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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1981/82: UEFA-Cup-Platz trotz Oeffentlichen Druck auf den Trainer

Das BVB-LogoDer Saisonrückblick 81/82 könnte so schön sein, wenn da nicht das Problem Branko Zebec gewesen wäre. Nicht seine Trainingsarbeit oder sein Erfolg in der Liga waren das Problem, sondern seine Krankheit. So musste der beliebte Trainer bereits nach einer Saison den Hut nehmen, obwohl er aus dem Abstiegskandidaten vom Saisonbeginn noch einen Teilnehmer an den internationalen und lukrativen Wettbewerben machte.

Am 07.07.81 war der Urlaub für die Spieler beendet. Man traf sich im Stadion „Rote Erde“ zur ersten Trainingseinheit. Neben Trainer Branko Zebec gab es weitere neue Gesichter. Außer den Eigengewächsen Michael Zorc und Ralf Loose wurden der Stuttgarter Bernd Klotz und der Bochumer Jupp Tenhagen als Neuzugänge vorgestellt. Auf der Trainerbank war nicht nur Zebec neu: Der frühere Bayernstürmer Rainer Ohlhauser erweitert als zweiter Co-Trainer neben Rolf Bock den Trainerstab des BVB.

Die ersten Testspiele gewann der BVB jeweils klar bei den Sportsfreunden Siegen (6-0) und TuS Iserlohn (6-1). Im siebentägigen Trainingslager in Neuenkirchen (Bei Rheine) fanden mehrere Testspiele statt. Gegen den SV Meppen gewann der BVB mit 2-0 und auch beim SV Vorwärts Epe gelang dem BVB ein 10-1-Sieg. Auch im weiteren Verlauf der Vorbereitung blieb der BVB bei Testspielen unbesiegt. Nach den Siegen bei Rot-Weiß Lüdenscheid (2-0), Rot-Weiß Essen (5-0), Union Solingen (3-0) und einer Auswahl Northeims (5-0) folgte ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft Rumäniens. Dabei war weniger das Ergebnis (Dortmund erreichte ein 2-2) wichtig, sondern dass sich ein Spieler der Rumänen während der Halbzeitpause absetzte und in Deutschland Asyl beantragte: Marcel Raducanu. Beim letzten Testspiel vor dem Bundesligastart wirkten die Dortmunder auf Grund der harten Vorbereitung müde und ausgelaugt. Beim 1. FC Bocholt kassierte der BVB eine 1-2-Niederlage.

Zum ersten Bundesligaspiel in dieser Saison ging es für den BVB nach Köln zum 1. FC. Der BVB sammelte Lob und Anerkennung, aber leider keine Punkte. Dortmund trat aggressiv und taktisch diszipliniert auf und ermöglichte den Kölner kaum Torchancen. Im Gegenteil, spielerisch war Borussia überlegen und hatte klare Torchancen. Nach einer Ecke von Geyer in der 32. Minute köpfte Votava platziert aufs Tor, doch Schuhmacher konnte den Ball gerade noch über die Latte lenken. Auch war es Schuhmacher, der im direkten Zweikampf mit Burgsmüller die Oberhand behielt. Auf der anderen Seite waren die Stürmer Fischer und Allofs bei den Dortmundern Rüssmann und Tenhagen, obwohl verletzt, abgemeldet. Aber wenn man vorne nicht trifft, kassiert man hinten die Tore. So geschah es in der 69. Minute, als Bonhof für die Kölner traf. Auch das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ging in die Hose, denn die Hessen gewannen in Dortmund mit 0-2. Ein Tag später ging Präsident Rauball vor die Presse, um die Gerüchte um Trainer Zebec zu dementieren. Es hieß, der Trainer sei zweimal alkoholisiert beim Training erschienen.

Endlich ein Punktgewinn! Den ersehnten ersten Punkt gab es für die Borussen in Hamburg. Es sah sogar nach mehr aus. Zur Halbzeit führten die Dortmunder mit 2-0 durch Burgsmüller und Rüssmann, doch in der zweiten Hälfte drehten die Hamburger das Spiel und schafften durch Bastrup und Hartwig noch den 2-2-Endstand. Den ersten Saisonsieg schaffte der BVB dann vier Tage später beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Erneut führten die Dortmunder zur Halbzeit mit 2-0 durch Burgsmüller und Klotz, aber diesmal kassierten sie in der zweiten Hälfte nur den Anschlusstreffer von Dubski. Als Schiedsrichter Eschweiler abpfiff, war der 2-1-Sieg perfekt. Ein weiterer Sieg folgte im DFB-Pokal gegen den niedersächsischen Verbandsligisten FC Grone 1910. Die Dortmunder gewannen standesgemäß mit 4-0.

Erfreulich ist das Ergebnis für Reinhard Rauball bei der Jahreshauptversammlung. Die anwesenden Mitglieder sprachen ihm das Vertrauen aus und wählen ihn einstimmig wieder zum BVB-Präsidenten. Die Reise nach Baden-Württemberg zum VfB Stuttgart lief für die Borussen sehr erfolgreich. Dank Torwart Eike Immel, der sogar einen Elfmeter von Martin hielt, gewann der BVB dort mit 2-0 durch Treffer von Burgsmüller und Sobieray.

Ein neues Gesicht sah man einen Tag später beim Training des BVB. Marcel Raducanu absolvierte beim BVB ein Probetraining. Dazu gab es dann noch zwei Testspiele beim SV Germania Bietigheim (7-3-Sieg) und SuS Oberaden (5-2-Sieg). Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart folgte einen Spieltag später die Ernüchterung, denn das Spiel gegen den Namensvetter aus Gladbach verlor man im Westfalenstadion mit 2-3. Die Gäste führten durch Wuttke und zweimal Mill zur Halbzeit mit 0-3. Zwar konnten Burgsmüller und Abramczik nach sieben Minuten in der zweiten Hälfte den Anschluss erzielen, aber dies war gleichzeitig auch der Endstand. Einen Erfolg gab es aber beim Testspiel beim SSV Mühlhausen, bei dem der BVB mit 3-1 gewann. Die Reise zur Bielefelder Alm war auch nur teilweise erfolgreich. Dortmund führte durch Burgsmüller bereits nach sechs Minuten mit 1-0, aber die Arminia konnte drei Minuten vor dem Ende den Ausgleich zum 1-1 erzielen.

Am 23.09. konnte der BVB einen neuen Spieler präsentieren. Dortmund verpflichtete den Ex-Uerdinger Heinz-Werner Eggeling. Drei Tage später kam der FC Bayern nach Dortmund. Aber das Münchener Starensemble um Augenthaler, Breitner, Hoeneß und Rummenigge hatte keine Chance, denn Borussia gewann mit 2-0 durch Tore von Klotz und erneut Burgsmüller. Dafür war in Leverkusen kein Blumentopf zu gewinnen. Zwar ging der BVB mit 1-0 in Führung durch ein Eigentor der Leverkusener, aber am Ende verlor man mit 1-2. Einen Erfolg gab es im DFB-Pokal. Bei der SpVgg. Elversberg gewannen die Dortmunder klar mit 4-1 und zogen in die dritte Runde ein. Das folgende Freundschaftsspiel gegen Cosmos New York im Westfalenstadion (Dortmund gewann mit 4-2) wurde zur Nebensache, denn vor dem Spiel verursachte Trainer Zebec unter Alkoholeinfluss einen Unfall und verlor dadurch seinen Führerschein.


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