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Auftritt für Dr. Borusseum und Mr. Zuschauerzahl

20.11.2008, 12:09 Uhr von:  Redaktion

Dr. Borusseum (links) und Mr. Amateure vor dem Spiel gegen BochumAm 26.09.2008 versendete die Presseabteilung des BVB eine einseitige Mitteilung: „Wahlausschuss schlägt der Mitgliederversammlung des BVB Gerd Pieper als Vizepräsident und Dr. Reinhold Lunow als Schatzmeister zur Wahl vor". Den einen kennt man als Hauptverantwortlichen für das BVB-Museum „Borusseum", den anderen Namen hört man beim jeden Spiel, wenn die Zuschauerzahlen mitgeteilt werden. Aber natürlich steckt da noch mehr dahinter. Wer sind die beiden Personen überhaupt?

Fangen wir einfach mal mit der Person an, die ihren Posten bereits seit dem 25.11.2005 inne hat: Der 55-jährige Mediziner Dr. Reinold Lunow, der in Bornheim eine naturheilkundige Praxis hat, wurde damals Nachfolger des zum Geschäftsführer aufgestiegenen Aki Watzke. Der In Hemer (Westfalen) geborene Internist und Hausarzt wurde vor nunmehr 48 Jahren von seinem Vater erstmals mit ins Stadion genommen.

Dr. Lunow engagiert sich vorbildlich beim BVBIm Vereinsleben tritt Lunow vor allem durch seinen BVB-Fanclub, den er heute immer noch selbst führt, in Erscheinung. Mittlerweile ist er über 10 Jahre Mitglied des Vereins. Der zweifache Vater hat in den letzten 15 Jahren nahezu jedes Heim- und Auswärtsspiel besucht, egal ob es in Donezk oder Tokio stattfand. Heute besucht er mit seinem Sohn die Spiele im Westfalenstadion und hofft, dass dieser irgendwann seine Enkel mit ins Stadion nehmen kann.

Als Schatzmeister hat er vor allem zwei Hauptanliegen: Die Mitgliederkampagne „Welche Farbe hat Dein Herz?" und natürlich das „Borusseum", das neue BVB-Museum. Bei den Mitgliederzahlen hofft er, am Ende dieses Jahres trotz Kündigungen und Ausschlüssen, die Zahl von 32.000 zu übertreffen. Derzeit arbeiten er und viele Freiwillige daran, dass bis zum 19.12.2008, also dem 99. Geburtstag des Vereins, das BVB-Museum endlich fertig ist.

Neu vergeben wird der Posten des Vize-Präsidenten, der nach dem Nichtantreten des bisherigen Vize Dr. Albrecht Knauf vakant ist. Aber der als Nachfolger vorgeschlagene Gerd Pieper ist kein Unbekannter.

Nicht ein Spiel seit vielen, vielen Jahren vergeht, in dem nicht seine Firma und damit sein Name im Stadion ausgerufen wird. Den mittlerweile 65-jährigen Besitzer einer Parfümerie kann man getrost als Lebenslang schwatzgelb bezeichnen. Im Jahr 1949, also vor fast 60 Jahren, hörten er und seine Eltern Radio, um das erste Endspiel der Dortmunder gegen den VfR Mannheim zu verfolgen. Der BVB führte bis kurz vor Schluss, als die Pieper ist beim BVB kein UnbekannterBorussia doch noch zwei Gegentore hinnehmen musste. Durch diese Niederlage weckten sich bei dem kleinen Gerd die Sympathien, die ihn dann zum BVB brachten. Für ihn ist dieser Augenblick damals unvergessen.

Zwar hatte er zwischenzeitig den Verein wegen anderer Interessen aus den Augen verloren, aber der Bazillus Borussia Dortmund ließ ihn nicht los. So war er Augenzeuge der beiden Endspiele 1956 und 1957. Außerdem durfte er das legendäre 5-0 gegen Benfica miterleben. Der in Herne aufgewachsene und in Gelsen*zensiert* zum Gymnasium gegangene Pieper konnte sich Zeit seines Lebens vor den blauweißen Witterungen in Acht nehmen und ist mittlerweile auch schon über 20 Jahre BVB-Mitglied.

Neben seiner Firma (seit 1978 alleiniger geschäftsführender Gesellschafter), deren 108 Filialen bis Hambrg reichen und über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, war er auch jahrelang Pieper bei der HVehrenamtlicher Bürgermeister von Herne (1981 bis 1994). Seit gut fünf Jahre gehört er, mittlerweile Vorsitzender, dem Aufsichtsrat der Borussia Dortmund KGaA an. Nebenbei ist Pieper auch Mitglied des Wirtschaftsrats vom DSC Wanne-Eickel. Ausgezeichnet wurde der 65-jährige vom Ruhrgebiet (2005 Bürger des Ruhrgebiets), von NRW (2003 Träger des Verdienstordens des Landes NRW) und der Bundesrepublik (1998 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse). Wer mehr von Gerd Pieper lesen will, darf gerne in unserem Archiv das Interview vom März 2004 durchlesen (Teil 1 / Teil 2).

Man kann guten Gewissens behaupten, mit den möglichen Vorstandsmitgliedern Gerd Pieper und Dr. Reinhold Lunow sind zwei Personen gefunden worden, deren Herz wirklich schwatzgelb schlägt.

CHS, 17.11.2008

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