Unsa Senf

Uwe Neuhaus ist "Mr. Zuverlässig"

01.01.2001, 13:00 Uhr von:  Redaktion

Das Schicksal der Bundesligatrainer scheint immer wieder das gleiche zu sein. Es ist ein Kommen und Gehen, währenddessen Langlebigkeit (fast) wie ein Fremdwort wirkt. Eng verbunden mit dem Schicksal der Chef-Trainer ist zumeist auch das ihrer linken und/oder rechten Hände, den Co-Trainern. Bei Misserfolg heißt es in der Regel auch für sie: Kofferpacken und weiterziehen! Wie üblich gibt es unter ihnen aber ebenfalls die Regel bestätigenden Ausnahmen. So auch beim BVB!

Uwe NeuhausWährend sich nämlich in den letzten 2 ¾ Jahren die Hauptverantwortlichen auf der Kommandobrücke des BVB die Klinke nur so in die Hand gaben, blieb der "Schlüsselwärter" seit 1998 immer der gleiche. Seit seinem Amtsantritt im Sommer 1998 (zusammen mit Michael Skibbe) fungiert Uwe Neuhaus nun schon als Co-Trainer beim BVB und besitzt in Matthias Sammer bereits seinen vierten "Vorgesetzten"! Wiewohl für gewöhnlich jeder neue Trainer auch seinen eigenen Trainer-Stab mitzubringen pflegt, wollte seitdem dennoch keiner auf die Dienste von Uwe Neuhaus verzichten. Immerhin kennt inzwischen wohl kaum einer das BVB-Team mit seinen Stärken und Schwächen so genau, wie der ehemalige Bundesliga-Profi.

Die bisherigen knapp 3 Jahre haben sich für ihn dann auch insgesamt wesentlich ereignisreicher gestaltet, als er es sich zu seinem Amtantritt hatte vorstellen können. Einer Champions-League-Qualifikation folgte im letzten Jahr beinahe der "Super-GAU", der um ein Haar mit dem Abstieg in die Zweitklassigkeit sein Ende gefunden hätte. Derweil schickt Uwe Neuhaus sich an, Matthias Sammer tatkräftig beim Aufbau einer neuen BVB-Mannschaft - mit Zukunft - zu unterstützen.

Wirkliche Höhenflüge, die ihm als leitender Angestellter bevorstehen könnten, waren ihm als Spieler aber nicht gerade vergönnt. Damals galt er viel mehr als harter Arbeiter, der den Bundesligaaufstieg mit Wattenscheid 09 als seinen größten Erfolg beschreibt. Nach 102 Bundesligaspielen und dem Wattenscheider Bundesligaabstieg 1994 war auch seine Bundesligakarriere beendet. Als Abwehrchef brachte er es bei der SG Wattenscheid immerhin auf 12 Treffer. Und so sehr er sich nun schon mit dem BVB verbunden fühlt, dürften seine Erinnerungen an die Aufeinandertreffen mit der Borussia während seiner aktiven Zeit eher schlechte sein. Schließlich musste er sich zumeist mit dem damals kaum aufzuhaltenden BVB-Angreifer Stephane Chapuisat auseinandersetzen.

Uwe NeuhausSeine Karriere als Trainer begann (ähnlich wie bei Matthias Sammer) recht früh. Schon während seiner letzten beiden Jahre als Profi betreute er auch die Landesligamannschaft der Wattenscheider. Dann machte er sich allerdings auf zu neuen Ufern. In der Saison 1997/98 bekleidete er nämlich erstmals die Position des Chef-Trainers beim Oberligisten VFB Hüls. Der Erfolg war aber eher bescheiden und erst am letzten Spieltag konnte man den Klassenerhalt sichern. Wesentlich positiver war die Kunde, die ihm Michael Skibbe nur einen Tag später telefonisch mitteilte.

Er sollte zwar als Trainer ins zweite Glied zurücktreten, aber das nicht irgendwo, sondern bei Borussia Dortmund! Uwe Neuhaus, der zuerst gar nur mit einem Posten in der Jugendarbeit gerechnet hatte, ließ sich letztlich nicht lange bitten und unterschrieb in Dortmund kurzerhand sein Arbeitspapier. Dass aber Michael Skibbe damals ausgerechnet die Nummer von Uwe Neuhaus gewählt hatte, war natürlich kein Zufall. Die beiden hatten nämlich zusammen die Fußball-Lehrerausbildung an der Sporthochschule in Köln absolviert und sich kennen und schätzen gelernt. Auch das Verhältnis mit Matthias Sammer scheint ein äußerst gutes zu sein, sodass Uwe Neuhaus im Gegensatz zu vielen seiner Co-Trainer-Kollegen bereits mehrere Cheftrainer "überlebte". Nun bleibt aber nur zu hoffen, dass er in dieser Hinsicht keine neue Rekordmarke aufstellen wird, sondern an der Seite von Matthias Sammer als guter Team-Arbeiter viele Erfolge mit dem BVB erringt.

Geschrieben von Sebi, 25.04.2001

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