Im Gespräch mit...

schwatzgelbes Halbzeitgespräch mit Friedrich Küppersbusch

07.03.2002, 00:00 Uhr von:  Wade
schwatzgelbes Halbzeitgespräch mit Friedrich Küppersbusch

Friedrich Küppersbusch wurde 1961 in Velbert geboren. Der gelernte Journalist (Studium in Dortmund 1981-1989), der 1997 seinen Moderatorenjob an den Nagel hängte und seitdem als Produzent arbeitet, verkörperte wie kaum jemand das Bild des unerschrockenen Journalisten. Bei ihm kamen die Fakten auf den Tisch. Frech, hart, witzig, unerbittlich und auch mal zynisch, stellt er seine Gäste zur Rede. Bis heute ist er sicher der einzige Polit-Moderator im deutschen Fernsehen, dessen Magazine man sich, auch als Politik verdrossener Bürger, ansehen und sich dabei köstlich amüsieren konnte.

Friedrich Küppersbusch

Küppersbusch arbeitete frei für Rundfunk und Fernsehen, bevor er beim WDR volontierte und moderierte. (Regionalfunkmoderator in Münster, "Sonntagsmagazin von A bis Z" (WDR 2), Mitarbeiter der Sendung "Hier und Heute"). 1990 übernahm er die Moderation des Politmagazins ZAK, das zunächst im dritten Programm des WDR und ab 1993 in der ARD ausgestrahlt wurde. In 6 Jahren moderierte er insgesamt 271 ZAK Folgen und erreichte damit Traumquoten in der ARD. Küppersbusch holte Politiker zu sich in die Sendung, die wussten, dass er ihnen nicht mit Respekt gegenübertreten würde. Mit todernstem Gesicht saß er ihnen gegenüber und stellte mit bissigem Humor einfalls- und pointenreich seine Fragen, den Gästen vorher nicht vorgelegt wurden. Gewürzt wurden die Sendungen durch die bissigen Sketche der beliebten GUM-Puppen (Hurra Deutschland). Küppersbusch erhielt 1991 für seine Arbeit den Adolf-Grimme-Preis "Spezial" und 1993 den "Telestar".Anfang 1996 flimmerte die letzte Folge von ZAK über die Bildschirme. Ein Vierteljahr später startete Friedrich Küppersbusch mit dem Magazin "Privatfernsehen". Die Sendung wurde nicht nur der legitime Nachfolger von ZAK, sondern eine intelligente Weiterentwicklung, eine im deutschen Fernsehen einmalige Mischung aus politischem Magazin, Kritik, Satire und gesellschaftlicher Zustandsbeschreibung. "Live" aus einer Lagerhalle am Kölner Rheinufer sendete die ARD zunächst am Samstagabend, dann am Freitagabend. Ende 1997 wurde die Reihe aber abgesetzt. Sehr zum Ärger der Fans, zu denen mittlerweile auch der eine oder andere Fußballfan gehörte, denn Küppersbusch hatte mit "Privatfernsehen" den "Freunden des runden Leders" eine besondere Zeitreise gegönnt:

Gut ein Jahr lang begleitete Küppersbusch mit seinem Team das Wohl und Wehe des Traditionsvereins Hamborn 07 im "Löwen-Report". Angereichert mit den Ergebnissen aus der Landesliga und etwas wackelig eingefangenen aktuellen Spielszenen der Hamborner, wurden Geschichten rund um die Sportfreunde Hamborn 07 erzählt. Geschichten, wie sie irgendwie jeder Fußballfan zu kennen glaubte. Männer im Anorak mit Hut und Zigarre, knirschendes Einparken auf Schotter, Kaffee, Glühwein und Bratwurst und in der Vereinsgaststätte bittet nach dem Spiel der Wirt zum kühlen Blonden und Hausmannskost. Schräg und alt und irgendwie melancholisch, wie der ganze Duisburger Norden. Ein paar gelb-schwarz gewandete Fans versuchen sich an Schlachtrufen. Obwohl das Publikum fast ausschließlich von Rentnern gestellt wird. Mürrisch oder unbeteiligt steht kaum einer am Geländer. Die wenigen die man antrifft sind "echte" Fanatiker, die nervös eine Zigarette nach der anderen anzünden ("Meine Neunte, werde wahnsinnig bei dem Gepöhle"), jede Ecke beklatschen und hektisch den Blick auf die Minutenzeiger am Handgelenk werfen.

Höhepunkt der Berichterstattung über die Hamborner Löwen war sicher die Neuauflage der legendären Begegnung gegen St. Pauli (Das Pokal-Rückspiel St. Pauli - Hamborn, Endstand 3:4 am 26. Dezember 1952 war die erste Live-Übertragung im Fußball) im WDR im Januar 1997. Dieses Projekt brachte die vom Fernsehteam durchaus angestrebte Konfrontation mit dem DFB. Denn zur gleichen Zeit lief damals das Hallenmasters, und der DFB befürchtete Einbußen bei den Sponsoren.

Küppersbusch ist heute Gesellschafter der Firma "probono" Fernsehproduktion GmbH, mit Sitz in Köln und Berlin. Dort produziert er Features und Dokumentationen unter anderem für PRO 7, ZDF und den WDR. Seit 2000 produziert er etwa die tägliche Gesprächssendung "Maischberger" beim Nachrichtensender n-tv.

Seitenwahl

schwatzgelb.de: Herr Küppersbusch, wir erreichen Sie in Ihrer Firma in Berlin, haben Sie Dortmund den Rücken gekehrt?

KÜPPERSBUSCH: Nein, meine Familie und ich wohnen nach wie vor im Dortmunder Stadtteil Barop

schwatzgelb.de: Können Sie sich noch erinnern, welchem Umstand Sie verdanken BVB Fan geworden zu sein?

KÜPPERSBUSCH: Den Spielern Frank Mill, Willi Lippens, Manfred Burgsmüller ? zufällig alle von RW Essen.

schwatzgelb.de: Was war der bewegenste Moment den Sie als Fan mit dem BVB erlebt haben?

KÜPPERSBUSCH: Das Pokalfinale 1989 gegen Bremen in Berlin

schwatzgelb.de: Ist Friedrich Küppersbusch Vereinsmitglied bei Borussia und/oder in Besitz einer Dauerkarte?

KÜPPERSBUSCH: Nein, nicht mehr.

Anpfiff

schwatzgelb.de: Wie oft können Sie die Spiele im Westfalenstadion noch live verfolgen?

KÜPPERSBUSCH: Nur noch sehr selten, bedingt durch meine berufliche Situation.

schwatzgelb.de: Finden Sie, dass sich die Fanszene in Dortmund in den letzten Jahren verändert hat und wie sehen Ihre Beobachtungen aus?

KÜPPERSBUSCH: Das Rahmenprogramm im Stadion macht die Fans stumm.

Abstoß

schwatzgelb.de: Finden Sie, dass der Verein trotz seines enormen Wachstums traditionsbewusst geblieben ist?

KÜPPERSBUSCH: Nein, da ist der BVB massiv in Gefahr.

Eckball

schwatzgelb.de: Was halten Sie von der Umwandlung des Vereins BVB 09 in eine KGaA und mit welchen Gefühlen verfolgen Sie die Vermarktung des BVB?

KÜPPERSBUSCH: Das kam zu früh, leider. Was den Wert angeht: Abwarten!

Einwurf

schwatzgelb.de: Wenn Sie die Wahl hätten zwischen Ihrer jetzigen Karriere und einer Karriere als Fußballprofi beim BVB, welche würde Sie wählen?

KÜPPERSBUSCH: Meine jetzige Karriere.

Steilpass

schwatzgelb.de: Wie halten sie sich auf dem laufenden über die Geschehnisse rund um den BVB?

KÜPPERSBUSCH: Ich nutze unter anderem die Onlinemedien, und an den Spieltagen höre ich die Bundesligakonferenz im Radio.

Abseits

schwatzgelb.de: Sie bezeichneten mal den Wechsel von Andy Möller als die beste Nachricht der letzten 5 Jahre. Sie hofften, dass der Wechsel Möllers gleichzeitig der Vernichtungsschlag gegen Schalke 04 wird. Wie erleichtert waren Sie, als dann der S04 die Meisterschaft nur 4 ½ Minuten genießen durfte?

KÜPPERSBUSCH: Ich fand das traurig, wie die meisten BVB Fans hätte ich es Schalke gegönnt.

schwatzgelb.de: Was macht für Sie den Unterschied des BVB zu Vereinen wie dem FC Schalke 04 und Bayern München aus?

KÜPPERSBUSCH: Der BVB ist weder tiefreligiös noch größenwahnsinnig.

Elfmeter

schwatzgelb.de: Sind Sie eigentlich mit der Firma Küppersbusch Großküchen GmbH verwandt? Wir fragen deshalb, weil ein Friedrich Küppersbusch 1875 den Betrieb in Gelsenkirchen-Schalke gegründet hat. Der Gute scheint so etwas wie der Urvater der Schalker zu sein.

KÜPPERSBUSCH: Nein, zum Glück nicht!

schwatzgelb.de: Angenommen, Leo Kirch schickt Ihnen einen Scheck über 1 Mio Euro als Darlehen. Was machen Sie damit?

KÜPPERSBUSCH: Den Scheck schicke ich Kirch zurück, dem armen Kerl.

Freistoss

schwatzgelb.de: 1 Frage 3 Antworten: Was fasziniert Friedrich Küppersbusch am BVB?

KÜPPERSBUSCH:

1) B.

2) V.

3) B.

Aufstellung

schwatzgelb.de: Wer war oder ist Ihr Lieblingsspieler beim BVB?


KÜPPERSBUSCH: Früher Zorc und Sammer, heute Rosicky.

Friedrich Küppersbuschs "AllStars-Team"

Tor Dietmar Schott

Abwehr Kurt Brumme Eddie Körper Florian Oertel Ernst Huberty

Mittelfeld Delling/ Netzer Herbert Zimmermann Günter Jauch

Sturm Günther Koch Marcel Reif




Abpfiff

schwatzgelb.de: Was wünscht sich Friedrich Küppersbusch für die Zukunft, bezogen auf Borussia Dortmund?

KÜPPERSBUSCH: Na was wohl? Die Meisterschaft in diesem Jahr

schwatzgelb.de sagt: "Bis hierhin vielen Dank"

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