Im Gespräch mit...

...Lennard Maloney: "Meine größte Stärke ist es, dem Gegner auf die Nerven zu gehen."

29.04.2021, 12:26 Uhr von:  Inken Larissa
Lesezeit: ca. 14 Minuten
Maloney, im schwarz-gelben Heimtrikot, rennt in Richtung Kamera nach seinem Tor. Einen Arm hat er jubelnd in die Luft gehoben. Hinter ihm rennt Weigelt ihm hinterher.

Seit seinem Wechsel zum BVB, im Sommer 2020, ist Maloney aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Wir sprachen mit ihm u.a über seinen Wechsel nach Dortmund, seinen Werdegang zum Vorsänger und seine Rolle als Mentalitätsspieler.

schwatzgelb.de: Du bist im Sommer zu uns gestoßen. Was hat dich zu deinem Schritt nach Dortmund bewogen?

Lennard Maloney: Es war so, dass ich bei Union zwar im Profikader stand, aber parallel mein Abitur gemacht habe. Und das heißt, dass ich wirklich nur trainiert oder mal ein, zwei Testspiele absolviert habe. Mir hat die komplette Spielpraxis gefehlt. Bei Union habe ich dann den Anschluss ein bisschen verloren, gerade weil ich kaum mit der Mannschaft trainiert habe, sondern meistens individuell. Dann hat sich die Möglichkeit ergeben zu Dortmund II zu wechseln und ich habe mir gesagt, dass das genau das Richtige ist. Diese Mannschaft, also die U23, ist genau der Step der mir noch gefehlt hat. Ich habe mich gefragt, wo der Sinn ist in die dritte Liga zu gehen. Da steht man vielleicht im Kader, aber spielt nur ab und zu. Zu einer Mannschaft zu gehen, die man eigentlich übersprungen hat, ist da besser. Da kann man sich entwickeln und eventuell zu einer Größe werden. Ich musste da nicht mehr lange überlegen, was ich für einen Schritt gehe. Nach der ersten Probewoche war es dann fest in meinem Kopf, dass ich hier hinkommen will.

schwatzgelb.de: War nur Dortmund im Gespräch oder gab es da auch andere Namen?

Maloney: Es gab auch noch andere Namen, die ich natürlich nicht nennen werde.

schwatzgelb.de: Was hat dich von Dortmund überzeugt?

Maloney: Einfach das Konzept der U23. Meines Erachtens ist es eine Mannschaft, die man in seiner Entwicklung nicht überspringen sollte. Und gerade Dortmund bietet da sehr großes Entwicklungspotential.

schwatzgelb.de: Wie war es für dich, aus dem Osten in den tiefsten Westen zu kommen?

Maloney: Es war alles sehr neu für mich, da ich vorher wirklich nicht oft hier im Westen war. Wenn, dann bin ich mal mit dem ICE von Berlin nach Köln gefahren. Wenn wir dann am Dortmunder Bahnhof gestanden haben, dann habe ich mir nur gedacht: “Gut, dass wir hier einfach weiterfahren”. Aber ich habe mich hier sehr schnell eingelebt und bin auch wirklich positiv überrascht. Ich fühle mich sehr wohl hier.

schwatzgelb.de: Du bist der lautstarke Antreiber der U23 - so laut, dass die Reservisten von einem euren Gegner dich sogar “Trethupe” getauft haben. Wie schaffst du es, am nächsten Tag noch Stimme zu haben?

Maloney: Normalerweise muss ich eigentlich gar nichts machen. Aber jetzt nach den drei Spielen in kurzer Zeit hintereinander glaube ich, dass meine Stimme einfach viel Tee braucht. Meine Stimme ist von Anfang an einfach nur hoch und nervig. Aber Trethupe ist ein geiler Spitzname (lacht).

schwatzgelb.de: Für einen Neuzugang hast du sehr schnell eine Führungsrolle übernommen. Wie ist dir das so schnell gelungen?

Maloney: Man kann das immer schlecht für einen selbst sagen. Ich glaube einfach, dass ich von Anfang an versucht habe, meine Stärken in die Mannschaft mit einzubringen und dass es dadurch von selbst so gekommen ist. Wenn man von Tag zu Tag auf sich achten und dafür sorgt, seine Stärken zu zeigen dann kommt das von alleine, dass man eine Mannschaft irgendwann tragen kann. Dann wird man auch ab einem gewissen Punkt von den Jungs anders akzeptiert. Also nicht, dass sie einen am Anfang nicht akzeptieren würden, aber natürlich musst du erstmal zeigen was du kannst. Die Jungs haben dann ziemlich schnell erkannt, dass ich eher ein mentaler Spieler bin und keiner, der groß über Ballgefühl kommt. Das hat ihnen gutgetan und so habe ich schnell ein Standing in der Mannschaft bekommen.

Maloney, im schwarz-gelben Heimtrikot, steht inmitten eines Kreises aus BVB Spielern und hüpft hoch und singt.
Maloneys Nebenberuf: Vorsänger

schwatzgelb.de: Auch in der Dritten Halbzeit brillierst du regelmäßig. Wie kam es dazu, dass du zum Vorsänger wurdest?

Maloney: Das kam nach meinen ersten kompletten 90 Minuten mit der U23. Nach dem Abpfiff des Spiels gegen Lotte. Wir standen da im Kreis und Enno [Enrico Maaßen] meinte, dass wir jetzt etwas singen müssen. Darauf folgte so eine Stille und dann dachte ich mir: Geh einfach in die Mitte und mach irgendwas. Seitdem habe ich das immer wieder gemacht und jetzt heißt es immer nur “Lenny” und dann gehe ich rein in den Kreis und es geht los.

schwatzgelb.de: Von wem bekommst du die Songs zugeflüstert?


Maloney: Selbst kreiert. Lange Zeit hatten wir immer “Morgen frei”, dann kamen “Spitzenreiter” und “Derbysieger”. Wir hatten so lange “Spitzenreiter”, dass ich mir dachte ja komm es muss mal was anderes her und dann haben wir gegen Köln II mal etwas anderes gesungen.

schwatzgelb.de: Aber du hast noch keine Wunschbox in der Kabine stehen?

Maloney: Ne. Also ich mache ab und zu gerne die Musik, aber dann rennen die Meisten schnell raus aus der Kabine.

schwatzgelb.de: Als du zum Chemnizer FC gingst, wurdest du von Sportdirektor Armin Causevic als “Mentalitätsspieler” bezeichnet. Was macht einen solchen aus deiner Sicht aus?

Maloney: Ich glaube, dass ein Mentalitätsspieler gut darin ist, Anderen etwas zu vermitteln und sie mit seiner Euphorie und Einstellung zum Sport mitreißen kann. Ich glaube zum Beispiel, dass manch Techniker vielleicht schneller die Lust verlieren kann, wenn er sich ein paar Mal festgerannt hat, während ich mich an anderen Dingen hochhalte. Wenn mir zum Beispiel ein Fehler passiert verkrieche ich mich nicht und denke, dass jetzt alles vorbei ist, sondern ich denke mir “Jetzt erst recht.” So etwas macht meiner Meinung nach einen Mentalitätsspieler aus. Jemand zu sein, der die ganze Zeit auf die Hupe drückt und sagt, dass der Nächste schon passt.

schwatzgelb.de: Wie fühlt es sich an, ungebremst in die Tribüne zu dampfen?

Maloney: (lacht) Schön. Das hat etwas.

schwatzgelb.de: Wie lange spürt man das?

Maloney: Den Abend spürt man das auf jeden Fall noch aber am nächsten Morgen geht es eigentlich schon wieder.

schwatzgelb.de: Bei Union warst du Innenverteidiger. Hier beim BVB spielst du als Linksverteidiger beziehungsweise links in der Dreierkette. Welche Position ist dir lieber bzw. auf welcher Position siehst du eher deine Stärken?

Maloney: Ich hatte lange Zeit im Kopf, dass ich eher der rechte Innenverteidiger bin. Diese Position habe ich bei Union auch oft gespielt. Aber ich habe durch die Jugend hindurch eigentlich alles, was defensiv ist, bei Union gespielt. Vom Mittelfeld bis hin zum Torhüter. Seitdem würde ich mich eher als Defensiv-Allrounder bezeichnen.

schwatzgelb.de: Was ist deine größte Stärke auf dem Platz?

Maloney: Meine größte Stärke ist es, dem Gegner auf die Nerven zu gehen.

Maloney, im schwarzen Auswärtstrikot, im Zweikampf mit einem Spieler von Alemannia Aachen. Dieser trägt ein weißes Trikot. Maloney umklammert seinen Gegenspieler und versucht an den Ball zu kommen.

schwatzgelb.de: Als “Springer” zwischen Außenbahn und Dreierkette kommt dir im variablen System von Maaßen eine der Schlüsselrollen zu. Wie lange dauert es, um eine solche Rolle zu verinnerlichen?

Maloney: Bei mir war es von Lotte bis zu Wegberg-Beeck. Das waren so drei oder vier Spiele. So lange hat es gedauert, bis ich das richtig verstanden habe was genau ich dort eigentlich machen muss. Mir war natürlich schon klar, wo ich stehen muss gegen den Ball oder mit dem Ball. Aber diesen Automatismus rein zu bekommen, dass ich genau weiß wo und wie ich wann zu stehen habe, hat ein paar Spiele gedauert. Enno hat mir da wirklich Zeit gelassen und mir gesagt, dass ich es so spielen soll wie ich es interpretiere und denke. Im Training hat er mich dann immer mal wieder genau justiert und genauer hingestellt und jetzt habe ich den Dreh so langsam wirklich gut raus.

schwatzgelb.de: Auf der Außenbahn braucht es sowohl Tempo als auch Ausdauer. Wie schafft man es, in beiden Bereichen das Maximum herauszuholen?

Maloney: Der Schnellste werde ich glaube ich nie sein. Aber das Thema Ausdauer und Mentalität ist wichtig. Du weißt bei manchen Sprintduellen am Anfang, dass du den gegnerischen Außen nicht einholen kannst. Aber du weißt dann auch, dass du nach 70 Minuten nochmal genau das gleiche Tempo wie zu Anfang gehen kannst, während dein Gegner sich komplett ausgepowert hat. Das hängt dann auch viel mit dem Kopf zusammen. Du weißt, dass du nicht der Schnellste bist aber wenn du richtig stehst und im richtigen Moment losläufst, dann kannst du dagegenhalten. Dieses Timing und das Gefühl das kommt mit der Zeit.

schwatzgelb.de: Obwohl du gerne mal auf die Socken kriegst und dann Regenbogenponys siehst, bist du von Verletzungen noch weitestgehend verschont geblieben. Ist das einfach nur Glück?

Maloney: Eine Portion Glück gehört immer dazu, gerade bei Verletzungen. Ich arbeite aber echt viel dafür, dass mein Körper am nächsten Tag wieder die Leistung hat um zu performen. Man kann viel dafür tun. Man kann aber natürlich auch viel nicht tun und trotzdem Glück haben. Am Ende ist es eine Kombination aus Beidem.

schwatzgelb.de: Du ernährst dich ja sehr bewusst. Ist das auch ein Stück weit Vorgabe vom Verein oder ist das jedem selbst überlassen?

Maloney: Natürlich wird uns gesagt, dass wir uns nicht jeden Abend eine Pizza reinhauen sollen und es gibt Ernährungshinweise, aber am Ende entscheidet das jeder für sich selbst.

schwatzgelb.de: In der Rückrunde reiht(e) sich ein Auswärtsspiel an das Nächste. Wie schaffst du es trotz des engen und anstrengenden Terminplans motiviert zu bleiben und dein Spiel abzuliefern?

Maloney: Man braucht einfach eine gewisse Portion an Disziplin und man muss wissen, was sein eigener Körper braucht. Manche müssen eine Stunde länger in der Eistonne bleiben, während andere eine Stunde eher nach Hause gehen und zocken. Da ist jeder anders. Aber am Ende ist unser Training dafür gut ausgelegt. Es braucht also eine gute Mischung aus gesteuertem Training und Eigenverantwortung.

schwatzgelb.de: Langsam kann man sich ja immer mehr Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Was macht euer Team so besonders?

Maloney: Wir haben einfach eine gute Beziehung zwischen der “Älteren-” und der “Jüngerenabteilung”. Wir haben ein gutes Miteinander, das ich so in noch keiner Mannschaft mitbekommen habe. Das trägt uns extrem. Und nicht nur uns, sondern auch das Team um unser Team herum. Wir sind sehr familiär und das ist einfach krass.

Maloney und Duman, beide im gelben Heimtrikot, feiern nach einem Tor indem sie sich die Hand reichen.
Auch als Torschütze ist er in Erscheinung getreten

schwatzgelb.de: Ist ein Aufstieg mit einer U23 noch mal schwierige als mit einer “gewöhnlichen” Mannschaft?

Maloney: Es ist anders. Du bist nicht die erste Mannschaft. Das heißt, dass die Leute ganz anders auf dich schauen und der Druck lastet nicht ganz so schlimm auf uns. Man darf halt auch nicht vergessen, dass wir quasi Kinder sind, während die Anderen erwachsen sind. Ich glaube, dass wir durch dieses Kind-sein einfach eine andere Herangehensweise haben und das bringt eine gewisse Lockerheit mit, die sich positiv auf unser Spiel auswirkt.

schwatzgelb.de: Nicht jeder ist vom Konzept einer U23 begeistert. Wie stehst du zu dem Ganzen?

Maloney: Ich kann ja nur für eine U23 sein. Ich finde eine U23 gut, weil man sieht wie viele Jungs den Sprung von einer U19 Mannschaft zu den Profis nicht schaffen. Da zähle ich mich ja auch zu. Eine U23 kann ein krasses Auffangbecken sein. Auch wenn du den Sprung in die erste Liga dann nicht schaffen solltest, kannst du es dann immer noch in ein sehr gutes Drittliga- oder gutes Zweitligateam schaffen. Ich glaube, dass die Vereine am Ende davon nur profitieren können.

schwatzgelb.de: Und wieviel bekommt ihr als Mannschaft von der Kritik mit?

Maloney: Nicht so viel. Ich habe mir einmal gedacht “Jesus Christ”, als ich mir Instagram-Kommentare durchgelesen habe, aber so bekomme ich da nicht wirklich was mit. Gerade was die Fanszene dazu sagt. Leute haben immer eine Meinung aber wenn man nur das sportliche betrachte würde, würden Leute vielleicht auch erkennen, dass eine U23 sportlich einfach Sinn macht. Das ist meine Meinung.

schwatzgelb.de: Wie groß sind eure Hoffnungen, im Falle eines Falles auch standesgemäß feiern zu können?

Maloney: Sehr groß. Viele wollen einfach einen Bierkasten in der Kabine haben und saufen bis zum umfallen. Aber wenn es um das Thema Aufstieg geht, sage ich immer, dass man es zwar im Hinterkopf haben sollte, aber das wir noch nichts in der Hand haben. Wenn es soweit ist, dann wäre es natürlich geil, normal und mit Fans zu feiern. Da gibt es nichts Besseres. Der Aufstieg mit Union damals mit den Fans war einfach brachial.

schwatzgelb.de: Den Aufstieg mit Union hast du voll miterlebt, oder?

Maloney: Ja. Da habe ich im Stadion vor 30.000 Leuten das Mikro in die Hand genommen und angestimmt.

schwatzgelb.de: Du warst also schon immer so selbstbewusst, so etwas in die Hand zu nehmen.

Maloney: Ja. Mein Motto lautet dann einfach: “Scheiß drauf”.

schwatzgelb.de: Wo möchtest du dich noch verbessern?

Maloney: Man ist nie fertig damit besser zu werden. Man muss sich bewusst sein, dass man immer noch einen Schritt mehr machen kann. Wenn man das realisiert ist man schon sehr viel weiter als andere. Ich weiß, dass ich vom Kopf her stark bin. Also mental. Aber natürlich möchte ich die Basics mit dem Ball noch verbessern. Da habe ich noch mehr Luft nach oben als andere. Das ist meine Baustelle.

schwatzgelb.de: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Maloney: Auch eine gute Frage. Bis 2022 habe ich noch einen Vertrag hier in Dortmund und was danach passieren wird, ist in den Sternen geschrieben. Ich versuche einfach von Tag zu Tag das Beste aus mir herauszuholen und am Ende wird sich dann entschieden wo der Weg hingeht. Also zusammengefasst: Gesundheit und dann wird man sehen wo der Weg hingeht.

Maloney, im gelben Heimtrikot, im Zweikampf mit der Nummer 28 von Westfalia Herne, im blauen Trikot.
Das erste Spiel im schwarz-gelben Trikot.

schwatzgelb.de: Du könntest noch eine Weile U23 spielen. Planst du, diese Zeit voll auszunutzen?

Maloney: Stand jetzt würde ich sagen: Ja. Aber Fußball ist ein Tagesgeschäft. Du weißt nie, ob in zwei Tagen jemand an deiner Tür klopft und dann bist du weg. Deshalb kann ich es nicht sagen, aber stand jetzt würde ich es gerne voll ausnutzen.

schwatzgelb.de: Obwohl du erst 21 bist, ist das hier schon deine dritte Station im Männerfußball. Kam der Schritt nach “ganz oben” vielleicht etwas früh?

Maloney: Zu früh würde ich nicht sagen. Eher zum falschen Zeitpunkt. Das klingt immer wie eine Ausrede aber es soll wirklich keine sein. Ich hatte durch meine Schule ja immer noch einen anderen “Beruf” neben dem Fußball und ich weiß nicht wie es gelaufen wäre, wenn ich das Abitur nicht gemacht hätte. Man weiß ja auch nie, was man für einen Trainer bekommen hätte oder was weiß ich. Ich glaube einfach, wenn ich entspannter herangeführt worden wäre hätte es vielleicht besser geklappt. Aber ich bin trotzdem zufrieden wie es am Ende gelaufen ist. Sonst wäre ich ja jetzt nicht hier.

schwatzgelb.de: Manche deiner Kollegen studieren nebenher. Gehörst du auch zu diesem Kreis oder konzentrierst du dich ganz auf den Fußball?

Maloney: Ab Oktober werde ich auch zu dem Kreis gehören. Bei Union habe ich mir nach meinem Abitur gesagt, dass ich jetzt erstmal ein oder zwei Jahre einen Scheiß mit Schule zu tun haben will. Ich hatte darauf keine Lust mehr und es hat mir gut getan mich einfach nur auf den Fußball zu konzentrieren. Im Oktober bin ich dann bei eineinhalb Jahren und da ich weiß, dass es ein Leben nach dem Fußball geben wird, bin ich diesen Schritt jetzt gegangen. Du weißt ja auch nicht, ob nicht morgen mit einer Knieverletzung deine Karriere schon vielleicht schon vorbei ist.

schwatzgelb.de: Sportmananagement wie die Kollegen?

Maloney: Ne. Ich werde Fitnesswissenschaften und Fitnessökonomie studieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen nach der Karriere etwas im Bereich Physiotherapie oder Athletiktraining zu machen.

schwatzgelb.de: Du hast sowohl für Deutschland als auch für die USA Länderspiele in den Jugendmannschaften durchlaufen. Kannst du mal einen Vergleich zwischen den Verbänden ziehen?

Maloney: Du hast bei der deutschen Nationalmannschaft wahnsinnig viele gute individuelle Spieler, die schnell zusammenspielen können. Bei den USA ist es da etwas anders. Auch da ist die Qualität sehr hoch, aber wir haben gefühlt eher Kick and Rush zusammengespielt. Wo man sich wirklich teilweise fragt, was man eigentlich hier genau macht. Die USA haben mega viele Möglichkeiten. Alleine, wenn man sich das Gelände, das wir dort für die Trainingszeit hatten, nur anschaut. Das ist schon echt krass. Dagegen ist das Trainingsgelände hier in Dortmund wirklich nichts. Aber sie nutzen es noch nicht so, wie sie es eigentlich könnten. Von daher ist es in Deutschland fußballerisch einfach eine andere Hausnummer. Aber am Ende habe ich mich in beiden Mannschaften wohl gefühlt.

schwatzgelb.de: Hast du Länderspiele immer noch im Hinterkopf?

Maloney: Ja, auf jeden Fall.

schwatzgelb.de: Und dann? Deutschland oder die USA?


Maloney: Ich sehe mich eher in dem US-amerikanischen Team. Ich habe gehört, dass die so eine Trethupe brauchen.

Maloney, im gelben Heimtrikot im Zweikampf mit einem Spiele aus Wegberg, im roten Trikot. Der Wegberger Spieler liegt auf den Boden und versucht Maloney ebenfalls runterzuziehen.

schwatzgelb.de: Was nimmt ein junger Spieler aus den U-Nationalmannschaften mit?

Maloney: (grinst) Natürlich ein paar Trainingssachen. Da stehe ich auch zu. Am Meisten habe ich dieses Gefühl mitgenommen, einmal für die Nationalmannschaft gespielt zu haben. Du gehörst mit dem, was du machst zu den Besten aus dem Land. Das ist schon ein riesen Gefühl. Das zu realisieren ist einfach mega und das ist das, was mich auch am Meisten dort angetrieben hat.

schwatzgelb.de: Wie sieht deine Aktuelle Verbindung zu den USA aus?

Maloney: Gut. Ich habe ja einiges an Verwandtschaft drüben, mit denen aktuell regelmäßig schreibe.

schwatzgelb.de: Hast du schon überlegt, nebenbei einen Foodblog zu betreiben? Du begeisterst uns ja immer wieder via Instagram mit deinen Kochkünsten.

Maloney: Ich bin gerade tatsächlich dabei ein Kochbuch zu schreiben. Aber das ist noch komplett am Anfang. Kochen ist einfach ein sehr cooles Hobby, das ich für mich entdeckt habe und ich werde mal schauen wo das hinführt. Deshalb probiere ich das auch mit dem Kochbuch. Ich bin gerade dabei dieses Interface zu machen. Ich habe mir dafür extra so ein ganz altes Lederbuch geholt, mit Schlaufen zum Aufmachen. Ich habe jetzt auf kleinen Zetteln alles mitgeschrieben, was ich gemacht habe. Da liegt jetzt also ein riesiger Stapel Zuhause den ich erstmal noch ordnen muss.

Vielen Dank für das Interview!

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