Warmlaufen

In guten wie in schlechten Tagen

22.11.2019, 09:09 Uhr von:  Nadja
In guten wie in schlechten Tagen
Es regnet und an der Arbeit läuft alles schief

Es gibt so Tage, da denkt man sich es wäre besser gewesen, wenn man gar nicht erst aufgestanden wäre. Es regnet, an der Arbeit läuft alles schief, dann geht noch ein Reifen kaputt und der ganze Tag ist einfach irgendwie für den Arsch. Wir hatten alle schon mal so einen Tag.

Wenn das die Ausnahme ist, verzeiht das Umfeld normalerweise sehr schnell. Der Chef sagt "was solls, morgen wieder besser", der Partner sagt "ich liebe dich trotzdem", man selbst sagt sich "das bin nicht ich". Und dann macht man es besser und der schlechte Tag ist nichts mehr als eine blasse Erinnerung.

Im Fußball ist das manchmal nicht so einfach, denn keiner vergibt und vergisst so einfach. Schließlich haben sie ja vor einem halben Jahr an gleicher Stelle schon genau so Scheiße gebaut. Und die Saison davor. Und die Saison davor. Statistiken beweisen das. Zahlen lügen nicht. Und damit man mich nicht falsch versteht: Ich möchte hier auch auf keinen Fall diesen unglaublichen, blutleeren Mist gutheißen, der jährlich mit Ankündigung in München abgeliefert wird und über jedem Spiel hängt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Aber was bringt es schon, diesen Groll mit ins Spiel gegen Paderboring zu nehmen? Im besten Fall ändert es nichts, im schlimmsten Fall verursacht es nur noch ein schlechtes Erlebnis für alle Beteiligten. Daher müssen wir nach vorne schauen. Ob wir der Mannschaft sagen "was solls, heute wieder besser", "wir lieben euch trotzdem" oder "das seid nicht ihr" hängt davon ab, wie man die Beziehung zur Mannschaft definiert, aber auf jeden Fall sollte der Blick nach vorne gehen.

Oder aber wir schauen auf die gelb leuchtenden Pylonen, sagen uns "jetzt erst recht!"
Oder aber wir schauen auf die gelb leuchtenden Pylonen, sagen uns "jetzt erst recht!"

Ob 1:0 oder 7:4, es spielt keine Rolle wie oder was, ein Sieg muss her und das um jeden Preis. Und mit jedem von uns. Denn wenn wir ehrlich sind zu uns selbst, dann haben wir diese Saison gerade zu Hause auch schon mehr als einen schlechten Tag gehabt. Und vielleicht wird es auch regnen. Und es wird voll ums Stadion und im Abendverkehr zum Stadion hin und sowieso wird alles scheiße. Dann können wir entweder mit genau diesem Gesicht ins Stadion gehen, rummurren und am Ende pfeifen, weil alles genau so gekommen ist, wie wir es uns schon gedacht haben.

Oder aber wir schauen auf die gelb leuchtenden Pylonen, sagen uns "jetzt erst recht!" und geben alles, in der Hoffnung, dass sich das auf die Mannschaft übertragen könnte und wir dann lächelnd nachhause fahren. Es ist immerhin Freitag, das Wochenende hat angefangen und Borussia spielt.

Und wenn man dann schon mal dabei ist, kann man ja auch noch was Gutes tun, denn es sind gleich zwei Aktionen rund ums Stadion, die sich lohnen.

Zum einen sammeln die Desperados Becher (unter der Ost- und Westtribüne) und Spenden (unter der Südtribüne) für zwei Organisationen die Kindern helfen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Zum anderen sammelt Thorsten vor dem Stadion für Bodo (dem Obdachlosen Verein in Dortmund) Utensilien, die Obdachlosen durch den Winter helfen: Schlafsäcke, Isomatten, Thermoskannen, etc. Er ist selbst bei Bodo vorstellig geworden und sammelt nicht zum eigenen Vorteil.

Also alles nach vorne! Auf geht's Dortmund kämpfen und siegen!!!

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