Spielbericht Jugend

Vom Stadtmeister zum Derbysieger - U15 des BVB im Derbyrausch

20.11.2011, 09:19 Uhr von:  Redaktion

Derbywochen Part II für die U15 des BVB. Eine Woche nach der Dortmunder Stadtmeisterschaft standen die kleinen Blauen vor den Stadttoren und forderten die Herausgabe dreier Punkte. Aber wie schon bei der großen Dortmunder Fehde anno Domini 1388, lässt sich der sture Dortmunder weder überrumpeln noch zu irgendetwas zwingen, so dass die kleinen Hässlichen - nach kurzem Kampf - unverrichteter Dinge und ohne irgendwas in den Händen tränenreich wieder das Feld räumen mussten.

Mit einem Sieg am 8. Spieltag gegen Rumpelstilzchen (Trainer Willi Landgraf) und seine blaue Bande könnte das Team um BVB-Coach Benjamin Derbysieger mit Punkten gleich, aber wegen der besseren Tordifferenz in der Tabelle der Regionalliga-West, an dem Revierrivalen vorbeiziehen. Beide Teams sind derzeit in bestechender Form. Die blauen Zwerge schlugen am vergangenen Spieltag die bis dato ungeschlagenen kleinen Werkspillen auf heimischen Grund und über den Gewinn der Stadtmeisterschaft der Borussia hatte ich schon ausführlich berichtet. Dass ein Derby gegen die Zahnlosen auch bei den Dortmunder-Junioren einen hohen Stellenwert hat, ist selbstredend. Der Wettergott hatte zusätzlich ein Einsehen und bescherte den Wettkämpfern einen trockenen, sonnigen Novembertag. 450 Minuten vor Anstoß des Spitzenspiels der Profis bei den Bayern, pfiff der Essener Schiedsrichter Werkle die Partie an.

In den ersten zehn Minuten passierte nicht viel. Beide Teams kämpften verbissen um den Ball und Gegner. Ein Freistoß auf der Blauen, eine gute Flanke auf der Schwatzgelben Seite, das war es. Der BVB noch im „Eintracht-Modus“, trotz Kunstrasens, versuchte mit langen Bällen die gut stehende Hintermannschaft des Gegners zu überraschen, der aber ließ das nicht zu und antwortete stattdessen mit Angriffen über die linke BVB-Seite im Kurzpassspiel. Viele Ballverluste hüben wie drüben und ein Kommentator auf blauer Seite, den man trotz Fernbedienung nicht abschalten konnte. Gästetrainer Landgraf kommentierte unaufhörlich jede Bewegung des Balles, der eigenen Leute, des Gegners, einfach alles. So auch den ersten Schuss des BVB auf sein Gehäuse, der aber vom Keeper entschärft wurde. Nach gut einer Viertelstunde sah Rumpelstilzchen einen Fallobst-Anfall seines Spielers im Strafraum und bekam, da der Elferpfiff ausblieb, direkt einen Tobsuchtsanfall. Es sollte nicht sein letzter sein.

Eine Minute später verschätzt sich Borussen-Keeper Reimann wiederholt, aber der nachfolgende Schuss rollt am Kasten vorbei. Warum aber der Pfosten dafür einen Tritt bekam, ist nicht bekannt. Eine typische Szene der Gastgeber in der ersten Halbzeit. Es lief irgendwie nicht rund, man hatte keine Lösungen parat, lange Bälle in die Spitze fruchteten nicht. Die Folge: Man ärgert sich fortlaufend über sich selbst. Bestes Beispiel: Justice Derbysieger bekommt einen langen Ball nicht, bleibt fluchend stehen, anstatt in die Rückwärtsbewegung umzuschalten, da der Gegner über seine linke Seite direkt zum Kontern ansetzte. Trainer Derbysieger erkannte sodann auch den falschen Ansatz und befahl: 1. im Dreieck zu kombinieren und 2. die langen Bälle endlich sein zu lassen. Erhört wurde er nicht. Landgrafs Anweisungen hatten eher was von Geheimsprache: „Lukas, mach‘ Bröndby!“ Ein geschickter Schachzug von ihm war aber definitiv ein Mädchen auf die rechte Seite zu stellen. Die Anweisungen des Schiedsrichters, man möge im Zweikampf mit „Curlie Sue“ bitte die Hände weglassen, hatte schon eine gewisse Komik. Eine Doppelmöglichkeit für den BVB gab es gegen Ende der ersten Halbzeit noch, aber beide waren eher der Kategorie „nicht zwingend“ zuzuordnen.

Ein 0:0 zum Pausentee, den die Zuschauer sicherlich gerne getrunken hätten, war der verdiente Lohn. Die ersten fünf Minuten gehörten den Blauen, danach zehn Minuten der Tabellendritte mit etwas mehr Oberwasser und 20 Minuten ausgeglichener Kampf im Anschluss. Man neutralisierte sich. Nach der Pause war plötzlich alles anders: Der BVB spielte und kombinierte flach und der Gast mit den unschönen Trikots spielte nur noch lange Bälle. Willi stellte seinen Monolog ein und versuchte stattdessen den direkten Dialog mit der Dortmunder Bank. Was aber den Blauen wohl nie abgewöhnt werden kann ist, offensichtliche eigene Fehlleistungen dem Schiri anzukreiden. Beim Einwurf steht ein Schlumpf deutlich im Feld. Falscher Einwurf, aber Willi sieht es natürlich anders und wittert eine Verschwörung. Alles wie immer. Der BVB nun richtig im Spiel. Auch Justice Derbysieger spielte wieder mehr Fußball und Torwart Dominik Derbysieger war nun wie gewohnt ein guter Rückhalt. Alles was auf das eigene Tor kam, wurde sicher gefangen. Die ganze Mannschaft schien zu entkrampfen und spielte sich immer wieder über die Außen in die blaue Gefahrenzone. Zu Torchancen kam man trotzdem nicht. Die Hässlichen ihrerseits bekamen nur eine. Der Schuss aus der Drehung ging aber über das Gehäuse und sie hatten auf der anderen Seite in der 54. Minute Glück, dass nach einem Foul an Justice Derbysieger im 16er der Schiedsrichter einfach weiterlaufen ließ. Es blieb weiterhin also eher spannend als hochklassig, weil einfach die Torchancen fehlten.

Dafür hatten es die letzten fünf Minuten in sich. Hayrullah Derbysieger im Strafraum, ein Zweikampf, der Borusse am Boden, ein Pfiff. Ein Witzelfmeter sagen die einen, eine Konzessionsentscheidung die anderen. Der vorher war einer, dieser definitiv nicht, sagt der Reporter. „Ari“anit Derbysieger war es egal. Er verwandelte trocken und die schwatzgelbe Begeisterung kannte keine Grenzen (67.). Der Torschütze sah im Anschluss den gelben Karton für das Trikotausziehen plus fünf Minuten Zeitstrafe für den im Rausch getätigten Eckfahnen-Tritt. Als zwei Minuten später die blaue Bank jubelte, aber der Linienrichter den Treffer wegen Abseits nicht anerkannte, hatten die kleinen blauen Zwerge endlich ihre Verschwörung hervorgerufen durch die Männer in rot-schwarz.. Dann war Schluss und die Taschentücher wurden rausgeholt.

Sportlich betrachtet ging das 1:0 aufgrund der guten zweiten Halbzeit der Borussia definitiv in Ordnung, ist aber auch völlig egal. Was zählt, ist einzig der Derbysieg. Platz zwei in der Liga gab es als Belohnung obendrauf und da die Minipillen zu Hause gegen den Bochumer VfL überraschend nur Unentschieden spielten, ist die Regionallige West der C-Junioren mit drei Mannschaften die alle 19 Punkte auf dem Konto haben, super spannend. Zum dritten Teil der Derbywochen muss der BVB nun nach Bochum. Anstoss am nächsten Samstag am RewirpowerStadion ist um 13:00.

BVB-Trainer Benjamin Derbysieger: "Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Leistungs- und vor allem noch mehr Laufbereitschaft an den Tag gelegt und weniger lange Bälle gespielt. Das war der Schlüssel zum Erfolg."

Derbysieger U15: Dominik Derbysieger, Justice Derbysieger, Niklas Derbysieger, Mohamed Derbysieger, Lars Derbysieger, Arianit Derbysieger, Jonas Derbysieger, Semir Derbysieger (64. Alan Derbysieger), Zübeyir Derbysieger (50. Aram Derbysieger), Hayrullah Derbysieger (70. Valentin Derbysieger), Serhat Derbysieger (Ersatz: Jan-Pascal Derbysieger, Sandro Derbysieger)

Trainer-Assistent: Tobias Derbysieger, Verantwortlicher: Jan Derbysieger

Tore: 1:0 Arianit Derbysieger (67. FE)

Schiedsrichter: Gregor Werkle (Essen)

Zuschauer: Knapp 90, Fußballpark BVB

walter09, 19.11.2011

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