blieb der BVB bei Testspielen unbesiegt. Nach den Siegen bei Rot-Weiß Lüdenscheid (2-0), Rot-Weiß Essen (5-0), Union Solingen (3-0) und einer Auswahl Northeims (5-0) folgte ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft Rumäniens. Dabei war weniger das Ergebnis (Dortmund erreichte ein 2-2) wichtig, sondern dass sich ein Spieler der Rumänen während der Halbzeitpause absetzte und in Deutschland Asyl beantragte: Marcel Raducanu. Beim letzten Testspiel vor dem Bundesligastart wirkten die Dortmunder auf Grund der harten Vorbereitung müde und ausgelaugt. Beim 1. FC Bocholt kassierte der BVB eine 1-2-Niederlage.

Zum ersten Bundesligaspiel in dieser Saison ging es für den BVB nach Köln zum 1. FC. Der BVB sammelte Lob und Anerkennung, aber leider keine Punkte. Dortmund trat aggressiv und taktisch diszipliniert auf und ermöglichte den Kölner kaum Torchancen. Im Gegenteil, spielerisch war Borussia überlegen und hatte klare Torchancen. Nach einer Ecke von Geyer in der 32. Minute köpfte Votava platziert aufs Tor, doch Schuhmacher konnte den Ball gerade noch über die Latte lenken. Auch war es Schuhmacher, der im direkten Zweikampf mit Burgsmüller die Oberhand behielt. Auf der anderen Seite waren die Stürmer Fischer und Allofs bei den Dortmundern Rüssmann und Tenhagen, obwohl verletzt, abgemeldet. Aber wenn man vorne nicht trifft, kassiert man hinten die Tore. So geschah es in der 69. Minute, als Bonhof für die Kölner traf. Auch das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ging in die Hose, denn die Hessen gewannen in Dortmund mit 0-2. Ein Tag später ging Präsident Rauball vor die Presse, um die Gerüchte um Trainer Zebec zu dementieren. Es hieß, der Trainer sei zweimal alkoholisiert beim Training erschienen.

Endlich ein Punktgewinn! Den ersehnten ersten Punkt gab es für die Borussen in Hamburg. Es sah sogar nach mehr aus. Zur Halbzeit führten die Dortmunder mit 2-0 durch Burgsmüller und Rüssmann, doch in der zweiten Hälfte drehten die Hamburger das Spiel und schafften durch Bastrup und Hartwig noch den 2-2-Endstand. Den ersten Saisonsieg schaffte der BVB dann vier Tage später beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Erneut führten die Dortmunder zur Halbzeit mit 2-0 durch Burgsmüller und Klotz, aber diesmal kassierten sie in der zweiten Hälfte nur den Anschlusstreffer von Dubski. Als Schiedsrichter Eschweiler abpfiff, war der 2-1-Sieg perfekt. Ein weiterer Sieg folgte im DFB-Pokal gegen den niedersächsischen Verbandsligisten FC Grone 1910. Die Dortmunder gewannen standesgemäß mit 4-0.

Erfreulich ist das Ergebnis für Reinhard Rauball bei der Jahreshauptversammlung. Die anwesenden Mitglieder sprachen ihm das Vertrauen aus und wählen ihn einstimmig wieder zum BVB-Präsidenten. Die Reise nach Baden-Württemberg zum VfB Stuttgart lief für die Borussen sehr erfolgreich. Dank Torwart Eike Immel, der sogar einen Elfmeter von Martin hielt, gewann der BVB dort mit 2-0 durch Treffer von Burgsmüller und Sobieray.

Ein neues Gesicht sah man einen Tag später beim Training des BVB. Marcel Raducanu absolvierte beim BVB ein Probetraining. Dazu gab es dann noch zwei Testspiele beim SV Germania Bietigheim (7-3-Sieg) und SuS Oberaden (5-2-Sieg). Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart folgte einen Spieltag später die Ernüchterung, denn das Spiel gegen den Namensvetter aus Gladbach verlor man im Westfalenstadion mit 2-3. Die Gäste führten durch Wuttke und zweimal Mill zur Halbzeit mit 0-3. Zwar konnten Burgsmüller und Abramczik nach sieben Minuten in der zweiten Hälfte den Anschluss erzielen, aber dies war gleichzeitig auch der Endstand. Einen Erfolg gab es aber beim Testspiel beim SSV Mühlhausen, bei dem der BVB mit 3-1 gewann. Die Reise zur Bielefelder Alm war auch nur teilweise erfolgreich. Dortmund führte durch Burgsmüller bereits nach sechs Minuten mit 1-0, aber die Arminia konnte drei Minuten vor dem Ende den Ausgleich zum 1-1 erzielen.

Am 23.09. konnte der BVB einen neuen Spieler präsentieren. Dortmund verpflichtete den Ex-Uerdinger Heinz-Werner Eggeling. Drei Tage später kam der FC Bayern nach Dortmund. Aber das Münchener Starensemble um Augenthaler, Breitner, Hoeneß und Rummenigge hatte keine Chance, denn Borussia gewann mit 2-0 durch Tore von Klotz und erneut Burgsmüller. Dafür war in Leverkusen kein Blumentopf zu gewinnen. Zwar ging der BVB mit 1-0 in Führung durch ein Eigentor der Leverkusener, aber am Ende verlor man mit 1-2. Einen Erfolg gab es im DFB-Pokal. Bei der SpVgg. Elversberg gewannen die Dortmunder klar mit 4-1 und zogen in die dritte Runde ein. Das folgende Freundschaftsspiel gegen Cosmos New York im Westfalenstadion (Dortmund gewann mit 4-2) wurde zur Nebensache, denn vor dem Spiel verursachte Trainer Zebec unter Alkoholeinfluss einen Unfall und verlor dadurch seinen Führerschein.

Erfreulicher war das nächste Heimspiel in der Bundesliga. Dortmund gewann nach torloser erster Halbzeit das Spiel gegen Darmstadt 98 durch Treffer von Rüssmann, Abramczik und zweimal Burgsmüller mit 4-0. Ein Tag später und eine halbe Erdkugel von Dortmund entfernt gewannen die zwei Borussen Ralf Loose und Michael Zorc endlich wieder eine Weltmeisterschaft bei der Junioren-WM in Australien. Das nächste Spiel des BVB war ein Freundschaftsspiel gegen Partizan Belgrad, das der BVB mit 2-0 verlor. Mit dem gleichen Ergebnis endete die Reise an die Weser. Werder Bremen gewann durch Treffer von Gruber und dem ehemaligen Borussen Erwin Kostedde mit 0-2.

Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf durften sich die Zuschauer über sechs Treffer freuen. Zweimal konnten die Fortunen die Führung durch Rüssmann und Burgsmüller ausgleichen, aber zehn Minuten vor dem Ende traf dann Votava. Den Endstand von 4-2 für Dortmund erzielte Huber per Elfmeter in der 85. Minute. Zum Mann des Tages wurde in Karlsruhe beim Spiel gegen den KSC Rolf Rüssmann, der beim 2-0-Sieg beide Treffer erzielte. Dafür folgte dann beim Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig eine 1-2-Niederlage. In der Länderspielpause hatte der BVB zwei Testsspiele zu bestreiten. Die Spiele beim FC Sch*lke 04 (2-0) und beim VfL Osnabrück (3-0) wurden beide gewonnen. Währenddessen fand im Westfalenstadion das WM-Qualifikationsspiel gegen Albanien statt. Einziger Dortmunder war Torhüter Eike Immel, der seinen Kasten beim 8-0-Sieg rein hielt.

Erneut konnte der BVB eine 2-0-Führung nicht über die Zeit bringen und verlor beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern beim 2-2 einen wichtigen Zähler. Komplett unter die Räder geriet der BVB in der dritten Runde des DFB-Pokals. Beim FC Bayern verloren die Dortmunder mit 0-4 und kassieren eine Revanche für das gewonnene Bundesligaspiel. Die Reise zum Reviernachbarn nach Bochum endete für Borussia torlos mit 0-0. Zum Abschluss der Hinrunde empfingen die Borussen den 1. FC Nürnberg. Vor nur 11.000 Zuschauer gewannen die Dortmunder mit 3-1. Beim Fußball auf Eis und Schnee ist es immer so, dass eher der Zufall das Spiel entscheidet und weniger das Können. So fiel dann auch der 1-0-Führungstreffer für die Borussen, denn die Nürnberger Abwehr bekam den Ball nicht aus dem Strafraum und Manni Burgsmüller traf pünktlich mit dem Pausenpfiff. Nachdem die Nürnberger fünf Minuten nach der Halbzeit den Ausgleich durch Heck erzielt hatten, konnten die Dortmunder durch einen Doppelschlag von Votava und Rüssmann in der 67. bzw. 69. Minute doch noch den verdienten Sieg feiern. Somit endete die Hinrunde für den BVB auf Platz Sieben mit drei Punkten Rückstand auf einen UEFA-Cup-Platz. Im Anschluss an den Sieg feierten die Spieler im BVB-Pub ihre Weihnachtsfeier. Am 27. Dezember fand in der Dortmunder Westfalenhalle ein Hallenturnier mit dem BVB statt. Vor 10.500 Zuschauer enttäuschten die Dortmunder allerdings und schieden bereits in der Vorrunde aus.

Am 02. und 03. Januar nahm der BVB an einem Turnier in Cannes teil. Im Halbfinale hieß der Gegner Hamburger SV. Nachdem die reguläre Spielzeit torlos geblieben war, musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden. Und da scheiterte der sonst sichere Elfmeterschütze Lothar Huber und Dortmund verlor mit 4-5. Im Spiel um Platz Drei musste der BVB gegen den AS Cannes spielen. Zwar traf Bernd Klotz zweimal, aber die Franzosen gewannen dennoch mit 2-3. Borussia blieb in Frankreich und absolvierten weitere Testspiele. Gegen den FC Nantes verloren die Dortmunder nicht nur das Spiel mit 1-2, sondern auch Rüdiger Abramczik, der sich eine Knöchel- und Wadenprellung zuzog. Einen Teilerfolg konnte der BVB in Lorient gegen Stade Brest erringen. Beim letzten Testspiel des Trainingslagers in Frankreich erreichen die Dortmunder ein 1-1. Zurück in Deutschland folgte ein 2-0 gegen SuS Hüsten 09.

Am 16.01. begann die Rückrunde gegen die Millionentruppe aus Köln. Dortmund setzte mit Loose, Zorc und Keser gleich drei Jugendspieler ein und gewann das Spiel mit 1-0. Das goldene Tor erzielte Bernd Klotz per Kopf . Garant für den Sieg waren die starke Leistungen von Keeper Eike Immel und eben den drei Youngsters, die alle ihre Aufgaben mit Bravour erfüllten. Insgesamt setzte der BVB fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in dieser Partie ein (Neben den schon genannten kamen Votava und Torhüter Immel ebenfalls aus dem Nachwuchsbereich des BVB). Das Durchschnittsalter der Mannschaft war mit 24,7 Jahren dementsprechend niedrig. Zwar wetterte Kölns Trainer Rinus Michels nach dem Spiel über die schwierigen Platzverhältnisse, allerdings klang das eher als billige Entschuldigung. Die richtige Antwort kam von Burgsmüller: „Fußball wird eben nicht nur mit den Beinen gespielt.“ Zu den nächsten Spielen sagte er: „Jetzt ein Punkt in Frankfurt, dann kann auch der HSV kommen.“

Ein Punkt war das Ziel, aber am Ende waren es sogar zwei. Vor den 15.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion erzielten die Dortmunder alle Tore und zeigten ihre bislang beste Saisonleistung. Dabei hatte das Spiel gar nicht so gut begonnen, denn in der 6. Minute trad Rüssmann – leider aber ins falsche Tor. Doch nur fünf Minuten später erzielte Klotz den Ausgleich, bevor Burgsmüller in der 28. Minute die 2-1-Halbzeitführung erzielte. In der 75. Minute traf Dortmunds Bester, Lothar Huber, zur Vorentscheidung. Den Endstand erzielte erneut Manni Burgsmüller in der 80. Minute. Mit diesem 4-1 bei der Frankfurter Eintracht zeigte sich ganz deutlich die Handschrift des Trainers, der mittlerweile die richtige Mischung gefunden hatte. Erneut überzeugten die jungen Spieler, allen voran Michael Zorc. Der große Rückhalt der Mannschaft war wiederum Eike Immel, der den Frankfurter Angriffen in den ersten 30 Minuten erfolgreich trotzte.

Erneut reichte eine 2-0-Halbzeitführung beim Heimspiel gegen den HSV nicht zum Sieg. Den Tore von Keser und Burgsmüller folgten in der zweiten Hälfte die Hamburger Tore von Hrubesch und zweimal Bastrup. Im fast ausverkauften Westfalenstadion sahen die Zuschauer einen routinierten Hamburger 2-3-Sieg. Die Dortmunder waren wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Dafür war der Ausflug zum Reviernachbarn nach Duisburg erfolgreich. Durch Tore von Loose und Klotz erreichte der BVB beim Schlusslicht MSV Duisburg einen verdienten 2-1-Sieg.

Hatte der BVB eine Heimspielblockade? Es schien so, denn es folgte die fünfte Niederlage beim zwölften Heimspiel. Gegner war diesmal der VfB Stuttgart. Zwar gingen die Dortmunder durch Torjäger Manni Burgsmüller in Führung, doch die Stuttgarter drehten das Spiel noch vor der Pause durch Six per Foulelfmeter und Allgöwer. Zwar konnte Keser in der 61. Minute noch ausgleichen, doch Hadewicz erzielte in der 74. Minute den 2-3-Endstand für die Stuttgarter. Eine mögliche Ursache für die vielen Niederlagen brachte nach dem Spiel Manni Burgsmüller hervor: „Vielleicht sind wir stadiongeschädigt. In unserem reinen Fußballstadion herrscht immer eine tolle Atmosphäre, die uns leicht zu blindem Angriffsfußball verleitet.“ Auch ein Freundschaftsspiel eine Woche später bei der SG Wattenscheid 09 brachte den Dortmundern keinen Sieg. Man verlor mit 3-5. Am 21.02. um 11:30 verkündete der BVB, dass man sich von Trainer Branko Zebec zum Saisonende trennen werde und für die neue Saison Karl-Heinz Feldkamp vom 1. FC Kaiserslautern holen werde. Als inoffizieller Grund wurden die Alkoholprobleme von Trainer Zebec genannt. Nach Bekanntgabe der Entscheidung erklärte dieser: „Die Arbeit mit der Mannschaft läuft ganz normal weiter.

Das nächste Bundesligaspiel musste der BVB in Gladbach absolvieren. Mann des Tages war ausgerechnet der spätere Mönchengladbacher Manager Rolf Rüssmann, der nicht nur Frank Mill gut im Griff hatte, sondern auch den einzigen Treffer zum 1-0 Sieg beim VfL erzielte. Und der BVB konnte auch zu Hause doch noch gewinnen! Gegen die Ostwestfalen von Arminia Bielefeld erreicht der BVB einen ungefährdeten 3-0-Sieg. Erneut war es ein Youngster, der daran großen Anteil hatte, denn Erdal Keser erzielte zwei Treffer. Außerdem traf mit Mirko Votava ein weiteres Eigengewächs.

Der nächste Erfolg abseits des Rasens ließ nicht lange auf sich warten: drei Tage später verlängert der BVB seinen Vertrag mit Lothar Huber um drei Jahre. Präsident Dr. Rauball zu den Verhandlungen: „So problemlos habe ich noch kein Vertragsgespräch geführt.“ Leider endete die Reise nach München mit null Punkten, obwohl es im Spiel lange Zeit anders aussah. Nach einer torlosen ersten Hälfte erzielte zwar Hoeneß die Führung für den FC Bayern, aber dreizehn Minuten später konnte Manni Burgsmüller ausgleichen. Zehn Minuten vor dem Ende sah es nach einem Unentschieden aus, bis Schiedsrichter Huster aus Lahnstein meinte, einen umstrittenen Elfmeter für die Münchener geben zu müssen. Diese Chance ließ sich Breitner nicht nehmen und traf zur Vorentscheidung. Den Endstand von 1-3 erzielte erneut Hoeneß gegen einen starken, aber glücklosen BVB.

Nach dem Bayernspiel ging es für den BVB auf große Reise, diesmal war Amerika das Ziel. Im ersten Spiel traf der BVB in Lima auf die Nationalmannschaft von Peru und unterlag mit 0-2. Auch das zweite Spiel in Tequcigalpa verloren die Dortmunder mit 1-4 gegen die Nationalmannschaft von Honduras. Und als dann auch das dritte Spiel in Bogota gegen Santa Fe mit 1-3 verloren ging, reagierte Präsident Dr. Rauball verärgert: „Bessere Resultate hätten auch bessere Abschlüsse bei zukünftigen internationalen Freundschaftsspielen bedeutet.“ So endete die zwölftägige Reise durch Süd- und Mittelamerika am 25. März erfolglos. Vor dem nächsten Bundesligaspiel setzte der BVB noch ein Freundschaftsspiel in Oberhausen an, das der BVB gegen Rot-Weiß mit 0-1 verlor.

Am 31.03. empfing Borussia die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen. Eine Stunde lang konnten sich die Rheinländer der Angriffe erwehren. Aber dann brach wieder einmal Manni Burgsmüller den Bann und legte kurz vor Ende den zweiten Treffer nach. Neben dem Routinier verdienten sich die Spieler Loose und Abramczik Bestnoten. In Darmstadt gewannder BVB trotz mäßiger Leistung mit 3-1. Darmstadt 98 ging durch Wagner mit 0-1 in Führung, bevor Lothar Huber zum Elfmeter antrat und scheiterte. Aber diesen BVB konnte so schnell nichts erschüttern. So konnten Abramczik, Theo Schneider und natürlich Manni Burgsmüller das Spiel noch zu einem weiteren Sieg drehen, der den Dortmundern den vierten Platz in der Tabelle bescherte.

Drei Tage später trat der BVB im Westfalenstadion zu einem besonderen Spiel an. Zu Gast waren die ostdeutschen Fußballer vom 1. FC Magdeburg. Die Magdeburger waren durch Streich in Führung gegangen, doch Klotz, Abramczik und Votava sorgten für den 3-1-Sieg der Westfalen. Allerdings gab es noch zwei Besonderheiten. Zum einen gab es kein Stadionheft, weil im Vorwort des Dortmunder Bürgermeisters Korten der Begriff „innerdeutsches Sportbegegnung“ benutzt wurde. Damit waren die Gäste nicht einverstanden und so wurde die schon gedruckte Stadionzeit wieder eingezogen. Zum anderen gab es auf den Rängen erneut Demonstrationen für den scheidenden Trainer Branko Zebec. Mit Spruchbändern („Branko, du darfst nicht gehen“) versuchte man die bestehende Entscheidung umzuwerfen.

Eine Woche später fand ein Testspiel beim ASC Schöppingen statt, welches der BVB mit 5-3 gewann. Am 16.04. fand das mit Spannung erwartete Duell der beiden UEFA-Cup-Anwärter Dortmund und Bremen im Westfalenstadion statt. Lange Zeit sah es vor 40.000 Zuschauer nach einem Unentschieden aus. Doch der BVB hatte ja einen Spieler namens Manni Burgsmüller in seinen Reihen. Zwei Minuten vor dem Ende verwandelte er eine von Abramczik getretene Ecke per Kopf. Sein 19. Saisontreffer und gleichzeitig der Siegtreffer in dieser Begegnung. Zur gleichen Zeit verkündete Branko Zebec, dass er nach Jugoslawien zurückkehren werde.

Vier Tage nach dem Spiel musste sich der Trainer von Borussia Dortmund vor Gericht für den Autounfall unter Alkoholeinfluss im Jahre 1981 verantworten. Er wurde zu 18 Monaten Fahrverbot, einer Geldstrafe von 25.000 DM und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Am nächsten Spieltag reiste der BVB nach Düsseldorf und man trennte sich von der Fortuna torlos 0-0. Torreicher endete das Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Dank eines seit Wochen überragenden Eike Immel und der beiden Treffer von Meinolf Koch gewann der BVB klar mit 4-0. Weitere Torschützen waren Abramczik und Burgsmüller.

Sehr gut begann für Borussia der Mai, denn nach langem Hin und Her entschied sich Eike Immel für die Vertragsverlängerung beim BVB und gegen einen Wechsel nach München. Der neue Vertrag dauerte bis 1985 und umfasste eine Gehaltsaufbesserung von mehr als 100 % auf 280.000 DM. Auch die Reise zum nächsten Gegner nach Braunschweig endete erfolgreich. Am 1-0-Auswärtssieg gegen Eintracht Braunschweig hatten insbesondere die beiden Garanten Immel und Burgsmüller großen Anteil. Burgsmüller brachte die Borussen in der 42. Minute in Führung und Eike Immel vereitelte durch Glanzparaden den Ausgleich.

Da der Nationalkeeper Nr. 1, Toni Schumacher, verletzt war, kam Eike Immel beim Länderspiel in Oslo (Deutschland gewann mit 4-2) in der zweiten Hälfte für Bernd Franke ins Team. Für den 21jährigen war das bereits sein viertes Länderspiel. Zwei Tage später kam es dann zu einer besonderen Begegnung. Der BVB musste zu dem Verein reisen, bei dem der zukünftige Trainer Kalli Feldkamp noch angestellt war. Und nach zuletzt 11-1 Punkten kassierten die Westfalen mal wieder eine Niederlage und der 1. FC Kaiserslautern konnte das Spiel mit 1-2 für sich entscheiden.

Am 22.05. war es so weit. Der BVB schafft durch einen 3-2-Heimspielsieg gegen den VfL Bochum nach 16 Jahren Abstinenz den Sprung in einen internationalen Wettbewerb. Zur Halbzeit lagen die Borussen mit 0-2 hinten, bevor Rüssmann in der 63. Minute den Anschluss und Eggeling in der 69. Minute den Ausgleich erzielte. Als Bernd Klotz in der 85. Minute den Siegtreffer markierte, kannte die Freude unter den 29.000 Zuschauern keine Grenzen mehr. Eine Woche später konnte der BVB sogar den dritten Platz erreichen, aber das letzte Spiel in Nürnberg ging verloren. Der 1. FC Nürnberg gewann mit 0-3 und der BVB belegte „nur“ den 6. Platz mit 41-27-Punkten und 59-40-Toren. Aber dies war die beste Bundesligabilanz der Dortmunder seit der Saison 1966/67. Ingesamt setzte man 21 Spieler ein, von denen Immel, Huber, Rüssmann, Burgsmüller, Tenhagen und Votava alle Spiele bestritten. Weiterhin erreichte Manni Burgsmüller den 2. Platz in der Torschützenliste. Die Rückfahrt aus Nürnberg wurde trotz der Niederlage feuchtfröhlich. Rolf Rüssmann erinnert sich an die Rückfahrt aus Franken: „Wir fuhren mit dem Trainer zurück im Bus, das war eine Fahrt, die wir wohl alle nie vergessen werden.




Der Kader der Saison 1981/82
Der Kader der Saison 1981/82

Fazit:

Der BVB qualifizierte sich endlich wieder für das internationale Geschäft. Nach einem verpatzten Start, bei dem man aus drei Spielen nur einen Punkt holen konnte, verstand es Trainer Zebec, aus den Spielern eine Mannschaft zu machen. Obwohl der Trainer alkoholkrank war, blieben seine angeblichen Fehltritte (er soll mehrmals alkoholisiert zum Training gekommen sein) unbewiesen, die Mannschaft sagte nichts. Manni Burgsmüller dazu: „Die Journalisten kamen pausenlos zu uns gerannt und fragten, ob wir denn von seinen Problemen nichts mitbekämen. Wir haben uns einfach nur dumm gestellt und gesagt: ,Nö, was meint ihr denn?’ “ Und weiter erklärte er dann: „Natürlich wussten wir alle, was los war. Aber warum sollten wir einen solch phantastischen Trainer an den Pranger stellen?“ Ein weiterer Garant für den Erfolg war die Abwehr, die mit nur 40 Gegentreffern nur vom Vizemeister Köln (38) übertroffen wurde. Mit einem Durchschnittsalter von 24,7 Jahren setzen die Dortmunder auf die Jugend. Nicht nur Michael Zorc konnte sein Debüt feiern, auch Ralf Loose begann in dieser Saison seine Karriere.

In die Freude über das Erreichte mischte sich aber auch Trauer. Denn wegen der Alkoholproblemen von Zebec musste der Verein sich dem öffentlichen Druck beugen und nach nur einem Jahr wurde der Vertrag aufgelöst. Branko Zebec wurde das Freundschaftsspiel gegen Cosmos New York zum Verhängnis, als er einen schweren Unfall unter Alkoholeinfluss verursachte. Die darauffolgende Pressehetze zeigte Wirkung. Denn trotz seiner Krankheit zeigte der Trainer, der nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Fans beliebt war, bei seiner täglichen Arbeit, welch ein exzellenter Fachmann er war. Manfred Burgsmüller sagte später noch über den Trainer: „Mit Zebec hätten wir damals weiterarbeiten müssen. Der Mann hatte eine einzige Schwachstelle, aber was soll´s. Wir Spieler standen zu ihm.“ Und Rüssmann sagte über den Trainer: „Zebec war einfach ein glaubwürdiger Trainer. Im Training zeigt der Mann schiere Wunderdinge. Spätestens in einem Jahr mit Zebec als Trainer hätten wir Deutscher Meister werden können.

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