Spielbericht Jugend

Highnoon in Brackel - U14 siegt 3:0 gegen Zebras

03.10.2011, 16:15 Uhr von:  Redaktion

glühende Mittagshitze beim BVB U14 SpielSamstag. Highnoon in Brackel. Die Sonne brannte unbarmherzig auf die Köpfe der 22 Duellanten, die sich auf dem sattgrünen, künstlichen Belag nach DIN V 18035-7 Aug in Aug gegenüberstanden. Beide Teams in traditionellen Farben: Schwarz-gelb auf der Heim- Zebrastreifen weiß und eine unbekannte zweite Farbe auf der Auswärtsseite. Etwa 42 Dorfbewohner wohnten dem Schauspiel bei. Während die BVB-Fanmeute der Profis sich ein Vorglüh-Wettkampf in den Dortmunder Biergärten mit dem gelben Himmelskörper lieferte, pfiff der Unparteiische die Begegnung an.

Die Pröpper-Boys auf Dortmunder-Seite noch ohne Gegentor und mit zwei deutlichen Siegen in den U14-Nachwuchscup gestartet, waren klarer Favorit gegen die ebenso noch punktverlust-freien Duisburger. Wobei „Cup“ als Liga-Bezeichnung etwas irreführend ist. 14 Teams kämpfen im normalen Ligabetrieb um den Titel. Absteiger gibt es nicht. Während ich mir ein schattiges Plätzchen neben einem Flutlichtmasten zur sonnenabgewannten Seite als Beobachtungspunkt für die kommenden 80 Minuten (inkl. Pause) erwählte, erreichten mich die ersten hämischen Nachrichten. „WO bist du? Bei den Minikickern?“ „Ich bin da, wo Fußball gelebt wird!“, kam als Antwort und ich sah gerade noch, wie nach einem ersten zielstrebigen Angriff des BVB das Spielgerät fulminant an den Querbalken gedroschen wurde. Das hätte nach zwei Minuten die Führung sein können. Das Heimteam mit viel Druck zu Beginn, aber die kleinen Zebras standen erstaunlich kompakt und mit guter Ordnung im Raum. Ein Blick auf die Abschlusstabelle der letzten Saison brachte keine allzu erhellenden Informationen, da jede U14 meist geschlossen am Ende zur U15 aufrückt.

Die Zebras ließen also kommen, die Borussia musste das Spiel machen. Alles wie bei der „Ersten“. Coach Volker Pröpper ließ daraufhin schon mal den Dosenöffner vorbereiten. Sah sich und sein Team aber in den Anfangsminuten einigen Nadelstichen ausgesetzt. Feiner Angriff über die rechte Abwehrseite des BVB aber der Schuss strich am Gehäuse vorbei (6.). Drei Minuten später die Borussia mit gleich mehreren Chancen. Erst rettete der starke MSV-Keeper Yilmaz nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte in höchster Not vor Amenyido, dann haute man gleich zweimal bei guten Einschussmöglichkeiten über die Kugel. Gästecoach Kruppe brachte die Probleme auf den Punkt: „Wir stehen auf der 6 nicht gut!“ Seine Jungs erhörten ihn daraufin und beseitigten die Schwierigkeiten im defensiven Mittelfeld in der Folgezeit. Was dazu führte, dass der BVB nun verstärkt die Außen beackerte und bis zur 35. Minute nur noch einmal (17.) nach schönem Solo und anschließendem Flachschuss, den Yilmaz exzellent aus der Ecke fischte, gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchte.

Die Zebras hingegen befreiten sich nun etwas von dem Druck, wobei der Ballbesitz des Favoriten trotzdem weit über 50% lag und suchten ihre Chance. In der 26. Minute gab es Freistoß für weiß plus undefinierbar von der rechten Seite. Die Kugel fliegt hoch in den Strafraum und zum entsetzen aller Borussen nach missglückter Faustabwehr von Klatthaar in die Maschen. Links von mir explodierte der Gäste“steher“, rechts hob der Schiri-Assistent die Fahne. Abseits. Wütende Proteste und die Frage, was da nicht Regelkonform gewesen sein soll. Ein gegnerischer Angreifer muss aus dem Abseits kommend in den Kampf um den Ball eingegriffen haben, so die einzige Erklärung. "Schwein gehabt", stand Trainer Pröpper ins Gesicht geschrieben.

7 Minuten Kampf um den Ball später, war dann endlich die richtige Büchse offen. Kösecik drehte sich am 16er mit dem Rücken zum Tor und mit Ball am Fuß geschickt um die eigene Achse und zauberte den Ball mit dem Außenriss im Fallen links in die Machen. Traumtor und 1:0 kurz vor der Pause (33.). Danach zeigten die schwarz-gelben kurz, warum sie zu den Cup-Titelanwärtern gehören: Kösecik zu Amenyido auf Scuderi sieht Burnic schickt Sewing - Außennetz. Pause.

Der MSV besser als (selbst) erwartet, hätte mit etwas Glück ein torloses Unentschieden gehalten. Der BVB hatte die Partie trotzdem weitgehend im Griff, so dass das 1:0 in Ordnung ging. Die Zuschauer und ich lechzten derweil nach einer Erfrischung. Mein Wasser stand noch in der Trinkhalle, so dass ich feststellen muss, bei Jugendspielen des BVB gibt es im Verpflegungsbereich für die Fans noch einigen Verbesserungsbedarf. Nachdem ich die frohe Botschaft der Halbzeitführung unter den Vorglühern verkündet hatte, verstummten auch die Spötter und werteten dies als gutes Omen für die Partie der Profis gegen den FCA.Verlieren war sowieso verboten. Nach einer kurzweiligen Halbzeit dank interessanter Gesprächspartner unter der MSV-Elternschaft, ging es pünktlich um fünf vor eins unter wolkenlosem Himmel in die zweite Halbzeit.

Die ersten zehn Minuten wieder sehr ausgeglichen. Die Borussia entdeckte die rechte Angriffsseite als den wunden Punkt bei den Zebrastreifen und spielte fast nur noch über diese. Die Meidericher suchte ihr Heil in Standards und einigen Einzelaktionen, waren aber im entscheidenden Moment nicht zielstrebig und bissig genug, oder wurden von der gut-arbeitenden Defensiv-Reihe abgefangen. Auch die Außen erfüllten ihre Aufgabe konzentriert und eifrig. Ein individueller Fehler nach einer Ecke entschied das Spiel schließlich frühzeitig. Der Ball fliegt auf den Elferpunkt, ein MSV-Bein legt - anstatt zu klären - mustergültig auf und das 2:0 war nur noch Formsache. Fritsch steht richtig und versenkt. Robert Lewandowski kopierte dies gegen den FCA bei seinem 2:0. Fünf Minuten später blieben dann keine Fragen mehr offen: Gewaltschuss aus 16m in das linke obere Dreieck – 3:0 durch Kurt, nach einer Fehlerkette in der Zebradeckung.

Sinnbildlich für fehlenden Glauben an eine Siegchance, stand die beste Chance der Gäste in Halbzeit zwo: Aus vermeintlicher Abseitsstellung heraus gestartet, zögert man zu lange, anstatt auf den Torwart zuzulaufen und den Abschluss zu suchen. Chance vertan. Ein etwas mutigerer Auftritt hätte das ein oder andere Tor bedeuten können. Dagegen verhinderte der herausragende Keeper der Zebras mit einigen Paraden ein, zwei weitere Tore der Dortmunder. Am Ende gewann die U14 des BVB hochverdient, der Gast war aber mehr als ein Sparringspartner. Damit rückten die Jung-Borussen auf den zweiten Tabellenplatz vor, hinter die mit ebenfalls drei Siegen gestarteten Vizepillen. Duisburg ist fünfter. Nächstes Spiel ist am 8.10. um 15 Uhr in Essen gegen die U14 von Rot-Weiss.

Hingehen, Leute! Ist eh Länderspielpause.

U14-Trainer Volker Pröpper: „Hochverdienter Sieg meiner Jungs. 70-80% Ballbesitz. Das Abseitstor war sicherlich glücklich, aber in der zweiten Halbzeit haben wir mit den eingewechselten frischen Jungs dann alles klar gemacht.“

BVB-U14: Klatthaar, Husic, Fritsch (57. Warschewski), Binias (C), Hatap (36. Ünal), Sewing (51. Pieper), Kösecik, Güner, Scuderi (36. Kurt), Burnic, Amenyido

Tore: 1:0 Kösecik (33.), 2:0 Fritsch (46.), 3:0 Kurt (51.)

Schiedsrichter: Christian Lambrette (Arnsberg)

Zuschauer: 42, Fußballpark BVB, Dortmund-Brackel

walter09, 03.10.2011

Unterstütze uns mit steady