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„Seht Ihr Feyenoord so wird das gemacht!“ - Meisterfeier wurde zum rauschenden Fest

11.05.2002, 00:00 Uhr von:  Wade
Lesezeit: ca. 6 Minuten
„Seht Ihr Feyenoord so wird das gemacht!“ -  Meisterfeier wurde zum rauschenden Fest
Die BVB-Fans auf dem Friedensplatz

Viele BVB Fans hatten am frühen Donnerstagmorgen noch mit dem Kater der Finalniederlage am Vorabend zu kämpfen. Doch Borussen Fans wären nicht Borussen Fans wenn sie nicht ihre eigene Art hätten mit den Umständen in Rotterdam umzugehen. Feyenoord mag den UEFA Pokal gewonnen haben, trotzdem dürften die Holländer neidisch auf die Bilder aus Dortmund geschaut haben. In Dortmund wurde gefeiert und nicht randaliert. Daran sollten sich die Rotterdamer mal ein Beispiel nehmen.

Einfach durchgemacht

Bruno "Günna" Knust brachte die BVB Fans auf dem Dortmunder Friedensplatz in die richtige Stimmung
Bruno "Günna" Knust brachte die BVB Fans auf dem Dortmunder Friedensplatz in die richtige Stimmung

Bereits um 10 Uhr trafen die ersten Fans am Friedensplatz ein. Die ganz Harten hatten einfach nach der Rückkehr aus Rotterdam bis zur Meisterfeier durchgemacht. Wer braucht in solchen Momenten schon Schlaf???

Die Sonne lachte mit den Borussenfans um die Wette und so war die Stimmung von der ersten Minute an auf dem Höhepunkt. Insgesamt 100.000 BVB Anhänger bereiteten den Spielern einen grandiosen Empfang. Gegen 13 Uhr eröffnete Bruno „Günna“ Knust das offizielle Programm auf dem Friedensplatz. Zu diesem Zeitpunkt drängten sich bereits tausende Fans auf dem historischen Platz. Bruno führte gewohnt sicher durch das Programm und ließ es nicht an den nötigen Kommentaren in Richtung München, Gelsenkirchen, Leverkusen und Rotterdam fehlen. Kleiner Auszug: „ Seit letztem Samstag dauert ein Spiel nicht mehr 95 Minuten und es wird auch nicht mehr so lange gespielt bis der Meister 1. FC Eier Hünchen heißt! Außerdem können wir die Schale gleich hier behalten, weil der BVB eh immer Doppelmeister wird.“

Das Programm am Friedensplatz bot für jeden etwas. Das Team von „Geierabend“ gab mit „Boh ey Borussia“ und mit „Hier im Revier“ einen tollen Einblick in ihr klasse Programm. Das Stück „Boh ey Borussia“ hat dabei das Zeug zum Klassiker!

Die 3. Halbzeit wurde zum Erfolg für die Mannschaft

Waren bis 17:45 Uhr die begehrtesten Männer auf dem Friedensplatz - unsere Dortmunder Feuerwehrmänner - verabreichten den geduldigen Fans ab und wann eine willkommene Abkühlung
Waren bis 17:45 Uhr die begehrtesten Männer auf dem Friedensplatz - unsere Dortmunder Feuerwehrmänner - verabreichten den geduldigen Fans ab und wann eine willkommene Abkühlung
Gegen 14:15 startete der Autokorso mit der Meistermannschaft im offenen LKW an der „Westfalenhütte“ im Dortmunder Norden in Richtung Friedensplatz. Von dort ging es über den Borsigplatz, wo rund 10.000 Fans auf die Mannschaft warteten, in Richtung Friedensplatz.


Um 14:35 Uhr hieß es dann zum ersten mal „Wasser Marsch“ Die Feuerwehr öffnete auf dem Friedensplatz die C Schläuche und gönnte den Fans die erste kleine Erfrischung.

Kurz darauf überbrachte Gerd Kolbe die ersten Grüße der Mannschaft an die Fans. Bis zum Eintreffen der Spieler wurde die Fans mit Liedern von Kasche & Friends, BVB Junior Chor und den Showeinlagen der CONCORVADO Brasil Show bei bester Stimmung gehalten.

Um 17:45 Uhr war es dann endlich so weit. Die Mannschaft erreichte über die Tiefgarage das Rathaus die Bühne und präsentierte sich ihren Fans. Der Friedensplatz bebte. Die Spieler waren sichtlich gezeichnet von den Belastungen nach dem Spiel in Rotterdam. Der Jubel kannte unter den Anhängern kannte keine Grenzen mehr. Gänsehaut pur. Am ausgelassensten feierten unsere beiden Tschechen, Jan Koller, mit wunderschöner schwatzgelben „Harlekin“ Kopfbedeckung und Tomas Rosicky im Piratenlook. Beide genossen, wie die ganze Mannschaft, sichtlich das Bad in der Menge. Böse Zungen behaupten, sie und der ein oder andere Spieler hätten doch das ein oder andere Glas mit dem gelben Nektar, zu viel getrunken. :-) Bewegend dann die Abschiedsworte von Jürgen Kohler. Als er der schwatzgelben Menge seine Liebeserklärung machte, flossen nicht nur beim „Kokser“ die Tränen. Auch Du Jürgen wirst immer in unseren Herzen bleiben.

Als er der schwatzgelben Menge seine Liebeserklärung machte, flossen nicht nur beim „Kokser“ die Tränen. Auch Du Jürgen wirst immer in unseren Herzen bleiben.
Als er der schwatzgelben Menge seine Liebeserklärung machte, flossen nicht nur beim „Kokser“ die Tränen. Auch Du Jürgen wirst immer in unseren Herzen bleiben.

Unvergessliche Momente

Mit ganz, ganz dickem Klos im Hals und krächzender Stimme sang Micky unser BOOORUSSIIIAAAA, sodass jeder BVB Fan eine Gänsehaut bekommen MUSSTE! Sehr schade, dass dieser Mann unseren Verein verlassen muss!
Mit ganz, ganz dickem Klos im Hals und krächzender Stimme sang Micky unser BOOORUSSIIIAAAA, sodass jeder BVB Fan eine Gänsehaut bekommen MUSSTE! Sehr schade, dass dieser Mann unseren Verein verlassen muss!

Während Jürgen diese Worte sagte rang ein anderer Spieler mit den Tränen. Micky Stevic, ein Mann, der immer alles für den BVB gegeben hat und diesen Verein - und vor allem die Fans - ebenfalls vom ganzen Herzen liebt, sang zum Schluss zusammen mit den Dortmunder Fans das Lied „Borusssiiiaaaaa“, das er schon damals, als er noch in München spielte immer mit Gänsehaut vor dem Fernseher mitgesungen hat. Micky, Du bleibst immer einer von uns!

Zum Schluss übernahm Pressesprecher Josef Schneck den Job von Norbert Dickel und präsentierte jeden Spieler einzeln den Dortmunder Fans. Fast hätte er uns überzeugt, aber leider müssen die Fußballsachverständigen von Schwatzgelb.de von einer neuen Karriere als Stadionsprecher abraten. Immerhin wissen wir ganz genau, ebenso wie die vielen Fans auf dem Friedensplatz, dass Evanilson die Rückenummer 3 und nicht die Nummer 2 beim BVB trägt. „Sorry Herr Schneck, da müssen Sie wohl Pressesprecher bleiben!“

Die Mannschaft präsentierte sich als geschlossene Einheit. Wie eine große Familie, die Kinder zwischen den Spielern ließen alle ihren Gefühlen freien Lauf. Alle, Fans wie Spieler genossen diese unvergesslichen Momente.

Nach 1 ½ Stunden verließ die Mannschaft die Bühne und zog sich ins Rathaus zurück um dort noch gemeinsam zu feiern. Was bleibt ist die Erinnerung an eine tolle Saison, einer wahnsinnigen Meisterfeier und die Vorfreude auf die kommende Saison. Vor allem in den letzten Spielen scheint die Saat, die Matthias Sammer gesät hat, aufzugehen. Das Team ist zusammengerückt und eine verschworenen Gemeinschaft geworden. Nun liegt es auch an uns Fans in der kommenden Saison auf unsere alte Stärke besinnen. Kreativ und loyal hinter unserer Mannschaft zu stehen, damit wir uns im nächsten Jahr wieder auf dem Friedensplatz treffen können.

Unsere Fotos von der Meisterfeier

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