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Tatort Bundesliga - der 17. Spieltag: Torflut zum Toreschluss

14.12.2000, 13:00 Uhr von:  Sebi
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Tatort Bundesliga - der 17. Spieltag: Torflut zum Toreschluss
Tatort Bundesliga

Passend zum letzten Hinrundenspieltag wurde eine neue Torbestmarke für diese Saison aufgestellt. Gleich 36 Mal fand das Runde den Weg ins Eckige. Die daraus resultierenden Ergebnisse sorgten dafür, dass die Bundesliga wieder ein Stück weiter zusammenrückte und sie bescherten darüber hinaus die vielleicht spannendste Hinrunde der letzten Jahre.

Spitzenreiter in Sachen Toreschießen war der FC Hansa Rostock mit gleich 5 Appetitverderbern für überfordere und überaus unfaire Bremer. Die Bestmarke also gerade durch die Rostocker, die zu Hause bisher scheinbar jeweils das falsche Zielwasser gewählt hatten! Und auch hier wieder die Frage: Wieso gerade jetzt, wo doch schon am Samstag das Gastspiel unseres BVB ansteht? Oder hat die Funkel-Elf damit etwa schon ihr Schießpulver für dieses Jahr verschossen?!?

Salto ins Glück: Kaiserslautern gewinnt erneut
Salto ins Glück: Kaiserslautern gewinnt erneut

Brehmes Betzebuben standen den Rostockern allerdings nicht in viel nach. Ihnen gelangen zwar keine 5 Treffer, aber dafür sprechen 4 Tore (wie auch der VFB gegen Frankfurt) in Berlin ebenfalls eine deutliche Sprache. Andererseits scheinen solche Austutscher der Hauptstädter als Zeichen der Gastfreundschaft mittlerweile auch keine allzu große Ausnahme mehr darzustellen. Das Team aus Kaiserslautern seinerseits stößt nach einem Zwischentief wieder im Eiltempo ins Vorderfeld der Bundesliga vor. Entscheidenden Anteil daran hat ein herzerfrischender Miroslav Klose, der vor wenigen Monaten noch in der Bezirksliga "bolzte" und bei Interviews mit geradezu ungewohnter Schüchternheit noch folgendermaßen den Journalisten begrüßt: "Hallo! Hallo, Herr Wontorra!"

Bochum gewinnt
Bochum gewinnt

3 Tore hatten jeweils die Löwen und der VFL Bochum zu bieten. In beiden Fällen hatten sie den gleichen Effekt: Sie stellten nach den reichlichen Tiefschlägen in der letzten Zeit nämlich reines Nervenfutter im Abstiegskampf dar. Die graue Maus aus Bochum bezwang dabei sogar den alten Tabellenführer aus Leverkusen. Nicht unverdient wohlgemerkt und mit dem ersten Dreierpack von Marijo Maric, der vor etwa einem Jahr übrigens noch den BVB als seinen Wunschverein bezeichnete. Bei Bertis Leverkusenern dagegen stellte sich pünktlich zur Vergabe eines Titels, wenn auch eines völlig unbedeutenden (genauso unbedeutend wie der Verein, der ihn errang übrigens) das Unterhaching-Syndrom ein und somit stärkten sie ein weiteres Mal den Ruf den ewigen Zweiten.

Duelle zwischen Cottbus und 1860
Duelle zwischen Cottbus und 1860

Die Löwen ihrerseits hatten eher ein sportliches Leichtgewicht auf dem Programm. Beachtlich war es dennoch wie die nicht gerade durch Selbstvertrauen beflügelten " Sechziger" einen frühen Zwei-Tore-Rückstand noch umbogen. Freistoßkönig Miriuta hatte in der ersten Halbzeit noch mit seiner Spezialübung den zweiten Treffer der Lausitzer besorgt. Doch Icke Häßler wollte ihm in nichts nachstehen und schaffte mit einem ebenso sehenswerten Freistoß den Anschluss. Letztlich war es wieder der Mann von Down-Under (Agostino), der wie so oft in dieser Saison mit einem Treffer das Spiel entschied. Wildmosers Rücktritt vom Rücktritt am Rande der Partie bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, war es doch nichts anderes als ein absehbarer Schritt in einer seiner zahlreichen Machtdokumentationen.

Der HSV konnte ihn nicht verteidigen: Elber
Der HSV konnte ihn nicht verteidigen: Elber

Nur zwei Tore erzielten die B*y*rn und das auch nur unter gütigster Mithilfe von Hans-Jörg Butt! Nach einer Halbzeitführung für den HSV konnte man noch an den ersten Sieg der Hamburger in München seit 1982 glauben. Ein schneller Doppelschlag von Elber bereitete jedoch allen Hamburger Hoffnungen ein jähes Ende. Die zwischenzeitliche Führung des HSV hatte im Übrigen noch Ex-Borusse Sergej Barbarez besorgt. Es war schon sein Elfter Saisontreffer, womit er seine alte Bestmarke aus Rostocker Zeiten schon zum Ende der Hinrunde eingestellt hat. Die Zahlen aus Dortmunder Zeiten lesen sich im Vergleich dazu ohnehin nur wie ein schlechter Witz. Kein Witz dagegen ist, dass nach 17 Spieltagen der BVB (noch) mit dem Topmeisterschaftsfavorit aus M*nch*n gleichauf liegt.

Keine Tore im Müngersdorfer Stadion
Keine Tore im Müngersdorfer Stadion
Der BVB allerdings bildete zusammen mit dem 1.FC Köln die große Ausnahme an diesem Spieltag. Torlos endete die gestrige Partie in Köln-Müngersdorf. Zwei Tage nach der mit großem Tamtam bekannt gemachten Vertragsverlängerung des Ex-Borussen Christian Timm besaßen allerdings vor allem die Kölner genügend Möglichkeiten um das Runde ins Eckige zu befördern. Zumeist scheiterten sie jedoch an einem endlich sicheren Rückhalt, in Person von Jens Lehmann. Somit beendet der BVB die Vorrunde auf einem hervorragenden vierten Platz und im Besitz von 30 Punkten. Wenn nicht gewisse erschreckende Ausreißer nach unten gewesen wären, hätte man nahezu durchweg zufrieden sein können. Nun beschert der BVB seiner Fanschar aber hoffentlich ein vorweihnachtliches Präsent in Form von drei Punkten, entführt aus Rostock. Dazu muss es dort aber auch wieder mit dem Toreschießen klappen...

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