Spieler im Fokus

Ein fast ganz schwatzgelber Abend

06.08.2012, 21:30 Uhr von:  Redaktion

Sebastian Kehl im Gespräch mit 11Freunde-Chef Philipp Köster

Zum zweiten Mal hatte die 11Freunde in diesem Sommer die herausragenden Protagonisten der zurückliegenden Spielzeit küren lassen und nun in Hamburg zur Übergabe der „11“ geladen. Neben Jürgen Klopp, Michael Zorc, Marco Reus und Sebastian Kehl durfte dabei auch die schwatzgelb.de-Redaktion einen Preis stellvertretend für alle Borussen-Fans in Empfang nehmen.

Die Preisträger in den diversen Kategorien waren zuvor von einer hochkarätigen 21köpfigen Jury ausgewählt worden, darunter Jogi Löw, Manni Breuckmann, Arnd Zeigler, Steffen Simon, Uwe Seeler, Dieter Kürten, Dietmar Beiersdorfer, Klaus Allofs und Bernd Schuster.

Und so versammelte sich im Hamburger Curiohaus an der Rothenbaumchaussee zahlreiche illustre Gäste aus der Fußballszene und darüber hinaus, unter anderem Volker Finke, Ewald Lienen, Bernd Hofmann, Richard Golz, Uli Borowka, Arnd und Bella Zeigler, Hansi Küpper, Wolff-Christoph Fuß, Friedhelm Funkel, aber auch Ulrich Wickert und Sky Du Mont ließen sich blicken, was vermutlich am roten Teppich lag, den die 11Freunde ihren Gästen ausgerollt hatte.

Die Meisterfeier-Preisverleihung im Hamburger CuriohausBei so viel Prominenz und Glamour durfte natürlich auch die schwatzgelb.de-Redaktion nicht fehlen, die die Ehre hatte, stellvertretend den Preis für das Dortmunder Publikum entgegen zu nehmen.

Nachdem David Alaba als Newcomer 2012 verletzungsbedingt seine Teilnahme an dem Abend hatte absagen müssen, geriet die von 11Freunde-Chef Philipp Köster sowie Arnd Zeigler kurzweilig moderierte Veranstaltung mit den übrigen Preisträgern Jürgen Klopp, Michael Zorc, Marco Reus, Sebastian Kehl und dem Dortmunder Publikum insgesamt ein wenig monothematisch. Einzig die Fankongress-Organisatoren von „Pro Fans“ unterbrachen den schwatzgelben Preisreigen.

Den Anfang machte dabei das schwatzgelb.de-Team. Schauspieler Joachim Krol hatte zuvor als Laudatio ein Loblied auf sich selbst und das übrige Dortmunder Publikum vorgetragen hatte, das hier in Teilen noch einmal nachzulesen ist, anschließend bestiegen Ramona, Nico und Arne die Bühne und nahmen die „11“ entgegen. Im Gespräch mit Philipp Köster und Arnd Zeigler spielte Arne den Ball dabei erst einmal zurück in die anderen Stadien. Als Borussia-Fan habe man es vergleichsweise leicht gehabt in der zurückliegenden Spielzeit und es gäbe sicher zahlreiche Fans anderer Vereine, die ebenfalls eine Auszeichnung verdient gehabt hätten. Unter dem erfreulichen Beifall der Anwesenden erklärte Arne weiterhin, dass eine Auszeichnung für das Dortmunder Publikum immer auch eine Auszeichnung der deutschen Stehplatzkultur sei. Dieses Votum der Jury sei daher schön in Zeiten, wo vielfach über statt mit Fans diskutiert würde und wo man im Angesicht von Tausenden und Millionen friedlichen Fans den wenigen negative Geschehnissen einen viel zu hohen Stellenwert einräumen würde.

Schwatzgelb.de nimmt die 11 stellvertretend für die Dortmunder Fans in EmpfangAnschließend lag es am Ex-Blauen und Ex-Paulianer Helmut Schulte, die Lobesrede auf Michael Zorc als "Manager der Saison" zu halten. Diese geriet leider etwas langatmig, was aber weder Zorcs Erfolge noch die völlig verdiente Auszeichnung schmälern konnte. Wer 34 Jahre lang dem Verein die Treue hält und als Spieler und Offizieller so ziemlich alles gewinnt, was man im Clubfußball gewinnen kann, dessen Leistungen sprechen für sich. Herzlichen Glückwunsch und Danke, Susi!

Sebastian Kehl als "Typ der Saison" setzte den Dortmunder Ehrungs-Marathon fort und Ex-Trainer Volker Finke oblag es, lobende Worte über den Leader auszusprechen. Launig verglich er den 32jährigen mit „Spätheimkehrern aus Sibirien“, an die seinerzeit auch „niemand mehr gelaubt“ habe, was ein unterdrücktes Gelächter im Saal zur Folge hatte. Der Sportlehrer gewährte aber auch erhellende Einblicke in die Trainingslehre, als er beschrieb, wie sehr Sebastian Kehl und praktisch alle Spieler seiner Generation Zeit ihrer Karriere darunter leiden würden, dass die physische Ausbildung in ihrer Jugend noch nicht auf dem heutigen Stand war und sie körperlich vielfach nicht ausreichend auf die späteren Anforderungen im Profifußball vorbereitet wurden. Trotzdem habe Sebastian Kehl sich wieder herangekämpft und in der vergangenen Spielzeit zu großartiger Form gefunden. Ein Urteil, dem man sich nur anschließen kann. Herzlichen Glückwunsch und Danke, Sebastian Kehl!

"Newcomer des Jahres"-Preisträger David Alaba durfte verletzungsbedingt nicht von der Isar an die Elbe anreisen, die Preisübergabe geschah daher lediglich als Video-Einspieler. Ewald Lienen hatte zuvor die Laudatio für den überragenden Linksverteidiger der Bayern gehalten, der auch im entscheidenden Spiel der Rückrunde in Dortmund zu den gefährlichsten Aktivposten der Münchner gehört hatte.

Die übrigen Dortmunder Preisträger: Marco Reus, Jürgen Klopp, Michael Zorc und Sebastian KehlDen Sonderpreis für die beste Fanaktion des Jahres erhielten im Anschluss völlig zurecht die Fankongress-Organisatoren von „Pro Fans“. HSV-Fan und Kongress-Mitorganisator Philipp Markhardt nahm den Preis entgegen und äußerte die Hoffnung, bei der Wiederholung des Kongresses auf mehr Unterstützung seitens der Vereine und Verbände zu stoßen. Dass nur wenige Vertreter von DFL/DFB und den Clubs den Weg zum Kongress gefunden hatten, um gemeinsam mit den Fans zu diskutieren, war im Januar in Berlin der häufigste Kritikpunkt von Fans und Medienvertretern gewesen.

Blieben also noch die restlichen beiden Preise. Für Jürgen Klopp als "Trainer der Saison" lobende Worte zu finden, gehört dabei nicht unbedingt zu den schwierigsten Unterfangen. Hans Meyer schaffte es dennoch auf gewohnt launige Art und wies darauf hin, dass auch die Bayern in der zurückliegenden Saison herausragend gespielt hätten. Die Leistungen von Klopp und seiner Mannschaft seien daher umso höher zu bewerten. Jürgen Klopp seinerseits gab das Lob flugs zurück und verriet dem Publikum, dass er sich schon als Aktiver bei Gladbacher Spielern über das Trainingsgeschehen von Hans Meyer informiert und zu Beginn seiner Trainerkarriere die Dosierung der Übungseinheiten an Meyers Trainingsplan orientiert habe. Klopp bedauerte jedoch, dass die Auszeichnung wieder nur den Trainer der Saison auszeichne, nicht das komplette Trainerteam und dass so die wertvolle Arbeit seiner Assistenten unter den Tisch falle. Darum an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch und Danke, Zeljko Buvac, Peter Krawietz, Teddy, Oliver Bartlett, Florian Wangler und Jürgen Klopp!

Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss als Laudator und Marco Reus als "Spieler der Saison" bildeten den Abschluss der Preisverleihung, bevor Preisträger, Laudatoren und Gäste zum Buffet strömten. Fuss lobte Marco Reus insbesondere für seine Reaktion auf den Fußtritt von Jermaine Jones. Zuvor hatte schon Jürgen Klopp Reus und dessen überragende Fähigkeiten geadelt. Ein kurzer Videozusammenschnitt zeigte dem Publikum noch einmal die herausragenden Pässe und Tore des Stürmers aus der abgelaufenen Spielzeit und machten aus BVB-Sicht Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der Mannschaft. Auch hier gilt: Herzlichen Glückwunsch und Willkommen, Marco Reus!

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Redaktion, 06.08.2012

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